Nach dem Navimow X430 (zum Test) steht nun das genaue Gegenteil in meinem Garten: Der TerraMow Mini 500 wiegt mit 10,1 Kilogramm nur rund ein Drittel des Segway-Boliden, kostet mit unter 700€ einen Bruchteil und kommt vollständig ohne RTK-Antenne, Begrenzungskabel oder Abo aus. Stattdessen navigiert der kompakte Mähroboter ausschließlich über ein Dreifach-Kamerasystem, das TerraMow „TerraVision 2.0“ nennt. Mit einer Flächenleistung von 500m² ist der Mini 500 für kleine bis mittlere Gärten gedacht. Damit ist er seit Langem der erste Mähroboter, der von der Fläche her tatsächlich zu meinen 150m² Rasen passt. Ich will aber auch nicht angeben und würde es eher Wiese nennen 😬.
Der Name TerraMow dürfte den meisten von euch bisher wenig sagen, die Technik dahinter kennt ihr aber vermutlich schon: Mein Kollege Michael hat im Test des Natural Expressions Performance 7 festgestellt, dass dessen Gehäuseform, Kameraturm und Bedienlogik auf die TerraMow-Plattform (Muxin) hindeuten. Auf derselben Basis bauen auch die eufy-Modelle E15 und E18 auf. Der Mini 500 ist damit das Original zu einem Roboter, den wir bereits sehr gut bewertet haben. Ob das Original die Schwächen der Plattform ausbügelt, klärt dieser Testbericht nach vier Wochen im Dauereinsatz.
Lieferumfang und technische Daten des TerraMow Mini 500
Der Karton des Mini 500 lässt sich problemlos allein ins Haus tragen. Der Lieferumfang deckt die erste Mähsaison komplett ab:
- TerraMow Mini 500 Mähroboter
- Ladestation mit Erdschrauben und Montagematerial
- Ersatzklingen und Schrauben
- Netzteil mit Anschlusskabel
- Bedienungsanleitung und Schnellstartanleitung
Die Garage, die TerraMow je nach Aktion ohne Aufpreis beilegt, war bei meinem Testgerät nicht dabei. Mein Mini 500 stand die kompletten vier Wochen ungeschützt draußen an der Station und hat das ohne jede Auffälligkeit weggesteckt. Wer die Garage im Angebot mitbekommt, sollte sie trotzdem montieren, denn dauerhafte UV-Belastung mit hohen Temperaturen tun weder Kunststoff noch Akku gut. Bemerkenswert ist außerdem die dreijährige Garantie, die im Mähroboter-Segment alles andere als üblich ist.
Technische Daten im Überblick
| Merkmal | TerraMow Mini 500 |
|---|---|
| Flächenleistung | 500m² (75 bis 110m² pro Stunde) |
| Navigation | TerraVision 2.0, Dreifach-Kamera-KI-Vision |
| Konnektivität | WLAN, Bluetooth, optional 4G (später) |
| Schnittbreite | 180mm |
| Schnitthöhe | 20 bis 60mm, manuell verstellbar |
| Akku | 88,7Wh |
| Laufzeit / Ladezeit | ca. 150min / ca. 120min |
| Fläche pro Ladung | 130 bis 250m² |
| Abmessungen | 555 x 371 x 267 Millimeter |
| Gewicht | 10,1kg |
| Lautstärke | unter 56dB(A) |
| Schutzart | IPX6 |
| Steigfähigkeit | 18° (32,5%) |
| Besonderheiten | Spot Mode, GPS-Tracking, Geofencing, Home Assistant |
Interessant wird der Vergleich mit dem Performance 7 aus Michaels Test. Der Mini 500 ist mit 55,5cm rund sechs Zentimeter kürzer und knapp drei Zentimeter flacher und bringt mit 88,7Wh statt 84,3Wh etwas mehr Akkukapazität mit. Ob Letztere in der Praxis etwas bringt, dazu kommen wir gleich. Offiziell bestätigt die Verwandtschaft nach wie vor niemand.
