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Lange musstet ihr als ambitionierte Läufer auf einen echten Nachfolger warten, doch nun legt Huawei seine dedizierte Sportuhr neu auf. Die Huawei Watch GT Runner 2 zielt darauf ab, Garmin und Coros Marktanteile abzunehmen, indem sie professionelle Lauf-Metriken mit dem Komfort und dem Funktionsumfang einer vollwertigen Premium-Smartwatch kombiniert. Das erklärte Entwicklungsziel war es, eine Uhr zu konstruieren, die sich bei langen Distanzen wie einem Marathon nicht wie ein Fremdkörper anfühlt und gleichzeitig extrem präzise Daten liefert.
Gegenüber der regulären GT-Serie punktet die GT Runner 2 vor allem mit einem drastisch reduzierten Gewicht, einem innovativen Antennendesign für besseren GPS-Empfang und, als echtes Novum in dieser kompakten Klasse, einem vollwertigen EKG. Mit einem Startpreis von 399€ (zum Release teils auf 369€ rabattiert) positioniert sich das Wearable im gehobenen Mittelfeld. Zu den wichtigsten Eckdaten zählen das 1,32 Zoll große und 3.000 Lux helle AMOLED-Display, das geringe Eigengewicht von lediglich 34,5 Gramm sowie das Gehäuse aus Titan. Wir hatten die Huawei Watch GT Runner 2 in den vergangenen Wochen intensiv im Alltag und auf der Laufstrecke im Einsatz.
- links: Huawei Watch Fit 4 Pro – mitte: Watch GT Runner 2 – rechts: Huawei Watch GT 6 Pro
So viel schon mal vorweg: Ich nutze seit über zwei Jahren die meiste Zeit Huawei Uhren, weil sie einfach exzellent funktionieren. Aber da kam schon die Frage auf, warum es eine spezielle Uhr für Läufer braucht. Die neue GT Runner 2 ist super leicht, aber auch teurer als die anderen beiden Smartwatches. Und, am wichtigsten, für den (Amateur?) Sport würde mir auch schon die günstige Huawei Watch Fit 4 Pro (zum Test) genügen. Die wuchtigere Huawei Watch GT6 Pro (zum Test) hingegen bietet fast doppelt so viel Akkulaufzeit.
Design & Verarbeitung
Die Huawei Watch GT Runner 2 ist ein Meisterwerk der Gewichtsreduktion und Ergonomie. Mit Abmessungen von 43,5 x 43,5 x 10,7 Millimeter fällt das Gehäuse spürbar kompakter aus als bei den wuchtigeren Modellen der GT-Reihe. Der entscheidende Faktor ist jedoch das Gewicht: Lediglich 34,5 Gramm bringt der Korpus ohne Armband auf die Waage. Um diesen Wert zu erreichen, setzt der Hersteller auf einen intelligenten Materialmix. Das vordere Gehäuse und die markante Lünette sind aus einer leichten, aber überaus robusten Titanlegierung gefertigt. Die Unterseite, in der die Sensorik untergebracht ist, besteht aus einem faserverstärkten Verbundwerkstoff.
Ein interessantes Detail verbirgt sich im Design der Titan-Lünette: Ein farbiger Ring trennt die Lünette physisch vom restlichen Gehäuse, was an die Antennenstreifen moderner Smartphones erinnert. Diese Konstruktion nennt Huawei „3D-Floating-Antennenarchitektur“. Die Lünette fungiert hierbei als ungeerdete, zweite GPS-Antenne, was die Empfangsqualität steigern soll. Zum Schutz des Displays kommt zudem kein schweres Saphirglas, sondern Huaweis hauseigenes Kunlun Glass zum Einsatz, was weitere Gramm einspart.
Die Verarbeitungsqualität ist über jeden Zweifel erhaben. Die Spaltmaße sind perfekt, die dreh- und drückbare Krone rechts oben bietet ein sattes haptisches Feedback, und auch die frei belegbare Taste darunter glänzt mit einem definierten Druckpunkt. Auch bei der Widerstandsfähigkeit geht Huawei in die Vollen: Die GT Runner 2 ist nach IP69 gegen Staub und starken Wasserdruck geschützt, bis 5 ATM wasserdicht und erfüllt die strenge Norm EN 13319. Damit ist die Uhr offiziell für das Freitauchen in bis zu 40 Meter Tiefe zertifiziert. Das niedrige Gewicht spürt man beim Joggen kaum. Es ist kein Vergleich zur schweren Watch GT 6 Pro.
