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Heute testen wir den neuen AYN Odin 3 Handheld. Der AYN Odin 3 ist mit dem Snapdragon 8 Elite, wahlweise 8, 12, 16 oder 24GB RAM, einer Speicherkapazität von 128GB bis 1TB, Android 15, einer aktiven Luftkühlung, einem 6 Zoll großen AMOLED-Display mit 120Hz, einer Akkukapazität von 8.000mAh und 60 Watt Schnellladen ausgestattet und ist in der Basisversion zum Einführungspreis von unter 300€ erhältlich.
Der Hersteller AYN hat sich auf hochwertige Android- und Windows-Handhelds spezialisiert. Der Vorgänger, der AYN Odin 2, war zusammen mit dem Modell Odin 2 Portal sehr beliebt und wurde von vielen als bester Android-Handheld des Jahres 2025 gelobt. Warum der Handheld viel besser zu mir passt als der kürzlich getestete Anbernic RG 557 und weshalb ich die Vorbestellung beinahe storniert hätte – es zum Glück aber nicht tat –, erfahrt ihr in diesem Test.
Design und Verarbeitung
Der AYN Odin 3 fällt zunächst vor allem durch sein klassisches, vertikales Handheld-Design mit einem Display im Format 16:9 auf. Mit den Abmessungen 225 x 87,5 x 16,6 Millimeter und einem Gewicht von 390 Gramm ist der Handheld für seine Spezifikationen sehr kompakt und leicht. Er liegt gut in der Hand und ist sogar kürzer als der zuletzt getestete Anbernic RG 557. Besonders auffällig sind die vielfältigen, prägnanten Farben des Gehäuses und die komplett verglaste Vorderseite. Der Handheld ist in den Farben Schwarz, Weiß, Grau/Regenbogen, Blau und Lila (transparent) erhältlich.
Die Vorderseite des Odin 3 besticht vor allem durch das 6 Zoll große AMOLED-Display und die farblichen Akzente der einstellbaren Joystick-Beleuchtung. Auffällig sind auch die großen Controller-Sticks und die verglaste Oberfläche des Geräts. AYN hat die beiden Lautsprecher im unteren Bereich der Oberseite unter einer geriffelten Oberfläche positioniert. Ansonsten sind Design und Tastenanordnung recht typisch für einen vertikalen Handheld, wobei AYN auf das Switch-Layout der vier Bedienungstasten setzt. Dieses Layout lässt sich aber softwareseitig auf das Xbox-Layout anpassen.
Die Oberseite des Odin 3 ist ebenfalls typisch für einen Handheld gestaltet. Die Schultertasten sitzen an der gewohnten Stelle, die Lautstärkewippe und der Power-Button mit Fingerabdrucksensor sind leicht nach rechts versetzt. In der Mitte der beiden Tasten ist eine Status-LED verbaut. Die Unterseite ist ebenfalls gewöhnlich gehalten. Neben einem Einschub für eine MicroSD-Karte befinden sich auf der Seite ein Kopfhörerausgang und ein USB-C-3.1-Anschluss.
Auf der Rückseite des AYN Odin 3 lässt der große Kühlkörper bereits erahnen, dass im Handheld eine leistungsstarke CPU arbeitet, die entsprechende Abwärme produziert. Mittig auf der Rückseite befindet sich eine große Perforation, hinter der ein Lüfter arbeitet. Darüber hat AYN zwei Lufteinlässe mit Gitter verbaut. An den beiden Wölbungen riffelt AYN die Fläche, damit ihr beim Spielen mehr Grip habt. Eine weitere Besonderheit sind die beiden großen Tasten im „Buckel“ der Unterseite, die für manche Emulationen sehr hilfreich sein können. Dazu gleich mehr …
Bedienung und Ergonomie
Ein großer Punkt, der mich am Anbernic RG 557 (zum Test) störte, waren die knarzenden Tasten (A, X, Y, B) mit teilweise schlechtem Druckpunkt. Außerdem fehlte mir mindestens eine weitere frei belegbare Taste für einige Emulationen (Wii U). Zudem war leises Spielen im Bett kaum möglich, ohne den Partner akustisch zu stören. Auch die Sticks waren ohne Aufsätze und selbst mit den Silikon-Aufsätzen manchmal etwas zu klein.
