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Xiaomi 18 Fold im Test

Getestet von Jonas Andre am Bewertung: 84%
Vorteile
  • Xring O3 mit Top-Leistung
  • sehr gute Akkulaufzeit
  • zwei helle 120Hz-Displays
  • Falz kaum spürbar
  • schnelles Laden, auch kabellos
  • schneller USB-C-Anschluss mit Bildausgabe
  • UWB an Bord
  • komplett deutsche Systemsprache
  • starke Haupt- und Telekamera
Nachteile
  • unhandliches Format
  • nahezu alle Apps einfach nicht angepasst
  • deutliches Thermal Throttling
  • keine eSIM
  • hoher Importpreis
  • schwache Ultraweitwinkel-Kamera bei Nacht
Springe zu:
CPU Xiaomi Xring O3 -
RAM 12GB RAM, 16GB RAM
Speicher 1 TB, 256GB, 512GB
GPU
Display 2364 x 1672, 7,6 Zoll 120Hz (AMOLED)
Betriebssystem HyperOS - Android 17
Akkukapazität 6000mAh
Ladegeschwindigkeit 67 Watt, 50 Watt (kabellos)
Speicher erweiterbar Nein
Hauptkamera 200MP + 50MP (dual) + 50MP (triple)
Frontkamera 16MP
USB-Anschluss USB-C 3.1 (10GBit/s)
Kopfhöreranschluss Nein
Entsperrung Fingerabdruck, Face-ID
4G 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 13, 17, 18, 19, 20, 25, 26, 28, 34, 66, 38, 39, 40, 41
5G 1, 2, 3, 5, 7, 8, 12, 20, 25, 28, 38, 40, 41, 66, 77, 78
NFC Ja
SIM Dual - nano
Gewicht 219g
Maße 118 x 83,6 x 10,7mm
Antutu (v11) 4390671
Benachrichtigungs-LED Nein
Updatezeitraum unklar
Hersteller
Getestet am 10.10.2026

Mit dem 18 Fold geht Xiaomi bei seinen Foldables einen neuen Weg. Statt eines Nachfolgers für das schmale, lange Mix Fold 4 (zum Test) kommt ein Foldable im Format eines Reisepasses: zugeklappt breit und kurz, aufgeklappt ein 7,58 Zoll großes Display mit den Proportionen eines DIN-A4-Blatts. Verbaut ist mit dem Xring O3 der zweite selbst entwickelte Smartphone-Prozessor von Xiaomi. Das Xiaomi 18 Fold gibt es nur in China, dort startet es bei umgerechnet rund 1.400€. Als Import zahlt ihr für die Basisversion rund 1.690€, für unsere Version mit 12GB und 512GB rund 1.860€.

Xiaomi 18 Fold Rueckseite

Dieselbe Idee verfolgt Samsung mit dem Galaxy Fold 8 (zum Test), und auch Apple setzt beim iPhone Duo (zur Ankündigung) auf ein breites Außendisplay. Wir haben das Xiaomi 18 Fold drei Wochen genutzt und klären im Test, ob das Format im Alltag funktioniert und ob Xiaomis eigener Chip im flachen Foldable-Gehäuse die Wärme in den Griff bekommt.


