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Alldocube iWork GT Ultra im Test – Surface-Alternative mit Intel Ultra 5?

Getestet von Erik Schmid am
Vorteile
  • sehr gute CPU-Leistung
  • scharfes Display im 16:10-Format
  • viel Speicher (16GB RAM / 1TB SSD)
  • 2x USB-C, USB-A-Anschluss und 100W-Schnellladen
  • volle x86-Windows-Kompatibilität
Nachteile
  • kurze Akkulaufzeit (unter 5 Stunden bei Last)
  • Lüfter wird unter Last laut
  • schwaches Tastatur-Cover und unpräziser Stylus
  • keine biometrische Entsperrung
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Das Alldocube iWork GT Ultra präsentiert sich als preiswertere Alternative zum langjährigen Platzhirschen, dem Microsoft Surface. Wir haben das Windows-Tablet mit Tastatur und Stylus im Praxistest. Die Spezifikationen lesen sich vielversprechend und der moderne Intel Core Ultra 5 125H Prozessor verspricht ein hohes Leistungsniveau. Dazu kommen 16GB Arbeits- und 1TB Systemspeicher sowie zwei USB-C-Anschlüsse. „Überzeugt uns das Surface“-Komplettpaket für 800€?

ALLDOCUBE iWork GT Ultra im Test 1

Alldocube iWork GT Ultra
Abmessungen & Gewicht 300,57 x 195,56 x 9,89mm / 850g
Display 13 Zoll IPS, 2560 x 1600 Pixel (16:10), 60Hz, 500 Lux
Prozessor Intel Core Ultra 5 125H (14 Kerne, 18 Threads)
Speicher 16GB LPDDR5 RAM / 1TB PCIe SSD
Akku & Laden 42,72Wh (3660mAh) / 100W PD über USB-C

Die Microsoft Surface-Reihe dominiert seit Jahren den Markt für leistungsstarke Windows-Tablets. Während die Geräte aus Redmond eine gute Verarbeitung bieten, fallen die Preise inklusive Zubehör meist hoch aus. In diese Lücke stößt das Alldocube iWork GT Ultra. Der Hersteller verspricht eine leistungsstarke Surface-Alternative zu einem deutlich geringeren Preis.

Design und Verarbeitung

Ein Windows-Tablet mit Intel-Chip der Core-Ultra-Serie erfordert eine funktionale Bauweise. Das Alldocube iWork GT Ultra ist mit 9,89 Millimeter Dicke und 850 Gramm Gewicht (ohne Tastatur, 1255 Gramm mit Tastatur und Stylus) wuchtig. Für den Transport im Rucksack ist das unproblematisch, beim längeren freihändigen Halten ermüden jedoch die Handgelenke.

Das vollständige Metallgehäuse besteht aus einer Magnesium-Aluminium-Legierung. Die matte Oberfläche verhindert sichtbare Fingerabdrücke. Die Verarbeitung überzeugt durch saubere Kanten und gleichmäßige Spaltmaße. Die Haptik erreicht das Niveau der Surface-Modelle nicht ganz, da sich das Metall teilweise wie Kunststoff anfühlt. Der integrierte Kickstand auf der Rückseite lässt sich stufenlos bis zu 155° aufklappen. Das Scharnier ist stramm und hält das Tablet stabil, lässt sich jedoch etwas schwergängig bedienen. Auffällig sind die großen Kühlschlitze an der Oberkante und den Seiten, die für das thermische Management notwendig sind. Eine IP-Zertifizierung fehlt aufgrund der aktiven Kühlung.

Lieferumfang des Alldocube iWork GT Ultra

Im Lieferumfang befinden sich neben dem Tablet ein kompaktes 100W-GaN-Netzteil mit einem 1m langen USB-C-Kabel, das magnetische Tastatur-Cover sowie ein aktiver Stylus. Der Stylus ist im Karton etwas versteckt: unter der (verklebten) Mulde des Tablets. Die ab Werk aufgetragene Displayschutzfolie schützt das Touchdisplay, aber für ein besseres Bild- und Touch-Erlebnis könnt ihr sie einfach entfernen.

Upgrademöglichkeiten: Das Tablet bietet keine Wartungsklappen für einen einfachen Zugriff. RAM und SSD sind fest im Inneren verbaut oder verlötet und lassen sich nicht ohne Weiteres aufrüsten.

