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70mai A810 Lite im Test: 4K-Dashcam mit Front- und Heckkamera

Getestet von Felix R. am Preis-Leistungs-Tipp!
Vorteile
  • 4K-Videoauflösung (Frontkamera)
  • GPS-Integration via App abrufbar
  • schnelle Übertragung dank Wi-Fi 6
  • temperaturbeständig dank Superkondensator
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Nachteile
  • reduzierte Auflösung und Bildrate bei Heckkamera
  • kein HDR an Heckkamera
  • keine deutsche Sprachsteuerung
70mai A810 Lite Test
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Als eine Art Dashcam, die alles kann, präsentiert sich die 70mai A810 Lite. Sie bietet eine 4K-Auflösung, automatische Notfallaufzeichnung bei Kollisionen, eine spezielle Nachtsicht-Funktion für den Parkmodus sowie – mit optionalem 4G-Hardwire-Kit – 24/7-Parküberwachung, Fernzugriff und Fahrzeugortung. Und das zu einem Preis von aktuell rund 100 Euro. Außerdem sind im Lieferumfang gleich zwei Kameras enthalten: eine für die Front- und eine für die Heckscheibe. Doch hat 70mai sämtliche Funktionen auch effizient und sinnvoll umgesetzt? Wir verraten in unserem Test, ob sich der Kauf lohnt und wo die Stärken und Schwächen der Dashcam liegen.

70mai A810 Lite Test

Der Lieferumfang der 70mai A810 Lite

Neben den beiden Dashcams (Front- und Heckkamera) selbst liegen dem Paket ein Stromkabel, ein Datenkabel (USB-C auf USB-A), eine Halterung, ein Ladegerät (genauer gesagt ein Adapter für den Zigarettenanzünder im Auto), fünf selbstklebende Kabelklemmen und gleich vier elektrostatische Aufkleber (zwei große, zwei kleine) bei. Obendrein gibt es zwei Aufkleber, die auf eine 24-Stunden-Parküberwachung hinweisen und auf das eigene Auto geklebt werden können. Zudem ist ein Kabeleinpassungswerkzeug enthalten.

Komplettiert wird der Lieferumfang durch zwei Bedienungsanleitungen, die in vier Sprachen (Englisch, Französisch, Italienisch und Deutsch) genau erklären, was beim Aufbau beachtet werden sollte.

Bei Amazon ist eine 64GB Micro-SD-Karte bereits im Lieferumfang enthalten, die ihr über den entsprechenden Slot an der Frontkamera (dem Hauptgerät) nutzen könnt. Die 70mai A810 Lite unterstützt Micro-SD-Karten mit einer Speicherkapazität von 32 bis 512GB bei einer Lese-/Schreibgeschwindigkeit von U3 (UHS-3) oder höher. So lassen sich Videos lokal sichern, was gerade bei Unfällen wichtig ist und natürlich auch der eigentliche Einsatzzweck der Kamera.

Installation und Aufbau

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Dashcam-Aufnahmen auf Deutschlands Straßen: Fortschritt oder Überwachung?
Sinnvoller Schutz — jedes Auto sollte eine haben Dauerhafte Überwachung von Mitfahrern und Passanten
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Bevor die 70mai A810 Lite im Auto angebracht wird, rät der Hersteller dazu, sie schon vorab anzuschalten und einzurichten. Dazu haben wir zunächst die Frontkamera über das mitgelieferte USB-C-auf-USB-A-Kabel an den Strom angeschlossen und die Micro-SD-Karte eingelegt.

Beim ersten Anschließen müssen wir die Sprache und danach eine passende Region („Europa ohne Schweiz“) auswählen sowie Datum und Uhrzeit anpassen. Jetzt fordert uns die Dashcam dazu auf, per QR-Code die 70mai-App herunterzuladen und erst dann mit der Installation fortzufahren.

Anschließend haben wir die Speicherkarte formatiert, was das interne System automatisch erledigt. Damit war die erste Installation abgeschlossen. Bevor die Dashcam in das Auto eingebaut wird, solltet ihr die kostenlose App herunterladen, installieren und ein neues Konto einrichten. Daraufhin bindet ihr die 70mai A810 Lite per Bluetooth an und aktiviert anschließend die WLAN-Funktion. Erst dann lässt sich die App final mit der Kamera koppeln. Klingt zwar etwas kompliziert, doch in unserem Test dauerte dieser Prozess keine zwei Minuten.

Einbau in das Auto: Das gilt es bei der 70mai A810 Lite zu beachten

Im nächsten Schritt erfolgt der Einbau in das Auto. Für unsere Testzwecke haben wir sowohl einen Hyundai i20 als auch einen VW Caddy genutzt, wobei der Einbau immer gleich ablief.

