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Poco F9 Pro Test

Getestet von Joscha am Bewertung: 84%
Vorteile
  • sehr helles Display
  • starke Hauptkamera bei Tag
  • gute Zoomkamera bei Tag
  • sehr schneller Prozessor und UFS-4.1-Speicher
  • gute Akkulaufzeit und schnelles Laden
  • kabelloses Laden mit 50W
  • wasserdicht nach IP68
  • langes Update-Versprechen (4+6 Jahre)
  • Dual eSIM-Unterstützung
Nachteile
  • zu hoher UVP-Preis
  • Video-Aufnahmen nicht der Preisklasse entsprechend
  • schwächere Grafikleistung als der Vorgänger
  • schwache 8MP-Ultraweitwinkel-Kamera
  • Rückseite aus Kunststoff
  • starkes CPU-Throttling
  • nur USB 2 Anschluss
Springe zu:
CPU Snapdragon 8 Elite Gen 5 - 2 x 4,6GHz + 6 x 3,6 GHz
RAM 12GB RAM
Speicher 256GB, 512GB
GPU Adreno 840
Display 2510 x 1156, 6,6 Zoll 185Hz (AMOLED)
Betriebssystem HyperOS - Android 16
Akkukapazität 6330mAh
Ladegeschwindigkeit 100 Watt, 50 Watt (kabellos)
Speicher erweiterbar Nein
Hauptkamera 200MP + 50MP (dual) + 8MP (triple)
Frontkamera 32MP
USB-Anschluss USB-C 2.0 (480MBit/s)
Kopfhöreranschluss Nein
Entsperrung Fingerabdruck, Face-ID
4G 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 18, 19, 20, 26, 28, 66, 38, 40, 41
5G 1, 2, 3, 5, 7, 8, 20, 28, 38, 40, 41, 66, 77, 78
NFC Ja
SIM Dual - nano, eSIM
Gewicht 206g
Maße 157 x 75,3 x 8,8mm
Antutu (v11) 2457757
Benachrichtigungs-LED Nein
Updatezeitraum 4 Jahre (Android) + 6 Jahre (Sicherheit)
Hersteller
Getestet am 07.10.2026

Das Poco F8 Pro war das leistungsstärkste Smartphone im Preisbereich um 400€. Nun soll das Poco F9 Pro in diese Fußstapfen treten. Dafür setzt Xiaomi unter anderem auf eine abgespeckte Version des Qualcomm Top-Prozessors und eine neue 200MP-Kamera. Der Akku fällt ebenfalls etwas größer aus und kabelloses Laden kommt hinzu. 

Der Preis liegt derzeit bei knapp 700€, Poco-Preise fallen erfahrungsgemäß aber deutlich. Langfristig sehen wir das Poco F9 Pro bei rund 450€ und bewerten es auf dieser Basis.

poco f9 pro rueckseite kamerainsel

Entscheidend ist, was ihr gegenüber dem Poco F8 Pro (zum Test) für den Aufpreis bekommt. Außerdem klären wir, warum das Poco F8 Ultra (zum Test) ausgerechnet zum härtesten Gegner wird.


