Ich habe von Midea eine Frontlader-Waschmaschine zum Testen bekommen. Der Hersteller kommt aus China und ist euch vielleicht von der beliebten PortaSplit-Klimaanlage bekannt. Die Midea MFV5EW80WBA30 aus der V5-Reihe ist mit einer UVP von 819€ angeschrieben, geht im freien Handel aber regelmäßig für unter 400€ über den Tresen.
Damit gehört sie zwar nicht zum absolut niedrigsten Preissegment: Es gibt einige Modelle mit 8 Kilogramm Fassungsvermögen, die unter 300€ den Besitzer wechseln. Diese gefühlte Lücke will Midea mit einigen Zusatzfunktionen schließen, die ihr in der Billigklasse einfach nicht bekommt oder zumindest nicht in dieser Kombination.
Ich bin sowieso Smart Home-Fan und habe mir deshalb die Vernetzung der Midea V5 ganz genau angeguckt. Eine Funktion ist dabei positiv herausgestochen. Außerdem habe ich den „Health Guard“ ausprobiert, der mit Dampf besonders hartnäckige Flecken entfernen soll. Alle Details zur Midea V5 erfahrt ihr in den folgenden Absätzen!
Design, Verarbeitung & Installation der Midea V5
Die Midea V5 misst 850 x 600 x 480 Millimeter und ist damit nicht besonders tief für eine Waschmaschine mit 8 Kilogramm Fassungsvermögen. Das Gerät wiegt 65 Kilogramm und macht optisch etwas her. Die abgedunkelte Scheibe gefällt mir zum Beispiel gut, wobei ich es schon schade fand, dass ich mir die Dampfreinigung nicht angucken konnte. Toll ist aber definitiv der hohe Durchmesser von 330 Millimeter.
Die Tür lässt sich um 90 Grad öffnen und das finde ich ideal, damit sie nirgendwo anstößt. Neben einigen Touch-Tasten ist ein klassisches Moduswahlrad verbaut.
Die Verarbeitung der Waschmaschine ist tadellos. Mir gefällt nur die Hochglanzoberfläche auf der Vorderseite nicht besonders, da sie Fingerabdrücke magisch anzieht.
Die Schublade für das Waschmittel sieht so aus, wie man es erwartet. Eine automatische Dosierung wie beim Xiaomi Mijia Waschtrockner Pro (zum Test) gibt es nämlich nicht. Die Installation der Midea V5 ist völlig problemlos verlaufen. Ein Abwasserschlauch mit „Aqua Stop“ ist vorhanden und ebenso ein Schlauch für das Frischwasser. Das Verbinden mit der App gelang mithilfe des aufgedruckten QR-Codes ebenfalls ohne Hürden.
Bedienung & Smart Home-Integration
Bedienung am Gerät
Die Bedienung am Gerät ist dann intuitiv, wenn ihr einen der vorkonfigurierten Modi wählt. Für alle weiteren Einstellungen gibt es Touch-Tasten, viele mit doppelter Belegung, und das macht mir persönlich dann keinen Spaß mehr. Das ist leider einfach nicht übersichtlich gelöst und erinnert eher an das Mäusekino im Cockpit eines Autos.
Auch der Ein-/Ausschalter ist eine Touch-Bedienfläche. In meiner vorherigen Wohnung war eine Waschmaschine von Whirlpool dabei, die zwar wirklich schlecht war, aber über einen Drehregler ausgeschaltet werden konnte. Das gefällt mir einfach besser. Was ich hingegen positiv anmerken muss, ist das sehr gut ablesbare Display mit der verbleibenden Dauer, die überraschend akkurat war. Im Test betrug die durchschnittliche Abweichung nur rund fünf Minuten, wobei ich dabei das initiale Wiegen der Wäsche nicht berücksichtigt habe.
Bedienung in der Smart Home-App und in Google Home
Ich habe mich deshalb früh mit der Smart Home-Anbindung der Midea V5 beschäftigt und wurde positiv überrascht. Der Name der App ist mit „Smart Home“ sicherlich nicht gerade eine kreative Glanzleistung, doch funktional hat Midea einen wirklich guten Job gemacht.
Erst einmal läuft die Anwendung auf meinem Google Pixel 10 Pro (zum Test) sehr flüssig. Das Verbinden der Waschmaschine war einfach und schnell erledigt, erfordert aber jedes Mal eine Moduswahl und das Drücken einer Touch-Taste direkt an der Maschine. Für mich war das nicht weiter schlimm. Leider beschwert sich die Maschine seit der ersten WLAN-Verbindung dauerhaft über ein schwaches Signal, jedoch werden alle Eingaben in der App beinahe latenzfrei auf der Midea V5 umgesetzt.
In der App könnt ihr diverse Einstellungen vornehmen und ich habe die nervigen Sounds direkt abgeschaltet. Ihr könnt eine Benachrichtigung aktivieren, die euch in einem Intervall daran erinnert, dass die Waschladung fertig ist und entnommen werden soll. Es gibt eine Kindersicherung, Trommelselbstreinigung und eine leider nicht allzu akkurate Schätzung des Strom- und Wasserverbrauchs. Zu den Messwerten kommen wir gleich noch.
Die Midea V5 kann mit Google Home verknüpft werden. Besonders weitreichend ist diese Einbindung nicht, denn ich kann nur Start/Stopp drücken und den aktuellen Status sehen. Schade! Allerdings gibt es für Nutzer von smarten Lautsprechern eine tolle Funktion, die euch auf Nachfrage genau mitteilt, wie lange die Wäsche noch braucht. Das ist sicherlich simpel, aber es funktioniert jederzeit und ist ein kleiner Komfortgewinn. Wenn Midea das jetzt noch korrekt auf dem Nest Hub (zum Test) visualisieren würde, wäre ich glücklich.