Der AYN Odin 3 verfügt über 18 Tasten, zwei Analog-Sticks, ein D-Pad und einen Touchscreen.
Das ist beim AYN Odin 3 größtenteils anders: Die Tasten (A, B, X, Y) haben einen sehr genauen, leisen Druckpunkt, wie auch fast alle anderen Tasten. Nur die Schultertasten sind nicht optimal gelöst. Die vorderen Tasten (R1 und L1) klicken mir etwas zu laut und die hinteren Schultertasten verfügen über einen Hall-Trigger mit einem (für mich) etwas wenig intuitiven, langen Auslöseweg. Dies kann besonders bei längerem Spielen von Rennsimulationen störend wirken.
Das Tasten-Layout des Handhelds orientiert sich an den Controllern der Nintendo Switch. Dies ist etwas ungewöhnlich für einen Handheld, der diese Konsole eigentlich erst kürzlich emulieren konnte. Ein Xbox-Layout wäre für das Gerät, das besonders bei PC-Spielen so leistungsstark ist, vielleicht besser gewesen. Das Layout lässt sich jedoch softwareseitig anpassen, wobei es bei mir in beiden Layouts zu Fehleingaben beim Spiele-Streaming oder PC-Spielen kam. Die Analog-Sticks sind im Vergleich zum RG 557 riesig und damit genauso groß wie beim beliebten Original-Xbox-Controller. Das RGB-Licht der Joysticks lässt sich flexibel anpassen, allerdings können keine Farbverläufe ausgewählt werden.
Der Vibrationsmotor des Odin 3 ist deutlich spürbar und lässt sich in drei Stufen einstellen. Die Vibrationen wirken ähnlich präzise wie bei hochwertigen Controllern und nicht so billig wie beim Anbernic RG 557.
Das Spielen mit dem AYN Odin 3 ist für mittlere Einsätze von maximal zwei Stunden komfortabel möglich. Hier ist besonders das gewölbte, geriffelte Design der Rückseite von Vorteil, da ihr den Handheld gut greifen könnt und die drei nicht benutzten Finger darin Platz finden. Nach langer Spielzeit (bei mir je nach Spiel ab 1,5 oder 2 Stunden) wird mir das Spielen mit dem AYN Odin 3 etwas unkomfortabler, obwohl der Handheld rund 2-mal weniger wiegt als ein Steam Deck und 3-mal weniger als das von mir getestete Lenovo Legion. Hierfür nutze ich das zusätzlich erhaltene Silikon-Case, wodurch das Spielen insgesamt entspannter wird. Optional gibt es von AYN auch noch einen „Grip“, der auch lange Spielzeiten ermöglichen soll. Ich bevorzuge jedoch die Kompaktheit des Geräts mit meinem Silikon-Case.
Lieferumfang des AYN Odin 3
Der AYN Odin 3 hat einen spärlichen Lieferumfang, bietet dafür aber viel optional erhältliches Zubehör. Im Lieferumfang des Herstellers sind ein kurzes USB-C-auf-USB-C-Kabel und eine kleine Beschreibungskarte des Geräts enthalten. Ein Displayschutzglas liegt nicht bei. Dieses ist jedoch optional über den Hersteller direkt erhältlich und schützt das komplette Glas der Vorderseite, nicht nur das Display.
Optional bietet AYN beim Odin 3 einiges an Zubehör zu einem guten Preis. Neben einem transparenten oder schwarzen Silikon-Case gibt es auch eine passende, hochwertige Hülle für das Gerät. In dem Case befindet sich ein Netz, in dem sich problemlos ein Kabel oder andere Kleinigkeiten verstauen lassen. Ein Displayschutz und eine Schlaufe zum einfacheren Herausnehmen sind ebenfalls eingearbeitet.
Für 15€ gibt es außerdem den oben angesprochenen, breiteren „TPU Grip“ in Schwarz, Weiß oder transparent. Durch die „Griffhörner“ lässt sich das Gerät über längere Zeit bequemer bedienen. Ebenso erhältlich ist ein Case für rund 12€ für den Handheld, wenn der Grip angebracht ist.