Xiaomi 18 Fold vorgestellt Beitragsbild PNG
Xiaomi 18 Fold
Samsung Galaxy Fold 8 Test Beitragsbild png
Samsung Galaxy Fold 8
Vivo X Fold 6 Test Beitragsbild png
Vivo X Fold 6
Größe 118 x 83,6 x 10,7mm 124 x 81,9 x 9,7mm 157,2 x 74,3 x 9,4mm
Gewicht 219g 201g 228g
CPU Xiaomi Xring O3 - Snapdragon 8 Elite Gen 5 - 2 x 4,6GHz + 6 x 3,6 GHz MediaTek Dimensity 9500 - 1 x 4,2 GHz + 3 x 3,5 GHz + 4 x 2,7 GHz
RAM 12 GB RAM, 16 GB RAM 12 GB RAM, 16 GB RAM 12 GB RAM, 16 GB RAM
Speicher erweiterbar Nein Nein Nein
Display 2364 x 1672, 7,6 Zoll 120Hz (AMOLED) 1972 x 1248 120Hz (AMOLED) 2528 x 1120, 6,5 Zoll 120Hz (AMOLED)
Betriebssystem Android, HyperOS Android 17, One UI Android 16, OriginOS
Akku 6000 mAh (67 Watt)
kabelloses Laden
4800 mAh (45 Watt)
kabelloses Laden
7000 mAh (80 Watt)
kabelloses Laden
Kameras 200 MP + 50MP (dual) + 50MP (triple) 50 MP + 50MP (dual) 200 MP + 50MP (dual) + 50MP (triple)
Frontkamera 16 MP 10 MP 20 MP
Anschlüsse USB-C 3.1 (10GBit/s), Dual-SIM USB-C 3.0 (5GBit/s), Dual-SIM USB-C 3.1 (10GBit/s), Dual-SIM
Entsperrung Fingerabdruck, Face-ID Fingerabdruck, Face-ID Fingerabdruck, Face-ID
Empfang 5G: n1, n2, n3, n5, n7, n8, n12, n20, n25, n28, n38, n40, n41, n66, n77, n78
4G: 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 13, 17, 18, 19, 20, 25, 26, 28, 34, 66, 38, 39, 40, 41
5G: n1, n2, n3, n5, n7, n8, n12, n20, n25, n28, n38, n40, n41, n66, n75, n77, n78
4G: 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 13, 17, 18, 19, 20, 25, 26, 28, 32, 66, 38, 39, 40, 41
5G: n1, n2, n3, n5, n7, n8, n12, n20, n25, n28, n38, n40, n41, n66, n77, n78
4G: 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 17, 18, 19, 20, 25, 26, 28, 34, 66, 38, 39, 40, 41
Zum Testbericht Zum Testbericht

Design und Verarbeitung

Das Xiaomi 18 Fold sieht zugeklappt aus wie ein zu breit geratenes Smartphone. Es misst 118 x 83,6 x 10,7 Millimeter, aufgeklappt sind es 118 x 164 x 5,0 Millimeter. Mit 219 Gramm ist es 18 Gramm schwerer als das Galaxy Fold 8 und leichter als das Vivo X Fold 6 (zum Test) mit 228 Gramm, das noch das klassische hohe Format nutzt.

Wir haben die rote Version mit 12GB und 512GB im Test. Der Rahmen besteht aus Aluminium, die matte Rückseite schützt Xiaomis eigenes gehärtetes Glas. Neben Schwarz, Weiß und Rot gibt es eine Keramik-Version, deren Rückseite aus Siliziumnitrid besteht. Die Falz ist im Alltag kaum zu spüren, beim Wischen über das Innendisplay fällt sie praktisch nicht auf. Optisch sieht das jedoch anders aus: Gerade im Licht fällt die Falz deutlich auf.

Das Scharnier hält das 18 Fold auch in Zwischenstellungen. Halb aufgeklappt steht es wie ein Zelt auf dem Tisch oder lässt sich wie ein kleiner Laptop aufstellen, etwa für Videocalls. Das Galaxy Fold 8 bleibt dagegen nicht in einer halb geöffneten Stellung stehen.

Das 18 Fold ist nach IP58/IP59 zertifiziert. Das bedeutet Schutz gegen Untertauchen in bis zu 1,5 Metern Süßwasser für eine halbe Stunde, gegen Staub ist es dagegen nicht vollständig geschützt. Honor schafft beim Magic V6 (zur Ankündigung) bereits IP68 und IP69. Der Fingerabdrucksensor sitzt im Powerbutton und funktionierte sehr gut. Der USB-C-Anschluss überträgt mit 10Gbit/s und gibt das Bild per DisplayPort-Output an einen Monitor aus.

Formfaktor des Xiaomi 18 Fold

Beide Displays haben dasselbe Seitenverhältnis von rund 1,41:1. Beim Aufklappen springt der Inhalt deshalb nicht in ein völlig anderes Format. Videos und Fotos füllen das Innendisplay besser aus als bei einem Buch-Foldable mit fast quadratischem Display. Der Preis dafür ist ein Außendisplay, das mit 5,38 Zoll breiter und vor allem kürzer ausfällt als bei jedem normalen Smartphone.