Design und Verarbeitung
Optisch bleibt der Mini 500 angenehm unaufgeregt. Statt Formel-1-Frontflügel und Traktorreifen wie beim Navimow bekommt ihr ein kompaktes, sauber gezeichnetes Kunststoffgehäuse mit schwarzen Funktionselementen und dem charakteristischen Kameraturm auf der Oberseite. Dort sitzen die drei Kameras gut geschützt vor Spritzwasser und Grasresten, ergänzt um eine zusätzliche LED für schlechte Lichtverhältnisse.
Die Verarbeitung ist für diese Preisklasse ausgezeichnet. Die Spaltmaße stimmen, nichts knarzt, und die flexibel gelagerte Front mit Kollisionssensor federt sauber zurück. Die Ladekontakte sind tief ins Gehäuse eingelassen und so vor Nässe und Schmutz geschützt. Unter der Heckschürze findet ihr einen Tragegriff, der bei 10,1 Kilogramm tatsächlich seinen Zweck erfüllt. Gegenüber den knapp 30 Kilogramm des X430, die ich nur mit Rückenschmerzen und schlechter Laune über die Terrasse bekommen habe, ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht.
Die Schnitthöhe verstellt ihr per Drehwahlschalter zwischen 20 und 60mm. Eine automatische Verstellung wie beim Navimow gibt es hier nicht, und 60mm sind für Trockenphasen im Hochsommer meiner Meinung nach zu wenig. Wer seinen Rasen wie ich im Juli gerne etwas länger stehen lässt, stößt hier an eine harte Grenze. Für den klassischen, kurz gehaltenen Zierrasen reicht der Bereich hingegen völlig aus.
Der Mähteller trägt drei frei bewegliche Standardklingen bei 18cm Schnittbreite. Was das für das Kantenmähen bedeutet, schauen wir uns weiter unten an. Der Roboter selbst ist nach IPX6 gegen starkes Strahlwasser geschützt, eine Staubschutzklasse gibt der Hersteller nicht an. Für den Gartenbetrieb genügt das, mit dem Gartenschlauch dürft ihr den Mini 500 also bedenkenlos abspritzen.
Der Testgarten: diesmal passt die Größe
Mein Testgarten ist derselbe, in dem zuvor der Navimow X430 seine Runden drehte: rund 150m² Rasenfläche, aufgeteilt auf zwei Zonen, verbunden über einen Übergang auf Terrassensteinen. Die Begrenzungen bestehen aus Hecken, Terrassenplatten, einer Hauswand und einem Zaun, dazu kommt eine schmale Gasse zwischen zwei Häusern. Als Hindernisse habe ich erneut Pflanzen, Spielzeug und meinen obligatorischen Test-Zollstock im Garten verteilt. Mit 150m² bleibe ich deutlich unter der Herstellerangabe von 500m². Beweisen muss der Mini 500 seine Qualitäten trotzdem: in engen Ecken, an verwinkelten Grenzen, am Randbewuchs der Hecke und vor allem am Zonenübergang über die Terrasse.
Aufbau und Inbetriebnahme
Der Aufbau ist im Vergleich zum Navimow nahezu lächerlich einfach, und das ist als Kompliment gemeint. Es gibt keine RTK-Antenne, die ihr ausrichten müsst, keinen Freiblick zum Himmel, den ihr suchen müsst, und keine Netzabdeckung, auf die ihr angewiesen seid. Ihr braucht lediglich eine Steckdose, stabiles WLAN am Stationsstandort und eine an den Rasen angrenzende, ebene Fläche für die Ladestation. Achtet darauf, dass vor der Station ausreichend Freiraum bleibt, damit der Roboter sauber ein- und ausfahren kann. Die Station steht beim Mini 500 dort, wo sie mir gefällt, und nicht dort, wo das Satellitensignal es erlaubt. Allerdings versucht der Roboter in der aktuellen Position bei jedem Start erneut, auf die Terrasse zu fahren. Warum er das macht, weiß ich nicht genau, aber es schadet auch nichts. Nach dem „holprigen“ Start geht er zuverlässig seiner Arbeit nach. Ich gehe davon aus, dass die Station etwas zu eingeengt platziert ist.