Anschlüsse und Konnektivität

Das Alldocube iWork GT Ultra bietet für ein Tablet eine gute Anschlussvielfalt. Auf der linken Seite befinden sich zwei USB-C 3.1 Anschlüsse. Beide sind „full-function“ und unterstützen Power Delivery, Datenübertragung (10Gbit/s) sowie Display-Out. Auf Thunderbolt 4 müsst ihr trotz des Intel-Chips verzichten. Rechts sitzt ein klassischer USB-A 3.0 Anschluss, der den Anschluss von Peripheriegeräten ohne Adapter ermöglicht. Ein SD-Kartenleser oder ein Kopfhöreranschluss fehlen. Eine kleine LED befindet sich zwischen den USB-C-Ports.

Drahtlos nutzt das Gerät Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.2. Die Verbindung blieb im Test stabil und reichweitenstark. Eine Mobilfunk-Option (LTE/5G) ist nicht vorhanden. Die Stereo-Lautsprecher liefern eine durchschnittliche Soundqualität ohne nennenswerte Bässe. Für den normalen Windows-Betrieb reichen sie aus, aber mit kabellosen Kopfhörern habt ihr mehr Spaß. Die Dual-Mikrofone filtern Hintergrundgeräusche bei Videocalls hingegen ordentlich heraus.

Eingabegeräte

Das magnetische Tastatur-Cover dockt über Pogo-Pins an der Unterseite an. Die Verbindung ist stabil und das Cover dient gleichzeitig als Displayschutz. Die Tasten im QWERTY-Layout haben eine normale Größe, jedoch gibt das Kunststoffgehäuse beim Tippen spürbar nach. Damit ist die Nutzung auf dem Schoß nur bedingt möglich. Für kurze Texte reicht das Cover aus. Das Trackpad ist funktional, fällt aber in der Höhe klein aus. Die Navigation im Web ist nicht besonders intuitiv und flüssig. Wir hatten definitiv schon bessere Trackpads im Test.

Der beiliegende Stylus unterstützt theoretisch 4096 Druckstufen, enttäuscht im Test jedoch durch unzuverlässige Druckerkennung und mangelnde Präzision. Gezogene Linien weisen ein Zittern („Jitter“) auf. Für Unterschriften oder Notizen genügt der Stift, für detaillierte Zeichnungen ist er unbrauchbar.

Die Linien auf dem Display wurden mit einem echten, externen Lineal als Hilfe gezogen. Trotzdem seht ihr die leichten Zacken, was klar für die Ungenauigkeit des Stylus beziehungsweise Touchscreens spricht.

Display

Das 13 Zoll große IPS-Panel löst mit 2560 x 1600 Pixel auf. Das Bild ist bei normalem Arbeitsabstand gestochen scharf. Das 16:10-Seitenverhältnis bietet vertikal mehr Platz für Dokumente und Multitasking als herkömmliche Breitbildformate.

ALLDOCUBE iWork GT Ultra im Test 9

Die Helligkeit erreicht in unseren Messungen 550 Lux, was für helle Innenräume genügt. Im Freien spiegelt die Glasoberfläche direkte Sonneneinstrahlung stark, aber im Schatten könnt ihr das Alldocube iWork GT Ultra problemlos nutzen. Einen Lichtsensor zur automatischen Helligkeitsregelung gibt es nicht. Die Farbwiedergabe deckt rund 70% des NTSC-Farbraums ab. Für Office-Aufgaben und Videos ist das Display ausreichend kontrastreich. Die Bildwiederholrate liegt bei 60Hz. Scroll-Bewegungen wirken dadurch weniger flüssig als bei modernen 120Hz-Displays. Ein PWM-Flackern konnten wir nicht feststellen.

Leistung

Der Intel Core Ultra 5 125H Prozessor sorgt für eine hohe Systemgeschwindigkeit. Mit 14 Kernen und 18 Threads bewältigt das Tablet Web-Browsing mit vielen Tabs und Office-Dokumente ohne Verzögerung. Auch Videoschnitt mit DaVinci Resolve ist bei einfachen Projekten flüssig möglich. Die 16GB LPDDR5-RAM und die 1TB-PCIe-SSD unterstützen die gute Performance. Die SSD erreicht 5.541MB/s beim Lesen und 4.620MB/s beim Schreiben.

