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Bisher nur auf dem chinesischen Markt verfügbar, kommen die neuen Xiaomi Buds 6 voraussichtlich bald auch zu uns nach Europa. Als Besonderheiten der Half-In-Ears gelten nicht nur die Unterstützung von aptX-Lossless, sondern auch Active Noise Cancelling. Beides ist untypisch für diese Bauart. Wir hatten die Buds bereits im Test und verraten euch, ob diese neue Generation der Half-In-Ears mehr als nur ein Refresh darstellt.
Design & Verarbeitung
Xiaomi behält auch bei den Buds 6 ein schickes, glänzendes Design für die Kopfhörer bei. Die Station ist zweigeteilt und bietet einen verspiegelten Deckel sowie eine matte Basis. Beide Komponenten bestehen aus Kunststoff.
Die Buchstaben L und R für die jeweilige Seite sind clever auf den Lautsprechergittern untergebracht. Die größte Neuerung ist, dass die Stäbchen der Buds tiefer in der Box versinken, wodurch ihr sie nicht mehr ganz so einfach einsetzen könnt. Das Stäbchen muss zuerst hinein. Die Form der Station suggeriert ein System wie bei den Xiaomi Buds 5 Pro (zum Test). Das verbessert zwar den Halt beim Öffnen etwas, macht das Hantieren mit den Buds insgesamt aber fummeliger.
Ein Näherungssensor ist unsichtbar integriert. Zudem beherbergen die Buds ein Gyroskop und einen Beschleunigungssensor für Spatial Audio und die damit verbundene Verfolgung der Kopfbewegung. An der Station befindet sich ein USB-C-Anschluss, direkt daneben liegt der Pairing-Button. Obendrein integriert die Station einen kleinen Lautsprecher, der sich beim Öffnen und Schließen meldet oder das Aufladen bestätigt.
Ansonsten ist die Verarbeitung einwandfrei. Die Materialübergänge sind fein abgerundet und quasi nicht spürbar. Der Metallic-Look erzeugt die Illusion eines hochwertigeren Materials. Mit 20,5 x 31,7 x 17,2 Millimeter fallen die Kopfhörer groß aus. Ein einzelner Earbud wiegt 4,4 Gramm, das Ladecase kommt auf 43,4 Gramm. Die handlichen Abmessungen von 52,3 x 24 x 52,6 Millimeter sind sehr zu begrüßen.
Mit vier dezenten Farbvarianten stellt sich Xiaomi breit auf. Neben den Klassikern Schwarz (Moonshadow Black) und Weiß (Pearl White) stehen auch Grau (Titanium Light Gold) und Rosé (Nebula Purple) zur Auswahl. Wir hatten die graue Variante im Test. Der Deckel schimmert ganz leicht golden, der Effekt fällt aber subtil aus.
Lieferumfang der Xiaomi Buds 6
Der Lieferumfang fällt für Half-In-Ears üblich rudimentär aus. Die Verpackung hat sich im Vergleich zum Vorgänger kaum verändert. Enthalten sind die Xiaomi Buds 6, die Ladestation mit integriertem 475mAh großen Akku, ein USB-C auf USB-A Kabel (ca. 30cm) und eine Bedienungsanleitung.
Tragekomfort
Modelle wie die Xiaomi Buds 5 oder 6 passen in fast jedes Ohr und sind bequem zu tragen. Lediglich bei kleinen Ohren kann es gelegentlich zu Problemen kommen. Grundsätzlich könnt ihr damit auch Sport treiben. Solange ihr nicht liegt oder kopfüberhängt, fallen die Xiaomi Buds 6 nicht heraus. Beim Liegen halten sie ebenfalls, bestimmte Bewegungen können sie jedoch lockern.
Dafür könnt ihr die Kopfhörer mehrere Stunden ohne Ermüdungserscheinungen nutzen, da sie die Ohren nur wenig belasten. Wichtig ist hierbei, die Kopfhörer etwas einzudrehen, um Lautstärkeverluste durch die Bauform zu vermeiden. Liegt alles eng am Ohr an, verbessert sich auch der Halt.
Schweiß und Wasser machen den beiden Earbuds nichts aus, was das IP54-Zertifikat bestätigt. Achtet jedoch darauf, dass die Station offiziell weder vor Wasser noch vor Staub geschützt ist.
Soundqualität der Xiaomi Buds 6
Statt wie bei den Xiaomi Buds 5 Pro (zum Test) auf mehrere Treiber zu setzen, kommt hier wieder nur ein Treiber pro Kopfhörer zum Einsatz. Es handelt sich um einen dynamischen Treiber mit drei Magneten und einer Goldlegierung. Das Gold schützt die Bauteile vermutlich vor Feuchtigkeit.
Xiaomi wirbt mit einer Übertragungsrate von 2,1Mbit/s, um verlustfreien Ton sicherzustellen. Dafür nutzen die Kopfhörer aptX-Adaptive/Lossless, LC3, AAC und SBC. Außerdem kooperiert der Hersteller erneut mit Harman für die Abstimmung und verschiedene Klangprofile.