Der Not-Aus-Taster sitzt gut erreichbar auf der Oberseite, und auch auf das Anheben reagiert der Mini 500 mit einem sofortigen Stopp der Klingen. Zukünftig möchte TerraMow auch ein 4G-Modul anbieten. Somit wäre auch eine Steuerung bei schlechtem WLAN-Empfang und eine Ortung über die Grundstücksgrenzen hinaus möglich. Bis dahin ist die Ortung auf die Momente beschränkt, in denen der Roboter Netzzugriff hat. Bei einem 10-Kilogramm-Gerät, das sich leicht einstecken lässt, ist das der einzige Punkt, an dem ich mir mehr wünschen würde.
TerraMow-Pro-App und Kartierung
Für die Einrichtung benötigt ihr die TerraMow-Pro-App für Android und iOS. Nach dem Anlegen eines Kontos verbindet ihr den Roboter zunächst per Bluetooth, hinterlegt euer WLAN und startet anschließend die Erstkartierung. Dieser Teil ist in wenigen Minuten erledigt.
Die Kartierung selbst braucht dann allerdings Geduld. Für meine überschaubaren 150m² war der Mini 500 rund eineinhalb Stunden unterwegs. Gemessen an der Fläche ist das deutlich länger als bei Michael, der für seine dreimal so große Fläche von 460m² zwei Stunden benötigte. Das ist kein Beinbruch, denn ihr durchlauft den Vorgang genau einmal und müsst dabei nichts tun.
Das Ergebnis entschädigt: Die Karte bildet meinen Garten präzise ab, Beete und halb überwachsene Grenzen erkennt der Roboter zuverlässig und spart sie aus. In der Detailansicht zeigt euch die App den Garten sogar mit Bäumen, Wegen und Hindernissen als Textur. Das ist zwar eine Spielerei, hilft beim Anlegen von Sperrzonen aber wirklich. Nachträglich könnt ihr Zonen hinzufügen, Sperrbereiche und Pfade anlegen, Durchgangsbereiche definieren und die Ladestation auf der Karte versetzen.
Der Zonenübergang über die Terrasse: die eigentliche Hürde
Einen echten Kritikpunkt hat die Kartierung dann aber doch offengelegt. Der Mini 500 fuhr während des Vorgangs mehrfach gegen die Kante meiner Steinterrasse und versuchte erfolglos, dort hochzukommen. Die Stufe ist für den kompakten Roboter schlicht zu hoch. Die Folge: Der Mini 500 konnte meine kleine zweite Zone hinter der Terrasse nicht erreichen und damit auch nicht automatisch mitmähen.
Gelöst habe ich das erst mit etwas Handarbeit: Ich habe eine kleine Erhöhung als Rampe gebaut und den Übergang zusätzlich an eine Stelle verlegt, an der die Terrasse flacher ausläuft. Seitdem funktioniert der Zonenwechsel zuverlässig. Schön ist das nicht, und genau an diesem Punkt wird der Größenunterschied zum X430 zum Nachteil: Der Navimow überwindet laut Datenblatt Kanten bis 7cm und ist in meinem Test ohne jedes Zögern auf die Terrasse und wieder heruntergefahren. TerraMow macht zur überwindbaren Stufenhöhe gar keine Angabe. Nach meinen Erfahrungen solltet ihr bei mehr als 3-4 Zentimetern mit einer Rampe planen.