Poco F8 Pro Beitragsbild
Poco F8 Pro
poco f9 pro rueckseite kamerainsel
Poco F9 Pro
poco f9 ultra rueckseite kamerainsel
Poco F9 Ultra
Größe 157,5 x 75,2 x 8mm 157 x 75,3 x 8,8mm 164 x 77,9 x 8,7mm
Gewicht 199g 206g 235g
CPU Snapdragon 8 Elite - 2 x 4,32GHz + 6 x 3,53GHz Snapdragon 8 Elite Gen 5 - 2 x 4,6GHz + 6 x 3,6 GHz Snapdragon 8 Elite Gen 5 - 2 x 4,6GHz + 6 x 3,6 GHz
RAM 12 GB RAM 12 GB RAM 12 GB RAM, 16 GB RAM
Speicher erweiterbar Nein Nein Nein
Display 2510 x 1156, 6,6 Zoll 120Hz (AMOLED) 2510 x 1156, 6,6 Zoll 185Hz (AMOLED) 2608 x 1200, 6,9 Zoll 185Hz (AMOLED)
Betriebssystem Android 16, HyperOS Android 16, HyperOS Android 16, HyperOS
Akku 6210 mAh (100 Watt) 6330 mAh (100 Watt)
kabelloses Laden
8050 mAh (100 Watt)
kabelloses Laden
Kameras 50 MP + 50MP (dual) + 8MP (triple) 200 MP + 50MP (dual) + 8MP (triple) 200 MP + 50MP (dual) + 50MP (triple)
Frontkamera 20 MP 32 MP 32 MP
Anschlüsse USB-C 2.0 (480MBit/s), Dual-SIM USB-C 2.0 (480MBit/s), Dual-SIM USB-C 3.1 (10GBit/s), Dual-SIM
Entsperrung Fingerabdruck, Face-ID Fingerabdruck, Face-ID Fingerabdruck, Face-ID
Empfang 5G: n1, n3, n5, n7, n8, n20, n28, n38, n40, n41, n66, n77, n78
4G: 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 18, 19, 20, 26, 28, 66, 38, 40, 41
5G: n1, n2, n3, n5, n7, n8, n20, n28, n38, n40, n41, n66, n77, n78
4G: 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 18, 19, 20, 26, 28, 66, 38, 40, 41
5G: n1, n2, n3, n5, n7, n8, n20, n28, n38, n40, n41, n66, n77, n78
4G: 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 18, 19, 20, 26, 28, 66, 38, 40, 41
Zum Testbericht Zum Testbericht

Design und Verarbeitung

poco f9 pro vorderseite

Das Poco F9 Pro bleibt der Form seines Vorgängers treu. Front, Aluminiumrahmen und Rückseite sind komplett flach, hinten sitzt erneut eine große rechteckige Kamerainsel. Mit 157,5 x 75,3 x 8,8 Millimeter beansprucht das Smartphone dieselbe Grundfläche wie das F8 Pro, ist aber 0,8 Millimeter dicker. Das Gewicht steigt von 199 auf 206 Gramm. Mit seinem 6,59 Zoll großen Display bleibt das F9 Pro dennoch deutlich handlicher als das 6,9 Zoll große F9 Ultra.

Gespart hat Xiaomi an der Rückseite: Statt mattem Glas wie beim Poco F8 Pro gibt es glasfaserverstärkten Kunststoff. Eine Kunststoffrückseite ist in dieser Preisklasse ein Nachteil. Die Front schützt Gorilla Glass 7i. Dank IP68 ist das Poco F9 Pro staubdicht und übersteht bis zu 30 Minuten in 1,5 Meter tiefem Wasser.

Entsperren könnt ihr wie beim Vorgänger per Ultraschall-Fingerabdrucksensor oder per Gesichtserkennung. Beides funktioniert in der Praxis sehr gut. An der Oberseite sitzt der Infrarot-Sender. Der USB-C-Anschluss überträgt Daten wie beim Poco F8 Pro nur mit USB 2.0. Das F9 Ultra schafft mit USB 3 bis zu 10Gbit/s und kann Bild übertragen.

Insgesamt bleibt das Poco F9 Pro sauber verarbeitet und wasserdicht, bei der Rückseite macht Xiaomi gegenüber dem Vorgänger aber einen Schritt zurück.

Lieferumfang des Poco F9 Pro

poco f9 pro lieferumfang

  • USB-A-zu-USB-C-Kabel
  • Schutzhülle
  • SIM-Nadel
  • Kurzanleitung und Garantiekarte
  • Displayschutzfolie, ab Werk aufgebracht

Ein Netzteil legt Xiaomi nicht bei. Das ist verschmerzbar, weil das Poco F9 Pro auch an fremden Ladegeräten mit PowerDelivery PPS schnell lädt. Die mitgelieferte Hülle ist hingegen sehr billig.

Display des Poco F9 Pro

poco f9 pro display vorderseite

Beim Display hat Xiaomi an der richtigen Stelle nachgelegt: bei der Helligkeit. Das flache AMOLED misst 6,59 Zoll und löst mit 2510 x 1156 Pixel auf. Größe und Auflösung entsprechen dem Poco F8 Pro.

Das Display beherrscht 60, 90, 120, 144, 165 und 185Hz. Ohne LTPO regelt das Panel die Bildrate nicht stufenlos herunter. Im Leerlauf und bei Videos schaltet HyperOS auf 60Hz, in Apps nutzt die Einstellung „Standard“ maximal 120Hz. Die von Xiaomi beworbenen 185Hz gibt es nur in Spielen, die eine entsprechend hohe Bildrate unterstützen. Über 120Hz gibt es für das Auge ohnehin keinen Mehrwert. Die 185Hz sind deshalb eine Zahl fürs Datenblatt.