Und genau damit wurde ich auch nach drei Wochen nicht warm. Das Xiaomi 18 Fold liegt unhandlich in der Hand und fühlt sich im Alltag eigenartig an. Viele Apps sind auf das kurze Außendisplay nicht ausgelegt, es passt nur wenig Inhalt untereinander, und ihr scrollt ständig. Das nervt. Damit das Format massentauglich wird, müssten deutlich mehr Apps darauf angepasst werden. Dasselbe hatte Erik schon beim Galaxy Fold 8 kritisiert, dessen Außendisplay mit 5,5 Zoll eine Spur höher ausfällt.

Am meisten habe ich das 18 Fold für Videos und zum Scrollen durch TikTok genutzt. Als Arbeitsgerät für E-Mails, Dokumente und mehrere Apps nebeneinander hat es mich nicht überzeugt. Anders als beim Galaxy Fold 8 könnt ihr das Format vor dem Kauf auch nicht im Elektronikmarkt ausprobieren, denn das 18 Fold gibt es nur als Import.

Insgesamt ist das Xiaomi 18 Fold hochwertig verarbeitet und die Falz kaum spürbar, das breite Format bleibt aber auch nach Wochen gewöhnungsbedürftig.

Lieferumfang des Xiaomi 18 Fold

Im Karton liegt bei der China-Version alles, was ihr braucht. Nur das Kabel taugt nicht für schnelle Datenübertragung:

  • 67W-Netzteil (China-Stecker, Tradingshenzhen legt einen EU-Adapter bei)
  • USB-C-Kabel (nur USB 2.0, für 10Gbit/s braucht ihr ein eigenes USB-3-Kabel)
  • farblich passende Schutzhülle
  • Displayschutzfolie (ab Werk aufgeklebt)
  • SIM-Nadel
  • Anleitungen

Eine Global-Version des 18 Fold gibt es nicht, Xiaomi verkauft das Foldable bisher nur in China. Unser Testgerät hat uns Tradingshenzhen zur Verfügung gestellt, dort kostet das 18 Fold je nach Version zwischen 1.687€ und 2.257€.

Displays des Xiaomi 18 Fold

Xiaomi 18 Fold Innendisplay Testbild

Innen verbaut Xiaomi ein 7,58 Zoll großes AMOLED-Display mit 2364 x 1672 Pixel, außen eines mit 5,38 Zoll und 1712 x 1168 Pixel. Beide arbeiten mit bis zu 120Hz und regeln die Bildwiederholrate je nach Inhalt herunter. Xiaomi gibt für beide Displays eine Spitzenhelligkeit von bis zu 4.000 Lux an. Wir messen im Automatikmodus in direktem Sonnenlicht außen 2.000 Lux und innen 1.800 Lux. Das reicht im Alltag aus, beide Displays sind auch in direkter Sonne sehr gut ablesbar. Das Innendisplay spiegelt in der Sonne allerdings deutlich stärker als das Außendisplay. Das Galaxy Fold 8 kommt bei uns auf 2.670 Lux außen und 2.100 Lux innen, das Vivo X Fold 6 auf 1.370 Lux.

Display Helligkeit (in Lux) Einheit: Lux
smartzone logo
2.990 Lux
2.000 Lux
1.370 Lux
0
300
600
900
1.200
1.500
1.800
2.100
2.400
2.700
3.000

Dazu gibt es volle HDR-Unterstützung und Widevine L1. Ab Werk setzt Xiaomi über den gesamten Helligkeitsbereich auf DC-Dimming. Erst wer die „Adaptive Bildwiederholrate Pro“ aktiviert, bekommt mehr Optionen bei der Bildwiederholrate und wechselt dafür auf PWM-Dimming. Ein Always-on-Display steht ebenfalls bereit. Das Format zeigt sich auch hier. Videos im 16:9-Format nutzen auf dem Innendisplay mehr Fläche als auf einem fast quadratischen Buch-Foldable. Das Außendisplay bleibt dagegen zum Tippen und Lesen häufig zu kurz.

Insgesamt liefert Xiaomi zwei helle, scharfe und im Sonnenlicht sehr gut ablesbare Displays, deren Zuschnitt mich aber weniger überzeugt als die Panels selbst.

Leistung

Der Prozessor ist Xiaomis eigener Xring O3, gefertigt bei TSMC im 3-Nanometer-Verfahren. Alle Details zum Chip habe ich bereits im Xring-O3-Check zusammengefasst.

