Der neue Marstek Venus E Mini bietet erstaunlich viel Kapazität bei minimalem Gewicht und überzeugt dennoch mit einer eleganten Optik. Mit einem 1.500W starken bidirektionalen Wechselrichter erreicht das System zudem sehr hohe Leistungen, die selbst größere Konkurrenten in den Schatten stellen.
Mit dem Marstek Venus E 3.0 (zum Test) hatten wir im Oktober bereits einen reinen AC-Speicher von Marstek im ausführlichen Test. Dieser konnte uns durch seinen zuverlässigen Betrieb und die außergewöhnliche Optik begeistern. Allerdings mussten wir auch Kritik am hohen Gewicht und der ausbaufähigen App üben. Mit dem Marstek Venus E Mini geht der nächste AC-Speicher ins Rennen, der diesmal auf kompakte Abmessungen und ein geringes Gewicht setzt. Wir haben das neue Speichersystem von Marstek für euch ausführlich getestet und zeigen euch hier alle Stärken und Schwächen.
Lieferumfang Marstek Venus E Mini
Der Marstek Venus E Mini kommt in einem schlanken, unscheinbaren Karton zu euch und bietet folgendes Zubehör:
- Marstek Venus E Mini
- Anschlusskabel (3 Meter)
- Bedienungsanleitung und Garantiekarte (10 Jahre)
- Wandhalterung inklusive Montagematerial
Bei der Wandhalterung handelt es sich nicht wie sonst üblich um eine Fixierung, die vor versehentlichem Umkippen schützt, sondern um eine vollwertige Vorrichtung für die Wandmontage. Die beiliegende Schiene könnt ihr mithilfe des Montagematerials an der Wand befestigen und den Speicher im Anschluss einfach einhängen.
Technische Daten
| Merkmal | Marstek Venus E Mini |
|---|---|
| Produkttyp | Plug-in-Batteriespeicher / AC-gekoppelter Heimspeicher |
| Kapazität | 2.009,6Wh |
| Nennspannung | 6,4V |
| Zellchemie | LiFePO4 |
| DoD | 90% |
| Zyklenlebensdauer | 10.000 Zyklen bei 25°C |
| Bidirektionale Leistung | 1,5kW |
| Standard-Ausgangsleistung | 800W |
| Backup-Leistung | 1,5kW, kurzzeitig 1,8kW |
| Netzspannung | 230V / 50Hz |
| Netzstrom | 6,52A |
| Wirkungsgrad | > 88% |
| Schutzart | IP65 |
| Kühlung | Natürliche Kühlung |
| Betriebstemperatur | -20°C bis +60°C |
| Lagerungstemperatur | -30°C bis +85°C |
| Abmessungen | 386 x 450 x 105mm |
| Gewicht | 22kg |
| Kommunikation | Bluetooth, WLAN |
| Display | LED |
| Anschluss | MST-grid Port |
Wie auch beim Venus E handelt es sich beim Mini um einen reinen AC-Speicher. Das bedeutet, dass der Speicher keinen Direktanschluss von Solarmodulen unterstützt. Die Ladung erfolgt ausschließlich manuell über die App oder vollautomatisch mittels PV-Überschuss einer vorhandenen PV-Anlage. Für einen sinnvollen Betrieb sollte euer Haushalt mit einem kompatiblen Smart-Meter ausgestattet sein. Neben den hauseigenen Smart-Metern unterstützt Marstek auch das weitverbreitete Shelly Pro 3EM und den Everhome Ecotracker.
Mit einer Speicherkapazität von 2.010Wh ist der Marstek Venus E Mini vorwiegend für kleinere Balkonkraftwerke oder PV-Anlagen optimiert. Trotz der kompakten Abmessungen verbaut Marstek einen bidirektionalen Wechselrichter, der sowohl eine Ladung als auch eine Einspeisung mit 1.500W ermöglicht. Da ihr die Ausgangsleistung über die 800W-Grenze anheben könnt, ist der Marstek Venus E Mini wie so viele andere aktuelle Speichersysteme nicht für eine vereinfachte Anmeldung bei der Bundesnetzagentur vorgesehen. Die integrierte Off-Grid-Steckdose ermöglicht ebenfalls eine Dauerleistung von 1.500W und stellt kurzzeitig sogar 1.800W zur Verfügung.