Besteht euer Garten also aus mehreren Flächen, die durch Terrassen, Bordsteine oder Absätze getrennt sind, schaut euch diese Übergänge vor dem Kauf genau an. Auf einer zusammenhängenden Fläche spielt der Punkt dagegen keine Rolle.
Mäheinstellungen
Die Mäheinstellungen lassen sich wahlweise global oder je Zone anwenden:
- Schnittdistanz am Rand (-15 bis 15cm, abschnittsweise justierbar)
- Abstand der Mähbahnen
- Fahrgeschwindigkeit
- Drehgeschwindigkeit des Mähtellers
- Mährichtung, wahlweise mit automatischem Wechsel
Neu gegenüber dem Performance 7 ist die abschnittsweise Justierung des Randabstands: Ihr könnt an überfahrbaren Rasenkantensteinen dichter heranfahren und an der Hauswand den Sicherheitsabstand beibehalten. Was das in der Praxis bringt, klären wir im Kantenkapitel.
Dazu kommen Zeitpläne, Mähprotokolle, Regenerkennung, wetterbasierter Betrieb, Kindersicherung, Fernsteuerung, OTA-Updates und ein Wartungsbereich. Praktisch ist die Live-Kamera: Per App seht ihr jederzeit, was der Mini 500 gerade vor sich hat. Zum Schutz des Akkus gibt es „Intelligentes Nachtladen“: Der Roboter stoppt das Laden nachts bei 80% und lädt erst eine Stunde vor Sonnenaufgang weiter. Eine frei einstellbare Ober- und Untergrenze, wie ich sie beim Navimow auf 80% gesetzt habe, fehlt aber. Michael ist dieser Punkt beim P7 ebenfalls aufgefallen. Hier könnte TerraMow per Update problemlos nachlegen.
Home Assistant ohne Umwege

Praxiseinsatz mit dem TerraMow Mini 500
Insgesamt war der Mini 500 vier Wochen bei mir im Einsatz. Nachdem ich den Zonenübergang einmal gelöst hatte, lief der Roboter zwei Wochen lang alle drei Tage vollständig autonom: ohne eine einzige Störung, ohne Rettungsaktion und ohne Fehlermeldung, die mich in den Garten gerufen hätte. Festgefahren hat sich der Mini 500 kein einziges Mal.
Der Roboter fährt in geraden, an der Ladestation ausgerichteten Bahnen, statt nach dem Chaosprinzip durch den Garten zu irren. Das sieht nicht nur ordentlich aus, sondern ist auch deutlich effizienter, weil er keine Fläche mehrfach abfährt. Schmale Bereiche und Flächen hinter festen Hindernissen spart der Mini 500 zunächst aus und arbeitet sie im weiteren Verlauf gezielt nach. Dadurch fährt er gelegentlich quer durch den Garten, um eine vergessene Ecke abzuschließen. Das Endergebnis stimmt aber jedes Mal und lässt sich über die App auch an individuelle Gegebenheiten anpassen. Ich habe hier bewusst die Standardeinstellungen für Kantenmähen und Abstand der Mähbahnen genutzt, da mein Garten auch einfach Standard ist.
Meine schmale Gasse zwischen den Häusern, in der der Navimow mit dem Satellitenempfang zu kämpfen hatte, durchfährt der Mini 500 ohne jedes Zögern. Genau das ist der Vorteil eines rein kamerabasierten Systems: Es interessiert sich nicht dafür, ob über ihm Himmel oder Hauswand ist.
Auch der Regensensor arbeitet zuverlässig. Einmal brach der Mini 500 bei einem einsetzenden Schauer das Mähen selbstständig ab und kehrte zur Station zurück. Genau dieses Verhalten wollt ihr sehen, denn nasses Gras verschmiert das Mähwerk und schadet der Grasnarbe.