Antutu (v11)
smartzone logo
Xiaomi Xring O3 4.390.671
Snapdragon 8 Elite Gen 5 3.930.500
MediaTek Dimensity 9500 3.578.665
Snapdragon 8 Elite 3.084.420
0
500.000
1.000.000
1.500.000
2.000.000
2.500.000
3.000.000
3.500.000
4.000.000
4.500.000
5.000.000
Antutu (v10)
smartzone logo
Snapdragon 8 Elite 2.638.100
MediaTek Dimensity 9500 2.600.438
0
300.000
600.000
900.000
1.200.000
1.500.000
1.800.000
2.100.000
2.400.000
2.700.000
3.000.000
Geekbench Single (v6)
0
400
800
1.200
1.600
2.000
2.400
2.800
3.200
3.600
4.000
Geekbench Multi (v6)
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
14.000
16.000
18.000
20.000
3D Mark (Wildlife Extreme)
0
1.000
2.000
3.000
4.000
5.000
6.000
7.000
8.000
9.000
10.000

Bei den Benchmarks landet das 18 Fold ganz oben im Foldable-Feld. Im Multi-Core-Test und bei der Grafik liegt es vor dem Galaxy Fold 8 mit Snapdragon 8 Elite Gen 5, nur im Single-Core-Test hat Samsung knapp die Nase vorn. Leistung ist also mehr als genug vorhanden, im Alltag starten Apps sofort und Ruckler sind uns nicht begegnet. Unser Testgerät hat 12GB LPDDR5X-Arbeitsspeicher und 512GB UFS-4.1-Speicher. Im Speichertest lesen wir 4.570MB/s und schreiben 4.400MB/s, das sind sehr gute Werte. In China gibt es außerdem Versionen mit 12/256GB, 16/512GB und 16GB mit 1TB, die größte setzt als eines der ersten Smartphones auf LPDDR6-Arbeitsspeicher.

Unter Dauerlast drosselt das 18 Fold deutlich. Im 30-minütigen CPU-Stresstest bricht die Leistung nach etwa sieben Minuten ein und pendelt danach stark, am Ende verliert der Xring O3 62% Leistung. Im 3DMark-Stresstest verliert die Grafik 60%, das Xiaomi 18 Fold hält aber alle 20 Durchläufe durch. Der Vorgänger Xring O1 im Xiaomi 15S Pro (zum Test) brach hier noch nach zehn Durchläufen ab. Auch das Galaxy Fold 8 fällt im Stresstest unter die Hälfte seiner Ausgangsleistung, im flachen Foldable-Gehäuse ist das kaum zu vermeiden.

30 Minuten Gaming liefen ohne einen einzigen Ruckler, das Xiaomi 18 Fold wurde dabei mit rund 39 Grad spürbar warm, aber nie unangenehm. Wer zu der kleinen Gruppe der sehr anspruchsvollen Smartphone-Gamer gehört, könnte in ein paar Jahren bei den neuesten Games Probleme bekommen. Alle anderen erhalten ein Gerät, das pfeilschnell und zukunftssicher ist.

System

Das Xiaomi 18 Fold läuft mit Android 17 und HyperOS 4. Eine Global-Version gibt es nicht und damit auch kein offizielles Update-Versprechen. Updates kommen trotzdem regelmäßig, unser Testgerät hat während des Tests bereits zwei Updates bekommen. Für das große Display gibt es Splitscreen mit zwei oder drei Apps nebeneinander. Nicht jede App kommt aber mit dem ungewohnten Seitenverhältnis zurecht, das gilt im Splitscreen genauso wie auf dem Außendisplay. Manche Apps überlagern etwa komplett die oberste Zeile und die dortigen Infos.

Die China-Version lässt sich komplett auf Deutsch einstellen, inklusive Xiaomis eigener Menüs. Beim 15S Pro und beim Xiaomi 17 (zum Test) gab es in der China-Version nur Englisch. Google Wallet funktioniert problemlos, bei Banking-Apps kommt es auf eure Bank an. Curve und Bank Norwegian liefen bei mir ohne Probleme.

China-Version:

Wir haben das Xiaomi 18 Fold direkt in China gekauft. Folgendes betrifft nicht globale Versionen von Xiaomi Smartphones, wobei es das 18 Fold voraussichtlich hier nicht geben wird!

