Inhaltsverzeichnis
250€ für ein Paar Kopfhörer sind eine stattliche Ansage. Aber gut, das sind wir von Apple gewohnt. Wir haben die AirPods Pro 3 in den letzten drei Wochen getestet und geben euch heute ein umfangreiches Bild über das Nutzungserlebnis. Smartzone-typisch nutzten wir die AirPods Pro 3 in Kombination mit einem Android-Smartphone und legen den Fokus dieses Tests darauf. Aber keine Sorge, auch die Apple-Geräten vorbehaltenen Funktionen haben wir uns angeschaut.
Design und Verarbeitung
Beim Design hält sich Apple an die bewährte Linie. Das 62 x 47 x 22 Millimeter große Case ist inzwischen fast ikonisch und sofort als Apple-Produkt erkennbar. Im Vergleich zu den AirPods Pro 2 ist das Case minimal gewachsen, was selbst im direkten Vergleich kaum auffällt. In der Tasche wirkt das Case spürbar größer als bei anderen TWS, stört aber nicht – zumindest in großen Männerhosentaschen. Das Gewicht des Ladecase ist auf 44 Gramm gesunken und fällt weder in der Tasche noch in der Hand negativ auf. Erfreulicherweise gehört USB-C inzwischen auch bei Apple zum Standard, sodass ihr die AirPods Pro 3 problemlos an jedem Smartphone-Ladekabel aufladen könnt. Neben dem USB-C-Port befindet sich ein kleiner Lautsprecher auf der Unterseite. Außerdem könnt ihr das Case mit einer Handgelenkschlaufe versehen. Der Knopf zum Verbinden und Zurücksetzen weicht Touchgesten. Dies funktionierte im Test zuverlässig, sofern ihr wisst, was ihr drücken müsst.
Wichtig für Android-Nutzer: Den aktuellen Ladestatus eurer AirPods erkennt ihr an der LED am Case. Eine Anzeige auf dem Smartphone fehlt. In der Praxis reichte uns das dank der hervorragenden Akkulaufzeit der AirPods Pro 3 aus. Es gilt: Befinden sich die AirPods im Case, bezieht sich die Status-LED auf ihren Ladungszustand; sind sie entnommen, zeigt die LED die Ladung des Case an. Getrennt wird jeweils in Grün, Gelb und Rot. In der Praxis genügt dies, um zumindest einen Eindruck der Restladung zu erhalten. Wer als Android-Nutzer eine genaue Akkuanzeige benötigt, erhält diese nur über Drittanbieter-Apps – und das nicht wirklich zuverlässig.
Die AirPods selbst sind minimal schwerer als ihre Vorgänger und zudem etwas anders geformt. Vor Wasser und Staub sind sie nach IP57 geschützt. Regen stellt also kein Problem dar, Schwimmen ist mit den AirPods jedoch nicht möglich. Das Design der Apple-Kopfhörer verändert sich gegenüber dem Vorgänger nur im Bereich des Gehörgangs. Von außen ist das kaum zu erkennen. Die Verarbeitung von Case und AirPods ist hervorragend! Dennoch neigen die Nähte der AirPods dazu, sich dunkel zu verfärben – das fällt bei weißen Produkten einfach immer auf.
Der Lieferumfang der AirPods Pro 3 fällt sehr spärlich aus. Neben den Kopfhörern, dem Case sowie fünf verschiedenen Aufsätzen findet sich nur Papierkram in der Packung. Da Apple nun auch USB-C nutzt, benötigt niemand noch ein extra Ladekabel zu seinen Kopfhörern.
Tragekomfort der AirPods Pro 3
Beim Tragekomfort der AirPods Pro 3 scheiden sich die Geister. Wir attestieren ihnen nach dem Test einen guten Tragekomfort. Wir hatten die Hörer über 8 Stunden im Ohr; am Ende waren sie zwar spürbar, Schmerzen traten jedoch keine auf. Dieser Zustand, das „Spüren, dass ihr etwas im Ohr habt“, setzt bei uns nach rund 3 Stunden ein. Wichtig für diesen komfortablen Halt sind die mitgelieferten Aufsätze. Hier unterscheidet Apple inzwischen 5 Größen von XXS bis L, standardmäßig ist M montiert. Mit der korrekten Auswahl der Aufsätze steht und fällt das komplette Erlebnis mit den AirPods. Nehmt euch Zeit für diesen Schritt und probiert auch andere Größen aus. Ist die richtige Größe gefunden, halten die AirPods gerne eine Stunde, ohne dass ihr nachjustieren müsst. Weniger optimal gestaltet sich das Einstecken der AirPods ins Ohr. Das könnte bequemer sein. Die neuen Aufsätze sind vorn mit Schaum gefüllt, um die Abdichtung im Ohr zu verbessern. Dadurch ist etwas Drehen notwendig, bis die Hörer perfekt sitzen.