SSD Benchmark (read)
0
800
1.600
2.400
3.200
4.000
4.800
5.600
6.400
7.200
8.000
SSD Benchmark (write)
0
800
1.600
2.400
3.200
4.000
4.800
5.600
6.400
7.200
8.000

Für die Grafik ist die Intel Arc Graphics (mit 96 Execution Units / 6 Xe Kernen) zuständig. „Counter-Strike 2“ läuft in 1440 x 900 Pixel bei niedrigen Details mit 65FPS. Anspruchsvollere Titel überfordern die Hardware. Das Kühlsystem hat Mühe, die Abwärme abzuführen. Unter Last wird der Lüfter laut und gibt ein hochfrequentes Surren ab. Das Gehäuse erhitzt sich dabei spürbar, woraufhin das System die CPU-Leistung drosselt (Throttling).

Geekbench Single (v6)
0
300
600
900
1.200
1.500
1.800
2.100
2.400
2.700
3.000
Geekbench Multi (v6)
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
14.000
16.000
18.000
20.000
3DMark Timespy
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
3.500
4.000
4.500
5.000


In der Praxis: Im Alldocube iWork GT Ultra ist für den konzipierten Einsatzzweck der richtige Prozessor verbaut. Im Arbeits- oder Uni-Alltag habt ihr einige Dokumente, Programme und Browsertabs offen. Hier fliegt der Intel Core Ultra 5 125H regelrecht durch die Anwendungen. Windows 11 bootet in unter 10 Sekunden. Auch für die nächsten Jahre sind ausreichend Leistungsreserven vorhanden. Ein Convertible für Gaming oder aufwendige Video- und Bildbearbeitungen ist das Tablet jedoch nicht.

System

Alldocube liefert das Tablet mit voraktiviertem Windows 11 Home aus. Dank der x86-Architektur ist das System zu sämtlichen Windows-Programmen kompatibel. Bloatware ist kaum vorhanden, lediglich WPS-Office ist vorinstalliert. Updates werden natürlich von Microsoft bereitgestellt, sodass ihr euch darüber keine Gedanken machen müsst. Eine biometrische Entsperrung per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung fehlt komplett.

Kamera

Sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite ist eine 5-Megapixel-Kamera verbaut. Beide Sensoren nehmen Fotos mit 2560 x 1440 Pixel auf. Die Hauptkamera auf der Rückseite liefert bei Tageslicht brauchbare Ergebnisse für Dokumentenscans, bei schlechtem Licht dominiert jedoch Bildrauschen. Die Frontkamera überzeugt durch natürliche Hauttöne und eine gute Schärfe in Videocalls. Videos werden mit bis zu 2K bei 30FPS aufgezeichnet.

Akkulaufzeit

Der Akku hat eine Kapazität von 42,72Wh. In Kombination mit dem performanten Prozessor führt dies zu eher kurzen Laufzeiten. Im YouTube-Dauertest bei maximaler Helligkeit schaltete sich das Gerät nach 4 Stunden und 30 Minuten ab. Im Büroalltag erreicht ihr etwa 6 Stunden mit gemischter Helligkeit. Ein ganzer Arbeitstag ohne Netzteil ist nicht möglich. Das 100W-Netzteil lädt den Akku immerhin in 30 Minuten auf ca. 50% und in 80 Minuten vollständig auf. Eine Powerbank mit Power-Delivery könnt ihr natürlich zum Aufladen nutzen.

Quellen

Testergebnis

Getestet von
Erik Schmid

Das Alldocube iWork GT Ultra überzeugt durch eine starke Rechenleistung, üppigen Speicher und ein scharfes Display zum fairen Preis. Es ist eine Option für Nutzer, die primär an einem Tisch arbeiten und viel Power im kompakten Format suchen.

Ihr müsst allerdings gezielt auf der Suche nach einem Convertible-Format sein: Die abnehmbare Tastatur, der Touchscreen und der Stylus bieten in der Praxis klare Vorteile. Dies geht jedoch nicht ohne Kompromisse. Gerade beim Tastatur-Cover hätte der Hersteller hochwertigeres Material verwenden können. In diesem Zustand ist die Eingabe deutlich schlechter als auf den meisten Laptop-Tastaturen.

Ihr erhaltet hier ein leistungsstarkes 2-in-1-Gerät für 800€, müsst aber Kompromisse bei der Mobilität und Haptik eingehen. Die kurze Akkulaufzeit, das laute Lüftergeräusch unter Last und das mäßige Zubehör verhindern eine uneingeschränkte Empfehlung als mobiler Begleiter.

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