  • deutsche Systemsprache
  • Google Play Store und Google-Dienste
  • Google Wallet
  • Banking-Apps laufen (je nach Bank)
  • Widevine L1
  • Updates über das System
  • Bloatware deinstallierbar

  • kein Google Standortverlauf
  • WearOS nur eingeschränkt
  • keine Symbole westlicher Apps auf dem Always-on-Display
  • Push-Benachrichtigungen brauchen Anpassungen
  • kein Android Auto

Wie ihr die China-Version von HyperOS optimal für die Nutzung in Deutschland einrichtet, haben wir in unserer Anleitung zusammengefasst. Überflüssige chinesische Apps werdet ihr mit dem Android Debloater schnell los.

Insgesamt funktioniert die China-Version mit HyperOS 4 in Deutschland gut, das ungewohnte Format bringt aber viele Apps an ihre Grenzen.

Kamera des Xiaomi 18 Fold

Xiaomi 18 Fold Kameramodul Leica

Bei der Kamera spart Xiaomi im Gegensatz zu Samsung nicht. Das 18 Fold hat neben Haupt- und Ultraweitwinkel-Kamera eine Telekamera mit Periskop, und auch hier entstehen die Kameras in Zusammenarbeit mit Leica.

Kamera-Setup

  • Hauptkamera: 200 Megapixel, f/1.7, 1/1.56 Zoll, 23mm, Autofokus, OIS
  • Telekamera: 50 Megapixel, f/2.8, 1/2.44 Zoll, 80mm, OIS, 3,5-fach Zoom
  • Ultraweitwinkel-Kamera: 50 Megapixel, f/2.4, 1/2.55 Zoll, 17mm
  • Selfie-Kameras: je 16 Megapixel, f/2.2 (innen und außen)

Die Hauptkamera hat einen Sensor in derselben Größenklasse wie beim Galaxy Fold 8, löst aber deutlich höher auf. Der entscheidende Unterschied ist die Telekamera: Samsung verzichtet beim Galaxy Fold 8 komplett darauf und zoomt nur digital, das 18 Fold hat ein echtes 3,5-fach-Periskop. Das Vivo X Fold 6 fährt eine ähnliche Kombination auf.

Hauptkamera Tageslicht

Bei Tageslicht liefert die Hauptkamera sehr gute Ergebnisse. Schärfe und Detailgrad sind hoch, selbst Dachziegel, Fensterrahmen und Verzierungen an Fassaden bleiben sauber. Die Farben fallen kräftig, aber natürlich aus, der Himmel ist tiefblau, ohne ins Türkis zu kippen, und der Weißabgleich arbeitet verlässlich.

Der Dynamikumfang ist groß. In den Kirchen brennt nichts aus, und die Schatten bleiben trotzdem gut durchgezeichnet. In einzelnen Szenen hebt die Bildverarbeitung die Schatten allerdings so stark an, dass das Bild etwas flach wirkt. Makroaufnahmen von Blüten und Innenaufnahmen gelingen ebenfalls mit vielen Details und sauberer Motivabtrennung.

Hauptkamera Nachtaufnahmen

Auch nachts überzeugt die Hauptkamera. Die Aufnahmen sind hell, ohne künstlich nach Tag auszusehen, der Himmel bleibt schwarz. Schärfe und Detailgrad sind hoch, Schriftzüge an angestrahlten Fassaden bleiben klar lesbar, und Rauschen ist kaum zu sehen. Laternen und beleuchtete Schaufenster brennen nicht aus. Unter Straßenlaternen fallen die Farben warm aus, passen aber zur Stimmung vor Ort. Auf dunklen Flächen wie Pflaster und Rasen glättet die Bildverarbeitung sichtbar, das fällt aber nur in der Vergrößerung auf.

Ultraweitwinkel-Kamera

Die Ultraweitwinkel-Kamera trifft Farben und Belichtung der Hauptkamera sehr gut, der Wechsel zwischen beiden fällt im Bild kaum auf. In der Bildmitte ist der Detailgrad ordentlich, zu den Rändern hin werden feine Strukturen wie Rasen oder Laub aber weich und verwaschen. Gerade Linien bleiben gerade, nur Gebäude am Bildrand wirken leicht gestreckt.