Für die Datenübertragung nutzen die Kopfhörer Bluetooth 5.4 in der LE-Variante (Low Energy). ANC und Spatial Audio sind ebenfalls an Bord. Zudem ermöglicht eine KI-Funktion die Aufzeichnung und Echtzeitübersetzung von Gesprächen direkt über die Buds.
| Frequenz: | 16 – 40.000Hz |
| Bluetooth: | 5.4 LE |
| Treibergröße: | k.A. |
| Nennleistung: | k.A. |
| Chipsatz: | k.A. |
| ANC-Dämpfung: | bis zu 95dB |
| Reichweite: | 15m |
| Modellnummer: | M2540E1 |
| Widerstand: | k.A. |
| Einzelnutzung: | Ja |
| Lautstärke: | k.A. |
| Hochauflösender Codec: | Ja, aptX-Adaptive/Lossless |
| Profile/Codecs: | AVRCP 1.6, A2DP 1.3, HFP 1.7, HSP, SBC, AAC, aptX-Adaptive/Lossless, LC3 |
| Akkukapazität EB: | 35mAh |
| Akkukapazität LS: | 475mAh |
| Wasserresistenz: | IP54 |
Sound
Die Xiaomi Buds 6 bieten eine Fülle an kombinierbaren Einstellungsmöglichkeiten. Standardmäßig ist „Ausgewogener Sound“ als Audioprofil aktiv. Es empfiehlt sich jedoch, „Harman AudioEFX“ oder „Harman Master“ zu nutzen, da beide Profile die Dynamik ungemein verbessern. Letzteres betont prägnante Tiefen, während Ersteres einen ausgeglichenen Klang mit klaren Höhen und Mitten liefert.
Richtig im Ohr platziert, liefern die Xiaomi Buds 6 einen hervorragenden Sound mit differenzierten Klängen, vielen Details und kraftvollen Bässen. Im Standardprofil klingen sie eher flach und unaufgeregt. Die beiden Harman-Profile werten das Erlebnis deutlich auf.
Besonders die hervorragende Stereoaufteilung überzeugt. Die Kopfhörer bilden sogar eine Bühne ab, was für Half-In-Ears nicht selbstverständlich ist. Sie geben auch komplexe Stücke einwandfrei wieder. Lediglich im absoluten Tieftonbereich agieren die Buds etwas unsauber. Hohe Lautstärken sind gut nutzbar, ab etwa 80% nehmen die Details jedoch ab.
ANC & Spatial Audio
Spatial Audio ist voll integriert und funktioniert dank Hardwareunterstützung gut. Der Effekt lässt sich ohne Unterbrechung parallel zum HQ-Codec und ANC aktivieren. Die Soundqualität bleibt hoch, es entsteht jedoch ein leichter Hall-Effekt. Die zwei Modi „Video“ und „Musik“ setzen unterschiedliche Schwerpunkte. „Video“ überzeugt dabei mehr, da der Hall dezenter ausfällt. Die Integration ist insgesamt gelungen, der Tieftonbereich bietet jedoch noch Verbesserungspotenzial.
ANC ist bei Half-In-Ears bauartbedingt schwierig. Da der Gehörgang nicht isoliert ist, funktioniert die Geräuschunterdrückung nicht optimal. Bei aktiviertem ANC stehen folglich nur die Optionen „Ausgeglichen“ und „Tief“ zur Verfügung. „Ausgeglichen“ zeigt keine merkbare Auswirkung. „Tief“ wirkt kontinuierlichen, tiefen Geräuschen, beispielsweise im Flugzeug, immerhin leicht entgegen. Positiv ist, dass das ANC nicht unerwünscht in die Audioabstimmung eingreift.
Nahezu jeder In-Ear- und besonders jeder Over-Ear-Kopfhörer bietet jedoch ein deutlich besseres ANC-Erlebnis.
Pairing & App
Das Pairing funktioniert reibungslos direkt beim ersten Aufklappen der Station. Bei entsprechender Unterstützung eures Smartphones meldet sich zudem Fast Pair.
Ihr bedient die Buds durch Zusammendrücken des Stäbchens oder durch Auf- und Abwischen für die Lautstärkeregelung. Diese Kombination funktioniert hervorragend.
- L/R einmal drücken: Pause/Play
- L zweimal drücken: vorheriger Titel
- R zweimal drücken: nächster Titel
- L/R dreimal drücken: Audio aufzeichnen
- L/R drücken und halten: ANC an/aus
- L/R nach oben wischen: Lautstärke anheben
- L/R nach unten wischen: Lautstärke verringern
Die Steuerungsmöglichkeiten fallen umfangreich aus und decken alle wichtigen Eingaben ab. Xiaomi ermöglicht es auch, die Touch-Funktion komplett zu deaktivieren. Abgesehen vom Wischen lassen sich alle Eingaben frei konfigurieren.
App – Xiaomi Earbuds
Xiaomis eigene App steht anderen Anwendungen in nichts nach und präsentiert die meisten Einstellungen übersichtlich auf der Startseite. Beachtet jedoch: Falls ihr die Xiaomi Buds 6 vorab aus China importiert, müsst ihr die Region in der App auf das chinesische Festland umstellen, andernfalls erkennt die App die Buds nicht. Dies bleibt vermutlich auch nach der internationalen Veröffentlichung bei Import-Geräten notwendig.
