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Über den Sommer hinweg hatte ich für euch ein preisgünstiges Navi fürs Fahrrad im Check und bin erstmals mit dem Hersteller iGPSport in Kontakt gekommen. Neben dem preisgünstigen und überzeugenden BSC300 hat der Hersteller natürlich auch ein Top-Modell im Sortiment. Beim iGPSport BiNavi war mein erster Gedanke simpel: Ich habe mehr Übersicht mit dem 3,5 Zoll großen Display. Ein größeres Gerät, helleres Display und bessere Anzeigen. Ob ein größeres Display, eine automatische Helligkeitssteuerung oder ein Touchscreen diesen Aufpreis wirklich wert sind und wie gut sich das Fahrradnavi in der Praxis geschlagen hat, klärt dieser ausführliche Testbericht.
Letztendlich behebt das Navi fast alle Nachteile des von mir zuvor getesteten BSC300. Aber ist es dadurch auch den dreifachen Preis wert? Ich glaube kaum. „Rerouting“ etwa habe ich bisher in der Praxis nie benötigt und das ebenso überzeugende Kartenmaterial greift auch hier auf OpenStreetMap zurück. Und ja: iGPSport packt hier auch „Rerouting“ drauf – aber ganz ehrlich: Das ist für mich kein „Killer-Feature“. Ich fahre weiterhin wie gehabt mit Komoot und GPX. Wenn ich mal falsch abbiege, schaue ich kurz auf die Karte und korrigiere selbst. Zumindest waren genau das meine Gedanken vor diesem Test.
Erster Eindruck und Verarbeitung
| Modell | Display | Auflösung | Abmessungen (mm) | Gewicht | Speicher | Akkulaufzeit (Herstellerangabe) | Navi |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| iGPSport BiNavi | 3,5″ (transflektiv, Farbe) | 320×480 | 101x60x14,5 | 103g | 32GB | 35+h | Dual-Band (L1/L5) |
| iGPSport BSC300 | 2,4″ | 320×240 | 82x53x14,5 | 67g | 8GB | 20h | Single Band |
Das BiNavi ist im Vergleich zum BSC300 sofort als „eine Klasse darüber“ zu erkennen – vor allem wegen der Größe. Mit 3,5 Zoll ist es größer als der Hammerhead Karoo 3 und so groß wie Garmins Topmodelle, dem Edge 1050 / 1040.
Das iGPSport BiNavi misst 101 x 60 x 14,5 Millimeter und wiegt 103 Gramm. Am Lenker wirkt das nicht unbedingt klobig und die Halterung des kleineren und leichteren BSC300 passte bei mir problemlos. Im Lieferumfang ist Folgendes enthalten (ich empfehle wie gehabt aber die zusätzliche iGPSport M80 Halterung (zu Amazon)):
Es ist definitiv nicht mehr dieses federleichte Mini-Gerät. Die Verarbeitungsqualität und Alltagstauglichkeit passen in jedem Fall. Das Gerät ist nach IPX7 gegen Regen geschützt und der USB-C-Anschluss ist zusätzlich mit einer Kappe gesichert. Neben dem Touchscreen bleiben auch die sechs Tasten zur Steuerung rundherum am Gerät erhalten.
Display des iGPSport BiNavi
Das Display ist wahrscheinlich der Punkt, wegen dem ihr das BiNavi überhaupt kauft. iGPSport setzt auf 3,5 Zoll und ein transflektives Farbdisplay (320 x 480 Pixel). Das mag nicht besonders scharf erscheinen, ist für das Kartenmaterial aber definitiv gut geeignet. Auch die automatische Helligkeit passt die Leuchtkraft in der Praxis zeitnah an. Das Display war für mich im Alltag immer gut ablesbar, nur im direkten Sonnenlicht gab es leichte Einschränkungen.
In der Praxis heißt das eine optisch perfekte Darstellung von Karte, Abbiegehinweisen und Datenfeldern. Diese wirken nicht mehr so „zusammengestaucht“ wie beim kleineren BSC300. Zudem lässt sich das Ganze bei Sonne definitiv entspannter lesen.
iGPSport bewirbt außerdem viele visuelle und akustische Hinweise (Zoom vor Abzweigen, Pop-ups, Warnsignale, optional auch „Voice über Bluetooth“). Bis auf die Sprachausgabe habe ich alles genutzt; der Zoom ist ebenso hilfreich wie die Warntöne. Ich mag es grundsätzlich, wenn ein Gerät rechtzeitig warnt – aber zu viele Töne hintereinander können bei kurvenreichen Strecken auch nerven. Das lässt sich natürlich mit der App anpassen, wozu wir jetzt kommen.
