Inhaltsverzeichnis
Wenn Apple eine Zahnbürste machen würde, dann wäre es eine Laifen Wave. Das war zumindest mein erster Eindruck, als ich im Mai 2024 die erste Zahnbürste des Herstellers (zum Test) auspacken durfte. Bis dato war Laifen eher bekannt für preisgünstige und leistungsstarke Nachbauten des Dyson Supersonic Föhns (zum Test). Dass der Hersteller auch ohne direkte Kopien auf dem Markt punkten kann, stellt er mit der Laifen Wave Zahnbürste eindrucksvoll unter Beweis. Bis heute ist die Laifen Zahnbürste eines der Produkte, die ich durchgehend selbst nutze, der gesamten Familie sowie Freunden empfehle und mir immer wieder neu kaufen würde. Ich freue mich mittlerweile fast jeden Tag auf das Zähneputzen, und so habe ich mich auch auf die neue Laifen Wave Pro gefreut. Zuletzt hatte ich die Laifen Wave im Zweierpack (farbiger Kunststoff) für 90€ erworben. Da wirkt der aktuelle Preis für die Wave Pro mit 100€ schon saftig. Wo die Stärken des neuen Pro-Modells liegen, ob die Laifen Wave nun überflüssig ist und alle Details zur wahrscheinlich besten Zahnbürste der Welt, lest ihr in diesem ausführlichen Testbericht.
In der Tabelle findet ihr die aktuellen Daten zu den drei erhältlichen Laifen Zahnbürsten. Im damaligen Test zur Laifen Wave war noch ein alter Motor mit nur 26.000 Vibrationen pro Minute verbaut und auch die Oszillation war nicht ganz so groß. Beide Punkte stellen jetzt allerdings keinen Unterschied mehr dar. Klare Vorteile des neuen Pro-Modells sind der verbesserte Wasserschutz nach IPX8, ein Drucksensor zum Schutz der Zähne und des Zahnfleischs, kabelloses Laden ohne proprietären Standard und eine, zumindest auf dem Papier, deutlich bessere Akkulaufzeit.
| Merkmal | Laifen Wave | Laifen Wave Special | Laifen Wave Pro |
|---|---|---|---|
| Marktstart / Einordnung | Erstes Modell (2024), TIME Best Innovation 2024 | Einsteiger-/Komfortmodell | Top-Modell (Neu) |
| Vibrationen pro Minute | Bis zu 66.000 (laut aktueller Produktseite) Im ursprünglichen Test: 26.000 |
26.000 | 66.000 |
| Oszillationswinkel | 60° (laut aktueller Produktseite) Im ursprünglichen Test: 19,8° |
60° | 60° |
| Putztechnik-Ausrichtung | Modified Bass / Rotation + Vibration via Servosystem | Modified-Bass-Technik (sanft) | Modified-Bass-Technik (Profi-Level, WaveMotion-Technologie) |
| Drucksensor | Nein (nur konstante Putzkraft via Servosystem) | Nein | Ja (intelligent, passt Motordrehzahl an) |
| Reinigungsmodi | 3 Einstellungen mit 10 Stufen (via App), Täglich- und Hochfrequenz-Modus | 3 Einstellungen mit 10 Intensitätsstufen (App) | Dual-Mode („Tägliche Reinigung“ + „Tiefenreinigung“) mit je 3 Intensitätsstufen + Tausende App-Kombinationen |
| App-Unterstützung | Ja (Laifen-App) | Ja, inkl. Timer & Zonenwechsel-Erinnerung | Ja, inkl. Pflegebericht & intelligentem Timer |
| Akkulaufzeit (Herstellerangabe) | Bis zu 30 Tage (2× täglich, 2Min.) Im Test: 20–25 Tage |
Bis zu 50 Tage (2× täglich, 2Min., Standardmodus) | Bis zu 70 Tage (2× täglich, 2Min., Standardmodus, Laborwert) |
| Ladeanschluss | Proprietär magnetisch (Typ-A-Kabel + Steckeradapter im Lieferumfang) | USB-C-Kabel (USB-A auf USB-C, 1m) | Kabelloses Ladegerät |
| Materialien / Varianten | ABS (Weiß, Blau, Pink, Cream, Purple), Aluminium (Original, Blau, Pink), Edelstahl, Titan | Kunststoff mit Matt-PU-Beschichtung (6 Farben) | ABS Transparent, ABS (Weiß/Blau/Pink), Aluminium (Original, Blau, Pink), Edelstahl poliert |
| Besonderheiten Bürstenkopf | Sich um 90% verjüngende Borsten (0,02mm Spitze), dynamisches Gegengewicht | Ultrafeine Borsten, lebensmittelechte TPE-Beschichtung, kupferfreies Tufting | Spiralborsten, ultrafeine Borsten, Indikatorborsten, DuPont-Borsten, TPE-Beschichtung |
| Mitgelieferte Bürstenköpfe | 3 Stück | 2 Stück (Zahnfleischpflege) | 2 Stück (Pro Whitening + Pro Plaque Removal) |
| Extras | Anheben & aktivieren, Flugmodus, Auto-Standby nach 3Min. | Nahtloses Design, Zonenwechsel-Erinnerung | Spritzschutz, 3Sek.-Softstart, Schnelltrocknungsmodus, Reisemodus, schimmelresistentes Design |