Display
Eines der größten Argumente für den Odin 3 ist das 6 Zoll große AMOLED-Touchdisplay mit einer Bildwiederholfrequenz von 120Hz im 16:9-Format mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixel. Es deckt laut Hersteller 152% des RGB-Farbraums ab, bietet eine Reaktionszeit von 3ms und ist randlos.
Das Display war unter anderem mein Hauptentscheidungspunkt für den Odin 3, da mir die 5,48 Zoll des RG 557 für das Spiele-Streaming einfach zu klein waren. Der Bildschirm des Odin 3 stellt das AMOLED-Display des RG 557 trotz der etwas geringeren Helligkeit in den Schatten. Besonders die besseren Farben, die größere Displaygröße und die höhere Bildwiederholrate machen sich bezahlt. Durch das 20% größere 6-Zoll-Display können Hinweise und Dialoge beim Streaming viel besser abgelesen werden. Farblich gehört das Panel zu den besten (wenn nicht gar dem besten) auf dem Handheld-Markt. Besonders schnelle Spiele wie „Hades“ profitieren zusätzlich von der butterweichen Bildschirmfrequenz von 120Hz. Diese lässt sich auch auf 60Hz drosseln.
Das Einzige, was ich am Display des RG 557 gelegentlich vermissen werde, ist die etwas höhere Displayhelligkeit. Besonders das Spielen auf dem Balkon an hellen Tagen mit Sonnenlicht war damit möglich. Mit dem AYN Odin 3 konnte ich an hellen, bewölkten Tagen mit 1.170 Lux im Außenbereich aber dennoch sehr gut etwas erkennen. Das Display des Odin 3 kann auch sehr dunkel eingestellt werden.
- Oben Switch OLED, Mitte RG557, unten AYN Odin 3 Tageslicht (draußen) – max. Helligkeit
- unten RG557, oben AYN Odin 3 Tageslicht (draußen) – max. Helligkeit
- Oben AYN Odin 3, Mitte Rg557, unten Nintendo Switch (innen) – max. Helligkeit
In unserem Test zeigte das Display keine Probleme mit PWM. Leider verbaut AYN keinen Helligkeitssensor für die automatische Bildhelligkeit. Diese lässt sich aber sehr schnell über eine Schnellleiste per Wischgeste manuell einstellen. Zudem reflektiert das Display recht stark, was bei hellem Tageslicht störend sein kann.
Leistung
Der AYN Odin 3 ist der potenteste Android-Handheld auf dem Markt – daher sind unsere Erwartungen besonders mit der aktiven Kühlung des verbauten Snapdragon 8 Elite sehr hoch. Im Snapdragon 8 Elite arbeiten zwei leistungsstarke Oryon-Phoenix L-Kerne (2x 4,32GHz) und sechs sparsamere Oryon-Phoenix M-Kerne mit 3,53GHz Taktfrequenz. Für Grafikaufgaben steht eine Adreno 830 GPU zur Verfügung. Der neuere Chipsatz von 2025 hat uns bereits bei vielen Smartphones durch seine Leistung begeistert, bei längerer hoher Last aber durch Thermal Throttling auch etwas enttäuscht. Bricht das alte Problem besonders bei aufwendigen Spielen dem potenten Chipsatz das Genick?
Als Arbeitsspeicher stehen unserem Testgerät in der „Pro-Variante“ 12GB LPDDR5x und als schneller Flash-Speicher 256GB UFS 4.0 zur Verfügung. Andere Varianten verfügen über andere Größen – wobei die Base-Variante besonders für aufwendige Emulatoren/PC-Spiele wahrscheinlich am wenigsten empfehlenswert ist.
- Base: 8GB LPDDR5x Arbeitsspeicher + 128GB UFS 3.1 Festspeicher (ab 329€)
- Pro: 12GB LPDDR5x Arbeitsspeicher + 256GB UFS 4.0 Festspeicher (ab 399€)
- Max: 16GB LPDDR5x Arbeitsspeicher + 512GB UFS 4.0 Festspeicher (ab 449€)
- Ultra: 24GB LPDDR5x Arbeitsspeicher + 1024GB UFS 4.0 Festspeicher (ab 519€)
Über eine MicroSD-Karte könnt ihr die Speicherkapazität noch um 2TB erhöhen. Der schnelle UFS 4.0 Festspeicher erreicht hohe 3.547MB/s beim Lesen und 2.925MB/s beim Schreiben.