Lieferumfang der Watch GT Runner 2 & Tragekomfort
Ein Pluspunkt der Huawei Watch GT Runner 2 ist der Lieferumfang. Neben der Uhr, den üblichen Schnellstartanleitungen und der magnetischen Ladestation (mit fest integriertem USB-A-Kabel) legt der Hersteller löblicherweise direkt zwei verschiedene Armbänder bei. In unserer Variante befand sich neben einem gewebten AirDry-Nylonarmband mit Klettverschluss auch ein perforiertes Fluorelastomer-Armband. Das Stoff-Armband lässt sich nach schweißtreibendem Cardio super auswaschen und ist nach 20 Minuten schon trocken. Ein bisschen gelblich verfärbt hat sich das weiße Band allerdings nach einem Monat Praxiseinsatz.
Das Doppelpack ist im Alltag überaus praktisch. Das stufenlos verstellbare Nylonarmband ist atmungsaktiv und sitzt derart bequem, dass ihr die Uhr auch nachts beim Schlaftracking kaum spürt.
Dank des standardisierten 22-Millimeter-Anschlusses mit Klicksystem geht der Tausch in Sekunden vonstatten. Insgesamt ist der Tragekomfort herausragend, denn die Uhr schmiegt sich hervorragend an das Handgelenk an und stört selbst bei intensiven Bewegungsabläufen nicht im Geringsten.
Display der Huawei Watch GT Runner 2
Beim Bildschirm geht Huawei keine Kompromisse ein. Das kreisrunde AMOLED-Display misst 1,32 Zoll im Durchmesser und löst mit scharfen 466 x 466 Pixel auf. Daraus resultiert eine hohe Bildpunktdichte von 352 Pixel pro Zoll. Die Darstellung ist brillant: Kräftige Farben, starke Kontraste und tiefe Schwarzwerte machen das Ablesen von Trainingsdaten einfach.
Die Paradedisziplin des Panels ist die hohe Helligkeit im Freien. Huawei gibt 3000 Lux an. Wir messen mit der Taschenlampenfunktion der Uhr bei komplett weißen Display 980 Lux. Im Praxistest gab es zu keinem Zeitpunkt, selbst bei direkter Sonneneinstrahlung im Freien, Probleme mit der Ablesbarkeit. Der integrierte Umgebungslichtsensor reagiert zügig und passt die Helligkeit stufenlos an die jeweiligen Lichtverhältnisse an. Ein Always-On-Display (AOD) ist ebenfalls vorhanden und lässt sich individuell an das gewählte Zifferblatt anpassen, reduziert die Akkulaufzeit jedoch merklich.
Sensoren & Konnektivität
Unter der Haube ist die Huawei Watch GT Runner 2 vollgepackt mit modernster Sensorik, die weit über das hinausgeht, was ihr von einer reinen Laufuhr erwarten würdet. An Bord sind unter anderem:
- optischer TruSense-Herzfrequenzsensor (PPG) für Puls und SpO²-Messung
- vollwertiger EKG-Sensor (integriert in die untere Seitentaste)
- Barometer zur Höhenmessung
- Temperatursensor für die Hauttemperatur
- Tiefensensor für Tauchgänge
- Beschleunigungssensor, Gyroskop und Magnetometer
In puncto Konnektivität setzt die Smartwatch auf den modernen Standard Bluetooth 6.0, um eine stabile und energieeffiziente Verbindung zum Smartphone zu gewährleisten. Auf eine eigene Mobilfunkverbindung (eSIM) oder WLAN müsst ihr verzichten. Dennoch lassen sich dank des integrierten Mikrofons und Lautsprechers problemlos Telefonate über die Uhr führen, solange das Smartphone in Bluetooth-Reichweite ist. Die Sprachqualität erwies sich im Test als erstaunlich klar, sodass ihr kurze Telefonate über die Uhr führen könnt.