Einrichtung, App & Konnektivität
Mein Workflow bleibt mit dem BiNavi identisch wie beim BSC300 Navi: Komoot-Route bauen → als GPX exportieren → in die iGPSport-App importieren → aufs Gerät schieben → losfahren. Ein wenig Vorbereitung ist aber auch hier notwendig: Ihr müsst die Route auf das 
An zusätzlichen Sensoren können mittels ANT+ und Bluetooth folgende genutzt werden: Herzfrequenz, Trittfrequenz, Geschwindigkeit sowie Powermeter. Außerdem gibt es Barometer und Lichtsensor im Gerät selbst. Ich habe einen Brustgurt von Polar und das Rücklicht von iGPSport (SR Mini) mit Radarfunktion (zum Test) genutzt. Beides wurde vor jeder Fahrt sofort erkannt und es gab keinerlei Kompatibilitätsprobleme. Ein Vorteil gegenüber dem kleineren Navi mag für Hardcore-Nutzer auch der Speicher sein, denn 32GB sind richtig viel.
Das iGPSport BiNavi kombiniert Touch mit sechs Tasten und „Glove-Touch“. Ab 5 Grad fahre ich aktuell draußen, ansonsten bin ich auf der Rolle unterwegs. Touch bei so günstigen Geräten sehe ich grundsätzlich kritisch, aber das BiNavi macht das gut. Selbst mit meinen Fahrradhandschuhen konnte ich während der Fahrt Einstellungen vornehmen. Da auch physische Tasten weiterhin vorhanden sind, habt ihr hier die freie Wahl.
Im Alltag ist Touch für Karten und Menüs einfach schnell – und die Tasten sind genau dann praktisch, wenn ihr gerade nicht herumtippen wollt.
Mit GPX-Routen funktioniert das Konzept so, wie ich es mag: Die Route liegt fest, ich fahre sie ab, bekomme Hinweise und sehe jederzeit, wo ich bin. Das iGPSport BiNavi liefert „Turn-Prompts“, „Auto-Zoom“ und verschiedene Hinweise. Ein Highlight war für mich noch die Höhenansicht bei der „Bergetappe“. Hier sieht man genau, was man noch vor sich hat und wie lange sich die Bergfahrt noch zieht. Das war wirklich cool und das kannte ich so vorher nicht.
GPS & Genauigkeit
Technisch ist das BiNavi klar stärker aufgestellt als ein Einsteigergerät: Full GNSS + Dual-Band (L1/L5) und A-GPS werden als Specs genannt. Im Endergebnis macht das keinen großen Unterschied. Genau wie beim günstigen Gerät sind die Abweichungen zu meiner Huawei Watch GT5 und meinem Xiaomi 15 minimal und nicht erwähnenswert. Dual-Band-GPS und die damit bessere Genauigkeit könnte man aber durchaus im Wald und bei wirklich schlechtem Wetter bemerken.
Hauptfeatures und Highlights gerade bei der Navigation im Vergleich zum günstigeren Modell sind das automatische „Rerouting“ und die „Zurück-nach-Hause-Navigation“. Beides klappte im Test problemlos; „Zurück nach Hause“ heißt einfach, dass zum Startpunkt der Route zurücknavigiert wird. Aber: Ich empfinde beides nicht als Features, die ich vermisst hätte. Wenn ich falsch fahre, will ich meist nicht, dass mir das Gerät „irgendwas“ neu zusammenbaut. Ich will kurz verstehen, wo ich bin, und dann zurück auf die geplante Linie. Genau deshalb sehe ich „Rerouting“ eher als Notnagel.
Akkulaufzeit & Laden
Auch beim BiNavi ist die Laufzeit eine Stärke: Bis zu 35 Stunden sind angegeben. Geladen wird per USB-C, die Ladezeit lag im Test bei ca. 2 Stunden. Damit ist das Gerät für Leute, die viel fahren und nicht ständig ans Kabel wollen, schlichtweg perfekt geeignet. Ich kam in der Praxis fast volle zwei Wochen damit aus und insgesamt auf über 25 Stunden. Dabei waren immer 2 Sensoren verbunden und die Helligkeit auf Auto, wobei im Testzeitraum wenig Sonne mit dabei war. Die Laufzeit ist echt der Hammer.
Testergebnis
Vor einem guten halben Jahr war ich nicht einmal der Meinung, überhaupt ein Navigationsgerät am Fahrrad zu brauchen, und habe mich mit dem Handy beholfen. Jetzt teste ich das zweite Navi und auch das BiNavi will ich nicht mehr aus der Hand geben. Das BiNavi ist für mich kein „BSC300 2.0“, sondern ein echtes Upgrade: größer, heller, übersichtlicher. Genau die Punkte, die beim BSC300 in der Praxis die Grenzen aufzeigen (Kartendarstellung/Ablesbarkeit), sind hier deutlich besser gelöst. Dafür kostet das Gerät aber auch das Zwei- bis Dreifache des BSC300. Das sehe ich nur als gerechtfertigt an, wenn euch auch weitere Features wie „Rerouting“ oder die schnelle Navigation zurück zum Startpunkt super wichtig sind.