Design und Verarbeitung des Marstek Venus E Mini
Auch wenn das Design nicht direkt in unsere Wertung einfließt, muss man Marstek zugestehen, mit der Venus-Serie optisch sehr ansprechende Speichersysteme zu bauen. Das Gehäuse besteht fast vollständig aus grauem Aluminium, das an der Front durch eine hochglänzende Kunststoffabdeckung geziert wird. Im oberen Bereich fügen sich der LED-Streifen (Ladestandsanzeige) und die Status-LEDs (WLAN, Bluetooth, Netzverbindung, Off-Grid-Steckdose, Smart-Meter) harmonisch in das Gesamtbild ein.
Das Gehäuse ist an allen Ecken abgerundet und ausgezeichnet verarbeitet. Lackfehler, unregelmäßige Spaltmaße oder optische Mängel sucht ihr hier vergeblich. Die Rückseite bietet einen großflächigen Kühlkörper, der als Teil des Gehäuses ausgeführt ist. Besonders positiv fallen die kompakten Abmessungen von 386 x 450 x 105 Millimeter auf. Vor allem die Tiefe von nur etwas mehr als 10 Zentimetern im Zusammenspiel mit dem Gewicht (22 Kilogramm) ermöglicht eine flache, unaufdringliche Wandmontage. Wir vermissen an dieser Stelle lediglich einen Tragegriff oder eine Griffmulde für den Transport. Durch seine abgerundete Form lässt sich das Speichersystem schwer greifen und bleibt unhandlich. Da Balkonspeicher im normalen Alltag eher selten bewegt werden, könnt ihr diesen Kritikpunkt jedoch vernachlässigen.
Während sich auf der rechten Seite lediglich das Typenschild befindet, sind auf der linken Seite alle Anschlüsse und Steuerelemente untergebracht. Die Buchse für das Netzanschlusskabel sitzt unter einer Abdeckung, die mit einer Inbusschraube gesichert ist. Nach dem Entfernen schraubt ihr den Stecker mit der beiliegenden längeren Schraube am Marstek Venus E Mini fest.
Der silberne Taster im oberen Bereich dient zum Ein- und Ausschalten des Speichersystems. Die darunterliegende Off-Grid-Steckdose schützt eine Gummikappe, um den IP65-Standard sicherzustellen. Gut sichtbar sind auch die zwei Haken auf der Rückseite, mit denen ihr das System in die Wandhalterung einhängt. Während bisherige Marstek-Speichersysteme über einen LAN- oder RS485-Port verfügen, spart sich der Hersteller diese Anschlüsse beim Marstek Venus E Mini komplett ein.
Inbetriebnahme und Steuerung
Die grundlegende Installation ist in weniger als drei Minuten erledigt. Ihr wählt lediglich einen geeigneten Standort für den Speicher aus und verbindet ihn mit einer freien Schuko-Steckdose.
Dabei solltet ihr wie bei allen Speichersystemen einen möglichst sonnen- und wettergeschützten Standort mit guter WLAN-Abdeckung wählen. Optional befestigt ihr den Marstek Venus E Mini direkt mit der beiliegenden Halterung an der Wand. Sobald ihr eine Verbindung mit dem Stromnetz herstellt, startet der Speicher selbstständig und ihr richtet ihn über die App ein.
Die Marstek-App
Für die Steuerung des Marstek Venus E Mini benötigt ihr zwingend die hauseigene Marstek-App. Nach erfolgreicher Installation erstellt ihr ein Nutzerkonto (E-Mail und Passwort) und fügt das Speichersystem über die integrierte Bluetooth-Suchfunktion hinzu. Mithilfe der Schritt-für-Schritt-Anleitung konfiguriert ihr euer heimisches WLAN und bindet vorhandene Smart-Meter (Marstek, Ecotracker, Shelly Pro 3EM) ein. Das Marstek Venus E Mini hatte hierbei Probleme, mit dem kombinierten 2,4/5GHz-WLAN unseres Xiaomi-Routers zu kommunizieren. Erst das Auftrennen in ein separates 2,4GHz- und 5GHz-Netzwerk schaffte Abhilfe.
Mit dem letzten Update der Marstek-App führte der Hersteller ein grundlegend neues Design ein. Auf der Startseite erhaltet ihr Informationen zum Tagesertrag und zur eingespeisten Energiemenge. Weiterhin könnt ihr unter dem Punkt „CT” ein Smart-Meter im Netzwerk suchen und hinzufügen oder das bereits eingerichtete Smart-Meter auswerten (Leistung der einzelnen Phasen).
