Xiaomi stellt ChatGPT Konkurrenz vor – 1 Woche kostenlos nutzbar
Die amerikanischen KI-Giganten wie OpenAI oder Anthropic bekommen zunehmend harte Konkurrenz aus Fernost. Nachdem bereits Unternehmen wie Alibaba, Tencent und vor allem DeepSeek den Markt ordentlich aufgemischt haben, wirft nun auch Xiaomi seinen Hut in den Ring. Mit dem neuen MiMo-V2-Pro stellt der chinesische Tech-Riese ein eigenes, extrem leistungsstarkes Large Language Model (LLM) vor, das sich direkt mit den absoluten Top-Modellen messen soll. Wir haben uns die Spezifikationen und Funktionen genau angesehen. Zudem erklären wir euch, wie ihr das Modell eine Woche kostenlos nutzen könnt.
Für alle, die in dem Thema noch nicht so tief drinstecken, hier vorab kurz die Basics: Ein LLM ist ein Programm, das mit riesigen Datenmengen trainiert wurde, um menschliche Sprache zu verstehen und Texte zu erzeugen. Die Kapazität wird oft in sogenannten „Token“ gemessen. Ein Token entspricht dabei in etwa einem Wort oder einer Silbe. Das „Kontextfenster“ wiederum gibt an, wie viele dieser Token die KI gleichzeitig bei einer einzigen Anfrage verarbeiten und im Gedächtnis behalten kann.
Leistung und Spezifikationen: fast auf Augenhöhe mit der Spitze
Auf dem Papier bietet das MiMo-V2-Pro eine beachtliche technische Grundlage. Das Modell arbeitet mit über 1 Billion Parametern. Das entspricht sozusagen der Menge an Synapsen, die dem Modell zur Verfügung stehen und ist ein Spitzenwert. Besonders hervorzuheben ist das großzügige Kontextfenster von 1 Million Token. Für die praktische Nutzung im Alltag bedeutet das, dass ihr der KI problemlos sehr große Dokumente oder Code-Bibliotheken auf einmal zur Verfügung stellen könnt.
Erste Werte aus Benchmarks zeigen, dass Xiaomi hier nicht übertreibt: In den meisten Tests kann das Modell ähnlich gut performen wie ChatGPT, Gemini und Claude.
Smarte Helfer im Alltag: Fokus auf Agenten und Programmierung
Der Vorteil des MiMo-V2-Pro liegt in der Ausrichtung auf autonome Aufgaben. Xiaomi legt den Fokus stark auf „Agentic AI“, insbesondere im Bereich der Programmierung (Agentic Coding). Das Modell glänzt durch die Fähigkeit, Probleme in mehreren Schritten logisch zu durchdenken (Multi-Step-Reasoning) und selbstständig Werkzeuge zu nutzen. Es beantwortet also nicht nur Fragen, sondern kann aktiv bei der Frontend-Generierung oder bei komplexen Skripten helfen, indem es als digitaler Assistent eigenständig arbeitet. Auch das Erstellen kompletter Mini-Games mit einem einzigen Prompt ist möglich.
Aktion: MiMo-V2-Pro jetzt eine Woche kostenlos nutzen
Um die Werbetrommel zu rühren, hat Xiaomi eine spannende Aktion gestartet: Für eine Woche ab dem Release (18. März 2026) ist das Modell komplett kostenlos nutzbar. Gerade für Nutzer von KI-gestützten Coding-Tools ist das ein hervorragendes Angebot.
So richtet ihr den kostenlosen Zugang ein:
- Cline, KiloCode, OpenCode & Blackbox: Hier ist es besonders einfach. Ihr müsst lediglich in den Einstellungen der jeweiligen Plattform „MiMo-V2-Pro“ direkt als Provider auswählen. Ein externes OpenRouter-Konto ist hierfür nicht nötig.
- OpenClaw: Hier gibt es aktuell vereinzelt Probleme bei der manuellen Einrichtung über die Benutzeroberfläche (oftmals gefolgt von „403 Limit Exceeded“-Fehlermeldungen). Um das zu umgehen, solltet ihr das Modell direkt über das Terminal eures OpenClaw-Servers einrichten. Gebt dazu den Befehl
openclaw models set openrouter/xiaomi/mimo-v2-proein. Startet danach den Gateway mitopenclaw gateway restartneu und beginnt eine frische Sitzung (/new). Danach läuft das Modell reibungslos und kostenfrei.
Wer das Modell nach der Testphase regulär nutzen möchte, profitiert von einer aggressiven Preispolitik: Mit 1 US-Dollar pro 1 Million Input-Token und 3 US-Dollar für Output-Token bietet Xiaomi ein top Preis-Leistungs-Verhältnis, das rund 67 Prozent günstiger ausfällt als etwa bei Claude Sonnet 4.6.
Unsere Einschätzung: Was bedeutet das für Xiaomis Produkte?
Wenn ihr das MiMo-V2-Pro nicht isoliert, sondern im Kontext des gesamten Xiaomi-Konzerns betrachtet, wird das immense Potenzial deutlich. Xiaomi ist längst kein reiner Smartphone-Hersteller mehr, sondern baut von Saugrobotern über Smart-Home-Zentralen bis hin zu Elektroautos (wie dem Xiaomi SU7) ein gigantisches Ökosystem auf.
Ein derart leistungsstarkes, agentenbasiertes KI-Modell im eigenen Haus zu haben, ist ein gewaltiger Hebel. Zukünftige Versionen des Betriebssystems HyperOS könnten durch MiMo-V2-Pro Aufgaben auf dem Smartphone oder im Auto komplett autonom erledigen, vom Vorlesen und Sortieren relevanter E-Mails bis hin zur vorausschauenden Steuerung des Smart Homes. Anstatt sich von externen Anbietern wie Google oder OpenAI abhängig zu machen, besitzt Xiaomi nun das Gehirn für seine gesamte Hardware selbst. Wenn Xiaomi das KI-Modell intelligent in ihre ohnehin schon preislich attraktive Hardware integriert, wird es wirklich interessant. Wir werden die Entwicklung genau im Auge behalten.
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