- Standard-Modus
- Performance-Modus
- High Performace
Der AYN Odin 3 verfügt mit dem Snapdragon 8 Elite über mehr als ausreichende Leistung. AYN bietet drei Leistungsmodi: Standard, Performance und High Performance. Damit wird auch die Lüfterleistung eingestellt, die sich jedoch noch schnell manuell anpassen bzw. auswählen lässt. Trotz der aktiven Kühlung kommt es bei Grafik-Benchmarks nach rund zwei Minuten in allen Modi zu Thermal Throttling. Im aktivierten „Standard“-Leistungsmodus erreicht der Handheld übrigens eine geringere Benchmark-Leistung als Smartphones mit dem Chipsatz. Dies ändert sich jedoch, wenn ihr die Leistung auf „Performance“ oder „High Performance“ stellt und die Lüftersteuerung aktiviert. Insbesondere in puncto Grafikleistung übertrifft der AYN Odin 3 dann ein Smartphone und erreicht Werte, die denen von Smartphones mit dem Snapdragon 8 Elite Gen 5 nahekommen.
- High Performace
- High Performace
- High Performace
- High Performace
- Modus Performance
Vor allem der Performance-Boost zwischen „Performance“ und „High-Performance“ ist kaum spürbar, obwohl der Akkuverbrauch im letzten Modus deutlich höher ist. Bei Antutu erreichten wir mit dem „High-Performance“-Modus rund einen Prozent höheren Score und beim für den Handheld wichtigeren 3DMark erhielt ich kurioserweise sogar einen Prozent geringeren Wert (obwohl ich das auch mehrfach versuchte).
System
Auf dem AYN Odin 3 läuft das neuere Android 15 mit Stock-Android-Design ohne Bloatware. Das System wurde bei den Schnelleinstellungen und bei Tastenkombinationen angepasst. Im Gegensatz zum Anbernic RG 557 sind keine Emulatoren vorinstalliert. Daher müsst ihr jeden Emulator einzeln aus dem Google Play Store oder als Sideload von GitHub herunterladen, manuell installieren und einrichten. Beim AYN Odin 3 ist eine Launcher-Oberfläche vorinstalliert, sodass ihr den Handheld nach der Einrichtung eigentlich nicht mehr über das Android-Menü bedienen müsst. Am praktischsten fand ich beim Odin 3, dass ihr über einen Linkswisch wichtige Statistiken und die Displayhelligkeit einsehen und einstellen könnt. Über das typische Android-Schnellmenü könnt ihr dann noch das Gamepad-Layout, die Lüfter- und Leistungseinstellungen sowie die Stick-Beleuchtung schnell anpassen.
Konnektivität und Lautsprecher
Dank des aktuellen Chipsatzes aus dem Jahr 2025 verfügt der AYN Odin 3 über moderne Konnektivitätsstandards. So stehen euch WiFi 7 und Bluetooth 6 zur Verfügung. Die WLAN-Verbindung war in meinem Fall sehr gut und ähnlich stabil wie bei meinem Smartphone, dem Honor Magic 6 Pro (zum Test), obwohl einige Wände zwischen Router und Gerät lagen.
Der AYN Odin 3 kann auch per USB-C 3.1 mit einer Auflösung von bis zu 4K bei 60Hz an Anzeigegeräte angeschlossen werden. Dies funktionierte in meinem Fall problemlos und ohne spürbare Eingabeverzögerung.
Die Lautsprecher des Handhelds sind wesentlich besser angeordnet als die des Anbernic RG 557. Das hört man auch an der Klangqualität: Der Sound des AYN Odin 3 ist auf einem Niveau mit wirklich toll klingenden High-End-Smartphones und damit wesentlich besser als beim RG 557. Dadurch benötige ich für den Handheld auch keine Bluetooth-Box, um Spiele zu genießen. Die Lautstärke kann zudem recht hoch eingestellt werden und bietet auch dezente Bässe.