| Garantie | 1 Jahr | 2 Jahre | 2 Jahre |
| UVP (Laifen-Shop) | ab 69,99€ (Kunststoff), bis 129,99€ (Gift Box) | 89,99€ | ab 99,99€ (ABS), 119,99€ (Aluminium), 139,99€ (Edelstahl / ABS Transparent) |
| Zielgruppe | Design- & Leistungsliebhaber, Einstieg in die Laifen-Welt | Anfänger, empfindliche Zähne, Komfortnutzer | Premium-Nutzer, die alle Features wollen |
Design und Verarbeitung
Die Laifen Wave Pro bleibt dem dicken und kurzen Formfaktor treu und liegt mit Abmessungen (ohne Bürstenkopf) von 120 x 27 x 28 Millimeter exzellent in der Hand. Diesmal habe ich keine Kunststoffversion, sondern die Aluminiumversion im Test, die mit 142 Gramm natürlich deutlich schwerer ist. Dennoch hat mich das in der Praxis kaum gestört. Das Aluminium erwies sich sogar als halbwegs griffig. Neben rosa, weißem oder blauem Kunststoff gibt es wieder eine Edelstahlversion. Neu bei der Pro ist ein transparentes Modell. Das finde ich richtig cool, konnte es mir aber live noch nicht anschauen. Laifen wirbt zudem mit einem schimmelresistenten Design, wobei mir meine alte Laifen ebenfalls nicht verschimmelt ist. Gelegentliches Säubern sollte ausreichen. Dennoch wurde hier wohl ein Problembereich angepasst. Der Korpus ist jedenfalls nahtlos sowie perfekt verarbeitet und schindet gerade in der Metallversion ordentlich Eindruck.
Gesteuert wird die Laifen Wave Pro über einen einzelnen Touchbutton. Mit diesem lässt sich wie folgt durch die Modi schalten:
- Lang gedrückt halten: Flugmodus ein oder aus (gesperrt)
- Einmal drücken: Ein oder aus
- Zweimal drücken: Zwischen den einzelnen Modi wechseln
- Dreimal drücken: Durch die beiden Grundmodi („Tägliche Reinigung“ und „Tiefenreinigung“) wechseln
Die LEDs sind optisch minimal verändert, befinden sich aber weiterhin an den gleichen Stellen wie beim ursprünglichen Modell. Anstatt der ursprünglich drei individuell anpassbaren Modi gibt es jetzt doppelt so viele. Diese lassen sich durch dreimaliges Drücken durchwechseln. Ob ihr euch in der „Täglichen Reinigung“ oder „Tiefenreinigung“ befindet, wird durch eine farbliche Änderung signalisiert. Das Flugzeugsymbol ist wie gehabt als LED hinterlegt. Feedback gibt es akustisch und durch Vibration bei Nutzung des Touchbuttons. Nach kurzer Eingewöhnung klappt das nach wie vor gut, allerdings ist es durch das mehr an Modi und mit dreimaligem Drücken auch etwas nervig. Allerdings hätte ich die zusätzlichen Modi nicht wirklich gebraucht, denn nach wie vor könnt ihr bei jedem Modus die Schwingungsbreite, Geschwindigkeit und die Stärke der Vibration individuell einstellen. Mit zwei eingestellten Programmen bin ich bestens bedient.
Lieferumfang der Laifen Wave Pro
Die Laifen Wave Pro kann nun auf jedem erdenklichen Qi-Ladepad geladen werden. Der Kritikpunkt der proprietären Beschränkung des Vorgängers ist damit vom Tisch. Im Lieferumfang befinden sich neben der Zahnbürste selbst zwei Bürstenköpfe, ein USB-C-Ladegerät zum kabellosen Laden und eine Anleitung. Die neuen Premium-Zahnbürstenköpfe empfand ich in den letzten Wochen als sehr angenehm und gut. Allerdings werden die meisten von euch, wie auch ich, ohnehin wieder zu den günstigen Drittanbieterprodukten von AliExpress greifen. So groß ist der Unterschied dann doch nicht, dass ich horrende Preise zahlen würde. Allerdings muss erwähnt werden, dass die Originalköpfe spürbar länger durchhalten.
Praxistest mit der Laifen Wave Pro
Seit der ersten Laifen Wave ist viel passiert. Ich bin ohnehin schon auf die neue Charge mit noch mehr Vibration und einem größeren Oszillationswinkel umgestiegen. Auch zwei Jahre nach meinen ersten Erfahrungen mit der Laifen Wave bin ich nach wie vor begeistert. Einen Intensitätsunterschied zur Non-Pro-Version kann ich jedoch nicht feststellen. Das von mir genannte „Einprügeln“ auf die Zähne, bis das Zahnfleisch blutet, ist auch hier problemlos möglich. Genauso gut gibt es sanfte Möglichkeiten.

