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Oscal Spider 10 im Test – Outdoor-Tablet mit riesigem Akku

Getestet von Michael Schweizer am
Vorteile
  • riesen Akku + gute Laufzeit
  • helle LED-Rückleuchten
  • Handschlaufe im Lieferumfang
  • sehr robust gebaut
  • Robustheit + IP69K
  • IR-Kamera
  • Dual SIM-Kartenslot (Hybrid)
Nachteile
  • sehr schwer
  • etwas langsam, teils mit Lags
  • Ladeabdeckung schwergängig zu öffnen
  • Reverse Laden ist sehr langsam
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Das Oscal Spider 10 ist kein klassisches Consumer-Tablet, sondern klar auf den Outdoor-Einsatz ausgelegt. Mit extrem großer Akkukapazität, robuster Bauweise und ungewöhnlichen Features wie integriertem Campinglicht richtet es sich an Nutzer, die ihr Tablet fernab der Steckdose einsetzen möchten. Wir haben das Gerät im Alltag und im Belastungstest geprüft.

Design, Verarbeitung & Lieferumfang

Das Oscal Spider 10 präsentiert sich mit einem massiven, sehr robust wirkenden Gehäuse. Das Design ist funktional und klar auf Widerstandsfähigkeit ausgelegt. Wir messen das Tablet mit 271 x 184 x 18,5 Millimeter, wobei die Dicke erheblich auffällt. Im direkten Vergleich zu herkömmlichen 11 Zoll Tablets seht ihr sofort, wie klobig, groß und schwer das Gerät ist. Für längeres Halten in einer Hand eignet sich das 1133 Gramm schwere Gerät kaum, dafür vermittelt es ein hohes Maß an Stabilität und Langlebigkeit. Dank der dreifachen Zertifizierung nach IP68, IP69K und MIL-STD-810H trotzt es Wasser, Staub und kleineren Stürzen, ohne dabei Schaden zu erleiden.

Die Gummiabdeckungen der Ladebuchse und des SIM-Slots sind extrem schwer zu öffnen. Ihr bekommt sie nur mit einem Hilfsmittel auf, ohne abgebrochene Fingernägel zu riskieren.

Die Verarbeitung ist durchweg solide. Das Gehäuse gibt auch unter Druck nicht nach und wirkt für harte Einsätze ausgelegt. Damit ist das Spider 10 weniger ein Lifestyle-Tablet, sondern ein Werkzeug für Outdoor, Baustelle oder Reisen.

Zum Lieferumfang gehören das Tablet selbst, ein USB-C-Ladekabel, eine Handschlaufe mit Montagewerkzeug (Schlitzschraubendreher), eine SIM-Nadel, ein USB-A-zu-USB-C-Wechselstecker und ein Touch-Stift, der die Bedienung mit Handschuhen erleichtern soll. Der Stift ist nicht druckempfindlich und somit nicht als Stylus zu bezeichnen. Optionales Zubehör wie eine Tastatur ist separat erhältlich, auf der Unterseite des Oscal Spider 10 sind fünf Pins zur Konnektivität sichtbar.

Display & Bedienung des Oscal Spider 10

Das 11 Zoll LCD-Panel mit einer Auflösung von 1920 x 1200 Pixel und 60Hz Bildwiederholrate liefert eine ordentliche Bildqualität für Videos, Surfen und Apps. Die Darstellung ist ausreichend scharf und für den Outdoor-Einsatz brauchbar. Die Helligkeit mit 380 Lux kommt nicht an Premium-Tablets heran und dürfte bei direkter Sonneneinstrahlung nicht ganz ausreichen.

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Die Touch-Bedienung reagiert zuverlässig und bleibt auch bei anspruchsvolleren Bedingungen wie Spritzwasser gut nutzbar. Insgesamt ist das Display funktional, aber klar auf Zweckmäßigkeit statt Multimedia-Genuss ausgelegt. Viel mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Abgesehen vom breiten Rand um das Display, der ein Festhalten ohne Fehleingaben auch mit Handschuhen ermöglicht, was im Ernstfall hilfreich sein kann. Das Tablet unterstützt auch Widevine L1 für HD-Streaming in der Wildnis.

Outdoor-Features – Campinglicht und Grifflasche

Auf der Rückseite befinden sich zwei großflächige LED-Module, die als Campinglicht beworben werden. Sie bieten drei Helligkeitsstufen und sind grundsätzlich praktisch für Zelt, Camping oder Notfälle. Besonders komfortabel: Das Gerät verfügt über eine zusätzliche belegbare Taste an der Gehäuseseite. Ihr könnt sie für das Campinglicht oder andere wichtige Funktionen dreifach belegen (z. B. Einmalklick, Doppelklick oder langes Drücken), was den schnellen Zugriff im Dunkeln erleichtert.

