Ein kleines Tablet ohne Angst vor Schmutz, Wasser und Stürzen. Das alles möchte das AGM Pad P3 sein. Ob dieses sein Versprechen halten kann, wird der Test zeigen. Nun werden viele einwenden: Wieso braucht ihr dafür ein Extra-Outdoor-Tablet? Ihr könnt doch einfach eine passende Schutzhülle nutzen und ein iPad mini ist auch nicht allzu groß. Nur ist ein solches iPad mini mehr als doppelt so teuer und niemand wird sein teures Tablet ohne Sorge im Regen nutzen oder einfach mal in den Sand fallen lassen. Somit besetzt das AGM Pad P3 eine Nische und der Hersteller selbst sieht das Tablet als idealen Begleiter für die Baustelle und tritt damit in direkte Konkurrenz zum Samsung Galaxy Tab Active 5.
Mit rund 300€ ist das AGM Pad P3 im mittleren Preissegment unterwegs und punktet mit einer mehr als soliden Ausstattung neben seiner harten Hülle. Immerhin bietet es 4G mit eSIM-Unterstützung ab Werk und auch ein 50-Megapixel-Sensor als Hauptkamera klingt nicht nach dem üblichen Tablet-Einerlei. So hält das AGM Pad P3 einige positive Überraschungen parat, hat aber auch ein paar Nachteile.
Design und Verarbeitung
Das AGM macht keinen Hehl aus seinen Ambitionen. Der Hersteller setzt nicht auf ein schickes Aluminiumkleid, sondern auf eine robuste Verarbeitung von Metall und Kunststoff und das Versprechen, gegen Wasser und Schmutz geschützt zu sein. Ein gummiartiges Material überzieht zusätzlich den Rahmen und sorgt so für eine gute Griffigkeit. Mit 232 x 146 x 14,5 Millimeter bleibt es trotzdem angenehm kompakt. Nur das Gewicht von 523 Gramm ist ein wenig höher. Auffällig sind primär die Ecken, an denen ihr eine Trageschlaufe befestigen könnt und die gleichzeitig beim Sturz das Tablet schützen. Das AGM ist grundsätzlich auf eine Rechtsbedienung ausgelegt. Der Powerbutton sowie die Lautstärketasten befinden sich auf der rechten Seite, während der USB-C-2.0-Anschluss zusammen mit den beiden Lautsprechern auf der Unterseite sitzt. Auf einen Fingerabdruckscanner müsst ihr verzichten, aber ein träges Face-Unlock steht zur Verfügung. Das wasserdichte Mikrofon hat der Hersteller im oberen Teil des Rahmens verbaut, sodass es im Querformat gerne von der Hand verdeckt wird. Der Hybridslot liegt ebenfalls auf der rechten Seite und generell sind alle Anschlüsse gut gegen Wasser und Schmutz abgedichtet. Wird das AGM einmal schmutzig, haltet ihr es kurz unter den Wasserstrahl und spült sämtlichen Schmutz weg.
Auf der Rückseite setzt sich der positive Eindruck fort, denn das AGM ist routiniert verarbeitet und die gummierte Oberfläche fühlt sich griffig an. Links oben hat der Hersteller ein Kameramodul mit LED-Blitz verbaut, das nicht aus dem Gehäuse hervorsteht. In der Mitte sitzt ein großflächiges LED-Modul, das der Hersteller als „Camping Light“ bezeichnet. Die vier Gewindebuchsen dienen zur Aufnahme eines optionalen Standfußes.
Dünne Ränder wird bei einem Tablet niemand erwarten. So messen die Bildschirmränder rechts und links jeweils 12mm, während der Rand unten 16mm und oben 15mm beträgt. Im oberen Rand sitzt auch die Frontkamera. Der plane Bildschirm liegt minimal tiefer und ist damit zusätzlich geschützt. Das AGM Pad P3 ist nach IP68/69K gegen Wasser und Staub geschützt. Auch Stürze nach MIL-810H stellen für das Tablet kein Problem dar. In der Summe ist das Pad P3 so robust wie vom Hersteller versprochen und leistet sich keine Ausrutscher in dieser Kategorie.