Das Marstek Venus E Mini zeigt euch auf der Startseite lediglich einen Wert für das „Stromnetz” an. Dieser Wert gibt an, wie viel Energie momentan im Haus verbraucht wird oder als Überschuss für die Ladung zur Verfügung steht. In der Live-Statistik seht ihr noch einmal genau, wie viel Energie gerade erzeugt oder verbraucht wird und wie der Akku (inklusive Wechselrichterverluste) geladen oder entladen wird.
Im Vergleich zur Konkurrenz ist die Startseite definitiv ausbaufähig. Für die Zukunft wünschen wir uns eine Übersicht über den aktuellen Netzbezug bzw. die Netzeinspeisung, die Akkuladung und den aktuellen Hausverbrauch (Smart-Meter saldiert).
Betriebsmodi und Geräteeinstellungen
Kommen wir zurück zum eigentlichen Funktionsumfang: Natürlich bietet das Venus E Mini die Möglichkeit, historische Daten der geladenen und eingespeisten Energiemenge abzurufen. Weiterhin wählt ihr zwischen drei verschiedenen Betriebsmodi.
Im manuellen Modus lassen sich Tagespläne erstellen, die eine zeitgesteuerte Einspeisung oder Ladung des Speichersystems ermöglichen. Somit legt ihr für jede Minute des Tages einen individuellen Einspeisewert beziehungsweise eine Ladeleistung fest. Der Eigenverbrauchsmodus automatisiert die Einspeisung mithilfe eines Smart-Meters. Dieses ermittelt den Stromverbrauch im Haus und leitet die Verbrauchsdaten an das Speichersystem weiter, das die Einspeiseleistung exakt nach eurem Bedarf regelt (Nulleinspeisung). Im KI-Modus kombiniert das System den Eigenverbrauchsmodus zusätzlich mit dynamischen Stromtarifen (Preisdaten von Strombörsen oder regionalen Anbietern). So erstellt der Speicher einen Ladeplan, der den Akku in Niedrigpreisphasen lädt, um den Strom in Hochpreisphasen selbst zu verbrauchen.
In den Geräteeinstellungen verwaltet ihr grundlegende Parameter (WLAN, Bluetooth, Firmware-Updates, Geräteneustart, Werkseinstellungen). Das Marstek Venus E Mini erlaubt es, eine Backup-Kapazität von 10 bis 70% festzulegen. Dieser Wert definiert die untere Entladegrenze, ab der das System die Einspeisung in das Hausnetz stoppt. Somit könnt ihr für den Winterbetrieb (geringe PV-Leistung) oder die Nutzung der Off-Grid-Steckdose eine gewünschte Restkapazität reservieren. Zudem lässt sich die maximale Einspeiseleistung entweder auf 800W oder 1.500W begrenzen.
Wie bereits vergangene Tests gezeigt haben, ist die Marstek-App übersichtlich und funktional aufgebaut, bietet jedoch deutliches Verbesserungspotenzial. Zum einen sollte der Hersteller die Anzeigen der Startseite überarbeiten, zum anderen fehlen essenzielle Rückmeldungen wie Fehlermeldungen oder eine Temperaturanzeige des Speichersystems.
Das Marstek Venus E Mini im Testbetrieb
Für den grundlegenden Testaufbau betreiben wir das Marstek Venus E Mini im manuellen Modus ohne Smart-Meter. Im ersten Schritt prüfen wir die tatsächlich nutzbare Kapazität des Speichersystems.
Um die tatsächlich nutzbare Kapazität des Marstek Venus E Mini zu ermitteln, haben wir den Speicher vollständig geladen und jeweils mit 200/400/800/1.500W entladen. Im Anschluss an jede Messung wurde der Speicher wieder mit 1.000W aufgeladen und der jeweilige Wert protokolliert. Dabei haben wir folgende Messwerte ermittelt:
| Entladeleistung in Watt | real nutzbare Kapazität in Wh | geladene Energiemenge in Wh | Gesamteffizienz |
| 200 | 1.700 | 2.190 | 78% |
| 400 | 1.740 | 2.185 | 80% |
| 800 | 1.694 | 2.100 | 81% |
| 1.500 | 1.600 | 2.068 | 77% |
Im Durchschnitt konnten wir 1.684Wh aus dem Speicher entnehmen. Hierbei verbleibt eine Sicherheitsreserve von 10% im Speichersystem, die sich nicht entladen lässt. Ausgehend von der Herstellerangabe von 2.010Wh liegt die nutzbare Kapazität bei 84%. Unter Berücksichtigung der Sicherheitsreserve stehen 93% der Designkapazität zur Verfügung. Für eine vollständige Ladung benötigt ihr durchschnittlich 2.136Wh aus dem heimischen Stromnetz. Den 1.684Wh nutzbarer Energie steht somit ein Energiebedarf von 2.136Wh gegenüber. Die kombinierten Lade- und Entladeverluste belaufen sich demnach auf 21% (79% Gesamteffizienz). Damit liegt das Marstek Venus E Mini in einem unterdurchschnittlichen Bereich für einen AC-Speicher.