Bei Nacht fällt die Ultraweitwinkel-Kamera deutlich ab. Die Belichtung stimmt zwar, und die Bilder sind hell genug, feine Details verschwinden aber in der Bildverarbeitung. Rasen, Laub und Pflaster wirken verschmiert, als wären sie gemalt, und auch Gebäude verlieren an Schärfe. Für Schnappschüsse reicht das, an die Hauptkamera kommt sie nachts nicht heran.

Zoom-Aufnahmen

Mit der 3,5-fach-Telekamera gelingen sehr scharfe Aufnahmen mit kräftigen Farben. Die Bildverarbeitung schärft dabei sichtbar nach, an Fassaden und Laub wirkt das stellenweise etwas hart, fällt aber nur in der Vergrößerung auf. Für Nahaufnahmen mit 3,5-fach nutzt das 18 Fold einen Ausschnitt der Hauptkamera. Blüten heben sich so mit weichem Hintergrund schön vom Rest ab. Gegenüber dem Galaxy Fold 8, das ab der 4-fachen Vergrößerung deutlich an Qualität verliert, ist das ein klarer Vorteil. Ab der 7-fachen Vergrößerung nimmt die Qualität aber auch beim Xiaomi 18 Fold spürbar ab, für gelegentliche Schnappschüsse reicht sie dennoch.

Auch nachts liefert die Telekamera scharfe Aufnahmen. Uhrzeiger, Fensterrahmen und Verzierungen an Fassaden bleiben klar erkennbar, und das Rauschen hält sich in Grenzen. Die Farben fallen unter Straßenlaternen etwas wärmer aus als vor Ort. Das Galaxy Fold 8 muss hier ohne Telekamera komplett digital zoomen.

Porträt-Aufnahmen

Im Porträtmodus stehen 46mm und 85mm zur Auswahl. Die Motiverkennung arbeitet präzise, auch Haare werden sauber vom Hintergrund getrennt, und die Hauttöne fallen natürlich aus. Mit 85mm wird der Hintergrund deutlich weicher und der Bildwinkel wirkt natürlicher. Vor sattem Grün übertreibt die Kamera es mit 85mm allerdings bei den Farben, der Hintergrund kippt dann ins Gelbliche. Dennoch bleibt die Zoom-Kamera die bessere und vor allem eine gute Wahl für Porträts.

Selfies

Die Frontkameras liefern bei Tageslicht scharfe Selfies mit vielen Details, etwa im Bart, und natürlichen Hauttönen. Auch bei direkter Sonne bleibt der Hintergrund korrekt belichtet. Wer mehr Umgebung oder mehrere Personen aufs Bild bekommen will, schaltet auf den weiteren Bildwinkel um.

Die besten Selfies macht ihr mit dem 18 Fold aber gar nicht mit den Frontkameras. Klappt ihr es auf, dient das Außendisplay als Sucher, und ihr fotografiert euch mit der Hauptkamera oder der Ultraweitwinkel-Kamera. Die Ergebnisse sind den Frontkameras klar überlegen.

Videos mit dem Xiaomi 18 Fold

Alle drei rückseitigen Kameras filmen in 4K mit 60fps. Die Stabilisierung arbeitet zuverlässig, beim Gehen wirken Videos ruhig, und Probleme mit dem Fokus hatten wir keine. Die Stabilisierung erreicht aber nicht das Niveau von Flaggschiff-Smartphones mit Snapdragon-Prozessor. Mit dem Außendisplay als Sucher gelingen außerdem Vlogs mit der Hauptkamera, die deutlich besser aussehen als mit der Frontkamera. Die Soundqualität ist gut!

Zwischenfazit Kamera

Mit dem 18 Fold liefert Xiaomi eine der besten Kameras im Foldable-Feld. Die Hauptkamera ist bei Tag und Nacht sehr gut, und die echte Telekamera bleibt auch nachts scharf. Gegenüber dem Galaxy Fold 8, das ganz auf eine Telekamera verzichtet, ist das ein klarer Vorteil. Die Porträts gelingen mit sauberer Motivabtrennung, und mit dem Außendisplay als Sucher werden Selfies und Vlogs mit der Hauptkamera richtig gut. Schwachpunkt ist die Ultraweitwinkel-Kamera, die zu den Rändern hin weich wird und nachts deutlich verschmiert. Videos nehmen alle drei Kameras auf der Rückseite in 4K mit 60fps auf, ruhig stabilisiert und ohne Probleme beim Fokus.