Die Standortbestimmung erfolgt über ein leistungsstarkes Dual-Band-GNSS (L1 + L5), das Signale von GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo und QZSS verarbeitet. Unterstützt von der erwähnten Antennenkonstruktion in der Lünette, findet die Uhr das Signal im Freien meist innerhalb weniger Sekunden: 5 Sekunden auf freier Fläche und bis 15 Sekunden nah an Gebäuden.
Ein massives Upgrade, das wir an dieser Stelle ausdrücklich loben müssen, betrifft das mobile Bezahlen. Der integrierte NFC-Chip nutzt nun nicht mehr das umständliche Quicko-System, sondern den etablierten Zahlungsdienstleister Curve. Ist die Curve-App auf dem Smartphone und der Uhr eingerichtet, funktioniert das kontaktlose Bezahlen per Handgelenk, also Curve Pay, im Alltag absolut zuverlässig und schnell. Das ist eine enorme Bereicherung für das Huawei-Ökosystem.
Curve ist eine gebührenfreie, virtuelle Kreditkarte. Die Einrichtung via App dauert nur wenige Minuten und sie bringt die folgenden Stärken und Schwächen mit:
- es lassen sich beliebig viele Kreditkarten (sowie PayPal) verknüpfen
- Push-Benachrichtigungen in Echtzeit bei jeder Transaktion
- aufgeräumte App mit einer klaren Übersicht aller Buchungen
- weder Schufa-Eintrag noch anderweitige Bonitätsprüfungen
- die Nutzung von Curve Pay bleibt dauerhaft gratis
- 3x im Monat “Go Back in Time” (bis zu 30 Tage im Nachhinein das hinterlegte Zahlungsmedium ändern)
Die negativen Aspekte der Curve Card halten sich für unseren angedachten Verwendungszweck absolut in Grenzen und fallen kaum ins Gewicht.
- für die physische Karte fällt eine einmalige Versandgebühr von 5,99€ an
- Kosten bei Barabhebungen im Ausland (2% bzw. mindestens 2€)
- Fremdwährungsgebühren (2,99% ab einem Betrag von 250€) plus 1,5% Wochenendaufschlag
- ausschließlich Visa- und Mastercard-Support (Girokarten, Maestro oder V-Pay funktionieren nicht)
System: HarmonyOS auf der Uhr
- Ziffernblatt nach Wahl
- App-Menü
- oben: Schnelleinstellungen
- rechts: verschiedene Homescreens nach Funktion
- links: Schnellfunktionen
Als Betriebssystem kommt auf der Uhr das hauseigene HarmonyOS 5.0 zum Einsatz. Im Vergleich zu den oft rudimentären Benutzeroberflächen reiner Sportuhren wirkt das System von Huawei deutlich moderner, flüssiger und intuitiver. Die Navigation geht dank des reaktionsschnellen Touchscreens und der drehbaren Krone hervorragend von der Hand. Stottern oder Ruckler konnten wir im Testzeitraum nicht provozieren.
Die Menüstruktur ist logisch aufgebaut: Ein Wisch nach rechts führt zu individualisierbaren Informationskarten (Aktivitätsringe, Gesundheitsübersicht, Wetter), ein Wisch nach unten öffnet die Schnelleinstellungen, und Benachrichtigungen finden sich am unteren Bildschirmrand. Auf eingehende Messenger-Nachrichten könnt ihr direkt von der Uhr aus mittels vorgefertigter Kurzantworten oder einer kleinen On-Screen-Tastatur antworten.
- Smartwatch:
- Offline-Karten
- App-Gallery
Über die integrierte AppGallery könnt ihr zusätzliche Mini-Anwendungen installieren. Das Angebot ist zwar überschaubar und reicht nicht an Googles WearOS oder Apples watchOS heran, bietet aber sinnvolle Ergänzungen wie eine Fernsteuerung für Spotify oder die Navigation via Petal Maps. Eine wichtige Einschränkung für Android-Nutzer bleibt bestehen: Die unabdingbare „Huawei Health“-App ist aufgrund der US-Sanktionen weiterhin nicht im Google Play Store zu finden. Ihr müsst sie entweder über die Huawei AppGallery oder per direktem APK-Download von der Hersteller-Website installieren. Auf iOS-Geräten (Apple App Store) und Samsung-Smartphones (Galaxy Store) ist die App hingegen regulär verfügbar.