Bei der Helligkeit legt das Poco F9 Pro dagegen kräftig zu. Wir messen eine Spitzenhelligkeit von 3.040 Lux. Das ist ein Topwert und ein großer Sprung gegenüber dem Poco F8 Pro mit 1.930 Lux sowie dem Poco F8 Ultra mit 2.000 Lux. Im Sonnenlicht ist der Bildschirm damit perfekt ablesbar.

Display Helligkeit (in Lux) Einheit: Lux
smartzone logo
3.040 Lux
2.450 Lux
2.300 Lux
2.270 Lux
2.000 Lux
1.930 Lux
1.780 Lux
1.760 Lux
1.720 Lux
0
400
800
1.200
1.600
2.000
2.400
2.800
3.200
3.600
4.000

Streamingdienste laufen dank Widevine L1 in hoher Auflösung. HDR10+, Dolby Vision, 12 Bit Farbtiefe und DC-Dimming sind ebenfalls an Bord. Der TÜV hat das Display als flimmerfrei zertifiziert. Das Always-on-Display kann mit der Option „Immer“ dauerhaft aktiv bleiben und bietet viele Einstellungsmöglichkeiten.

Insgesamt bietet das Poco F9 Pro ein sehr helles, scharfes Display mit vollständiger Ausstattung, nur die 185Hz bringen euch in der Praxis nichts.

Leistung

Als Prozessor dient der Snapdragon 8 Elite Gen 5, allerdings in der „V“-Version und gefertigt im 3-Nanometer-Verfahren. Qualcomm hat bei dieser Version vor allem die Grafikeinheit beschnitten. Das Poco F8 Ultra und das Poco F9 Ultra verwenden die stärkere Variante desselben Chips.

Antutu (v11)
smartzone logo
Snapdragon 8 Elite Gen 5 3.945.888
Snapdragon 8 Elite Gen 5 3.899.241
Snapdragon 8 Elite Gen 5 3.641.873
MediaTek Dimensity 9500 3.348.357
Exynos 2600 3.277.905
Snapdragon 8 Elite 3.121.214
Snapdragon 8 Gen 5 3.010.029
MediaTek Dimensity 9500s 2.681.069
Snapdragon 8 Elite Gen 5 2.457.757
MediaTek Dimensity 8500 2.121.290
0
400.000
800.000
1.200.000
1.600.000
2.000.000
2.400.000
2.800.000
3.200.000
3.600.000
4.000.000
Geekbench Single (v6)
0
400
800
1.200
1.600
2.000
2.400
2.800
3.200
3.600
4.000
Geekbench Multi (v6)
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
14.000
16.000
18.000
20.000
3D Mark (Wildlife Extreme)
0
800
1.600
2.400
3.200
4.000
4.800
5.600
6.400
7.200
8.000

Bei der Rechenleistung liegt das Poco F9 Pro rund 12 Prozent vor dem F8 Pro und nur ganz knapp hinter dem F8 Ultra. Mit dem F9 Ultra liegt es beim Prozessor praktisch gleichauf, der Unterschied zwischen beiden steckt allein in der Grafik.

Bei der Grafik liegt das F9 Pro in unserem Test rund ein Fünftel hinter dem eigenen Vorgänger und sogar unter dem wesentlich günstigeren Poco X8 Pro Max (zum Test). Das kostet bei Amazon mit rund 374€ ungefähr halb so viel und bietet trotzdem die stärkere Grafik.

Xiaomi kombiniert 12GB LPDDR5X-Arbeitsspeicher mit 256GB oder 512GB UFS 4.1 Speicher. Mit 4.214MB/s beim Lesen und 3.946MB/s beim Schreiben erreicht der Speicher Topwerte.

Der CPU-Dauertest zeichnet ein unschönes Bild. Rund zehn Minuten hält das Poco F9 Pro 85 bis 90 Prozent der Spitzenleistung. Danach fällt die Leistung regelmäßig für kurze Zeit auf etwa ein Viertel und steigt anschließend wieder stark an. Über die 30 Minuten bleiben im Schnitt rund drei Viertel der Spitzenleistung übrig. Bei der Grafik läuft es kontrollierter. Nach fünf bis sieben Minuten sinkt die Leistung um 21 Prozent und bleibt anschließend konstant.