Einrichten der AirPods Pro 3
Wollt ihr die AirPods Pro 3 mit einem Apple-Gerät nutzen, ist das kinderleicht: Case öffnen und schon werden sie erkannt und verbunden. Mit einem Android-Gerät ist es geringfügig schwieriger. Zuerst öffnet ihr das Case, dann versetzt ihr sie durch langes Drücken auf die Status-LED in den Kopplungsmodus. Nun lassen sich die AirPods, wie alle anderen Kopfhörer auch, mit dem Smartphone verbinden. Alle weiteren Kopplungen mit dem Android-Smartphone funktionierten zuverlässig und innerhalb weniger Sekunden. Beim Bluetooth-Standard setzt Apple auf Version 5.3. Übrigens noch ein Wort zur Status-LED: Diese leuchtet wirklich strahlend hell. Nutzt diese Information nach Belieben 😅.
Sound und Gesprächsqualität
Beim Sound häufen sich die Stimmen, die sich das Klangprofil der AirPods Pro 2 zurückwünschen. Das ist verständlich. Die AirPods Pro 3 sind deutlich basslastig und geben auch in den Höhen Gas, wodurch die Mitten teilweise leiden und verwaschen. Wer ein Android-Smartphone besitzt, kann den Sound über den Equalizer anpassen, läuft dabei aber Gefahr, etwas zu verschlimmbessern. Die perfekten Musik-Kopfhörer sind die AirPods Pro 3 nicht geworden.
Als nicht-audiophile Nutzer sind wir ehrlicherweise komplett zufrieden. An dieser Stelle sei das Ausbleiben von High-Res-Bluetooth-Standards erwähnt. Apple geht seinen eigenen Weg und kümmert sich um so etwas nicht. Wer primär Wert auf starken Sound legt, ist hier falsch. Dennoch: Wenn ihr einfach nur gerne Musik und Podcasts hört, ist die Soundqualität auch in Kombination mit Android wirklich gut. Für den Durchschnittsnutzer reicht die Klangqualität absolut aus, lasst euch da nicht verunsichern.
Die Mikrofone der AirPods Pro 3 sind für TWS ebenfalls wirklich gut. In ruhigen Umgebungen kommt eure Stimme fast perfekt rüber, und auch draußen bei leichtem Wind seid ihr gut verständlich. Nehmen die Störgeräusche zu, sinkt die Gesprächsqualität, was jedoch bei allen TWS der Fall ist. Insgesamt waren wir beim Telefonieren sehr zufrieden mit den neuen AirPods. Auch unsere Gesprächspartner freuten sich über die gute Qualität.
ANC und Features mit Android
Das am stärksten von Apple beworbene Feature der AirPods Pro 3 ist ihr Noise-Cancelling. Dieses bleibt euch zum Glück auch mit einem Android-Smartphone erhalten. Das Level der Geräuschunterdrückung ist exzellent. Wichtig sind die passenden Aufsätze, damit aktives und passives Noise-Cancelling zusammen ihre Wirkung entfalten können. Und dann: Wow, einfach nur Wow. Wir haben die AirPods das erste Mal während eines Teams-Calls eingesteckt und dachten wirklich, der Call wäre abgebrochen. Gerade bei schwer zu filternden Geräuschen ist das Apple-ANC unglaublich. Wenn sich die AirPods Pro 3 für ein Feature lohnen, dann für das Noise-Cancelling.
Dazu kommt ein weiteres überragendes Feature. Denn bei einem so starken Noise-Cancelling braucht es auch einen Modus, in dem ihr eure Umgebung hört. Wichtig, wenn ihr draußen unterwegs seid. Der Transparenzmodus ist ebenso beeindruckend wie sein geräuschunterdrückendes Gegenstück. Vielleicht sogar noch mehr, weil sich der Transparenzmodus ganz auf Elektronik verlassen muss, während das Noise-Cancelling von den isolierenden Aufsätzen profitiert. In lauten Umgebungen ist der Transparenzmodus exzellent und kaum von der Realität ohne AirPods zu unterscheiden. In diesem Modus nehmt ihr eure Umgebung super wahr; ihr hört Autos, Wind und selbst Fahrradfahrer um euch herum. Auch Gespräche führt ihr problemlos mit den AirPods – wobei das natürlich nicht gerade höflich ist.