Smartphone-App: Huawei Health
Die Kommandozentrale für alle gesammelten Daten ist die Huawei Health App. Aufgrund der anhaltenden US-Sanktionen ist diese für reguläre Android-Nutzer nach wie vor nicht im Google Play Store zu finden. Der Download erfolgt wahlweise über die Huawei AppGallery oder per Sideloading (APK-Download) direkt von der Hersteller-Website. Nutzer von iOS-Geräten oder Samsung-Smartphones haben es einfacher und können die App regulär aus dem Apple App Store respektive dem Galaxy Store beziehen.
- Huawei Health App:
- mit dem gewohnt umfangreichen Funktionen
- besonders gut: Tendenzen
- & Fortschritte werden erkannt und gewertet
Habt ihr diese kleine Hürde genommen, präsentiert sich Huawei Health als eine der derzeit besten Gesundheits- und Fitness-Plattformen auf dem Markt. Die Oberfläche ist intuitiv gestaltet, extrem übersichtlich und bereitet selbst komplexe Datenmengen visuell ansprechend auf. Von detaillierten Trainingsauswertungen über langfristige Gesundheitstrends bis hin zur Anpassung der Zifferblätter steuert ihr alles zentral. Zwar gibt es einen kostenpflichtigen Premium-Dienst („Health Plus“) mit erweiterten Trainings- und Ernährungsplänen, doch für die vollumfängliche Nutzung und tiefgehende Auswertungen ist dieses Abonnement absolut nicht erforderlich.
Gesundheitstracking
Obwohl die GT Runner 2 nominell als Sportuhr firmiert, bietet sie ein Gesundheitstracking auf Flaggschiff-Niveau. Herzstück ist der neue optische TruSense-Sensor auf der Gehäuseunterseite, der kontinuierlich Herzfrequenz, Blutsauerstoffsättigung (SpO²), Stresslevel und die Hauttemperatur überwacht.
Das mit Abstand wichtigste Upgrade gegenüber dem Vorgängermodell ist jedoch die 1-Kanal-EKG-Messung. Durch das Auflegen eines Fingers auf die elektrodengestützte untere Seitentaste kann die Uhr innerhalb von 30 Sekunden ein Elektrokardiogramm erstellen, das Hinweise auf Vorhofflimmern liefern kann. Die Messung der arteriellen Steifigkeit und eine Pulswellenanalyse zur Erkennung von Rhythmusstörungen ergänzen diese Funktion.
- Schlaftracking
- & Tendenzen
- Puls
- Aktivitäts-Veränderungen
Das Schlaftracking (TruSleep) analysiert zuverlässig Leicht-, Tief- und REM-Schlafphasen sowie die nächtliche Atmung. Die generierten Daten sind im Regelfall sehr plausibel. Eine kleine Schwäche offenbarte der Test lediglich in den frühen Morgenstunden: Kurze Wachphasen, bei denen ihr euch lediglich im Bett umdreht oder kurz auf den Wecker schaut, registriert die Uhr nicht immer als echte Wachzeit. Dennoch bietet die Uhr einen exzellenten Überblick über die eigene Erholung.
Sporttracking
Mit weit über 100 unterstützten Sportmodi ist die Uhr enorm breit aufgestellt. Neben den klassischen Disziplinen beherrscht die smarte Uhr dank der strengen Zertifizierung sogar das Freitauchen in bis zu 40 Meter Tiefe. Der Fokus liegt auf dem Laufen, aber auch die Neuerungen für das Radfahren, die Huawei letztes Jahr eingeführt hat, stehen auf der Watch GT Runner 2 bereit.
- Marathon-Modus
- Fahrrad – mit all den Zusatzmetriken
- Medallien & Erinnerungen ermutigen
Laufen
Als dedizierte „Runner“-Edition entfaltet die Uhr auf der Laufstrecke ihr volles Potenzial. Ein spezieller Marathon-Modus rückt beim Training die Pace in den Vordergrund und bietet maßgeschneiderte Pläne zur Vorbereitung auf die 42-Kilometer-Distanz (oder Halbmarathon / 10km). Das ist schon sehr gut gemacht und beinhaltet viele Variablen (Zielzeit, bisheriger Trainingsstand, zusätzliches Training abseits des Laufens), sodass ihr euch gezielt auf das Event vorbereiten könnt. Am Eventtag wählt ihr dann gezielt den Modus aus und werdet mit dem Pacemaker durch das Rennen begleitet.
