Als kompakte Dashcam, die nicht nur nach außen filmt, sondern auch in den Innenraum des Autos, präsentiert sich die Vantrue N2X in unserem Test. Diesen Ansatz kombiniert der Hersteller mit einer ganzen Reihe moderner Zusatzfunktionen: unter anderem Parküberwachung, Sprachsteuerung, Nachtsicht und Dual HDR. Doch lohnt sich der Kauf der Dashcam wirklich oder ist die Konkurrenz besser aufgestellt?
Lieferumfang der Vantrue N2X
Im Gesamtpaket der Dashcam ist alles enthalten, was ihr für Aufbau und sofortigen Einsatz benötigt. Das beginnt mit dem Stromkabel, das in den Zigarettenanzünder gesteckt wird, um die Kamera mit Energie zu versorgen. Zwar ist das Kabel direkt in den Adapter integriert und wird nicht zusätzlich per USB-C angeschlossen, besitzt dafür jedoch einen weiteren USB-C-Eingang.
Zusätzlich gibt es ein kurzes USB-C-auf-USB-A-Kabel, das zum Anschließen der Vantrue N2X an einen Laptop oder PC gedacht ist, aber auch zum Aufladen des Smartphones im Auto genutzt werden kann. Über die erste Funktion lassen sich später etwaige Aufnahmen einfach auslesen. Entsprechende Informationen dazu findet ihr im umfangreichen Handbuch, das ebenfalls beigelegt wurde und in vier Sprachen (Englisch, Deutsch, Französisch und Polnisch) verfasst ist.

Im Lieferumfang der Vantrue N2X Dashcam ist alles enthalten, was zum sofortigen Einsatz benötigt wird.
Abgerundet wird der Lieferumfang durch zwei elektrostatische Folien für die Frontscheibe, ein Mikrofasertuch zum Reinigen der Scheibe, zwei Klebevorrichtungen zum Anbringen der Halterung sowie die Halterung selbst. Zudem gibt es eine zusätzliche Kabelhalterung, eine orangefarbene Brechstange zur Kabelverlegung sowie zwei Aufkleber. Letztere sind absolut optional und informieren darüber, dass eine entsprechende Kamera im Auto verbaut wurde, als zusätzliche Abschreckung.
Was allerdings im Lieferumfang fehlt, ist eine SIM-Karte… nein: eine Micro-SD-Karte, ohne die die Dashcam nicht betrieben werden kann. Wir haben in unserem Vantrue N2X Test eine 64GB-Variante genutzt, doch unterstützt das Modell viele Speicherkarten von 32 bis 512GB (Klasse 10, U3).
Installation und Aufbau der Vantrue N2X
Wer noch nie eine Dashcam aufgebaut hat, sollte sich genau an die Anweisungen im Handbuch halten, doch grundsätzlich ist das Anbringen nicht wirklich kompliziert. Die Scheibe wird zunächst mit dem Mikrofasertuch gereinigt, dann wird die elektrostatische Folie angebracht. Hierauf wird die Schiene für die Halterung geklebt, die Halterung hineingeschoben und dann die Kamera selbst eingeklickt. Zum Schluss muss noch das Kabel angebracht und im Auto verlegt werden.
Etwas ungewöhnlich ist, dass der Kabeleingang auf der linken Seite zu finden ist, während die meisten Konkurrenzprodukte wie die Botslab HK40 Plus (zum Test) den Eingang auf der Beifahrerseite haben. So war es etwas umständlicher, das Kabel über die Beifahrerseite zu verlegen, hat letztendlich jedoch keine zu großen Umstände bereitet.
Als Nächstes wurde die Micro-SD-Karte eingesteckt und die Dashcam zum ersten Mal gestartet. Hier mussten wir Datum, Uhrzeit und Zeitzone anpassen, danach die Speicherkarte formatieren, bevor die Vantrue N2X einsatzbereit ist. Vor der ersten Nutzung sollte der Live-Videostream über den Monitor aufgerufen werden, um die Kamera perfekt auszurichten. Die Halterung lässt sich ein wenig in alle Richtungen neigen, was das Ausrichten merklich erleichtert. Außerdem ist die Innenkamera um etwa 90° schwenkbar.