Energieverbrauch & Waschleistung
Die Waschleistung der Midea V5 war rundum zufriedenstellend, blieb aber im Mittelfeld. Verglichen mit dem sicherlich sehr alten Whirlpool-Gerät aus meiner Vorwohnung war sie nicht merklich besser. Mit Periodenblut hat auch die Midea ihre Probleme; gewisse Stoffe werden außerdem sauberer als andere.
Positiv aufgefallen sind mir hingegen die Ergebnisse des Schleuderns. Kleidung war nach einem Wasch- und Schleudergang in der Midea V5 merklich trockener. Besonders deutlich wurde der Unterschied bei Handtüchern. Geschleudert wird mit bis zu 1.400 Umdrehungen pro Minute.
Die Dampfreinigung habe ich ausprobiert, habe allerdings keinen Unterschied festgestellt, abgesehen vom deutlich höheren Strom- und Wasserverbrauch. Ein Vorwaschprogramm gibt es nicht. Midea verspricht eine 30% bessere Energieeffizienz als Klasse A. Ich habe einige Waschgänge gemessen und kann bestätigen, dass der Verbrauch angenehm niedrig ist. Die Angaben wurden durch ein externes Messgerät ermittelt. Zum Vergleich findet ihr daneben die interne Ermittlung der Waschmaschine und deren Schätzung des Wasserverbrauchs.
| Programm | Dauer | Stromverbrauch (extern ermittelt) | Stromverbrauch (intern ermittelt) | Wasserverbrauch (intern ermittelt) |
| Baumwolle 40°C | 2:45 Stunden | 0,749kWh | 0,611kWh | 57l |
| Baumwolle 40°C + Turbo | 1:30 Stunden | 0,541kWh | 0,451kWh | 51l |
| Baumwolle 40°C + Steam | 3:27 Stunden | 1,006kWh | 0,882kWh | 61l |
Gehen wir davon aus, dass ihr überwiegend den normalen Baumwollwaschgang mit 40°C benutzt, landet ihr bei 0,30€/kWh und zwei wöchentlichen Waschgängen bei Kosten in Höhe von 0,37€ pro Woche beziehungsweise 19,24€ im Jahr. Im Standby zieht die Midea V5 0,3W. Mit aktiviertem Display und WiFi sind es hervorragende 1,3W. Im Betrieb habe ich 1.950W in der Spitze beobachtet.
Lautstärke & Vibrationen der Midea V5
Damit haben wir uns die Paradedisziplin der Midea V5 für den Schluss aufgehoben. Und ich muss nochmal auf meine Whirlpool-Maschine aus der alten Wohnung zu sprechen kommen. Die hat sich nämlich angehört, wie der nahende Start einer ziemlich ausgeleierten und nicht mehr sicheren Turbine. Beim Trocknen wurde es wirklich völlig bekloppt und ich wurde mehr als einmal von Gästen gefragt, was bitte dieses Geräusch ist. Klopfgeräusche kamen je nach Beladung auch noch dazu.
Diesbezüglich ist die Midea V5 ein wahrhaft fantastischer Gegenpol. Das Surren des Motors ist nicht hochfrequent und selbst beim Schleudern mit 1.400 Umdrehungen pro Minute nicht nervig und nicht im Nebenraum hörbar, was aber auch an den absurd dicken Wänden meiner neuen Wohnung liegen dürfte. Dennoch: Das Abpumpen von Abwasser durch die Leitung ist lauter als der Motor. Sowas habe ich vorher noch nie gesehen und hätte bei einer Maschine in diesem Preisbereich auch nicht mit derart niedrigen Schallemissionen gerechnet.
Unabhängig von der Beladung steht die Midea V5 absolut stabil. Ich habe keinerlei Kritik in diesem Kapitel anzumelden!
Testergebnis
Ich habe natürlich kein direktes Vergleichsmaterial in Form von anderen aktuellen Frontlader-Waschmaschinen in diesem Preisbereich. Allerdings habe ich in meinem Leben schon einige Waschmaschinen und Trockner verwendet. Dafür, dass es sich hier um ein relativ günstiges Modell handelt, war ich an einigen Stellen sehr positiv überrascht.
Das gilt einerseits für den gesamten Körper der Waschmaschine. Die Türöffnung ist schön groß, der Drehknopf fühlt sich gut an und alles wirkt rundum solide. Zudem ist die Maschine mit 480 Millimeter nicht besonders tief. Die Smart Home-Steuerung ist besser als gedacht und dass es sogar eine sinnvolle Anbindung an Google Home gibt, hat mir sehr gut gefallen. Am meisten überzeugt hat mich die Lautstärke. Ich habe noch nie eine so leise Waschmaschine gesehen beziehungsweise gehört. Richtig stark!
Kritisieren möchte ich die fummelige Touch-Bedienung am Gerät, die ein wenig komplizierte Verbindung mit der App und die nur durchschnittlichen Waschergebnisse. Ich hatte noch nie Bedarf für ein Vorwaschprogramm, aber schaden würde es wohl auch nicht. Insgesamt bin ich zufrieden mit der Midea V5 und werde sie auch weiterhin nutzen. Dieser Bericht ist als Langzeittest ausgelegt und wenn mir noch etwas auffällt, werde ich ihn ergänzen. Eure Fragen könnt ihr wie immer gerne in den Kommentaren stellen!
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