- Zahlreiche Events stehen zur Wahl
- Stellt eure derzeitige Zeit und Ziel-Zeit ein
- zusätzliches Training zum Laufen wird berücksichtig
- und dann bekommt man einen sinnvollen Plan – in der App und auf der Uhr
Zudem ermittelt die Software die individuelle Laktatschwelle (die Grenze zwischen aerober und anaerober Belastung) sowie die „Running Power“, also die aufgewendete Kraft unter Berücksichtigung von Steigung und Geschwindigkeit. Der Laktattest hat es in sich (Rampentest nach Herzfrequenzzonen)! Ich habe ihn erst nach Anpassung des Pulses in der App geschafft. Belohnt werdet ihr mit eurer persönlichen Laktatschwelle, die die anderen Modi als Pace mit einbeziehen.
Im direkten Vergleich zwischen dem optischen Sensor der Huawei Watch GT Runner 2 und einer EKG-genauen Brustgurt-Messung (Polar) zeigt sich beim Laufen ein bemerkenswert starkes Bild: Auf einem zweistündigen Halbmarathon lag die durchschnittliche Herzfrequenz der Uhr mit 143bpm gerade einmal drei Schläge neben dem Referenzwert des Brustgurts (146bpm). Diese hohe Präzision führt dazu, dass auch die errechneten Kalorienwerte nahezu deckungsgleich sind. Beide Geräte taxierten den Verbrauch der Laufeinheit auf realistische 1.800 Kilokalorien.
Andere Sportarten
Ihr klassischer Endgegner wartet jedoch im Kraftraum. Geht es an das schwere Eisen, offenbart der optische PPG-Sensor bauartbedingte Schwächen. Durch die statische Anspannung der Unterarme beim Greifen von Hanteln verändert sich der Blutfluss, wodurch die Uhr teils massiv hinterherhinkt: Im Test standen durchschnittlich nur 100bpm auf der Uhr, während der Brustgurt echte 135bpm aufzeichnete.
- Puls beim Krafttraining:
- die einzelnen Sätze sind zwar da, aber man drückt sich selbst das Blut ab
- es ist einfach ein mechanisches Problem (selbstverursacht haha)
Diese Puls-Diskrepanz schlägt sich am Ende natürlich 1:1 in der Kalorienberechnung nieder. Während sich Uhr und Gurt auf der Laufstrecke absolut einig sind, kappt die Smartwatch den Verbrauch beim Krafttraining mal eben um fast die Hälfte (404kcal vs. 746kcal), weil sie die tatsächliche kardiovaskuläre Last schlichtweg nicht „sieht“. Beim Laufen oder Fahrradfahren sind sich Smartwatch und Brustgurt fast einig (Handgelenk meist ~2bpm weniger), was super ist.
Zwischenfazit: Für Ausdauersport und Laufeinheiten ist die GT Runner 2 ein absolut verlässliches Tool, das den Gurt fast überflüssig macht. Wer jedoch parallel schweres Eisen bewegt und Wert auf verlässliche Pulskurven legt, kommt im Gym um die Kopplung eines klassischen Brustgurts (was per Bluetooth problemlos möglich ist) nicht herum.
GPS-Genauigkeit
- 40,05km – Smartwatch
- 40,02km – im Vergleich mit dem Karoo 3 Bike-Computer:
- beim Joggen fehlen 300m
- dafür sind 3 BPM weniger Puls (Handgelenk vs. Pulsgurt) sehr gut
Die bereits erwähnte 3D-Floating-Antennenarchitektur mit Dual-Band-GNSS (L1 + L5) leistet hervorragende Arbeit. Die Positionsbestimmung erfolgt im Freien binnen weniger Sekunden. In dicht bebauten Städten oder bewaldeten Gebieten liefert die Uhr sehr präzise Routenverläufe, die denen teurerer Konkurrenten in nichts nachstehen. Zwar gibt es an schwierigen architektonischen Knotenpunkten minimale Abweichungen, diese bewegen sich jedoch im absoluten Toleranzbereich. In der Würzburger Innenstadt sind mir ein paar Meter verloren gegangen, dafür gab es auf dem Rad durch das Umland und Wälder quasi keine Diskrepanz. Zudem unterstützt die Uhr Offline-Karten und den Import von GPX-Dateien zur eigenständigen Navigation. Die Karten wählt ihr einfach in der App aus (z.B. ein Bundesland in Deutschland), dann habt ihr beim Outdoor-Training immer eine Karte parat. Routen importiert ihr z.B. einfach per Komoot: Beim Wandern oder Joggen wirklich eine Bereicherung, denn so müsst ihr nicht mit dem Smartphone hantieren.