Positiv überrascht war ich auch von dem Fingerabdrucksensor des Power-Buttons. Der arbeitet sehr zuverlässig. Mit ihm klappten bei mir alle Entsperrungen auf Anhieb.
Spieleperformance des AYN Odin 3
Ein entscheidender Hinweis vorab: Die rechtliche Einordnung von ROMs ist oft nicht eindeutig. Wir von Smartzone raten euch deshalb strikt vom Download ab! Spielt bitte nur Titel, die ihr auch tatsächlich im Original besitzt. Falls ihr das Ganze mobil testen wollt, haben wir hier das Passende für euch: Anleitung: Videospiel-Emulatoren auf dem Smartphone nutzen (zur Anleitung)
Nun kommen wir zum spannendsten Teil des Tests. Schafft es AYN, den durchaus umstrittenen Chipsatz optimal für Emulationen einzusetzen? Nach der Ankündigung und dem Start des Vorverkaufs berichteten viele YouTuber, dass der Snapdragon 8 Elite ein Rückschritt für Emulationen sei, und rieten fast durchweg vom Kauf ab. Ich wollte meinen Kauf des Handhelds aufgrund dieser Berichte schon fast stornieren, da niemand einen Handheld möchte, mit dem sich die meisten Konsolen gar nicht spielen lassen. Auch leidet der Chipsatz in unseren Tests bekanntermaßen unter Thermal Throttling, was mich zusätzlich abschreckte. Glücklicherweise habe ich den Kauf jedoch nicht storniert …
Selbstverständlich emuliert der AYN Odin 3 alle älteren Videospielsysteme nach der Einrichtung der Apps problemlos. Durch die Auflösungsskalierung und zusätzliche Grafikoptionen der Android-Emulatoren haucht das Emulieren den alten Titeln neues Leben ein. So schafft der GameCube/Wii (über den Dolphin-Emulator) problemlos 3-fache Auflösungsskalierung (1080p), die PSP (über PPSSPP) 4-fache Auflösung (1080p) und die PS2 (über AetherSX2) 3,5-fache Skalierung (nahezu 1080p). Dabei kommt das Gerät noch nicht einmal ansatzweise an seine Grenzen. Eine Ausnahme bildet kurioserweise der 3DS-Emulator Citra, der bei einzelnen Spielen („Zelda – A Link to the Past“, …) anscheinend mit dem Chipsatz nicht zurechtkam. Alle anderen Spiele konnten jedoch in 900p angezeigt werden.
- GC: Super Mario Sunshine
- PSP: GTA Vice City Stories
- PS2: Herr der Ringe – Die Zwei Türme
- GC: Zelda Twilight Princess
Der meistgenannte Grund, den AYN Odin 3 nicht zu kaufen, war der bisher schlechte Treiber-Support von Turnip für die Snapdragon-8-Elite-GPUs. Dies änderte sich Mitte Januar 2026 durch neuen GPU-Treiber-Support. Viele Modder entwickelten daraufhin Grafiktreiber, wodurch zahlreiche Spiele überhaupt erst lauffähig wurden oder Grafikfehler und Slowdowns behoben werden konnten. Besonders die Nintendo Switch, die Wii U und die GameHubs-PC-Emulation sind auf die Vulkan-Schnittstelle angewiesen, die jetzt stabiler funktioniert.
Wii U
Wii-U-Spiele konnte der Handheld mit Cemu 0.3 anfangs nur mit vielen Grafikfehlern, Abstürzen und Glitches unspielbar emulieren. Der Emulator steckt jedoch noch in der Entwicklungsphase, sodass einige Schwierigkeiten nicht zu 100% auf den AYN Odin 3 zurückzuführen sind. Mit einem alternativen Grafiktreiber (zur Treibersoftware) laufen viele Spiele mit dem AYN Odin 3 jedoch bereits überraschend gut. Die meisten Spiele („Zelda Windwaker HD“, „FIFA 13“, „Shovel Knight“, „Mario Kart 8“, „Kirby and the Rainbow Curse“, „New Super Mario Bros. U“ und „Donkey Kong Country: Tropical Freeze“) laufen stabil mit mindestens 30FPS. Sogar die grafisch aufwendigen Spiele „Deus Ex: Human Revolution”, „Mass Effect 3” (mit minimalen Grafikfehlern) und „The Amazing Spider-Man 2” konnte der Handheld mit seltenen Frame-Drops gut bewältigen. „Splinter Cell Blacklist” und „Watch Dogs 1” stürzten trotz des neuen Grafiktreibers nach den Werbeintros ab.