Konnektivität und Kommunikation

Xiaomi 18 Fold SIM Slot mit SIM Nadel
Das Xiaomi 18 Fold nimmt zwei SIM-Karten auf, eine eSIM gibt es nicht. LTE Band 20 und die hierzulande genutzten 5G-Frequenzen sind alle an Bord.

  • 5G: n1/n2/n3/n5/n7/n8/n12/n13/n18/n20/n25/n26/n28/n34/n38/n39/n40/n41/n48/n66/n77/n78/n79
  • 4G (LTE): 1/2/3/4/5/7/8/12/13/17/18/19/20/25/26/28/34/38/39/40/41/42/48/66

Mit einer deutschen SIM-Karte funktionieren VoLTE und WLAN-Anrufe problemlos.

Bei der drahtlosen Verbindung gibt es WiFi 7 und Bluetooth 6.0 mit LDAC, LHDC und aptX HD, dazu NFC und UWB. Das 6GHz-Band fehlt allerdings, WiFi 7 funkt nur auf 2,4 und 5GHz. Das Galaxy Fold 8 nutzt auch das 6GHz-Band. Dual-GPS gibt es für GPS, Galileo und BeiDou, dazu kommt GLONASS. Die Navigation klappte im Praxistest zuverlässig, auch wenn die Genauigkeit in unserer Test-App nicht wirklich gut war! An Sensoren sind ein Barometer, ein Kompass, ein Gyroskop, ein Näherungssensor, zwei Helligkeitssensoren und ein Sensor für den Klappwinkel verbaut. Einen Infrarot-Sender für Fernseher und Klimaanlagen gibt es ebenfalls.

Die Stereo-Lautsprecher sind höchstens durchschnittlich. Im direkten Vergleich klingt das Xiaomi 18 Pro Max (zur Ankündigung) deutlich voller, detaillierter und auch lauter. Bei einem so dünnen Foldable ist das aber nicht ungewöhnlich. Der geringe Abstand der Lautsprecher zueinander sorgt auch für ein weniger ausgeprägtes Stereo-Gefühl.

Akkulaufzeit des Xiaomi 18 Fold

Das Xiaomi 18 Fold hat einen 6.000mAh starken Silizium-Kohlenstoff-Akku. Das ist mehr als beim Galaxy Fold 8 mit 4.800mAh, das Vivo X Fold 6 bringt im hohen Format 7.000mAh unter.

Akkulaufzeit (60Hz) Einheit: Stunden
smartzone logo
7.000 mAh 23,6 Std
6.000 mAh 23,4 Std
4.800 mAh 22,1 Std
5.820 mAh 21,2 Std
0
5
10
15
20
25
30

Im PCMark Battery Test erreichen wir mit 60Hz auf dem Innendisplay 23 Stunden 25 Minuten und auf dem Außendisplay 25 Stunden 33 Minuten. Die Werte mit 120Hz lassen wir bewusst weg: Offensichtlich führt das System den Benchmark fast durchgehend mit 60Hz aus, egal welche Bildwiederholrate eingestellt ist. Das zeigt der Unterschied zwischen beiden Einstellungen, der mit knapp einer Stunde auf dem Innendisplay und praktisch null auf dem Außendisplay deutlich zu gering ausfällt. Ein Wert mit 120Hz würde das 18 Fold zu gut dastehen lassen. Zum Vergleich mit 60Hz: Das Vivo X Fold 6 liegt trotz größerem Akku mit 23,6 Stunden auf demselben Niveau, das Galaxy Fold 8 mit 22,1 Stunden und das Honor Magic V5 (zum Test) mit 21,2 Stunden darunter. Eine Stunde YouTube in 4K auf dem großen Display kostet rund 3% Akku. Im Standby verliert das 18 Fold drei bis vier Prozent pro Nacht.

Im Alltag hält das 18 Fold problemlos zwei Tage durch, auch wenn ich es zuletzt wirklich oft aufgeklappt habe. Drei bis vier Stunden Bildschirmzeit pro Tag sind dabei kein Thema.