Die Nachteile eines Imports beschränken sich auf einen Punkt: Die Aktivierung und Deaktivierung der Sprachaufnahme bestätigt eine chinesische Ansage. Alle anderen Optionen nutzen lediglich einen Signalton.
Die Sprachaufnahme ist das spannendste Feature der Kopfhörer. Standardmäßig startet ihr die Aufnahme mit einem dreifachen Druck auf das Stäbchen. Beide Earbuds verfügen über einen getrennten Speicher mit einer Kapazität für rund 90 Minuten pro Kopfhörer. Die Buds zeichnen eure Stimme, Umgebungsgeräusche und die aktuelle Audiowiedergabe auf. In unserem Test mit Musik fiel auf, dass die Aufnahmequalität für Musikgenuss nicht ausreicht. Gesprochene Inhalte zeichnet das System hingegen klar auf, weshalb sich die Funktion gut für Telefonate eignet.
Musikaufnahme Xiaomi Buds 6
Ist der Speicher voll, endet die Aufnahme automatisch. Ihr leert den Speicher über die App, wo ihr die Dateien löschen oder auf euer Smartphone herunterladen könnt. Vor dem Download lassen sie sich nicht abspielen. Wenn beide Kopfhörer gleichzeitig aufnehmen, entsteht theoretisch eine Stereo-Aufnahme, ihr müsst die Tonspuren jedoch manuell am Rechner zusammenlegen. Die Aufnahmefunktion lässt sich auch aktivieren, während die Buds in der Station liegen – vorausgesetzt, der Deckel bleibt geöffnet.
Die beworbene Echtzeitübersetzung ließ sich mangels Option in der App nicht testen. Dieses Feature bleibt Nutzern von Xiaomi-Smartphones vorbehalten.
Sprachqualität der Xiaomi Buds 6
Mit drei Mikrofonen pro Earbud bieten die Kopfhörer ein solides Fundament für eine gute Sprachqualität und die ANC-Funktionalität. Die folgende Beispieldatei demonstriert die Aufnahmequalität bei Gesprächen mit der integrierten Aufnahmefunktion.
Sprachaufnahme Xiaomi Buds 6
Die tatsächliche Gesprächsqualität bei Telefonaten ist deutlich besser, als die Testaufnahme vermuten lässt. Dennoch dringen bauartbedingt viele Störgeräusche von außen durch. Die Bluetooth-Reichweite bleibt auf bis zu 15m stabil, selbst durch zwei dünnere Wände hindurch.
Akkulaufzeit der Xiaomi Buds 6
Die einzelnen Ohrhörer fassen jeweils 35mAh, die Station bietet 475mAh. Rechnerisch sollten sich die Buds etwa sechsmal aufladen lassen, in der Praxis reicht es für vier Ladungen.
Laut Xiaomi halten die Half-In-Ears bis zu 6 Stunden ohne ANC und 3,5 Stunden mit ANC durch. Diese Werte sind bei einer Lautstärke von 50% realistisch. Im Alltagsbetrieb mit circa 70% Lautstärke fallen die Einbußen mit jeweils 0,5 bis 1 Stunde überschaubar aus.
Ihr ladet die Station über USB-C auf, kabelloses Laden wird nicht unterstützt. Eine vollständige Ladung der Buds dauert knapp 45 Minuten. Nach nur 10 Minuten Ladezeit steht wieder Energie für 2 Stunden Wiedergabe bereit. Die Ladung der Station dauert typischerweise doppelt so lange.
Testergebnis
Die Xiaomi Buds 6 sind eine kleine Weiterentwicklung der Xiaomi Buds 5. Die Funktionen sind überwiegend identisch, die Hardwareausstattung wurde leicht modernisiert. Das macht die Buds 6 jedoch nicht zu schlechten Kopfhörern, ganz im Gegenteil. Für Half-In-Ears ist der Klang gut und überzeugt mit vielen Details sowie einer starken Stereo-Performance. Besonders die Kooperation mit Harman trägt hier Früchte, da diese Audioprofile hervorragend klingen.
Negativ fällt die kurze Akkulaufzeit auf. Die Aufnahmefunktion ist eine gelungene Erweiterung, setzt aber zwingend die App voraus. Die Echtzeitübersetzung war im Test noch nicht verfügbar. Sie wird entweder per Update nachgeliefert oder bleibt exklusiv dem chinesischen Markt vorbehalten.
Xiaomi hätte die Buds 6 in China gerne für rund 85€ verkauft. Mit den Importkosten landen sie jedoch bei über 100€, was zu teuer ist. Wir gehen davon aus, dass die globale Version der Kopfhörer ebenfalls bei 85 bis 90€ starten wird. Xiaomi lässt sich das gut bezahlen. Wenn ihr warten könnt, solltet ihr nach Rabattaktionen Ausschau halten. Als Half-In-Ear-Tipp landen die Xiaomi Buds 6 in unserer Kopfhörer-Bestenliste und erhalten somit eine Kaufempfehlung.
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