- Zelda Windwaker HD
- Mass Effect 3
Nintendo Switch
Bei der Nintendo-Switch-Emulation gab es mit Eden 0.0.4 und dem neuen Eden 0.1 (zur Software) ebenfalls viele Probleme: Die meisten Spiele liefen mit dem Snapdragon 8 Elite nicht. Diese Probleme wurden jedoch größtenteils durch einen passenden Grafiktreiber (zur Treibersoftware) behoben. Dadurch könnt ihr nahezu alle bisher von mir getesteten Switch-Spiele im „Performance-Modus“ ruckelfrei in 720p oder 1080p emulieren. Lediglich die Zelda-Titel sind mit dezenten Grafikfehlern („Zelda – Breath of the Wild“) noch sehr gut oder mit komplett flackerndem Bild („A Link to the Past“) eher unspielbar. Auch weniger anspruchsvolle Spiele wie „Octopath Traveler“, „Drova“, „Hades“ und „Pokémon Shield“ sowie das neue „Legenden Z-A“ spielt der AYN Odin 3 fehlerfrei und ruckelfrei ab. Auch grafisch anspruchsvolle Titel laufen größtenteils. „Alan Wake“ hat einige Bildfehler, „Disco Elysium“, „It Takes Two“ und „Witcher 3: Wild Hunt“ haben keine Fehler. Einzig die Assassin’s-Creed-Reihe funktionierte bei mir überhaupt nicht. Wenn ihr bestimmte Spiele für den Handheld im Blick habt, empfiehlt es sich, auf YouTube in neueren Videos danach zu schauen.
Spiele-Streaming (Xbox Game Pass Cloud Gaming)
Beim Spiele-Streaming erscheint beim RG 557 jederzeit der Hinweis „Better xCloud“, dass die Dekodierungsleistung nicht ausreichen würde. Mit dem AYN Odin 3 ist das bei höheren Auflösungen (4K und 1080p) anders. Innerhalb einer Minute könnt ihr dann das Spiel weiterspielen, das ihr am Abend zuvor noch am PC gespielt habt. Das 6 Zoll große Display ist besonders beim Cloud-Gaming von Vorteil, da man die Texte problemlos lesen kann, ohne zur Lupe zu greifen.
GameHub (PC-Spiele)
Ein weiterer Grund für den Kauf des AYN Odin 3 war für mich die Möglichkeit, auch grafisch aufwendigere PC-Spiele über GameHub zu installieren und dann direkt auf dem Handheld zu spielen. Nach der Anmeldung hat die App Zugriff auf eure Steam-Bibliothek und synchronisiert auch eure Spielstände. Die App kann auch kopierte Spiele von eurem PC abspielen. Leider lassen sich jedoch keine Spiele anderer Anbieter (Epic, Xbox Game Pass, …) einpflegen. Beim RG 557 funktionierte das Emulieren durch den MediaTek 8300 bei keinem von mir gewünschten Spiel. Beim hier verbauten Snapdragon 8 Elite sieht das anders aus …
- Fallout 4
- DIRT Rally 1
Besonders bei GameHub überragt der Handheld mit dem potenten Chipsatz, der sogar stellenweise besser als das viel beworbene, riesige Steam Deck performt. Hier empfiehlt sich auch der „Performance-Modus“. Damit könnt ihr viele grafisch aufwendigere Spiele recht problemlos abspielen. Auch hier empfiehlt es sich, den neueren Turnip-Treiber zu nutzen, da ihr dadurch mehr FPS und eine bessere Kompatibilität erhaltet. Für eine bessere Stabilität könnt ihr die FPS begrenzen und das Bild in GameHub mit HDR oder „Super Resolution“ aufhübschen. Im Folgenden findet ihr eine Übersicht von Spielen, die ich ausgetestet habe:
| Spiel (PC) | Einstellung | FPS (Bemerkungen) |
| Fallout 4 | Grafik: hoch / 720p | 40–60FPS |
| GTA 4 | Grafik: höchste / 720p | 29–45FPS |
| Max Payne 3 | Grafik: hoch / 720p | 35–50FPS (wenige Grafikfehler) |