Für Apps, Multitasking und aktuelle Spiele reicht die Leistung locker. Wer viel und anspruchsvoll auf dem Smartphone spielt, legt besser den Aufpreis für das Poco F9 Ultra drauf.

Wer nicht zur Gruppe der Smartphone-Gamer gehört, wird von der fehlenden GPU-Leistung nichts merken. Das Poco F9 Pro fühlt sich an wie ein High-End-Smartphone. Sobald es den von uns angepeilten Preisbereich erreicht, ist es in puncto Performance unschlagbar.

System

Auf dem Poco F9 Pro läuft HyperOS 3 auf Basis von Android 16. Xiaomi verspricht vier große Android-Updates und sechs Jahre Sicherheits-Patches. Damit bleibt die Update-Zusage gegenüber dem Vorgänger unverändert.

Ab Werk sind unter anderem Facebook, Instagram, TikTok, Candy Crush, mehrere Amazon-Apps, Spotify, Netflix, WPS Office und AliExpress installiert. Dazu kommen Xiaomis eigene Shop- und Community-Apps. Bei fast 900€ UVP hat das nichts verloren. Die Apps lassen sich entfernen und die Werbung schaltet ihr mit unserer Anleitung ab:

HyperOS 3 zeigt laufende Timer, Anrufe oder Musik rund um die Kameraaussparung in der neuen „Hyper Island“ an. Das erinnert an Apples Dynamic Island. Gemini ist als Assistent eingebunden. Außerdem lässt sich das Smartphone mit Windows-PCs, Macs, iPhones und iPads verbinden.

Insgesamt bietet das Poco F9 Pro ein schnelles System mit langer Update-Zusage, das ihr nach dem Kauf aber erst entrümpeln müsst.

Kamera des Poco F9 Pro

poco f9 pro kameramodul

Kamera-Setup

  • Hauptkamera: 200MP, f/1.68, 1/1,56 Zoll, 24mm, Autofokus, OIS
  • Telekamera: 50MP, f/2.0, 1/2,75 Zoll, 60mm, Autofokus, OIS, 2,5-fach Zoom
  • Ultraweitwinkel-Kamera: 8MP, f/2.25, 1/4 Zoll, 15mm
  • Selfie-Kamera: 32MP, f/2.2, 1/3,4 Zoll

Die 200MP klingen nach einem gewaltigen Sprung. Der Hauptsensor ist mit 1/1,56 Zoll aber praktisch genauso groß wie der 1/1,55-Zoll-Sensor des F8 Pro mit 50MP. Das F8 Ultra bietet mit 1/1,31 Zoll deutlich mehr Sensorfläche, während F9 Pro und F9 Ultra dieselbe Hauptkamera nutzen. Bei der Telekamera wächst der Sensor nur minimal von 1/2,88 auf 1/2,75 Zoll. Die schwache 8MP-Ultraweitwinkel-Kamera mit festem Fokus bleibt unverändert.

Hauptkamera Tageslicht

Bei Tageslicht liefert die Hauptkamera kräftige, leicht warme und satte Farben. Das F8 Pro war natürlicher abgestimmt. Schärfe und Detailzeichnung überzeugen auch in der 100-Prozent-Ansicht, Ziegel und Geländer bleiben sauber. Der Dynamikumfang passt ebenfalls: Ein heller, bewölkter Himmel brennt nicht aus und in den Schatten bleiben Strukturen erhalten. Die Ergebnisse entsprechen praktisch den Bildern des Poco F9 Ultra.

Hauptkamera Nachtaufnahmen

Nachts entstehen helle Aufnahmen mit wenig Rauschen und guter Schärfe. Unter Kunstlicht zeigt sich jedoch wie beim F8 Pro ein deutlicher Gelbstich. Straßenlaternen und Wandlampen überstrahlen, bekommen helle Lichthöfe und ausgeprägte Sterneffekte. In sehr dunklen Szenen zeichnet das F9 Pro etwas weicher als das F9 Ultra.