Nach dem X430, der ebenfalls fehlerfrei lief, aber bei jedem Wendemanöver Spuren in der Wiese hinterließ, spielt der Mini 500 bei der Rasenschonung zudem in einer anderen Liga: Er wendet im Dreipunkt-Verfahren und dosiert die Antriebsenergie so, dass die Grasnarbe unbeschädigt bleibt. Bei 10,1 Kilogramm auf zwei angetriebenen Rädern entstehen schlicht keine Spuren.
Mit unter 56dB(A) gehört der Mini 500 außerdem zu den sehr leisen Mährobotern. Wo der X430 mit 68dB(A) deutlich hörbar durch den Garten pflügt, nehmt ihr den Mini 500 aus zehn Metern Entfernung kaum noch wahr. Der Einsatz an Sonn- und Feiertagen ist damit kein Problem. Mähen bei Dunkelheit ist bauartbedingt nicht möglich, die App legt die Zeiten anhand von Sonnenauf- und -untergang automatisch fest. Den Tieren zuliebe würde ich Nachtbetrieb ohnehin nicht empfehlen, insofern ist das für mich kein Nachteil. Die zusätzliche LED gleicht lediglich schlechte Lichtverhältnisse in der Dämmerung aus.
Geschwindigkeit und Kantenmähen
Mit 18cm Schnittbreite und moderater Fahrgeschwindigkeit ist der Mini 500 kein Sprinter, und das merkt ihr deutlich. Für meine 150m² braucht er rund zwei Stunden reine Mähzeit (Fahrgeschwindigkeit „Standard“, die App bietet auch „Schnell“ und „Adaptiv“), und das auf einer ausgesprochen einfachen, weitgehend freien Fläche. Damit liegt er bei etwa 75m² pro Stunde und am unteren Ende der Herstellerangabe von 75 bis 110m². Zum Vergleich: Der Navimow X430 schafft mit 43cm Schnittbreite das Vier- bis Fünffache.
Relativieren muss ich das trotzdem, denn der Mini 500 arbeitet außergewöhnlich gründlich. Er nimmt sich die Zeit, jede Bahn sauber mit Überdeckung zu fahren und ausgesparte Stellen nachzuarbeiten, und das Ergebnis rechtfertigt den Zeitaufwand. Die reine Dauer ist im Alltag ohnehin zweitrangig, denn das Gerät arbeitet praktisch lautlos und stört niemanden. Wer allerdings die vollen 500m² ausreizen will, sollte einen kompletten Sommertag einplanen und den Roboter besser alle zwei bis drei Tage laufen lassen.
Beim Kantenmähen muss ich die Erwartung dämpfen, die die abschnittsweise Randjustierung auf dem Papier weckt. In der Praxis lande ich exakt bei den Werten, die Michael am Performance 7 gemessen hat: An Grenzen und rund um Hindernisse bleiben 15 bis 25 Zentimeter stehen. Die Ursache ist konstruktiv und lässt sich durch keine Einstellung beheben. Außer ihr habt neben eurem Rasen flachen und harten Untergrund, dann klappt das mit dem Überfahren der Grenze. Aber bei einem Zaun und einer Hecke und hohen Randsteinen oder einem Beet sieht es schlecht aus. Bei 37,1cm Gehäusebreite liegen zwischen Mähteller und Gehäuserand auf jeder Seite rund 9cm, dazu kommt der Sicherheitsabstand, den der Roboter zur Begrenzung hält. Die ±15cm-Justierung verschiebt diesen Sicherheitsabstand, schafft den baulichen Rest aber nicht aus der Welt. Und wer zu forsch justiert, riskiert Kollisionen mit Wand, Zaun oder Hecke.
Unterm Strich heißt das: Nacharbeit mit dem Trimmer gehört beim Mini 500 fest zur Routine. Bei keinem Mähroboter dieser Bauart lässt sich das vollständig vermeiden, und auch der deutlich teurere X430 lässt 10 bis 15cm stehen. Ein eigener Kantenmodus, wie ihn manche Konkurrenten inzwischen bieten, fehlt hier aber spürbar. Wenn euch messerscharfe Kanten wichtig sind, ist der Mini 500 nicht euer Gerät.