Wenn ihr aber von einem günstigen, kompakten Gerät kommt und vor allem nach „mehr Komfort“ sucht: Für mich ist nicht „Rerouting“ der Grund – sondern das große Display. Wer viel navigiert (und nicht nur Trainingsdaten loggt), bekommt hier einfach mehr Ruhe am Lenker. Und dafür ist definitiv auch die einfache Halterung mitverantwortlich.
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Interessant. Jedoch muss man schon viel in unbekannter Gegend fahren, damit sich so ein Spezialgerät lohnt. Für die meisten Radfahrer dürfte ein Smartphone mit Fahrradhalterung oder die (eher rudimentäre) Anzeige der Route auf der Smartwatch sein.
Servus, danke für den Beitrag: Das dachte ich auch, aber dem ist definitiv nicht so, da es eben auch das ganze nochmals deutlich günstiger gibt: https://www.smartzone.de/igpsport-bsc300-im-test/. Alleine die Streckenaufzeichnung mit Geschwindigkeit und auch einfacher Blick auf die Route oder einfach mal Komoot Routen abfahren sind für jeden der Hammer und echt keine große Investition. Also jeder, der sein Bike nicht nur als Transportmittel nutzt, wird damit definitiv Spaß haben.
Beste Grüße
Jonas
Wenn man professionell (= hauptberuflich) Leistungssport betreibt oder häufig auf nicht bekannten Strecken unterwegs ist, macht sowas möglicherweise Sinn. Es ermöglicht insbesondere, dass Maximale aus seinem Körper herausholen. Etwa auf seiner Hausstrecke die ein oder andere Zehntelsekunde herauszukitzeln und auch unbekannte Strecken mit maximal möglicher Geschwindigkeit zu fahren. Mit Fitnesstraining hat das jedoch nicht mehr viel gemeinsam, sondern es ist Selbstmord auf Raten. @Jonas Andre , was denkst du was länger dauert, der erste Herzinfarkt aufgrund zu großer Belastung oder kaputte Knie wegen Dauerbeanspruchung bei nur 5° Temperatur? Radfahren an sich, egal ob mit Rennrad auf der Straße oder mit… Weiterlesen »
Servus! Also “Profi”, “hauptberuflich” und “Leistungssport” sind schon sehr große Begriffe unter einem 200–250€ Fahrrad-Navi. Solche Geräte werden wahrscheinlich ausschließlich von Amateur- und Freizeitsportlern genutzt – für Navigation, Orientierung, Trainingsdokumentation und auch schlicht mehr Sicherheit (z. B. nicht verfahren, rechtzeitig abbiegen, Route planen). Dass man Sport grundsätzlich übertreiben kann, stimmt natürlich. Aber das liegt nicht am Navi, sondern am Verhalten. Im Gegenteil: Mit Puls-/Leistungswerten und klaren Zonen können viele eher moderater fahren und Überlastung vermeiden. Mein Test zielt auf genau diese Alltags- und Freizeitnutzung ab – nicht auf Profis oder Leistunssportler. Finde deinen Kommentar auch irgendwie etwas deneben oder verstehe… Weiterlesen »
Ich versuchte lediglich den Sinn dieses Gerätes zu ergründen. Ich finde keinen, außer wenn man Fahrradfahren als Höchstleistungstraining betreibt.
Anderenfalls könnte man sämtliche Funktionen die dieses Gerät bietet mindestens genauso gut mit einem Smartphone haben und hätte sogar noch etliche zusätzliche Funktionen obendrauf. Einziger Nachteil: Ein Smartphone wiegt 100-120 Gramm mehr plus dem etwas höheren Gewicht einer entsprechend stabileren Halterung.
Ich benutze übrigens eine wasserdichte Smartphone-Halterung von Aldi, siehe Bild. Die kostete gerade mal 3€ und ist ihmo perfekt. Vorher hatte ich eine ähnliche Tasche zur Befestigung auf dem Oberrohr. Da störte sie mich jedoch etwas.
Servus, das dachte ich auch, bis ich dann das Teil hier gekauft habe: https://www.smartzone.de/igpsport-bsc300-im-test/. Da steht auch noch mehr zu drin. Denn gerade navigieren mit der Handyhalterung ist ein graus und die Apps darauf nicht ausgelegt.
beste Grüße
Jonas