Die höchste Helligkeitsstufe kann maximal rund 10 Minuten genutzt werden, bevor das System die Leistung automatisch drosselt. Für kurze Einsätze genügt das, für längere Beleuchtung müssen die beiden schwächeren Stufen ausreichen, da diese uneingeschränkt nutzbar sind. Bereits die niedrigste Stufe ist blendend hell und bringt nachts im Wald fast alles zum Vorschein.

Die app-interne Akkuberechnung gibt bei 84% Ladung an, dass die LEDs noch 7h dauerleuchten können. Die Helligkeitsstufe hat den Wert nicht verändert, weshalb ich keine Aussage zur Genauigkeit dieser Berechnung treffen kann. Wie erwähnt, ist im Lieferumfang eine Kunstleder-Grifflasche mit metallischen Verbindungsstücken enthalten, die auf der Rückseite aufgeschraubt werden kann. Den Zweck der seitlichen Metallösen habe ich noch nicht herausgefunden, aber beispielsweise lässt sich dadurch ein Seil oder eine Schnur ziehen, um das Tablet aufzuhängen, etwa als Zeltlampe.

Leistung im Alltag

Die Alltagsleistung des Oscal Spider 10 ist solide, aber nicht auf Höchstleistung ausgelegt. Surfen, Streaming, Navigation und einfache Apps laufen einigermaßen flüssig. Multitasking ist möglich, solange keine sehr rechenintensiven Anwendungen genutzt werden. Ich hatte schon schnellere Tablets in dieser Preisklasse auf dem Tisch. Der Fokus liegt klar auf Zuverlässigkeit, Laufzeit und Robustheit.

Unter der Haube arbeitet ein effizienter MediaTek Helio G81 Octa-Core-Prozessor, der von 8GB Arbeitsspeicher unterstützt wird. Dieser besteht aus 2x Performance-Kernen (ARM Cortex-A75 mit bis zu 2,0GHz) und 6x Effizienz-Kernen (ARM Cortex-A55 mit bis zu 1,8GHz). Die Kombination sorgt dafür, dass das Tablet bei einfachen Aufgaben Strom spart und bei Bedarf auf die 2,0GHz Kerne umschaltet. Das merkt ihr, wie bereits erwähnt, deutlich im Standby-Betrieb. Als GPU kommt eine ARM Mali-G52 MC2 zum Einsatz.

Verbaut sind 8GB LPDDR4x Arbeitsspeicher und langsamer eMMC 5.1 Systemspeicher. Zusätzlich gibt es einen Modus zur Leistungssteigerung. Im Akkutest konnten wir diesen Modus nicht aktivieren, um den energetischen Mehrverbrauch zu prüfen. Beim Öffnen von Apps, dem Wechsel im Hintergrund oder Durchwischen konnte ich im Alltag keinen merkbaren Unterschied ausmachen. Im Performancetest hat der Modus aber ein paar Punkte gut gemacht:

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Vielleicht lohnt sich der Modus unterwegs einmal, wenn ihr etwas Anspruchsvolleres laden oder beim Urlaubstrip unzählige Hotels gleichzeitig vergleichen möchtet, sonst sehe ich bei diesem Gerät wenig Bedarf für den Performance-Modus. Ein klares Manko: Ihr könnt den Modus nicht über die Schnelleinstellungen bedienen. Stattdessen müsst ihr ihn immer manuell in den Einstellungen unter „Batterie“ aktivieren.

Kameras & Zusatzfunktionen

Das Kamerasystem ist für ein Outdoor-Tablet ungewöhnlich vielseitig. Als Hauptkamera kommt ein 16MP-Sensor (Samsung ISOCELL) mit einer Blende von f/2.2 zum Einsatz. Das Highlight ist jedoch die 20MP-IR-Nachtsichtkamera (Sony IMX350) mit einer lichtstärkeren f/1.8-Blende. Diese ist vor allem in dunklen Umgebungen ein interessantes Zusatzfeature und hebt das Tablet klar von normalen Modellen ab.