Temperaturverhalten
Um das Temperaturverhalten des Marstek Venus E Mini zu untersuchen, haben wir das Speichersystem mit seiner maximalen Leistung (1.500W) ge- und entladen. Die Raumtemperatur betrug zum Testzeitpunkt rund 22°C.
Bei einer Einspeiseleistung von 1.500W messen wir bereits nach 20 Minuten eine Temperatur von über 70°C an den Kühlrippen. Ab diesem Zeitpunkt drosselt das Venus E Mini seine Leistung auf 1.100W herunter. Diese Leistung hält das Gerät bei einer Oberflächentemperatur von 70°C konstant. Die Kombination aus mittelmäßiger Effizienz (höhere Verlustleistung) und unzureichender Wärmeverteilung fordert ihren Tribut: Der Kühlkörper ist grundsätzlich nicht unterdimensioniert, wird thermisch jedoch punktuell (Hotspot) belastet. Hier packte Marstek die Leistungselektronik zu eng zusammen, sodass sich die Abwärme nicht schnell genug im Kühlkörper verteilt. Auch im Realbetrieb mit wechselnder Einspeiseleistung erreichten wir bei hohem Netzbezug (Kochen, Backen, Waschmaschine) regelmäßig die thermische Drosselungsgrenze.
Im Off-Grid-Betrieb tritt das Problem noch deutlicher zutage. Hier drosselt das Venus E Mini die Ausgangsleistung nicht, sondern erwärmt sich weiter auf 75°C, bevor es plötzlich komplett abschaltet (ohne Fehlermeldung in der App). Wer das Marstek Venus E Mini dauerhaft mit hohen Leistungen betreiben möchte, sollte daher ein aktives Kühlkonzept einplanen.
Standby-Verbrauch
Der Standby-Verbrauch (direkter Netzbezug) fällt mit durchschnittlich 8W moderat aus. Allerdings deckt der Speicher den Standby-Bedarf zu Teilen direkt aus dem Akku. Dieser entlädt sich trotz bestehender Netzverbindung um 7 bis 8% innerhalb von 24 Stunden. Ausgehend von der Designkapazität von 2.010Wh entspricht dies rund 140Wh (rund 6W), die zum direkten Netzbezug hinzugerechnet werden müssen. Somit liegt der Gesamt-Standby-Verbrauch bei rund 14W. Zudem kann die Selbstentladung des Akkus dazu führen, dass das System den Mindest-SoC (10% Backup-Reserve) unterschreitet, bis hin zu einer Restkapazität von 0%.
Das Marstek Venus E Mini im Realbetrieb
Um den Realbetrieb zu testen, haben wir das Marstek Venus E Mini im Gartenhaus aufgestellt und an eine freie Steckdose angeschlossen. Als Smart-Meter dient das Shelly Pro 3EM. Den nötigen PV-Überschuss liefert eine vorhandene Solaranlage mit einer Gesamtleistung von 5,2kWp.
Mit einer derart dimensionierten Solaranlage steht in den Sommermonaten bereits ab 9 Uhr genügend Solarenergie zur Verfügung, um die maximale Ladeleistung von 1.500W voll auszuschöpfen. Das Marstek Venus E Mini arbeitet reibungslos mit dem Shelly Pro 3EM zusammen. Sobald dieses einen PV-Überschuss oder Hausverbrauch registriert, schaltet das Venus innerhalb weniger Sekunden in den Lade- bzw. Entladebetrieb. Die Regelung der dynamischen Einspeisung arbeitet sehr schnell und zuverlässig. Registriert das Messgerät eine Last im Haus, passt das Gerät seine Ausgangsleistung innerhalb von rund 3 Sekunden bedarfsgerecht an. Dabei trifft das System nahezu den Nullpunkt und pendelt meist im Bereich von -15 bis 15W. In den letzten zwei Wochen ließ sich die Hauslast bis zu einer Spitzenleistung von 1.500W so fast vollständig kompensieren. An Tagen ohne größere Spitzenlasten (Induktionskochfeld, Waschmaschine) sinkt der Tagesnetzbezug auf 0,2 bis 0,3kWh.