| Batman Arkham City | Grafik: Höchste / 720p | 45–65FPS |
| Dirt Rally 1 | Grafik: Mittel / 720p | 35–50FPS |
| Assassin’s Creed Revelations | Grafik: Höchste / 720p | 45–70FPS |
| Mafia 2 | Grafik: Höchste / 720p | 40–60FPS |
| Tomb Raider (2013) | Grafik: Höchste / 720p | 50–65FPS |
| Gothic 3 | Grafik: Höchste / 720p | 35–60FPS (unspielbar, weil auf Tastatur + Maus ausgelegt) |
| The Elder Scrolls V – Skyrim | Grafik: Mittel / 720p | 40–60FPS |
| GTA 5 | Grafik: Gering / 720p | 50–70FPS |
| Red Dead Redemption 2 | Grafik: Gering / 720p | 35–45FPS |
| Thief (2014) | Grafik; Höchste / 720p | 50–70FPS |
- Batman Arkham City
- Mafia 2
- Max Payne 3
Wie man an den Spielen merkt, bietet der AYN Odin 3 für einen Android-Handheld viel Leistung und schafft selbst anspruchsvolle Spiele. Das Potenzial des Snapdragon Elite 8 ist aber noch nicht ausgeschöpft: In den nächsten Monaten wird es noch zahlreiche Treiber für die Grafikeinheit geben, wodurch wahrscheinlich noch leichte Leistungssprünge bei GameHub und Switch zu erwarten sind. Beachtet bitte, dass einige Spiele auch bei mir nicht gestartet sind („Assassin’s Creed 2“, „Virtua Tennis 4“, „Dark Messiah of Might and Magic“, „PES 2020“ usw.) und dass ihr bei einigen Spielen („Fallout 4“, „Need for Speed Shift 2“) die Einstellungen anpassen müsst, damit sie ordnungsgemäß laufen. Zudem solltet ihr einen Frameraten-Begrenzer einstellen, um den Akku zu entlasten und ein stabileres Spielerlebnis zu erhalten. Auch hier empfiehlt es sich, auf YouTube nach Videos zu den gewünschten Spielen für den Snapdragon 8 Elite zu suchen.
Android-Spiele
Natürlich liefert der Handheld auch bei Android-Spielen richtig ab. Besonders Spiele, die man etwas mühsam immer mit Display-Joysticks gespielt hat, liegen dem Handheld durch den eingebauten Controller. Beim neuen „Red Dead Redemption 1“ und bei „Call of Duty (Mobile)“ konnte ich in der maximalen Grafik keine Frame-Drops beobachten. Auch eine wichtige Netflix-Zertifizierung hat der AYN Odin 3, wodurch ihr Zugriff auf kostenlose Spiele (bei bestehendem Abonnement) habt. Beim RG 557 ließ sich die Netflix-App kurioserweise nicht einrichten.
- Red Dead Redemption 1
Akku und Emissionen
Der Akku des AYN Odin 3 bietet mit einer Kapazität von 8.000mAh einiges – damit ist die Akkukapazität sogar deutlich größer als die des Steam Deck OLED. Geladen wird der Akku mit maximal 60 Watt.
Die Spielelaufzeit des AYN Odin 3 ist überragend – eine Disziplin, in der Windows-Handhelds die größte Schwäche aufweisen. Bei wenig anspruchsvollen Spielen (Cloud-Gaming, GameCube, PS2, GBA, Wii, 3DS, …) erreicht man Akkulaufzeiten von 6 bis 8 Stunden. Bei grafisch aufwendigeren Games wie denen von Nintendo Switch oder Wii U hielt bei mir eine Akkuladung rund 3 bis 5 Stunden. Bei PC-Spielen, bei denen der Chipsatz maximal ausgereizt wird, erhaltet ihr mindestens 2,5 Stunden Laufzeit mit einer Ladung. Letzteres lässt sich aber meist noch durch eine Begrenzung der Framerate deutlich steigern. Der Handheld wird mit schnellen 60 Watt geladen. In meinem Fall benötigte ich mit dem Toocki-67-Watt-Netzteil (zum Test) rund 80 Minuten. Die Ladekurve lässt sich aber noch manuell regeln.