Akkulaufzeit und Ladezeit
Das auf ein Minimum reduzierte Gewicht der Uhr fordert beim Akku einen kleinen Tribut. Mit einer Kapazität von 540mAh fällt dieser kleiner aus als bei den wuchtigen Pro-Modellen der Huawei-Familie. Der Hersteller spricht von bis zu 14 Tagen Laufzeit bei leichter Nutzung und beeindruckenden 32 Stunden im reinen GPS-Trainingsmodus. Zwei Stunden Laufen im Freien ziehen ca. 10 bis 12% Akku.
Im Praxistest bei sogenanntem „Heavy Use“, also teilweise aktiviertem Always-On-Display, permanentem Gesundheits- und Schlaftracking sowie regelmäßigen Sporteinheiten mit GPS, hielt die Uhr exakt sechs volle Tage durch. Für eine derart leichtgewichtige Smartwatch mit hellem AMOLED-Display ist das ein starker Wert. Die meiste Zeit mit täglichem Sporttracking, Benachrichtigungen und normalem Gebrauch kam ich auf etwa 8 Tage Akkulaufzeit. Das ist schon ein gutes Stück weniger, als die zwei Wochen, die ich von der Huawei Watch GT6 Pro gewöhnt bin.
Geht der Uhr die Energie aus, beeindruckt sie mit flotten Ladezeiten über das magnetische Ladepad. Wir haben im Test folgende exzellente Werte dokumentiert:
- 0 bis 50%: 25 Minuten
- 4% bis 45%: 20 Minuten
- Bis 92%: 45 Minuten
- 0 bis 100% (Vollladung): 52 bis 55 Minuten
Wer also morgens vor dem Laufen merkt, dass der Akku zur Neige geht, pumpt innerhalb einer kurzen Dusche genug Energie für den anstehenden Halbmarathon in die Uhr. Huawei nutzt hier den Qi-Standard für kabelloses Laden. Ohne Armband an der Uhr und mit präziser Platzierung, kann man auch auf anderen Ladepads Aufladen (oder dem Smartphone mit Reverse Wireless Charging), wirklich zuverlässig ist das allerdings nicht und nur eine Notlösung.
Testergebnis
Die Huawei Watch GT Runner 2 ist ein hochgradig ausgereiftes Upgrade, das sich erfreulich klar positioniert. Wer eine smarte Sportuhr sucht, die am Handgelenk kaum spürbar ist, wird hier fündig. Das extrem leichte Titan-Design gepaart mit dem überragend hellen OLED-Display sorgt für höchsten Tragekomfort, egal ob im Büro oder auf der Laufbahn.
Technologisch liefert Huawei gewohnt stark ab: Das GPS agiert verlässlich, die Gesundheits-Features (inklusive vollwertigem EKG) sind auf Flaggschiff-Niveau, und mit der Integration von Curve Pay wurde der größte Schwachpunkt der Vorgänger, das mobile Bezahlen, endlich behoben. Dass der optische Pulssensor beim statischen Krafttraining bauartbedingt ins Straucheln gerät, verzeiht man der Uhr angesichts ihrer exzellenten Performance im Ausdauersport gerne.
Für einen Einstiegspreis von rund 369 bis 399€ erhalten Läufer und ambitionierte Hobbysportler eine Premium-Smartwatch, die den Spagat zwischen professionellem Tracking-Tool und alltagstauglichem Begleiter mühelos meistert. Ich muss aber nach über zwei Jahren mit Huawei-Uhren klar festhalten: Die anderen Huawei-Smartwatches liefern fast ein genauso umfangreiches Gesamtpaket. Ihr könnt euch also auch ein bisschen Geld sparen.
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