Ultraweitwinkel-Kamera

Am Tag passen die Farben zur Hauptkamera und die Bildmitte ist brauchbar. Feine Strukturen wie Ziegel verschwimmen allerdings bereits dort, zum Rand nimmt die Schärfe weiter ab. Für Schnappschüsse, die ihr nur auf dem Smartphone betrachtet, reicht das. Für mehr nicht.

Bei Nacht ist die Ultraweitwinkel-Kamera kaum zu gebrauchen. Die Bilder sind dunkel und matschig, Lampen erzeugen große Lichthöfe und Sterne. Das Poco F9 Ultra zeigt in denselben Situationen deutlich mehr Details.

Zoom-Aufnahmen

Die 2,5-fach-Telekamera produziert bei Tageslicht scharfe und detailreiche Bilder. Ihre Farben fallen noch etwas kräftiger als bei der Hauptkamera aus. Gegenüber einem Ausschnitt aus der Hauptkamera holt sie sichtbar mehr Details heraus. Beim F8 Pro war die Telekamera oft kaum besser als ein digitaler Ausschnitt, beim F9 Pro lohnt sie sich. Das ist ein Fortschritt. Für weit entfernte Motive fehlt trotzdem Reichweite. Die Telekamera des F9 Ultra mit rund 5-facher Vergrößerung kommt wesentlich näher an entfernte Objekte.

In der Dämmerung sind die Ergebnisse noch ordentlich, bei Dunkelheit werden sie weich und eher dunkel. In sehr dunklen Szenen nutzt das Smartphone bei 2,5-facher Vergrößerung ohne Hinweis einen Ausschnitt der Hauptkamera. Das geschah bei drei von zehn Nachtaufnahmen.

Porträt-Aufnahmen

Sowohl die Telekamera mit 2,5-facher Vergrößerung als auch die Hauptkamera bei 2-fachem Zoom trennen das Motiv sauber vom weich dargestellten Hintergrund. Hauttöne wirken natürlich und leicht warm. Die Brennweite von 60mm passt gut für Porträts.

Selfies

Die Selfie-Kamera gibt Hauttöne natürlich wieder und liefert ordentliche Details. Auch der Dynamikumfang stimmt, wobei HDR-Aufnahmen etwas grell aussehen. Insgesamt ist das ein durchschnittliches Ergebnis.

Videos

Die Hauptkamera liefert in 4K mit 60 Bildern pro Sekunde eine schöne Qualität. Die Farben sind kräftig, aber nicht überzeichnet. In dieser Auflösung könnt ihr während der Aufnahme nur zwischen der Hauptkamera und der 2,5-fach-Telekamera wechseln. Auch die Farben bleiben beim Wechsel erfreulich stabil.

Die Stabilisierung der Hauptkamera ist gut. Beim Gehen zeigt sich allerdings ein leichtes Fokuspumpen. Das Problem wirkt weniger ausgeprägt als bei einigen früheren Modellen.

Die Hauptkamera und die Telekamera liefern insgesamt überzeugende Videos, das leichte Fokuspumpen verhindert jedoch ein rundum sauberes Ergebnis.

Deutlich schwächer ist die Ultraweitwinkel-Kamera, die nur in Full-HD mit 30 Bildern pro Sekunde aufnimmt. Sie zeigt weniger Details, matschigere Konturen sowie flauere Farben und eine schwächere Dynamik.

Die Selfie-Kamera schafft 4K mit 30 Bildern pro Sekunde. Selbst bei viel Gegenlicht ist die Dynamik gut. An die Spitzenmodelle reicht sie nicht heran, für die obere Mittelklasse stimmt die Qualität aber. Auch die Stabilisierung überzeugt, lediglich der Bildausschnitt fällt eng aus.

Zwischenfazit Kamera

Die Hauptkamera ist bei Tageslicht stark und bei Nacht gut, kämpft dort aber mit Gelbstich und großen Lichthöfen. Die Telekamera bietet am Tag einen sichtbaren Mehrwert. Die Ultraweitwinkel-Kamera bleibt dagegen schwach. Gegenüber dem F8 Pro ergibt sich kein großer Sprung. Wer großen Wert auf die Kamera legt, fährt mit dem Poco F8 Ultra besser, das einen größeren Hauptsensor und 5-fach-Zoom bietet, aktuell sogar für weniger Geld.