Vantrue-App
Vor dem ersten Einsatz raten wir allerdings gerade unerfahrenen Nutzern dazu, die kostenlose Vantrue-App zu installieren, das Gerät zu verbinden und sämtliche Einstellungsmöglichkeiten durchzugehen. Hier verstecken sich nämlich einige sinnvolle Änderungen, zu denen unter anderem die Lautstärke der Signaltöne gehört, die beim Ein- und Ausschalten ertönen.
Zusätzlich raten wir dazu, den Bildschirmschoner einzuschalten, der den Bildschirm der Kamera nach 30 Sekunden (oder 1 bis 3 Minuten, je nach gewählter Einstellung) ausschaltet. Ansonsten ist dieser nämlich durchgängig eingeschaltet, was beim Autofahren stört.
Auch die Bildauflösung lässt sich hier anpassen, die Geräuschunterdrückung ein- und ausschalten oder das eigene Nummernschild eingeben, um es im Video anzeigen zu lassen. Weiterhin sind hier der Parkmodus, das GPS und viele weitere Funktionen zu finden. Wer 10 Minuten einplant, um sich durch die verschiedenen Möglichkeiten zu arbeiten, kommt am Ende deutlich besser mit der Vantrue N2X Dashcam zurecht.
Technische Daten der Vantrue N2X Dashcam
Spezifikationen im Überblick
| Modell | N2X |
| Auflösung | 2,7K + Full-HD |
| Framerate | 30FPS (Innenkamera) / 30/60FPS (Frontkamera) |
| Nachtsicht | Dual HDR |
| Blenden | F1.8 / F1.8 |
| Aufnahmewinkel | 158° (front) / 165° (innen) |
| Displaygröße | 2 Zoll |
| Konnektivität | WLAN (2,4/5GHz) |
| GPS | Ja |
| Sensor | G-Sensor / Sony STARVIS 2 IMX675 5MP-Sensor |
| Gewicht | 175g |
| Betriebstemperatur | -20°C bis 60°C |
| Speicher | 32 bis 512GB |
| Sprachsteuerung | Ja (englisch, japanisch, russisch, chinesisch) |
| Parküberwachung | 4 Modi |
Design und Verarbeitung
Rein optisch unterscheidet sich die Vantrue N2X nicht großartig von anderen Konkurrenzprodukten: Sie ist kompakt, unauffällig und fast durchgängig in Schwarz gehalten. Aufgrund des Zwei-Kamera-Systems ist sie etwas größer als andere Modelle, doch dafür findet der 2 Zoll große Monitor auch bequem seinen Platz. Mit einem Eigengewicht von 175 Gramm fällt sie zudem nicht zu schwer aus, sodass sie auch im Handling angenehm ist.
Auch in puncto Verarbeitung gibt es keine Kritik zu äußern, denn die Außenhülle besteht aus einem hochwertigen Kunststoff, der eine angenehme Haptik hat und gleichzeitig die Elektronik vor Außeneinflüssen im Auto schützt. Hervorragendes Feedback liefern die vier auf der Unterseite verbauten Knöpfe sowie der orangefarbene An-/Ausschalter. Dadurch ist die Nutzung der verschiedenen Funktionen einfach und unkompliziert.
Allerdings gibt es hier einen negativen Aspekt zu benennen: Da die vier Steuerungsknöpfe auf der Unterseite sitzen, sind sie nicht mehr zu erkennen beziehungsweise auseinanderzuhalten, sobald die Kamera erst einmal an der Frontscheibe angebracht wurde. Damit ist es etwas umständlich, den richtigen Button zu finden, solange ihr euch das Layout beziehungsweise die Belegung der Knöpfe noch nicht gemerkt habt.