Schnittbild
Das Schnittbild ist die Paradedisziplin des Mini 500. Dank der geraden Bahnen mit sauberer Überdeckung steht nach dem Durchgang kein Grashalm mehr. Das Ergebnis ist gleichmäßig, ohne Büschel und ohne die typischen Fehlstellen an Richtungswechseln. Weil ihr die Mährichtung in der App frei wählen oder nach jedem Durchgang automatisch wechseln lassen könnt, bekommt der Rasen zudem ein einheitliches Streifenbild. Innerhalb der Fläche ist das Ergebnis damit tadellos, die Schwäche liegt ausschließlich am Rand.
Hinderniserkennung
Die Hinderniserkennung ist neben dem Schnittbild die zweite Stärke. TerraMow gibt an, dass der Mini 500 über 500 statische und dynamische Objekte erkennt, von Haustieren über Spielzeug und Blumentöpfe bis hin zu Gartenmöbeln. In der Praxis heißt das vor allem: Ihr müsst den Rasen vor dem Mähen nicht mehr leerräumen.
In meinem Test erkannte der Roboter sämtliche Testgegenstände zuverlässig und umfuhr sie sauber. Auch meinen Test-Zollstock, an dem schon einige Mähroboter gescheitert sind, erkannte er und sparte ihn aus. Dasselbe gilt für unerwartet auftauchende Objekte, sodass Igel und andere Gartenbewohner hier sicher sein sollten. Gartenschläuche und Sprenger umfährt der Mini 500 ebenfalls, solange sie nicht vollständig vom Gras verdeckt sind. Ein Kollisionssensor in der beweglich gelagerten Front dient als letzte Rückfallebene, wurde im Test aber kaum gebraucht.
Damit liegt der Mini 500 auf dem Niveau des viermal so teuren X430, der in seinem Test ebenfalls alles zuverlässig erkannte. Bei sehr kleinen, flachen Objekten solltet ihr euch aber auf kein System blind verlassen.
Akkulaufzeit und Stromverbrauch
Der 88,7Wh-Akku soll laut TerraMow rund 150 Minuten Mähbetrieb und 130 bis 250m² pro Ladung schaffen, die Ladezeit gibt der Hersteller mit 120 Minuten an und das kann ich auch aus der Praxis so bestätigen. Die Laufzeitangabe hingegen ist deutlich zu konservativ: Nach 140 Minuten Dauerbetrieb zeigte mein Mini 500 noch 40 Prozent Restkapazität. Das entspricht rund 2,3 Minuten pro Prozentpunkt und damit etwa 3,5 Stunden Laufzeit von 100 auf 10 Prozent, also gut eine Stunde mehr, als TerraMow verspricht. Das deckt sich mit Michaels Messung am Performance 7, der mit dem etwas kleineren 84,3Wh-Akku auf 3:20 Stunden kam.
Für meinen Garten heißt das konkret: Die rund zwei Stunden Mähzeit für 150m² kosten gut die Hälfte des Akkus. Der Mini 500 erledigt meine komplette Fläche also mit großem Puffer in einem Durchgang, ohne zwischendurch an die Station zu müssen. Hochgerechnet reicht eine Ladung für etwa 250m² und damit für das obere Ende der Herstellerangabe. Erst darüber kommen Ladepausen ins Spiel, die die Gesamtarbeitsdauer spürbar verlängern. Wer die vollen 500m² hat, muss mit zwei Ladezyklen pro Durchgang rechnen.