Im ersten Schritt haben wir die Front- und Heckscheibe mit einem (leider nicht im Lieferumfang enthaltenen) Mikrofasertuch an den Stellen gereinigt, an denen die 70mai A810 Lite angebracht werden sollte. Danach haben wir jeweils eine elektrostatische Klebefolie angebracht und darauf die Kamera geklebt.

Anschließend mussten wir nur noch die Kabel anbringen und etwas verstecken. Dabei halfen die fünf mitgelieferten Kabelklemmen, die eine Kabelführung am Dach entlang stark vereinfachen. Außerdem haben wir hier das Kabeleinpassungswerkzeug genutzt.

Die Frontkamera war in etwa fünf Minuten montiert und verkabelt. Für die Heckkamera solltet ihr mehr Zeit einplanen: Je nach Fahrzeug muss das Kabel über den Dachhimmel bis zur Heckscheibe geführt werden, was auch mal eine Stunde in Anspruch nehmen kann.

Die technischen Daten der 70mai A810 Lite

Spezifikationen im Überblick

Modell 70mai Dashcam A810 Lite
Auflösung 4K (Frontkamera) / 1080p (Heckkamera)
Sichtfeld 140° (Frontkamera), 130° (Heckkamera)
GPS vorhanden
Blende F1,55
Konnektivität 4G LTE-Unterstützung (nur mit Kit), Wi-Fi 6 (2,4GHz, 5GHz), Bluetooth
Betriebstemperatur -10°C bis 60°C
Speicher Micro-SD (32 bis 512GB)
Bewegungserkennung G-Sensor
Energiespeicher integrierter Superkondensator
Parküberwachung 24/7 über optionales Hardwire-Kit

Design und Verarbeitung

Vor allem die Heckkamera ist dank ihres kompakten Designs (gerade einmal 5,5 Zentimeter breit) und der schwarzen Farbgebung absolut unauffällig und lässt sich unkompliziert in jeden Innenraum integrieren. Etwas größer ist die Frontkamera, die allerdings mit einer Breite von circa neun Zentimetern gerade gegenüber der Konkurrenz wie der Botslab HK40 Plus (zum Test) nicht besonders hervorsticht.

Dafür gefällt der integrierte Bildschirm. Mit einer Diagonalen von 3,18 Zoll fällt er ebenfalls kompakt aus, liefert aber eine gute Übersicht über das Live-Video und die wichtigsten Funktionen.

Einstellungen und Anpassungen nehmt ihr über die kostenlose App vor, sodass ein größerer Monitor gar nicht notwendig ist. Auch die Buttons auf der Unterseite haben wir nur beim ersten Einrichten benötigt.

In puncto Verarbeitung konnten wir in unserem 70mai A810 Lite Test keine Probleme feststellen. Ganz im Gegenteil: Die Kameras haben eine angenehme Haptik und der Kunststoff der Außenhülle hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Sämtliche Kabel wirken sicher, stabil und sind selbst für den Einsatz im Winter geeignet. Der Hersteller nennt hier eine Betriebstemperatur von -10°C bis 60°C.

Die 70mai-App

Am besten schon vor dem Einbau in das Auto, spätestens jedoch direkt vor der ersten Fahrt solltet ihr einen genauen Blick in die kostenlose App von 70mai werfen. Schließlich zeigt die App den Live-Stream, was die genaue Ausrichtung der beiden Kameras stark vereinfacht. Außerdem lässt sich ein neues Firmware-Update nur über die App herunterladen und an die Dashcam übertragen.

Weiterhin praktisch ist, dass die App eine ganze Reihe von Einstellungsmöglichkeiten bietet. Wir raten dazu, vor der ersten Fahrt die verschiedenen Möglichkeiten zu überprüfen und die Einstellungen so zu wählen, dass sie zu euren Bedürfnissen passen. Besonders praktisch im Alltag ist der Bildschirmschoner, der den Bildschirm der Dashcam nach einer bestimmten Zeit ausschaltet. Ihr könnt ihn aber auch durchgängig anlassen, eine digitale Uhr als Zeitanzeige nutzen oder die aktuelle Geschwindigkeit anzeigen lassen.

Wer hingegen Speicherplatz sparen möchte, kann die Auflösung von 4K auf 1080p reduzieren. Bei schlechter Sicht durch Nebel, Staub oder Sandstürme sorgt der Entnebelungsmodus für eine bessere Bildqualität. Auch die HDR-Funktion lässt sich manuell ein- und ausschalten.

Im Standardmodus erzeugt die Kamera alle 60 Sekunden eine Aufnahme und speichert diese auf der Micro-SD-Karte. Über die App könnt ihr diese Aufnahmezeit auf 2 oder 3 Minuten erhöhen. Zudem lässt sich als Anti-Flicker-Option die Netzfrequenz auf 50Hz umstellen. Das reduziert in Europa das Flackern von Straßen- und Fahrzeugbeleuchtung in den Aufnahmen.