Andere Dashcams wie die Viofo A229 Ultra (zum Test) lösen das Problem, indem die Buttons direkt unter dem Bildschirm angebracht werden. Das macht die Bedienung wesentlich einfacher.
Ebenfalls etwas schade ist, dass die Sprachsteuerung zwar gut funktioniert und Befehle erkennt, allerdings keine deutsche Spracherkennung vorhanden ist. Stattdessen werden aktuell nur die Sprachen Englisch, Russisch, Chinesisch und Japanisch unterstützt.
Aufnahmequalität der Vantrue N2X
Die Frontkamera arbeitet mit einer Auflösung von 2,7K (2592 x 1944 Pixel), lässt sich aber auch nach unten skalieren und dann mit 1440p, 1080p und 720p betreiben und nur bei einer Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln werden 60 FPS ermöglicht. Die Innenkamera lässt sich immerhin von 1080p auf 720p reduzieren. Das ist dann sinnvoll, wenn der Speicher etwas geschont werden soll, denn eine Minute bei voller Auflösung benötigt etwa 108MB für die Frontkamera und 75MB für die Innenkamera an Speicherplatz. So konnten wir in unserem Test auf der 64GB Micro-SD-Karte etwa sechs Stunden an Aufnahmen speichern.
Die Aufnahmequalität selbst hat uns allerdings durchweg überzeugt: Gerade die Frontkamera liefert bei jeder Wetterlage scharfe Bilder und zeichnet Autokennzeichen so auf, dass sie selbst bei einigen Metern Entfernung noch erkennbar sind. Nachts ist die HDR-Funktion sowohl für die Front- als auch für die Innenkamera äußerst hilfreich. Sie sorgt für bessere Kontraste und liefert dann selbst im Wald noch ordentliche Bilder. Außerdem setzt die Innenkamera auf vier Infrarot-LEDs, die ebenfalls eine bessere Nachtaufnahme ermöglichen.
Wir raten allerdings dazu, den G-Sensor über die App nachträglich anzupassen, damit er auch bei kleineren Unfällen auslöst. In unserem Test sind wir mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten über Bordsteinkanten und Fahrbahnschwellen gefahren, doch nur auf der höchsten Stufe löste der G-Sensor aus. Kleinere Kollisionen hätte er also wahrscheinlich auf der voreingestellten Stufe gar nicht erst erkannt.
Ebenfalls praktisch: Wer ein optionales Hardwire-Kit (nicht im Lieferumfang enthalten) besitzt, erhält einen 24/7-Rundumschutz dank der vier verschiedenen Parkmodi. Da hier eine permanente Anbindung an die Autobatterie notwendig ist, sollte darauf geachtet werden, dass genügend Energie vorhanden ist, um die Parküberwachung auch wirklich langfristig betreiben zu können.
Der verbaute Superkondensator kann hier ebenfalls seine Stärken ausspielen, da er einen Einsatz der Dashcam bei Temperaturen von -20 °C bis 60 °C ermöglicht und somit bessere Ergebnisse liefert, als dies ein Lithium-Akku könnte.
Testergebnis
Die Vantrue N2X macht in unserem Test vieles richtig: Die Aufnahmequalität überzeugt, der Aufbau geht schnell und unkompliziert von der Hand und dank der beiden Kameras ist die Überwachung von Außen- und Innenräumen möglich. Die kostenlose App ist zudem ein praktischer Helfer, der viele sinnvolle Änderungen ermöglicht. Hier lohnt es sich, etwas Zeit zu investieren, um die bestmöglichen Einstellungen für die eigenen Bedürfnisse zu finden.
Kritik gibt es nur in Bezug auf die Sprachsteuerung, die nicht auf deutsche Befehle reagiert, und bei der Anordnung der Steuerungsknöpfe direkt am Gerät. Dafür überzeugte uns die HDR-Funktion und die vier Parkmodi sind ein netter Bonus. Alles in allem ist die Vantrue N2X eine gute und vergleichsweise günstige Dashcam für Nutzer, die ein Zwei-Kamera-System suchen.
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