CIPA: Kompaktkameras gewinnen Marktanteile und DSLRs verschwinden in der Bedeutungslosigkeit
An den Statistiken des Industrieverbands CIPA aus Japan beteiligen sich alle wichtigen Hersteller von Kameras: Sony, Canon, Nikon, Panasonic, Fujifilm und noch ein paar mehr. Nun hat der Verband die Verkaufszahlen für das Jahr 2025 herausgegeben. Darin lassen sich einige spannende Trends ablesen.
Ein paar interessante Trends aus dem CIPA-Report 2025
Spiegelreflexkameras sind mittlerweile beinahe bedeutungslos geworden, weil spiegellose Kameras den Markt dominieren. Letztes Jahr waren 66,9% der verkauften Kameras DSLMs mit Wechselobjektivanschluss. 25,8% waren Kompaktkameras mit integriertem Objektiv. Die klassische DSLR hat es nur noch auf 7,3% Marktanteil geschafft, womit sich der drastische Abwärtstrend der letzten Jahre fortsetzt.

Von den 9,5 Millionen Kameras, die 2025 weltweit verkauft wurden, waren gut 2,4 Millionen Kompaktkameras. Doch auch bei den DSLMs gibt es einen klaren Aufwärtstrend bei den Gesamtzahlen. Insgesamt war 2025 das stärkste Jahr für Kameras seit 2019. Die Zahlen und Trends sind je nach Kontinent allerdings sehr verschieden. In China und Japan liegt der Anteil von DSLRs nur noch bei gut 1%, während sie in Europa (11,7%) und Nord- und Südamerika (14,9%) durchaus noch populär sind.
In Japan haben Kompaktkameras im vergangenen Jahr 52,7% der Stückzahl ausgemacht.
Letztes Jahr wurden für eine Wechselobjektivkamera im Durchschnitt 1,51 Objektive gekauft. Damit setzt sich der Abwärtstrend, der durch einen kurzen Höhenflug zur COVID 19-Pandemie unterbrochen wurde, weiter fort. Das beste Jahr für Objektive pro Kamera war mit 1,79 Stück in 2021 – dabei betrachten wir die letzten 20 Jahre.
Unsere Einschätzung
Der Vergleich mit dem Smartphone ist sehr spannend. Auf ungefähr 9,5 Millionen Kameras kamen im vergangenen Jahr rund 1,25 Milliarden Smartphones. Allerdings scheint sich der Markt langsam zu berappeln und kann auf einem historisch niedrigen Niveau seit ein paar Jahren wieder einen langsamen, aber stetigen Aufwärtstrend verzeichnen.
Sind Kameras für euch im Zeitalter des Smartphones noch relevant? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen!
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Ich benutze beides, Handy und DSLM. Letztere vor allem mit Teleobjektiv. Im vorletzten Urlaub war ich sehr froh, die “richtige” Kamera dabei zu haben, da sich die Handykamera immer wieder mit “mir ist zu heiß” verabschiedet hat.
Auch wenn ich erst eine Sony a7R V gekauft habe (somit also zum kleinen Segment der Menschen mit dedizierter Kamera gehöre), kann ich natürlich nachvollziehen, dass (wie meistens) die Bequemlichkeit siegt.
Den Meisten ist es ja auch egal, ob sie die Top Qualität haben, oder nicht, da sie sich die Fotos höhstens auf einem Tablet anschauen.
Was ich lästig finde sind immer die Leute, die einem unbedingt weiß machen wollen, dass ein Smartphone mit einer großen, teuren Kamera mithalten kann – so funktioniert Physik halt aber nicht.
Für mich waren Kameras schon seit längerem obsolet, mindestens aber seit in etwa 6 Jahren, da seit diesem Zeitpunkt die Qualität der Smartphonekameras für Schnappschüsse und selbst das meiste an Urlaubsbildern mehr als ausreichend ist.
Fast 8% Marktanteil als bedeutungslos zu bezeichnen erachte ich als etwas ketzerisch oder sind Smartphone-Hersteller mit einem Marktanteil von etwa 8% wie oppo und vivo bedeutungslos?
Servus Ernst, es kommt auf die absolute Größe des Kuchens an. In einem Nischenmarkt wie bei den Kameras sind 8% kaum Umsatz, aber 8% vom gigantischen Smartphonemarkt sind eine ganz andere Hausnummer (Milliardenumsätze).
beste Grüße
Jonas
Servus Jonas, Ich verstehe deine Einschätzung. Ich sehe das in diesem Fall jedoch etwas anders, da sich die Logik vom Massenmarkt hier nur bedingt übertragen lässt. Bei Spiegelreflexkameras bewegen wir uns in einem preislich deutlich höheren Segment und hier entsteht ein ganz erheblicher zusätzlicher Wert durch Zubehör, weicher den Preis der Kamera häufig übertrifft. In einem solchen Hochpreis-Umfeld haben selbst kleine Marktanteile ein ganz anderes Gewicht – ähnlich wie bei Ferrari im Automobilbereich oder bei Luxusuhren. Da diese Art Kameras eher als „Luxusgut“ einzustufen sind, generieren auch geringere Stückzahlen bereits signifikante Werte. Selbst 8 % sind in einem spezialisierten Nischenmarkt… Weiterlesen »
Servus, ich verstehe deinen Punkt, aber wir vergleichen hier wirklich den Kameramarkt mit dem Smartphonemarkt.
Beste Grüße
Jonas