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Die Thermal Master P3 USB-C-Kamera verwandelt jedes handelsübliche Smartphone in eine Wärmebildkamera. Ausgestattet mit einer „SuperIR“-Auflösung von 512 x 384 Pixel und kompakten Abmessungen überzeugt die Thermal Master P3 zusätzlich durch einen manuellen Fokus, der die Einsatzmöglichkeiten und die Bildqualität auf ein neues Niveau hebt.
Bereits im vergangenen Jahr konnte uns Thermal Master mit der P2 (zum Test) in fast allen Bereichen überzeugen. Abstriche mussten lediglich im Bereich der Software und der Makroaufnahmen gemacht werden. Mit der Thermal Master P3 testen wir für euch das neue Flaggschiff des Herstellers und zeigen euch alle Stärken und Schwächen in unserem ausführlichen Test.
Lieferumfang der Thermal Master P3
Die Thermal Master P3 wird mit einer praktischen kleinen Tragetasche geliefert. Somit ist die Kamera stets perfekt geschützt und kann in der Hosentasche verstaut werden. Neben der Garantiekarte und der Bedienungsanleitung legt der Hersteller auch noch ein USB-C-Verlängerungskabel, einen USB-C- auf USB-A-Adapter und einen USB-C- auf Lightning-Adapter bei.
Mithilfe des Verlängerungskabels kann die Kamera flexibel am Smartphone angesteckt und in alle Bereiche ausgerichtet werden. Dank des USB-A-Adapters könnt ihr die Kamera auch an jedem Windows-Laptop verwenden. Thermal Master bietet dafür die Software Temp-Master (Link zum Hersteller) auf seiner Homepage zum Download an.
Design und Verarbeitung
Während im vergangenen Jahr vor allem kompakte Abmessungen im Vordergrund standen, wird in diesem Jahr der Fokus auf Funktionalität und Bildqualität gelegt. Mit Abmessungen von 59 x 27 x 17,2 Millimeter ist die Kamera fast doppelt so groß wie der kleine Bruder Thermal Master P2. Dennoch ist die kleine Ansteckkamera kompakt genug, um problemlos in der Hosen- oder Jackentasche transportiert zu werden.
Die Kamera besteht vollständig aus Aluminium, wiegt 27 Gramm und ist erstklassig verarbeitet. Mithilfe des drehbaren Fokusringes auf der Vorderseite könnt ihr manuell die Bildschärfe einstellen. Somit könnt ihr präzise Aufnahmen in unterschiedlichen Abständen mit passendem Fokus aufnehmen.
Für die Verbindung mit dem Smartphone wird die Thermal Master P3 einfach mit dem USB-C-Port eures Smartphones verbunden. Solltet ihr eine breite Schutzhülle verwenden, die eine direkte Montage verhindert, könnt ihr das beiliegende USB-C-Verlängerungskabel nutzen. In diesem Fall ist die Kamera allerdings nicht mehr an eurem Smartphone fixiert und muss mit der Hand geführt werden.
Technische Daten der Thermal Master P3
Der verbaute VOx-Sensor bietet eine native Auflösung von 256 x 192 Pixel. Die hauseigene „SuperIR“-Technologie interpoliert diese Auflösung auf 512 x 384 Pixel und optimiert die Bilddarstellung zusätzlich mittels KI. Die Kompatibilität erstreckt sich auf Windows-PCs, Android-Telefone ab Version 7.0 und auf die iPhone-Palette ab iPhone 8. Der breite Bilderfassungsbereich ermöglicht es euch, größere Bauteile oder komplette Häuserfronten in einem akzeptablen Abstand analysieren zu können. Thermal Master vermarktet die P3 auch mit dem Namenszusatz „PCB-Master“. Damit ist die thermische Auswertung von elektronischen Leiterplatten (Printed Circuit Boards) gemeint. Dank des manuell einstellbaren Fokus soll sich die P3 erstklassig für Makroaufnahmen in diesem Bereich eignen.
Steuerung mit der Thermal Master App
Nach dem Download der Thermal Master App kann es sofort losgehen. Es wird kein Nutzerkonto benötigt. Sobald die Kamera mit dem Smartphone verbunden wurde, startet die App automatisch und die Thermografieaufnahmen können beginnen.
Wie bereits von der Thermal Master P2 bekannt, bietet euch die Kamerasoftware zahlreiche Möglichkeiten der Temperaturmessung. Ihr könnt beispielsweise Punktmessungen, Messungen anhand einer Linie, eines Vierecks oder Kreises durchführen, die ihr frei in eurem Thermografiebild positionieren könnt. In den jeweiligen Messobjekten werden euch automatisch die minimale, maximale und die Durchschnittstemperatur angezeigt. Mittels der 15x-Zoom-Funktion könnt ihr Bildausschnitte unter Einbußen der Bildqualität vergrößern und gezielt bestimmte Bereiche auswerten. Die Anpassung der Bildparameter (Helligkeit, Kontrast) konnten wir im Test nicht sinnvoll einsetzen. Für 99% der Anwendungsfälle sind die Standardparameter passend. Die optionale Isotherme-Skala zeigt euch den Temperaturverlauf zu einer festgelegten Farbskala. Somit könnt ihr schon ohne genaue Punktmessung abschätzen, wie warm bestimmte Bereiche sind.