Die Zahlen sind teilweise Marketing: An der 60°-Oszillation und den 66.000 Vibrationen pro Minute ändert sich nichts. Die subjektiv wahrnehmbare Putzleistung bleibt je nach Modus jedoch exzellent. Letztendlich müsst ihr die App nicht einmal nutzen. Die Modi sind von Anfang an gut eingestellt, sodass ihr die für euch passenden Stärken problemlos findet. Meine Frau nutzt die Laifen Wave seit einem Jahr komplett ohne App und schaltet dennoch durch die drei vorhandenen Modi. Beim Pro-Modell gibt es nun noch mehr Einstellungen, weshalb wir jetzt zur App kommen.
Die Laifen-App
Die Laifen-App ist durch einen einfachen E-Mail-Code in Windeseile einsatzbereit. Die Zahnbürste wird ebenso schnell gefunden. Die Verbindung ist superschnell und zuverlässig. Der Pflegebericht beziehungsweise die aufgezeichneten Zahndaten sind Spielerei, können jedoch interessant sein. Die wichtigsten Funktionen der App umfassen das Definieren und Konfigurieren der einzelnen Modi, die Anpassung der Reinigungszeit sowie das individuelle Einstellen des Drucksensors. Der Rest besteht größtenteils aus Spielereien und experimentellen Funktionen.
Insgesamt stehen jetzt sechs Modi zur Auswahl statt nur drei. Sobald die LEDs auf Rot wechseln, ist die „Tiefenreinigung“ aktiviert. Ansonsten wechselt ihr ganz normal durch die drei voreingestellten Modi, die ihr in der App konfigurieren könnt. Laifen empfiehlt, die volle Leistung (also die roten/orangen Modi) bei empfindlichen Zähnen nicht zu nutzen, was ich voll unterschreiben kann. Jeden Modus könnt ihr in jeweils 10 Stufen bezüglich Schwingungsbreite, Amplitude und Geschwindigkeit konfigurieren.
Akkulaufzeit und Laden
Ich hatte die Laifen Wave Pro jetzt 20 Tage in Nutzung und bin bei 60% Akku angekommen. Hier kann ich klar sagen, dass die Akkulaufzeit besser ist als bei der normalen Wave. Wahrscheinlich komme ich bei rund 50 Tagen heraus. Das liegt zwar unter den angegebenen 70 Tagen, letztendlich kommt es aber darauf an, wie oft und wie lange ihr putzt. Akkuprobleme werdet ihr auch auf längeren Reisen nicht haben. Das kabellose Laden rettet euch überall auf der Welt. Ein Qi-Ladepad werdet ihr fast überall finden und müsst somit keinen extra Ladeadapter herumschleppen.
Das ist letztendlich eines der Highlights der neuen Zahnbürste. Die Ladezeit sollte bei etwa drei Stunden liegen. Ich ergänze den Wert noch genau, sobald ich die Zahnbürste komplett entleert und neu aufgeladen habe.
Testergebnis
Wer gerne und viel unter der Dusche die Zähne putzt, hat definitiv einen Vorteil vom neuen Modell. Daran ist mein erstes Modell nach einem Jahr nämlich vermutlich kaputtgegangen. Solange es gute Doppelpack-Angebote für die normale Laifen Wave gibt, sehe ich keinen Grund, immer zum neuesten Modell zu greifen. Die grundsätzlichen Dinge wie die tolle Reinigungsleistung, die individuelle Anpassbarkeit, Handlichkeit und Wertigkeit unterscheiden sich kaum. Es wurden einfach kleine Kritikpunkte ausgebessert. Wenn es euch das transparente Modell angetan hat, bekommt ihr hier die wahrscheinlich beste Zahnbürste der Welt, die zudem verdammt cool ausschaut. Auch am Kritikpunkt der „nur“ einmonatigen Akkulaufzeit hat Laifen gearbeitet und diese definitiv verbessert. Der Drucksensor ist für „Normalos“, die sich beim Zähneputzen nicht viele Gedanken machen wollen, super geeignet.
Zusammenfassend bleibt die normale Wave (zum Test) meiner Meinung nach der Preis-Leistungs-Sieger. Wer aber keine Nachteile hinnehmen und einfach das Beste vom Besten oder das transparente Design möchte, greift ab jetzt zum Pro-Modell. Die Laifen Wave Pro ist für mich persönlich wieder ein absolutes Highlight des Jahres, was Gadgets angeht. Auch nach zwei Jahren Nutzung kann ich Konkurrenten kaum in meinem Mund ertragen.
Preisvergleich
Newsletter bestellen
Hol Dir die neuesten Infos zu Chinahandys und Gadgets direkt ins Postfach!
Alle News Updates über Telegram.




