Ladegeschwindigkeit Einheit: Minuten
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66 Watt 50 min
67 Watt 67 min
45 Watt 70 min
80 Watt 70 min
0
10
20
30
40
50
60
70
80

Mit dem mitgelieferten 67W-Netzteil ist das 18 Fold in 67 Minuten von 1 auf 100 Prozent voll. Nach 15 Minuten stehen 32 Prozent auf der Uhr, nach 30 Minuten 54 Prozent. Kabellos lädt das 18 Fold laut Xiaomi mit bis zu 50W. Auf unserem Ladepad im Auto hat das 18 Fold allerdings nicht geladen. Ein ähnliches Problem hatten wir beim Galaxy Fold 8, dessen breites Format die Ladespule vieler Halterungen nicht trifft. Kabelloses Reverse Charging ist neben kabelgebundenem Aufladen anderer Geräte ebenfalls verfügbar. Über den „Akkuschutz“ lässt sich die Ladung außerdem auf 80% begrenzen.

Testergebnis

Getestet von
Jonas Andre

Das Xiaomi 18 Fold ist technisch ein sehr starkes Foldable, scheitert bei uns aber am Format. Die außergewöhnlichsten Features sind Xiaomis eigener Xring O3, die Akkulaufzeit und die Kamera. Der Xring O3 liegt in den meisten Benchmarks vor Snapdragon und Dimensity, die Akkulaufzeit gehört trotz kompakter Bauform zu den besten, die wir bei Foldables gemessen haben, und die Kamera bietet eine sehr gute Hauptkamera und eine echte Telekamera, die auch nachts scharf bleibt. Natürlich gibt es auch zwei helle 120Hz-Displays, eine kaum spürbare Falz und schnelles Laden, sogar kabellos.

Das breite Format bleibt dagegen auch nach Wochen unhandlich. Auf dem kurzen Außendisplay passt in vielen Apps zu wenig Inhalt untereinander, und als Arbeitsgerät hat uns das 18 Fold nicht überzeugt. Am liebsten habe ich damit Videos geschaut und durch TikTok gescrollt. Dazu drosselt der Xring O3 unter Dauerlast deutlich, die Ultraweitwinkel-Kamera verschmiert nachts, eine eSIM fehlt, und gegen Staub ist das Gerät nicht vollständig geschützt. Das sind keine Deal-Breaker, aber bei einem Gerät dieser Preisklasse eindeutig Kritikpunkte.

So leid es mir tut: Ganz normale Foldables im hohen Format ergeben im Alltag mehr Sinn, auch wenn Apple das mit dem iPhone Duo offenbar anders sieht. Als China-Import für rund 1.860€ ist das Xiaomi 18 Fold außerdem schlicht zu teuer. Wer ein Foldable sucht, greift besser zum Honor Magic V5 (zum Test) oder zum Galaxy Fold 8 Ultra, die es hierzulande regulär und ohne Einschränkungen gibt.


Gesamtwertung
84%
Design und Verarbeitung
80 %
Display
85 %
Leistung und System
85 %
Kamera
80 %
Konnektivität
85 %
Akku
90 %

Preisvergleich

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Mike
Gast
Mike
6 Minuten her

Wenn ich mich im Internet informiere, wäre es zwar durchaus interessant, ein China-Import von solchen Geräten zu tätigen, aber wenn man dann weiter recherchiert, kommt zum Vorschein, dass die CN-Versionen Hintertüren für die chinesische Regierung eingebaut hat. Ob man sich das freiwillig antun will?

Sixtus
Gast
Sixtus
26 Tage her

7,58 Zoll sind bei mir kein A4-Blatt. 🤷🏻‍♂️ Die Diagonale eines A4 Blatts liegt bei etwa dem doppelten. Und für mich MUSS ein Tablet etwa die größe eines A4 Blatts haben, weswegen alles unter 12 oder zumindest 11,5 Zoll als Tablet ungeeignet ist (und weswegen ich auch weiter nicht verstehe, für was man SO ein Foldable braucht).

Gast2
Gast
Gast2
26 Tage her
Antwort an  Sixtus

Richtig, entspricht eher dem A5 Format, aber wenn man den generierten teils übersetzten Kontent nicht mal gegenliest und mit gesundem Menschenverstand checkt kommt sowas raus… Aber hier nicht die Ausnahme…. passiert immer häufiger es werden Texte bzw. Beiträge von Leuten übersetzt die von der Materie keine Ahnung haben…. Einfach nur Beiträge produzieren..

Rolfi
Mitglied
Mitglied
Rolfi
24 Tage her
Antwort an  jonas-andre

Gibt es eine Einschätzung zu dem Xring 03?

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