Insgesamt stehen euch 12 Farbpaletten für die Auswertung eurer Thermografieaufnahmen zur Verfügung. Je nachdem unter welchem Aspekt man die Bilder auswerten möchte (Hotspot, Wärmebrücke, Bewegung einer Wärmequelle) können verschiedene Farbspektren sinnvoll sein. Zusätzlich zum Wärmebild könnt ihr auch das normale Bild eurer Handykamera einblenden lassen. Somit könnt ihr im späteren Verlauf jederzeit nachvollziehen, welches Objekt ihr untersucht habt.
Die erweiterten Einstellungen bieten euch eine Menge nützliche Features. Ihr könnt beispielsweise das Bild in Sektoren aufteilen oder für eure Wärmebildaufnahmen Temperaturalarme konfigurieren. Bei Über- oder Unterschreiten bestimmter Temperaturschwellen wird dann in der App ein akustischer Alarm mit Alarmbeschreibung ausgelöst. Weiterhin habt ihr die Möglichkeit, diverse Korrekturmaßnahmen für die Optimierung der Temperaturerfassung durchzuführen. Je nach Oberflächenbeschaffenheit, Reflexion, Raumtemperatur oder Entfernung wirken sich die Parameter auf die Genauigkeit des Thermografiebildes aus.
Die Thermal Master App ist insgesamt sehr ausgereift und bietet eine intuitive Bedienung. Allerdings traten auf Testgeräten wie dem Poco F6 Pro und Honor Magic 6 Pro vereinzelt App-Abstürze im Testbetrieb auf. Diese ließen sich nicht reproduzierbar nachstellen. In einigen Fällen funktionierte die Thermografie über längere Zeit einwandfrei, mal fror die App bereits nach Sekunden ein.
Bildqualität der Thermal Master P3
- Durchmischung Warmwasser
- Durchmischung Kaltwasser
- Brennwerttherme
- Kaffee
Aufgrund der identischen Auflösung zum Vorgängermodell P2 haben wir in dieser Disziplin keine nennenswerten Unterschiede erwartet. Dennoch wurden wir positiv überrascht. Thermal Master hat dank der manuell fokussierbaren Optik und der Softwareoptimierung die Bildqualität nochmal deutlich gesteigert.
Die Thermografieaufnahmen und die Temperaturempfindlichkeit haben sich im Vergleich zur Thermal Master P2 weiter verbessert. Selbst minimale Temperaturunterschiede von weniger als 1°C sind klar zu erkennen. Am Beispiel dieses Velux-Dachfensters könnt ihr erkennen, dass der eigentliche Fensterrahmen in Bezug zur umliegenden Dämmung rundherum zu viel Wärme verliert.
An diesem Kellerfenster wird eine deutlich kältere Region oberhalb des Rahmens ersichtlich. Während ich anfangs einen unzureichenden Anpressdruck oder defekte Dichtgummis im Verdacht hatte, wurde bei genauerer Betrachtung ein Bruch des Fensterrahmens im betroffenen Bereich deutlich. Hier hilft dementsprechend nur ein Austausch des kompletten Fensterrahmens.
Der Verlauf von Heizungsrohren, elektrischer Fußbodenheizung oder die Thermografie kompletter Häuserfronten sind dank des manuellen Fokus problemlos möglich. Mit etwas Übung lassen sich somit selbst für technische Laien Wärmebrücken oder eine unzureichende Dämmung aufspüren.
Makro-Aufnahmen
Die von Thermal Master beworbene Makro-Funktion für die Inspektion von elektronischen Schaltungen und Leiterplatten haben wir anhand eines Mikrowechselrichters für Solaranlagen überprüft. Mit einer Verlustleistung von mehr als 30W sollte dieser eine ausreichende Temperaturentwicklung für entsprechende Wärmebildaufnahmen liefern.
In dieser Disziplin kann die Thermal Master P3 voll und ganz überzeugen. Mit einem Abstand von 15 Zentimetern lässt sich problemlos die komplette Schaltung analysieren. Benötigt ihr genaue Temperaturdaten eines Bauteils, so könnt ihr selbst bei einem Abstand von rund einem Zentimeter (8mm laut Hersteller) scharfe Aufnahmen erzeugen.
Auch wenn hier Wärmereflexionen der Metalloberflächen ein exaktes Ergebnis nahezu unmöglich machen, so sind die Temperaturverläufe dennoch beeindruckend akkurat dargestellt. Mithilfe der Thermal Master P3 lassen sich somit Kurzschlüsse oder Hotspots auf Leiterplatten vergleichsweise einfach aufspüren.
Videoqualität
Mit der Thermal Master P3 lassen sich Videos mit 25Hz aufnehmen. Für eine Wärmebildkamera sind dies bereits sehr gute Werte, die ein entsprechend flüssiges Videoerlebnis ermöglichen.
Die Qualität der Aufnahmen bewegt sich auf dem Niveau der Fotoqualität. Zudem ist auch eine Audioaufnahme möglich, um die Thermografieaufnahmen mit den entsprechenden Kommentaren zu versehen.
Testergebnis
Für einen Preis von nur 299€ erhaltet ihr mit der Thermal Master P3 eine Menge Wärmebildkamera für euer Geld. Der manuelle Fokus und das breite Sichtfeld ermöglichen exzellente Wärmebildaufnahmen von nahezu allen Objekten. Im Nahbereich werden selbst einzelne Schaltkreise und Widerstände auf PCB-Boards sichtbar, während im Distanzbereich Fenster, Fassaden oder komplette Häuser detailreich und scharf dargestellt werden können. Die Thermal Master P3 ist somit die perfekte Wärmebildkamera für alle Hobbyhandwerker im semi-profesionellen Bereich. Das breite Anwendungsspektrum und die exzellenten Thermografieaufnahmen rechtfertigen eine klare Kaufempfehlung.
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