Konnektivität und Kommunikation

poco f9 pro sim slot

Das Poco F9 Pro unterstützt zwei SIM-Karten, eine SIM-Karte zusammen mit einer eSIM oder zwei eSIMs. Gleichzeitig aktiv sind höchstens zwei Nummern. Für Deutschland und Europa sind alle wichtigen Mobilfunkbänder vorhanden:

  • 5G: n1/2/3/5/7/8/20/26/28/38/40/41/48/66/77/78
  • 4G (LTE): 1/2/3/4/5/7/8/18/19/20/26/28/38/40/41/42/48/66

VoLTE und WLAN-Anrufe sind möglich. Im O2-5G-Netz in Köln erreicht das Smartphone 300Mbit/s im Download und 56Mbit/s im Upload.

WiFi 7 funkt nur im 2,4- und 5-GHz-Band, das 6-GHz-Band fehlt. Bluetooth steigt von 5.4 auf 6.0. Das Smartphone unterstützt SBC, AAC, aptX, aptX HD, aptX Adaptive, ASHA, LDAC und LHDC sowie LE Audio mit LC3 und Auracast. Praktisch alle hochwertigen Bluetooth-Kopfhörer können damit ihren besten Codec verwenden.

NFC steht für Google Wallet bereit. Über den Infrarot-Sender und die vorinstallierte Fernbedienungs-App steuert ihr Fernseher, Klimaanlagen und andere Geräte. Dual-GPS wird für GPS, Galileo, QZSS und BeiDou genutzt, zusätzlich ist GLONASS an Bord. Ein Barometer und UWB fehlen.

Das Poco F9 Pro setzt auf zwei symmetrische Lautsprecher. Bose stimmt den Klang ab, Dolby Atmos unterstützt das Smartphone ebenfalls. Einen zusätzlichen Subwoofer wie beim Poco F9 Ultra und F8 Ultra gibt es nicht. Das Poco F9 Pro spielt sehr laut und liefert einen sauberen, warmen Klang mit einem für ein Smartphone vergleichsweise kräftigen Bass sowie klaren Höhen und Stimmen. Es klingt besser als das F8 Pro und bietet einen wirklich guten Lautsprecher.

Akkulaufzeit des Poco F9 Pro

Der Silizium-Kohlenstoff-Akku bietet 6.330mAh und damit lediglich 120mAh mehr als beim Vorgänger. Das chinesische Redmi K100 Pro (zur Ankündigung), auf dem das Poco F9 Pro basiert, bekommt 8.580mAh. Für Europa fällt der Akku wie schon beim Vorgänger erheblich kleiner aus. Das Poco F9 Ultra hat hierzulande 8.050mAh.

Akkulaufzeit Einheit: Stunden
smartzone logo
6.500 mAh 22 Std
7.000 mAh 20,9 Std
8.500 mAh 20 Std
6.210 mAh 18,2 Std
6.330 mAh 17,5 Std
6.000 mAh 17 Std
4.300 mAh 16,3 Std
6.500 mAh 16 Std
5.200 mAh 15,2 Std
0
5
10
15
20
25
30
Akkulaufzeit (60Hz) Einheit: Stunden
smartzone logo
8.500 mAh 27 Std
7.000 mAh 26,8 Std
6.500 mAh 24 Std
6.330 mAh 22,6 Std
6.210 mAh 22,2 Std
6.500 mAh 21,7 Std
6.000 mAh 21 Std
5.200 mAh 19,7 Std
4.300 mAh 19,3 Std
0
5
10
15
20
25
30

Trotz des etwas größeren Akkus bleibt die Laufzeit praktisch auf dem Niveau des Poco F8 Pro. Das Poco F8 Ultra, das Xiaomi 17T Pro (zum Test) und das Poco X8 Pro Max halten länger durch, das Poco F9 Ultra sogar deutlich länger. Im Alltag schafft das Poco F9 Pro einen Tag mit sehr intensiver Nutzung. Zwei Tage sind nur bei eher wenig Nutzung drin.

Ladegeschwindigkeit Einheit: Minuten
smartzone logo
90 Watt 36 min
100 Watt 40 min
100 Watt 40 min
120 Watt 40 min
120 Watt 41 min
100 Watt 46 min
100 Watt 51 min
100 Watt 55 min
25 Watt 77 min
0
10
20
30
40
50
60
70
80

Mit Xiaomis 100W-Netzteil lädt der Akku in 51 Minuten von 2 auf 100 Prozent. Nach 30 Minuten stehen 54 Prozent bereit, nach 45 Minuten sind es 89 Prozent. Das F8 Pro war bereits nach 40 Minuten vollständig geladen.