Die IR-Kamera besitzt keinen Autofokus, wodurch Nahaufnahmen schwierig sind. Fotos vom Wildwechsel im Wald steht jedoch nichts im Wege! Mir hat die IR-Kamera im Test viel Spaß gemacht, da ich schon seit geraumer Zeit kein solches Feature mehr gesehen habe. Basierend auf meiner Erfahrung im Outdoor-Bereich ist diese Kamera-Option ein Feature, das bei meinem nächsten Abenteuereinsatz definitiv seinen festen Platz finden wird. Die Frontkamera (13MP Samsung ISOCELL 3L6) eignet sich für Videotelefonie und einfache Selfies gut, für mehr braucht ihr sie nicht.

Der Hauptsensor kann Videos mit einer Auflösung bis zu 2560 x 1440 Pixel bei 30fps aufzeichnen. Dieser besitzt kein OIS (optische Bildstabilisierung), weshalb Aufnahmen schnell verwackeln. Auch der IR-Sensor verfügt über eine Video-Funktion mit 1920 x 1080 Pixel bei 30fps und kann somit beispielsweise als Wildkamera fungieren.

Konnektivität und Kommunikation

Das Oscal Spider 10 bietet volle Flexibilität durch einen Hybrid-SIM-Slot, der entweder zwei SIM-Karten für den 4G-LTE-Betrieb oder eine Kombination aus SIM und microSD-Karte aufnimmt. So bleibt ihr auch in entlegenen Gebieten erreichbar. In Sachen WLAN wird WiFi 5 (Dual-Band) unterstützt, was im Test für stabile Verbindungen und eine ordentliche Reichweite sorgte. Für die Kopplung von Zubehör steht Bluetooth 5.0 zur Verfügung.

Folgende Sensoren sind an Bord: ein Beschleunigungssensor und ein Gyroskop für präzise Bewegungen, ein Lichtsensor für die Helligkeitsregelung sowie ein E-Kompass, der zusammen mit dem GPS (inkl. Glonass, Beidou, Galileo) für eine zuverlässige Navigation im Gelände sorgt. Auch ein Fingerabdrucksensor und Gesichtserkennung via Frontkamera sind integriert, zudem ein AUX-Anschluss für kabelgebundene Kopfhörer.

Die verbauten Lautsprecher liefern einen ordentlichen Klang, sind jedoch kein akustisches Highlight. Während sie für Videostreaming und Systemtöne absolut ausreichen, werdet ihr bei Musik Volumen und Bass vermissen. Für eine klare Verständlichkeit im Freien ist die Lautstärke jedoch ausreichend hoch dimensioniert.

Akku & Laufzeit des Oscal Spider 10

Der Akku ist das absolute Highlight des Oscal Spider 10. Mit seiner enormen Kapazität von 20.000mAh hält das Tablet im Belastungstest beeindruckende 22 Stunden durch. Damit gehört es zu den ausdauerndsten Tablets, die wir bisher getestet haben. Durch die hohe Akkureserve eignet sich das Gerät hervorragend für mehrtägige Einsätze ohne Stromanschluss. Zusätzlich kann das Tablet auch als Powerbank (Reverse Charging mit 5 Watt) für andere Geräte genutzt werden, was im Outdoor-Bereich ein klarer Vorteil ist. Dies funktioniert über den normalen USB-C-Anschluss. Der 20.000mAh große Akku wird mit bis zu 45 Watt aufgeladen. Der komplette Ladevorgang dauert 4,5 Stunden.

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Ladegeschwindigkeit Einheit: Minuten
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Im Standby-Betrieb hat das Gerät kaum Akkuverbrauch, nach rund 10 Tagen sind knapp 3-4% Akku verloren gegangen; das kenne ich von diversen anderen Geräten ganz anders und sehe ich als riesigen Pluspunkt auch im Alltagsgebrauch.

Testergebnis

Getestet von
Michael Schweizer

Das Oscal Spider 10 ist kein Tablet für den gemütlichen Abend auf der Couch. Dafür ist der 1,1 Kilogramm schwere Koloss schlicht zu unhandlich. Seine Stärken spielt es dort aus, wo Steckdosen fehlen und es auch mal schmutzig zugeht. Mit beachtlichen 22 Stunden Laufzeit und einem extrem robusten Gehäuse ist es ein zuverlässiges Werkzeug für Camping-Trips, die Baustelle oder als Navigationsgerät im Offroad-Fahrzeug.

Ihr müsst euch aber im Klaren sein: Die Leistung des Helio G81 ist absolute Einsteigerklasse und das Display mit 380 Lux für ein Outdoor-Gerät eigentlich zu dunkel. Wer darüber hinwegsehen kann, bekommt mit dem integrierten Campinglicht und der Nachtsichtkamera praktische Features, die sonst niemand bietet. Es ist ein Nischengerät für Abenteurer, kein Multimedia-Tablet für den Alltag.

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