Beim Standby-Verbrauch gibt es dagegen nichts zu diskutieren: Ich messe konstant 3,5 Watt und liege damit nur knapp über Michaels Wert von 3 Watt. Für einen Mähroboter ist das hervorragend: Aktuelle Konkurrenzmodelle liegen bei 5 bis 15W, und selbst der deutlich größere Navimow X430 zieht mit unter 15W gut das Vierfache. Bei 30 Cent pro kWh landet ihr mit dem Mini 500 über eine sechsmonatige Mähsaison inklusive aller Ladevorgänge im niedrigen einstelligen Euro-Bereich. Auf der Stromrechnung fällt das schlicht nicht auf.
Wartung
Die Wartung ist in weniger als zehn Minuten erledigt. Ihr kippt den Roboter, befreit die drei Klingen von Grasresten und prüft sie auf Verschleiß. Je nach Rasenbeschaffenheit solltet ihr die Klingen deutlich früher tauschen, als die App es vorschlägt. Bei uns hat sich ein Wechsel nach spätestens 100 Betriebsstunden bewährt. Bei Amazon gibt es ein Set mit 36 Klingen im Lieferumfang. Damit solltet ihr eine Weile auskommen.
Den Unterboden reinigt ihr mit einem feuchten Lappen oder dem Gartenschlauch, dank IPX6 ist das unproblematisch. Anschließend wischt ihr die Kameraeinheit mit einem weichen Mikrofasertuch ab. Bei einem rein kamerabasierten System ist dieser Schritt kein optionaler Luxus, sondern die Grundlage für die zuverlässige Navigation. Verschmutzte Linsen sind die häufigste Ursache für Navigationsprobleme bei kameragestützten Mährobotern.
Testergebnis
Der TerraMow Mini 500 ist nach vier Wochen im Dauereinsatz das Gegenmodell zum Navimow X430 und für die meisten von euch wahrscheinlich das sinnvollere Gerät. Wo der Segway-Bolide seine Stärken erst auf 2.000 bis 3.000m² ausspielt und in meinem Garten wie ein SUV im Stadtverkehr wirkte, passt der Mini 500 genau in das Segment, in dem sich die meisten Gärten bewegen: kleine bis mittlere Flächen mit verwinkelten Grenzen und Hindernissen, deren Besitzer keine Lust auf Begrenzungskabel, RTK-Antennen oder laufende Abo-Kosten haben.
Was der Mini 500 in der Fläche abliefert, ist tadellos. Das Schnittbild ist über jeden Zweifel erhaben, die Hinderniserkennung arbeitet auf dem Niveau der besten Geräte, die wir bisher im Test hatten, und die Zuverlässigkeit überzeugt: zwei Wochen vollautonom ohne einen einzigen Ausfall. Leise, rasenschonend und sparsam ist er der unauffälligste Mähroboter, den ich bisher im Garten hatte, und das ist das größte Kompliment für ein Gerät, das seine Arbeit selbstständig erledigen soll.
Drei Schwächen solltet ihr aber kennen: Am Rand bleiben wie beim Natural Expressions Performance 7 (zum Test) 15 bis 25cm stehen, der Trimmer bleibt Pflicht. Das Tempo ist mit zwei Stunden für 150m² niedrig, dafür arbeitet der Roboter außergewöhnlich gründlich. Und höhere Absätze (ca. 4cm) schafft der Kompakte nur mit Rampe.
Wer Hanglagen, Flächen jenseits von 500m² oder durch hohe Absätze getrennte Zonen hat, ist bei der Navimow X-Serie (zum Test) besser aufgehoben, muss dafür aber das Vierfache bezahlen und Kompromisse bei Rasenschonung, Lautstärke und Stromverbrauch eingehen.
Für aktuell unter 700€ mit drei Jahren Garantie bekommt ihr einen Mähroboter, der auf zusammenhängenden Flächen bis 500m² schlicht zuverlässig funktioniert und ein exzellentes Schnittbild liefert. Von unserer Seite gibt es dafür eine klare Kaufempfehlung und den Preis-Leistungs-Tipp, verbunden mit dem Hinweis, vorher einen Blick auf eure Grundstücksgrenzen und eventuelle Absätze zu werfen.
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