Ein 100W-Netzteil mit PowerDelivery PPS lädt von 1 auf 100 Prozent in 65 Minuten. Nach 15 Minuten zeigt der Akku 38 Prozent, nach 30 Minuten 70 Prozent. Fremde Schnellladegeräte sind damit gut nutzbar, nur die letzten Prozente ziehen sich.

Kabellos nimmt das Poco F9 Pro bis zu 50W auf. Dafür ist eine passende Ladestation von Xiaomi erforderlich, die wir nicht getestet haben. Der Vorgänger unterstützte kabelloses Laden überhaupt nicht. Andere Geräte versorgt das Smartphone mit bis zu 27W per Kabel oder 22,5W kabellos, etwa Kopfhörer oder eine Smartwatch. Zusätzlich stehen eine Ladebegrenzung auf 80 Prozent und ein langsamer Standard-Lademodus bereit.

Testergebnis

Getestet von
Joscha

Das Poco F9 Pro ist ein leistungsstarkes Oberklasse-Smartphone, das gegenüber dem Vorgänger an einigen Stellen zulegt und an anderen zurückfällt.

Die außergewöhnlichsten Features sind das extrem helle Display und die starke Hauptkamera bei Tageslicht. Natürlich gibt es auch viel erwartbare Oberklasse-Ausstattung: einen sehr schnellen Prozessor, flotten Speicher, IP68, schnelles Laden und sogar kabelloses Laden mit 50W. Die Telekamera ist am Tag erstmals ein klarer Gewinn gegenüber einem Ausschnitt der Hauptkamera.

Die Grafikleistung fällt allerdings schwächer als beim Vorgänger aus, die CPU drosselt unter Dauerlast stark und die Ultraweitwinkel-Kamera bleibt enttäuschend. Dazu kommen die Kunststoffrückseite, die unveränderte Akkulaufzeit, nur USB 2.0 und Videoaufnahmen, die nicht der Preisklasse entsprechen. HyperOS müsst ihr zunächst von zahlreichen Apps und Werbung befreien. Das sind keine Deal-Breaker, aber bei einem Gerät dieser Preisklasse eindeutig Kritikpunkte.

Für den aktuellen Marktpreis von rund 600€ gibt es etwas zu viele Schwächen. Sinkt der Preis auf die von uns angepeilten 450€, ist das Poco F9 Pro ein richtig starkes Paket und tritt in die Fußstapfen des Poco F8 Pro. Das Poco F9 Ultra bietet für rund 100€ Aufpreis deutlich mehr. Solange es verfügbar ist, bleibt aktuell das Poco F8 Ultra (zum Test) für rund 500€ die bessere Wahl und im Preisbereich um 500€ alternativlos. Irgendwann wird es allerdings ausverkauft sein.


Gesamtwertung
84%
Design und Verarbeitung
85 %
Display
95 %
Leistung und System
85 %
Kamera
80 %
Konnektivität
80 %
Akku
80 %

Preisvergleich

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Kommentare

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3 Kommentare
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Matthias
Gast
Matthias
2 Stunden her

Danke für den Test. Wollte mir gerade das Poco F9 Pro bestellen. Zur Zeit benutze ich noch das F6. Nun wird es wohl das Honor 600 pro. Gibt es bei AliExpress für gute 550€. Ähnliche Ausstattung, und 2 Jahre länger Updates.

anko
Mitglied
Mitglied
anko
3 Stunden her

Habe es für 699€ – 20€ für die Punkte mit einer Uhr bekommen und zurück geschickt. In erster Linie, weil es schlechtere Lautsprecher als das F8 Ultra hat. Vibrations ist viel besser geworden und jetzt untere Mittelklasse. Es überhitzt beim Test. Sind halt zu viele Abstriche mit dem alten Snapdragon, 8 MP und USB 2.0, daher ging es zurück. Das Magic 9 Pro Max hat besseren Sound, was eigentlich nicht möglich sein sollte aber ja, Xiaomi halt. HyperOS hat mich auch wieder sehr angeekelt.

Alex
Gast
Alex
3 Stunden her

POCO macht die Redmi-Note-Serie mittlerweile komplett überflüssig.

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