Aufgrund der geschilderten Temperaturproblematik drosselt das System sowohl Lade- als auch Entladeleistung mehrfach täglich auf 1,1kW. Betreibt ihr das System mit der 800W-Begrenzung, tritt dieses Verhalten deutlich seltener auf. Hier greift die Drosselung lediglich im Ladebetrieb gelegentlich ein, da die Ladeleistung auch bei 800W Ausgangsleistung bei 1.500W verbleibt.
Abseits der thermischen Grenzen arbeitete das Marstek Venus E Mini im Testzeitraum fehlerfrei und zuverlässig.
Off-Grid-Betrieb
Das Marstek Venus E Mini bietet eine Off-Grid-Steckdose, die eure angeschlossenen Geräte im Bedarfsfall mit einer Dauerleistung von 1.500W versorgt. Kurzzeitig lässt sich eine Leistung von bis zu 1.800W entnehmen. Marstek integriert zudem eine USV-Funktion mit einer Umschaltzeit von 15 Millisekunden. Somit werden im Falle eines Stromausfalls angeschlossene Geräte ohne Unterbrechung weiter versorgt.
Im Test funktionierte dies ausgesprochen gut und zuverlässig. Der Speicher konnte selbst drei Kühlschränke zeitgleich sowie leistungshungrige Gartengeräte (Brunnenpumpe, Industriestaubsauger) mit Spitzen bis zu 2.000W zuverlässig weiter versorgen. Bei kurzzeitiger Überlast schaltet das System den Ausgang nicht unmittelbar ab: Unseren 2.000W-Wasserkocher betrieb das Gerät mehrere Minuten lang mit bis zu 1.500W, bevor die Schutzschaltung griff. In der App fehlt allerdings auch hier ein entsprechender Warnhinweis. Das System schaltet im Ernstfall hart ab und verlangt einen manuellen Neustart. Bei hoher Dauerlast kann die Abschaltung zudem temperaturbedingt erfolgen.
Das Marstek Venus E Mini im Winterbetrieb
Wer unseren Test des Marstek Jupiter C Plus im Winterbetrieb gelesen hat, weiß, dass Marstek auf eine aktive Akkuheizung verzichtet. Der Hersteller setzt stattdessen auf eine Zellchemie, die Ladevorgänge bei bis zu -20°C erlaubt. Für unser Szenario kühlten wir das Marstek Venus E Mini auf -18°C herunter und nahmen es anschließend in Betrieb.
Trotz der eisigen Bedingungen startete das Speichersystem mühelos. Allerdings verweigerte das Gerät bei einer Oberflächentemperatur von rund -18°C sowohl die Ladung als auch die Entladung. Fehlermeldungen blieben dabei in der App und am Gerät aus. Da die Marstek-App keine Temperaturüberwachung bietet, lässt sich der aktuelle Temperaturbereich des Speichers nicht direkt nachvollziehen.
Nach einer Standzeit von etwa 60 Minuten und einer Oberflächentemperatur von -9°C starteten wir einen erneuten Ladeversuch. Nun reagierte das System unmittelbar und nahm die Ladung mit 800W auf. Im weiteren Verlauf stieg die Leistung kontinuierlich an. Durch die interne Verlustleistung und die ansteigende Eigentemperatur stand nach rund 20 Minuten die volle Ladeleistung von 1.500W bereit.
Die Akkuladung funktioniert bei Marstek-Speichern somit auch bei frostigen Temperaturen (mit anfänglich reduzierter Leistung). Warum das System bei -18°C die Arbeit komplett verweigerte, lässt sich mangels Sensorwerten in der App nicht abschließend klären.
Testergebnis
Das neue Marstek Venus E Mini bietet auf der einen Seite ein extrem kompaktes und stylishes Gehäuse, das selbst im Wohnzimmer eine gute Figur macht. Dazu liefert es mit bis zu 1.500W Eingangs- und Ausgangsleistung und einer ausgezeichneten dynamischen Einspeisung genügend Reserven, um auch größere Verbraucher im Haushalt zu versorgen. Dennoch wird das Gesamtbild durch die mäßige Gesamteffizienz und das hohe Temperaturniveau getrübt. Möglicherweise kann Marstek mit zukünftigen Software-Updates die Temperaturproblematik noch etwas abfangen. Allerdings wird sich das Grundproblem nicht vollständig beheben lassen. Abschließend können wir das 599€ teure Marstek Venus E Mini nur empfehlen, wenn in eurem Haushalt nur moderate Lasten zu versorgen sind oder eine aktive Kühlung aufgebaut werden kann.
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