Find my und Android
Leider funktioniert „Wo ist?“ („Find My“) nicht mit Android-Geräten. Noch viel nerviger: Ihr verfolgt euch regelmäßig selbst. Zumindest denkt das Smartphone das. Denn die AirPods werden als Tracker erkannt, und entsprechend erhaltet ihr regelmäßig die Benachrichtigung, dass ihr von AirPods Pro 3 verfolgt werdet – obwohl diese per Bluetooth mit dem Handy verbunden sind! Ihr könnt diese Warnung zwar generell abschalten, aber nicht für einzelne Geräte. Das ist extrem nervig. Übrigens betrifft das auch Freunde, weshalb wir jetzt regelmäßig erklären müssen, dass wir nicht seit Stunden verfolgt werden, sondern einfach nur AirPods mit Android nutzen. Das Zurücksetzen der AirPods änderte daran nichts.
Mediensteuerung
Die Mediensteuerung funktioniert mit Android problemlos. Einmal drücken für Start/Pause, zweimal für das nächste Lied, dreimal für das letzte Lied. Anrufe annehmen und ablehnen könnt ihr ebenfalls, und die Lautstärke lässt sich über eine Wischgeste steuern. Was nicht funktioniert, ist das automatische Starten und Pausieren von Musik. Die AirPods erkennen zwar, dass sie nicht mehr im Ohr sind, geben das aber nicht an Android-Geräte weiter – einfach unnötig. Eine App habt ihr auf Android natürlich auch nicht. Es gibt zwar Anwendungen, die versuchen, einige Apple-Features zu Android zu portieren, doch keine davon konnte uns überzeugen.
Zusammenfassend: AirPods mit Android
- Exzellentes Noise-Cancelling & Transparenzmodus
- Starke Akkulaufzeit (ca. 8 Std.)
- USB-C & Wireless Charging
- Gute Mediensteuerung mit Lautstärkeregelung
- Hochwertige Verarbeitung & IP57
- Keine Android-App (Updates/Setup nur via Apple)
- Keine Trageerkennung (Auto-Pause) unter Android
- „Wo ist?“ fehlt (+ nervige Tracking-Warnungen)
- Keine genaue Akkuanzeige am Handy
- Exklusive Features fehlen (Spatial Audio, Adaptives Audio)
LibrePods: Mehr Features, aber nur mit Root
Wichtige Information direkt vorab: Wer sein Handy nicht gerootet hat, kann hier aufhören zu lesen, denn die Open-Source-App LibrePods funktioniert unter Android aktuell nur mit Root-Zugriff und Xposed-Modul. Wer diese hohe Hürde nimmt, schaltet Features frei, die sonst Apple-Geräten vorbehalten sind, wie etwa die automatische Ohrerkennung, detaillierte Akkuanzeigen oder sogar Kopfgesten zur Anrufannahme. Die App umgeht durch tiefe Systemeingriffe (Bluetooth-DID-Hook) Android-Beschränkungen und gaukelt den AirPods vor, mit einem Apple-Gerät verbunden zu sein. Speziell die AirPods Pro 3 werden laut Entwickler schon weitgehend unterstützt, inklusive Noise-Control-Steuerung; lediglich auf die Herzfrequenzmessung muss man noch verzichten. Wer also ein gerootetes Smartphone nutzt und Basteldrang verspürt, kann mit LibrePods (Projekt bei github) das Nutzungserlebnis massiv aufwerten.
AirPods Pro 3 mit Apple
Werfen wir noch einen Blick auf das, was ihr an Features verpasst, wenn ihr kein Apple-Gerät besitzt. Am störendsten ist wohl, dass ihr die AirPods ohne Mac, iPhone oder iPad nicht weiter einstellen könnt. Ihr könnt keine der Gesten umprogrammieren und müsst so mit ihnen klarkommen. Weiterhin verzichtet ihr auf personalisierte Lautstärke, Konversationserkennung und adaptives Audio. Dazu kommen das angesprochene Problem mit „Wo Ist?“ und der Verzicht auf die neuen exklusiven AirPods-Pro-3-Features. Für euch gibt es keine Live-Übersetzung, keinen Einsatz als Gehörschutz, kein Spatial-Audio und keine Kamerafernbedienung. Auch der praktische Test zum Sitz der AirPods in den Ohren ist nur in Verbindung mit iPhone oder iPad möglich. Genauso sieht es mit dem Herzfrequenz-Monitoring aus; auch das ist nur in Kombination mit anderen Apple-Geräten möglich. Das Gleiche gilt für Apples praktische Ökosystem-Features, also das Hin- und Herwechseln der AirPods zwischen mehreren Apple‑Geräten.
