Malware-Fund bei Geekom: SO handhabt man das richtig!
Ein Treiberpaket von Geekom hat bei mehreren Malware-Scannern angeschlagen. Es geht um eine einzelne ausführbare Datei aus dem LAN-Treiber für die AMD-Modelle A7, A8, AE7, AE8, AX7 Pro und AX8 Pro. Der Hersteller hat inzwischen reagiert und uns eine Stellungnahme geschickt.
Aufgefallen ist die Datei zuerst VideoCardz. Das Archiv wurde am 15. August direkt bei Geekom geladen und die Datei anschließend bei VirusTotal, FileScan.IO und MetaDefender eingereicht. Mehrere Engines schlugen unabhängig voneinander an, darunter Malware.Agentb und zwei Asruex-Erkennungen. Derselbe Datei-Hash soll bis in den Dezember 2024 zurückreichen. Nachgezeichnet hat den Fall Igor’s Lab.
Was tatsächlich betroffen war
Betroffen war ausschließlich ein separat herunterladbares Treiberarchiv. Das vorinstallierte Windows auf den Geräten hat damit nichts zu tun. Wer den LAN-Installer nie gestartet hat, ist allein durch den Besitz eines Geekom-Rechners nicht kompromittiert. Die beanstandete Datei heißt Install_PCIE_Win11_11.10.0720.2022_11222022.exe und steckt im Ordner 3_LAN des gemeinsamen Treiberarchivs. Nach diesem Namen könnt ihr in eurem Download-Ordner suchen. Eine technische Analyse, die aktiven Schadcode zweifelsfrei nachweist, gibt es bislang auch nicht. Mehrere unabhängige Treffer sind aber Grund genug, die Datei nicht auszuführen.
Geekom hat den Fall intern geprüft und ordnet ihn einer veralteten Supportseite zu, die längst durch die aktuelle ersetzt wurde und nicht mehr aus der Navigation verlinkt ist. Über Suchmaschinen war sie aber weiter erreichbar. Die betroffenen Altdateien und Seiten werden jetzt entfernt. Ganz auflösen lässt sich der Widerspruch damit nicht, denn der ursprüngliche Bericht beschreibt den Download über den regulären Supportbereich. Auf der heutigen Supportseite liegt für den A7 ein separates LAN-Paket mit 2,35MB vom 31. März 2025, nicht das im Bericht genannte Archiv.
- edles Design
- solide Verarbeitung + VESA-kompatibel
- freier RAM-Slot
- vielseitige Auswahl an Schnittstellen
- besonders leise im Betrieb
- Downgrade zum originalen A7
- irreführende Produktbezeichnung
- hoher Preis
Was ihr jetzt tun solltet
Habt ihr das LAN-Treiberpaket in der Vergangenheit geladen, empfiehlt Geekom diese Schritte:
- Installer nicht starten und lokal gespeicherte Kopien löschen
- Vollständigen Scan mit Windows Security oder einem anderen Virenscanner laufen lassen
- Netzwerktreiber neu beziehen, über Windows Update, direkt bei Realtek oder aus dem aktuellen Paket im Geekom-Support
- Windows neu aufsetzen, wer ganz sicher gehen will, mit einem Original-Abbild von Microsoft
- Treiber künftig über den „SUPPORT”-Button in der Navigation laden, nicht über “alte” Google-Treffer
Für Rückfragen verweist Geekom auf den eigenen Support: support@geekompc.com.
Unsere Einschätzung
Der Umgang mit dem Fund ist besser als das, was wir in solchen Fällen sonst sehen. Geekom hat sich entschuldigt, den eigenen Fehler benannt statt ihn kleinzureden, und liefert eine konkrete Anleitung für Betroffene, inklusive des Verweises auf Fremdquellen wie Realtek und Microsoft. Dass eine auffällige Altdatei fast zwei Jahre lang herunterladbar blieb, bleibt trotzdem ein Versäumnis in der Pflege der eigenen Downloads.
Und es ist ein typisches Windows-Thema. Auf dem Smartphone gibt es den Weg „Treiber beim Gerätehersteller laden und als Administrator ausführen” schlicht nicht. Am PC ist er Alltag, und deshalb ist eine aufgeräumte Supportseite dort keine Nebensache.
Zwei der betroffenen Geräte hatten wir selbst im Test: den Geekom A7 2026 und den Geekom A8.
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