Lieferumfang des AGM Pad P3
Der Lieferumfang für solch ein preiswertes Tablet ist gut, denn der Hersteller legt ein 18-Watt-USB-C-Ladegerät mit in den Karton. Dazu kommen ein passendes 1m langes USB-C-Kabel, eine SIM-Nadel und eine Kurzanleitung. Außerdem gibt es einen Schulterriemen und ein paar lustige Aufkleber.
Display des AGM Pad P3
Der Bildschirm des AGM Pad P3 ist mit 6,68 Zoll angenehm kompakt. Das IPS-Display verfügt über eine Auflösung von 1340 x 800 Pixel. Daher ist die Pixeldichte mit 233 Pixeln pro Zoll eher niedrig und bei genauem Hinschauen lassen sich einzelne Pixel erkennen. Zumindest beträgt die maximale Bildwiederholrate 120Hz, was sich hauptsächlich beim Scrollen positiv auswirkt.
Die Finger gleiten angenehm über den Bildschirm und auch mit nassen Fingern könnt ihr das Pad P3 bedienen. Mit 730 Lux wird das Tablet ausreichend hell, um es auch im Außenbereich bei Sonnenlicht zu bedienen. Natürlich erreicht es nicht die Leuchtkraft eines AMOLED-Displays, ist aber stärker aufgestellt als viele seiner Konkurrenten.
Die seitliche Ablesbarkeit war gut und der Hersteller erlaubt euch, die Farben des Bildschirms anzupassen. Selbst Widevine Level 1 wurde in das AGM Pad P3 integriert. Nur auf HDR-Unterstützung müsst ihr verzichten, was aber auch keinen überraschen dürfte. Die automatische Helligkeitsregulierung arbeitet zuverlässig.
Leistung
- Geekbench V.6
- Geekbench V.7
- Antutu V.10
- Antutu V.11
Im AGM Pad P3 ist der MediaTek Helio G99 verbaut. Dieser Prozessor ist aus unzähligen Tests bestens bekannt und liefert eine ausreichende Leistung. In der CPU sind zwei ARM-Cortex-A76-Kerne mit bis zu 2,2GHz und sechs kleine ARM-Cortex-A55-Kerne mit bis zu 2GHz Takt verbaut. Gefertigt wird die CPU in 6nm. Vereinzelt kommt es zu Verzögerungen in der Bedienung.
Der Hersteller verbaut zumindest 6GB RAM und 128GB UFS-2.2-Speicher. Dieser ist zwar eher langsam, aber in der Nutzung fällt das nicht negativ auf. Verzichtet ihr auf eine physische SIM-Karte, lässt sich der Speicher mit einer MicroSD-Karte erweitern.
Eine Variante des Pad P3 mit mehr Speicher gibt es nicht. Die verbaute GPU ist leistungsschwach, aber dank der geringen Bildschirmauflösung sind auch einfache Spiele möglich. Von Leistungseinbrüchen blieb das Tablet verschont.
System
- einfacher Modus
Das Kapitel „System“ ist schnell abgehandelt, da der Hersteller sich für Stock OS in der Variante Android 16 entscheidet. Ein wenig Bloatware ist auf dem AGM Pad P3 vorinstalliert. Diese lässt sich aber vollständig entfernen. Der Hersteller hat Android nur um eine kleine Toolbox erweitert. Ansonsten findet ihr euch zügig im System zurecht, das zum größten Teil in die deutsche Sprache übersetzt wurde. Gesten werden unterstützt, genauso wie Dual-Apps. Vereinzelt trefft ihr auf englische Unterpunkte oder merkwürdige Übersetzungen.
Das System läuft stabil, im Testzeitraum waren keine Abstürze zu beobachten, leider aber auch keine Updates. Das dürfte der größte Kritikpunkt am AGM Pad P3 sein. Eine sichere Versorgung mit Updates ist nicht gewährleistet. Eventuell schiebt der Hersteller kleine Bugfixes nach, aber Android 17 ist für das Tablet nahezu ausgeschlossen. Zur Vereinfachung hat AGM einen zweiten Launcher installiert, der den sogenannten „einfachen Modus“ aktiviert und mit großen, übersichtlichen Kacheln aufwartet.