Wir würden sagen: Ganz ohne Zugang zu einem Apple‑Gerät ergeben die AirPods deutlich weniger Sinn. Wenn ihr aber jemanden im Freundes- oder Familienkreis habt, der ein iPhone besitzt, sollte das ausreichen. Am Anfang einmal alles auf die persönlichen Präferenzen einstellen und gut ist. Die anderen Features würden wir eher als Gimmick abtun, aber das ist unsere persönliche Meinung. Ein Wort noch zu Updates: Für diese seid ihr ebenfalls auf ein Apple-Gerät angewiesen.
Akkulaufzeit der AirPods Pro 3
Apple hat die Laufzeit des Cases leicht verringert, dafür die Laufzeit der AirPods selbst erhöht. Selbst mit ANC sind 8 Stunden mit den Kopfhörern im Ohr realistisch. Dazu kommen laut Apple zwei vollständige Ladungen der AirPods durch das Case. In diesem ist ein 345mAh großer Akku verbaut. In der Praxis kamen wir als wirkliche Vielnutzer locker durch eine Woche. Das ist etwa doppelt so lang, wie unsere davor genutzten Galaxy-Buds Pro (zum Test) durchhielten. Apple gibt 24 Stunden Gesamtlaufzeit für die AirPods Pro 3 inklusive Case an. Diesen Wert bestätigen wir nach dem Test grob. Geladen werden die Apple AirPods Pro 3 per USB-C oder induktiv.
Testergebnis
Über die letzten Jahre bin ich langsam aber sicher ins Apple-Universum abgedriftet. Erst ein MacBook, dann ein iPad und jetzt AirPods. Die Geräte wissen zu überzeugen. Lange nicht jedes Apple-Produkt ist perfekt – vor allem um iPhones würden wir einen großen Bogen machen. Andere Apple-Produkte bieten aber einfach unerreichte Leistung, und das nicht wegen, sondern trotz des Apple-Ökosystems.
Für uns gehören die AirPods Pro 3 eindeutig in diese Kategorie. Dabei sind das Noise-Cancelling und der Transparenzmodus als schlicht unerreicht hervorzuheben. Hier macht kein TWS-Kopfhörer Apple etwas vor. Dazu kommen eine einwandfreie Akkulaufzeit, bequemer Sitz, zuverlässige Touchsteuerung und die Kompatibilität aller wirklich wichtigen Features mit Android.
Für Apple-Nutzer sind die AirPods Pro 3, wenn ihr den Preis schlucken könnt, ein No-Brainer. Und auch im Android-Universum könnt ihr mit den AirPods Pro 3 glücklich werden. Vor allem, wenn ihr ein Paar Kopfhörer für alles sucht. Von langen Reisen über Sport und lange Lernsessions bis zum normalen Alltag – die AirPods Pro 3 können alles verdammt gut.
Falsch seid ihr hier, wenn ihr auf ausgefallene Features steht. Mehr als ANC und Transparenzmodus gibt es für Android-Nutzer nicht. Und auch, wenn euch Soundqualität über alle Maßen wichtig ist, seid ihr hier nicht richtig. Insgesamt sind die AirPods Pro 3 gute, wenn auch verdammt teure Kopfhörer geworden. Schade, dass es als Android-Nutzer immer noch einige Fallstricke gibt, aber dennoch: Auch mit einem Android-Smartphone können sich die AirPods lohnen, wenn ihr zumindest gelegentlich Zugang zu einem iPhone oder iPad habt. Bleibt der astronomische Eintrittspreis ins Apple-Ökosystem: mehr als 200€ für ein Paar In-Ears! In unserer TWS-Bestenliste findet ihr viele Alternativen mit wirklich guter Soundqualität.
Preisvergleich
![]() |
Unsere Empfehlung 239 €*Prime-Versand innerhalb von 24 Stunden |
Zum Shop |
![]() |
239 €* 1-3 Tage - aus DE |
Zum Shop |
![]() |
244 €* |
Zum Shop |
![]() |
249 €* Versand aus Deutschland, 1-3 Tage, 24 Monate Gewährleistung |
Zum Shop |
|
Unsere Empfehlung
|
||
![]() |
Nur 239 €* | Zum Shop |
| Prime-Versand innerhalb von 24 Stunden | ||
![]() |
239 €* | Zum Shop |
| 1-3 Tage - aus DE | ||
![]() |
244 €* | Zum Shop |
![]() |
249 €* | Zum Shop |
| Versand aus Deutschland, 1-3 Tage, 24 Monate Gewährleistung | ||
Newsletter bestellen
Hol Dir die neuesten Infos zu Chinahandys und Gadgets direkt ins Postfach!
Alle News Updates über Telegram.


