Eine nette Zusatzfunktion, die sich ebenfalls über die App aktivieren und anpassen lässt, ist die „Erinnerung an Müdigkeit am Steuer“. Hier wird automatisch nach einer und bis zu sechs Stunden Fahrzeit ein Ton abgespielt, der daran erinnern soll, eine Pause einzulegen.

Qualität der Aufnahme: Überzeugt die 4K-Auflösung im Praxistest?

Für unseren Praxistest haben wir die beiden Kameras sowohl an sonnigen als auch an verregneten Tagen und sogar bei Nacht eingesetzt. In jedem Fall konnte die Frontkamera klare und scharfe Aufnahmen liefern, allerdings nur bei 4K-Auflösung. Nachdem wir über die App die Auflösung auf 1080p reduziert hatten, war das Erkennen von Nummernschildern merklich schlechter, gerade außerorts bei höheren Geschwindigkeiten. Gleiches gilt auch für die Heckkamera, die ausschließlich eine Aufnahmequalität von 1080p bietet.

Bei 4K-Auflösung bietet die Frontkamera zudem 30FPS im Einkanal-Betrieb, während die Heckkamera immer mit 25FPS läuft. Wird die Auflösung der Frontkamera per App reduziert oder auf Zweikanalbetrieb gewechselt, sinkt auch hier die Framerate auf 25FPS.

70mai A810 Lite Test

Auch an regnerischen Tagen konnte die Aufnahmequalität im Test überzeugen.

Außerdem solltet ihr etwas Zeit in die Ausrichtung der Kamera investieren, um möglichst optimale Aufnahmen zu erzielen. Leider lässt sich die 70mai A810 Lite nur nach oben und unten schwenken, jedoch nicht nach links oder rechts. Somit bleibt nur die Möglichkeit, die Kamera an der Front- und Heckscheibe zu versetzen, wodurch sie allerdings schnell im eigenen Blickfeld landen könnte.

Trotzdem: Die Aufnahmequalität der Dashcam war selbst bei schlechten Sicht- und Wetterverhältnissen immer gut. Schade ist allerdings, dass zwar eine Sprachsteuerung vorhanden ist, diese jedoch die deutsche Sprache nicht unterstützt.

Speicherplatz dank Micro-SD-Karte

Die Auflösung der Aufnahme, aber auch das Codierungsformat sowie die Audioaufnahme bestimmen letztlich die Größe der jeweiligen Videoabschnitte, die auf einer Micro-SD-Karte gespeichert werden können. Ebenso benötigt eine Zweikanal-Aufzeichnung mehr Speicherplatz als die Aufnahme nur über die Frontkamera. Laut Hersteller reicht die 64GB-Karte, die wir in unserem Test genutzt haben, für über 4,5 Stunden bei reiner Frontaufnahme und 3,5 Stunden bei einer Zweikanalaufzeichnung aus.

In der Praxis haben wir pro Minute ca. 228MB über die Frontkamera und ca. 74MB für die Heckkamera an Speicherplatz benötigt. Somit reicht unsere Micro-SD-Karte für über 4,5 Stunden, wenn nur die Frontkamera eingesetzt wird, und knapp über 3,5 Stunden, wenn auch die Heckkamera betrieben wird.

Senkt ihr über die App die Aufnahmequalität auf 1080p, sinkt auch der benötigte Speicherplatz. Somit benötigt die Aufnahme nur noch knapp 93MB für 60 Sekunden, wodurch wir nun fast 11,5 Stunden an 60-Sekunden-Clips aufnehmen könnten.

Wichtig für Deutschland ist vor allem die Loop-Aufnahme: Clips werden fortlaufend überschrieben und nur bei einem Vorfall dauerhaft gesichert, was eine anlasslose Daueraufzeichnung vermeidet. Der Grund hierfür ist die aktuelle Rechtslage in Deutschland zum Einsatz von Dashcams.

Testergebnis

Getestet von
Felix R.

Uns konnte die 70mai A810 Lite im Test durchweg überzeugen, denn ihre Hauptaufgabe erfüllte sie ohne Probleme. Die 4K-Aufnahmequalität war durchgehend scharf und sämtliche Nummernschilder konnten wir später dank Sicherung auf der Micro-SD-Karte ablesen. Auch Aufbau und Einrichtung über die App funktionieren einwandfrei, jedoch solltet ihr etwas Zeit einplanen, um auch wirklich alle Einstellungen zu überprüfen und anzupassen. Das gilt auch für das Verlegen der langen Kabel, damit diese andere Insassen nicht stören. Gerade beim Preis-Leistungs-Verhältnis liefert die 70mai A810 Lite Dashcam eine starke Leistung und muss sich nicht vor der Konkurrenz verstecken.

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