Kamera des AGM Pad P3
Für eine positive Überraschung sorgt die Kamera in diesem Test, denn eine 50-Megapixel-Hauptkamera in einem preiswerten Tablet ist doch eher ungewöhnlich. Dazu verbaut der Hersteller eine 8-Megapixel-Frontkamera.
- Hauptkamera: 50 Megapixel (Omnivision OV50D), f/1,8, 1/2,88 Zoll, 28mm, Autofokus
- Selfiekamera: 8 Megapixel (Samsung ISOCELL 4H7), f/2,0, 27mm, Fixfokus
So war ich vor dem Test gespannt auf die Aufnahmen des Tablets, auch wenn der Sensor winzig ist. In der Kamera-Software bietet euch der Hersteller nicht allzu viele Möglichkeiten. So ist zwar ein Pro-Modus verbaut und auch HDR wird unterstützt, aber tiefergehende Optionen sind nicht vorhanden. 4:1-Pixelbinning wird von der Software unterstützt.
Tagaufnahmen
- 2x Zoom
- 2x Zoom
Die Hauptkamera des AGM Pad P3 kann nicht überzeugen. Es fehlt den Aufnahmen eindeutig an Dynamik und Kontrast. Mit den nüchternen Farben lässt sich leben, aber große Unterschiede zwischen Hell und Dunkel stellen die Kamera vor Probleme. Und auch die Schärfe ist verbesserungswürdig. Zumindest stimmen sowohl der Fokus in den Aufnahmen als auch die grundsätzliche Helligkeit. So ist die Kamera für Bilder am Tag zu gebrauchen, falls ihr nur geringe Ansprüche habt.
Nachtaufnahmen
- mit Campinglicht
Nachtaufnahmen mit der Hauptkamera sind nur theoretisch möglich. Der Sensor ist einfach zu schwach und die Software anscheinend nicht abgestimmt. Nur Nahaufnahmen mit Unterstützung des Campinglichts waren möglich. Aber auch diese Qualität ist nicht nennenswert.
Selfies
Die Frontkamera schlägt sich ausreichend im Test. Die Schärfe in den Aufnahmen ist brauchbar, auch wenn das Gesicht nur teilweise korrekt ausgeleuchtet wird. Wie schon bei der Hauptkamera fehlt es eindeutig an Dynamik. Die Aufnahmen haben einen schlechten Kontrast.
Videos und Zwischenfazit
50 Megapixel klingen auf dem Papier nach viel, enttäuschen aber in der Praxis. Am Tag sind die Aufnahmen noch brauchbar, in der Nacht brechen sie komplett ein. Die Videoaufnahmen zeigen genau dasselbe Bild. Für beide Sensoren werden 1080p und 30 fps angeboten, aber die Aufnahmen sind weder stabilisiert noch schön. Die Farben laufen aus dem Ruder, aber zumindest stimmt der Fokus.
Konnektivität und Kommunikation
Stark dagegen präsentiert sich das Tablet im Bereich Konnektivität. Es werden zwei physische SIM-Karten unterstützt, wenn ihr auf die Speichererweiterung verzichtet, oder ihr funktioniert den zweiten SIM-Slot zur eSIM um, denn auch das unterstützt das AGM. Prozessorbedingt seid ihr auf 4G beschränkt, was keinen wirklichen Nachteil darstellt. Der Empfang war astrein und auch das wichtige Band 20 für Deutschland ist verbaut.
- LTE (4G): B1/2/3/4/5/7/8/12/17/18/19/20/26/28AB/38/40/41/66
Ich habe das Pad P3 im O2-Netz getestet und hatte damit keinerlei Probleme. Selbst ein Telefonat ist mit dem Tablet möglich, dann allerdings über den Freisprecher. Zur Verbesserung der Sprachqualität werden Voice over Wi-Fi und Voice over LTE vom Gerät unterstützt.