Viel wurde auch von Testern die Lüfterlautstärke beim AYN Odin 3 kritisiert. Der Lüfter ist im Lüftermodus „Sport“, in dem der Lüfter durchgängig mit 100% Leistung läuft, sehr störend laut. Abhilfe schafft der Lüftermodus „Smart“, der nur selten maximal hochregelt. Auch im höchsten Performance-Modus und bei hoher Auslastung wird das Gerät nicht zu warm und der Lüfter nicht zu laut, wodurch keine Probleme mehr auftreten. In diesem Profil ist der Lüfter bei hoher Auslastung deutlich weniger störend als bei meinem RG 557.
Testergebnis
Der AYN Odin 3 trifft für knapp 400€ genau den Sweetspot eines modernen Handhelds. Während Windows-Geräte und das Steam Deck oft zu schwer und klobig sind geringe Akkulaufzeit en bieten, scheiterte der Anbernic RG 557 (zum Test) im Alltag am zu kleinen Display für Cloud-Gaming. Der Odin 3 löst diese Probleme: Er verbindet hohe Leistung und ein für Streaming perfektes 6 Zoll großes Display mit einem riesigen Akku und kompakten Abmessungen.
Hardwareseitig begeistert das Gerät mit dem brillanten 120Hz-AMOLED-Panel, starken Lautsprechern und der brachialen Power des Snapdragon 8 Elite. Wirkliche Kritikpunkte muss man suchen: Die Tasten arbeiten präzise, lediglich die Schultertasten und der sehr spärliche Lieferumfang trüben den exzellenten Gesamteindruck minimal.
Softwareseitig bietet Android 15 eine saubere Basis. Dank neuer Grafiktreiber laufen mittlerweile auch Switch- und Wii-U-Emulationen sowie PC-Spiele via GameHub überraschend gut. Der Lüfter bleibt im „Smart“-Modus angenehm ruhig. Meine Empfehlung: Greift mindestens zum „Pro“-Modell mit 12GB Arbeitsspeicher, um grafisch anspruchsvollere Titel auch spielen zu können.
Der Handheld-Markt ist hart umkämpft, doch der Odin 3 behauptet sich an der Spitze. Wer Geld sparen möchte, findet im Anbernic RG 557 (zum Test) für rund 230€ weiterhin eine starke Alternative für PS2 und GameCube. Windows-Handhelds bieten mehr Kompatibilität, kosten aber oft über 500€ bei deutlich schlechterer Mobilität. Wer also den besten Allrounder sucht, kommt am AYN Odin 3 im Jahr 2026 kaum vorbei.
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Ist ein tolles Gerät. Aber wer Switch emulieren will, wird aktuell mit einem Gerät mit Snapdragon 8 Gen 3 am glücklichsten. Da gibt es einen besseren Treibersupport. Wird sich über die nächsten Jahre vermutlich ändern, aber aktuell ist ein 8 Gen Elite Chip für die Switch Emulation nicht wirklich zu empfehlen.
Ich selbst habe ein AYN Odin 2 Portal Pro mit dem SD 8 Gen 2 und da laufen die meisten Switch games problemloser, als auf jedem deutlich leistungsfähigeren 8 Gen Elite Chip.
Danke für den Kommentar Michael, da gebe ich dir aktuell recht. Es gibt jedoch nur wenige Handheld-Hersteller, die auf den SD 8 Gen 3 leider setzen. Viele setzen ja auf den etwas schwächeren SD8 Gen 2 (Retroid Pocket 6,…). Die Treiberunterstützung des SD8 Elite hat sich ja vor wenigen Wochen durch Turnip-Treiber geändert, wodurch die meisten Switch-Spiele nun auch auf dem Testgerät hier problemlos laufen (was die meisten Einmal-YouTube-Tester nicht auf dem Schirm haben) – und mit jedem wöchentlichen Treiberupdate laufen die auch besser und schließen zu deinem genannten Chipsatz auf bzw überflügeln die in den Frames auch den SD8… Weiterlesen »