- VoLTE
- LDAC
Das AGM Pad P3 bringt Wi-Fi 5 und Bluetooth 5.2 mit. Beides zeigte sich im Test unauffällig und ich konnte alle Geräte wie Kopfhörer oder externe Tastaturen ohne Probleme koppeln. Mit AAC, SBC und LDAC werden die wichtigsten Codecs für Bluetooth-Kopfhörer unterstützt. Der WLAN-Empfang ist eher mittelmäßig, vorrangig beim Datendurchsatz merkt ihr den Unterschied zu Wi-Fi 6. Erstaunlich ist hingegen die Unterstützung von NFC. So lässt sich mit dem Tablet auch kabellos bezahlen, wobei es äußerst merkwürdig aussehen würde, wenn ihr euer Tablet gegen das kleine Lesegerät haltet. Der verbaute Stereolautsprecher ist eher mittelmäßig, was hauptsächlich an seiner Einbauposition liegt. So liegen beide Lautsprecher auf der gleichen Seite, sodass sich kaum ein Stereo-Effekt einstellt. Dafür sind diese entsprechend laut. Für das verbaute FM-Radio benötigt ihr allerdings ein externes USB-C-Headset. Positiv ist dagegen die Vielzahl an verbauten Sensoren im AGM.
- Beschleunigungssensor, Näherungssensor, Helligkeitssensor, Gyroskop, Kompass, NFC
Hier bleiben keine Wünsche offen, genauso wie bei der Navigation. Es wird das übliche Quartett aus GPS, Galileo, GLONASS und BeiDou unterstützt und schon in Sekunden hat das AGM Pad P3 seine Position bestimmt. Dank MediaTek-Prozessor lag die Genauigkeit sowohl in Fensternähe als auch im Außenbereich bei einem Meter.
Das Campinglicht auf der Rückseite des Tablets aktiviert ihr über einen eigenen Software-Button. In der Helligkeit lässt es sich nicht regulieren und die Reichweite ist bescheiden. Zwar wird es ausreichend hell, aber das Licht ist nicht gebündelt und reicht nur aus, um die unmittelbare Umgebung auszuleuchten.
Akkulaufzeit des AGM Pad P3
- 120 Hertz
- 60 Hertz
Genauso stark ist der Akku des AGM aufgestellt. Das liegt weniger an der schieren Kapazität von 7.200mAh, sondern an der erzielten Laufzeit. So kommt ihr locker über den Tag mit diesem Tablet, auch bei intensiver Nutzung. So konnte ich eine Screen-Time von sieben Stunden problemlos erzielen. Wenignutzer dürften auch zwei Tage ohne Steckdose auskommen. Eine Stunde YouTube verbraucht lediglich 5% der Akkukapazität.
Ein wenig Geduld ist dagegen beim Aufladen des AGM Pad P3 angesagt. Mit einer maximalen Ladeleistung von 18 Watt vergehen immerhin 156 Minuten, bis das Tablet wieder vollständig geladen ist. Insbesondere die letzten 10 Prozent dauern übermäßig lange. Kabelloses Aufladen wird zwar nicht unterstützt, dafür aber das Rückwärtsladen. So könnt ihr externe Kopfhörer oder andere kleine Gadgets mit dem Tablet aufladen.
Testergebnis
Mit dem AGM Pad P3 erhaltet ihr ein kompaktes und robustes Gerät mit nur einem gravierenden Mangel: den fehlenden Updates für dieses Gerät. Könnt ihr euch damit arrangieren, spricht recht wenig gegen das Tablet, denn eine grandiose Kamera im Tablet ist selten. Im Gegenzug punktet das AGM Pad P3 mit einer astreinen Konnektivität inklusive eSIM und einer starken Laufzeit. Und auch das IPS-Panel gehört mit seinen 120 Hertz und der hohen Helligkeit zu den Stärken. Am Ende erfüllt der Hersteller nahezu alle Erwartungen an das Tablet und stellt damit eine preiswerte Alternative zum Samsung Galaxy Tab Active 5, das zwar einen Stift mitbringt, bei der Laufzeit aber nicht mithalten kann.
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