| CPU | Mediatek Dimensity 7300 - 4 x 2,5GHz + 4 x 2,0GHz |
|---|---|
| RAM | 8GB RAM, 12GB RAM |
| Speicher | 128GB, 256GB |
| GPU | Mali-G615 |
| Display | 2400 x 1080, 6,7 Zoll 120Hz (AMOLED) |
| Betriebssystem | - Android 16 |
| Akkukapazität | 5300mAh |
| Ladegeschwindigkeit | 30 Watt, 15 Watt (kabellos) |
| Speicher erweiterbar | Ja |
| Hauptkamera | 64MP + 8MP (dual) + 2MP (triple) |
| Frontkamera | 32MP |
| USB-Anschluss | USB-C 2.0 (480MBit/s) |
| Kopfhöreranschluss | Nein |
| Entsperrung | Fingerabdruck |
| 4G | 1, 2, 3, 5, 7, 8, 18, 19, 20, 28, 34, 38, 40, 41 |
| 5G | 1, 3, 5, 7, 8, 20, 28, 38, 40, 41, 77, 78 |
| NFC | Ja |
| SIM | Dual - nano, eSIM |
| Gewicht | 230g |
| Maße | 163 x 76 x 10,5mm |
| Antutu (v11) | 855938 |
| Benachrichtigungs-LED | Nein |
| Updatezeitraum | unklar |
| Hersteller | |
| Getestet am | 23.09.2026 |
Mit dem Volla Phone Plinius habe ich seit einigen Wochen ein sehr besonderes Smartphone der deutschen Volla Systeme GmbH im Test. Das Gerät wird in Deutschland hergestellt und zwar vermutlich bei Gigaset, denn deren Logo ist bei meinem Exemplar auf der Folie zu sehen, die den Bildschirm während des Transports schützen soll. Das Smartphone sieht sich als Outdoor-Modell und wird als Nachfolger des Volla X23 vermarktet.
Die Hardware liegt insgesamt auf solidem Mittelklasseniveau. Die große Besonderheit des Volla Phone Plinius ist der austauschbare Akku unter der abnehmbaren Rückseite. Ebenfalls besonders ist die Software, denn standardmäßig ist hier Volla OS vorinstalliert. Das ist ein AOSP-Fork, der komplett ohne Google-Dienste auskommt und auf Privatsphäre getrimmt ist. Alternativ könnt ihr ohne Umwege Ubuntu Touch installieren.
In diesem Testbericht blicken wir natürlich auf die Hardware, bei der es allerdings überhaupt keine Überraschungen gibt. Für den aufgerufenen Preis bekommt ihr anderswo deutlich mehr geboten. Vielleicht können Umsetzung und Software dafür sorgen, dass wir das Volla Phone Plinius empfehlen? Genau das überprüfen wir in den folgenden Absätzen!
Design & Verarbeitung
Bei uns im Test ist das Volla Phone Plinius in der einzigen erhältlichen Farbvariante. Ebenso gibt es das Volla Phone Plinius Plus, das mehr Arbeitsspeicher und Speicher bietet und mit Pogo-Pins auf der Rückseite ausgestattet ist. Ansonsten sind die beiden Modelle identisch. Die Abmessungen liegen bei 163 x 76 x 10,5 Millimeter und das Gewicht beträgt 230 Gramm. Damit ist das Smartphone kein Handschmeichler.
Allerdings ist es mit einer IP68-Zertifizierung versehen und bietet einen wechselbaren Akku unter der abnehmbaren Rückseite. Diese Kombination sehen wir sehr selten, da die meisten Hersteller ihre Smartphones wasserdicht machen, um keinen vom Nutzer austauschbaren Akku verbauen zu müssen. Wir finden das toll und würden uns mehr solcher Smartphones wünschen! Den orangen Ein-/Ausschalter finde ich als Google Pixel-Nutzer sowieso super.
Positiv überrascht hat mich die Verarbeitungsqualität des Volla Phone Plinius. Daran habe ich nämlich nichts auszusetzen und das Gerät macht einen sehr robusten Eindruck. Zudem finde ich die Materialauswahl sehr angenehm. Die Rückseite ist laut Volla mit Glas bezogen und fühlt sich wirklich gut an. Leider handelt es sich um eines dieser Materialien, die nie so richtig sauber aussehen.
Der Rahmen ist matt, besteht aus Metall und ist sehr resistent gegen Fingerabdrücke. Er beherbergt den USB-C-Port (USB 2.0), den Slot für eine SIM-Karte sowie einen belegbaren Knopf. Die Stereo-Lautsprecher werden fast schon unverhältnismäßig laut und klingen ab etwa einem Drittel der Lautstärkeleiste katastrophal. Bei leisen Volumina ist es okay, aber schon sehr flach. Für Sprachnachrichten reicht es allemal und die Mikrofone sind solide.
Mit dem Fingerabdrucksensor unter dem Bildschirm hatte ich leider so meine Probleme. Etwa 90% der Versuche haben das Smartphone sofort entsperrt. Übrig bleiben 10%, bei denen es auch nach mehreren Versuchen nicht geklappt hat und ich meine PIN eingeben musste. Daran sollte Volla auf jeden Fall arbeiten. Alternativ steht Face Unlock bereit. Der Vibrationsmotor ist nicht besonders hochwertig.
Ein Kabel von USB-C auf USB-C, eine durchsichtige Schutzhülle, ein Plektrum, ein Adapter von USB-C auf 3,5 Millimeter-Klinke und einige Einleger für die Rückseite in verschiedenen Farben liegen dem Lieferumfang bei.
Display des Volla Phone Plinius
Volla verbaut ein OLED-Display mit 6,7 Zoll, 2400 x 1080 Pixel und bis zu 120Hz. 1.000 Lux Spitzenhelligkeit verspricht der Hersteller im Datenblatt. Damit liegt sogar das Versprechen deutlich unter den Realwerten der meisten aktuellen Smartphones. Erreicht haben wir 1.000 Lux bei unseren Messungen mit einem 100%-Fenster leider auch nicht.
Im Alltag ist mir das aufgefallen. In Innenräumen hat es natürlich nie Probleme mit der Ablesbarkeit gegeben, bei direktem Sonnenlicht fällt der Unterschied zu meinem Google Pixel 10 Pro (zum Test) aber schon deutlich auf. Eine höhere Spitzenhelligkeit würde ich mir für einen Nachfolger des Volla Phone Plinius wünschen.
Ansonsten ist alles paletti; es gibt sogar recht umfangreiche Displayeinstellungen. Darüber hinaus ist ein Always On-Display vorhanden.
Leistung & Speicher
Im Volla Phone Plinius werkelt der MediaTek Dimensity 7300, den wir sonst eher von Geräten aus dem 300€-Preisbereich kennen. Selbst dort konnte er zuletzt nicht mehr auf ganzer Linie überzeugen. Für das Volla Phone Plinius heißt das: Die Systemleistung ist aufgrund des eher simplen Systems zwar gut, aber sobald es an etwas anspruchsvollere Aufgaben geht, ruckelt es. Auch die Gaming-Leistung ist für aufwändige 3D-Spiele nicht berauschend.
Positiv zu vermerken sind die 8GB RAM. Der Speicher umfasst 128GB und ist erweiterbar per microSD-Karte. Es handelt sich um UFS 2.2-Module.
Keinerlei Kritik gibt es bezüglich des Wärmemanagements. Im GPU Stress Test hat das Volla Phone Plinius seine Leistung halten können und im CPU Stress Test hat es nur ganz minimal gedrosselt. Warm geworden ist es darüber hinaus auch nicht.
System
Nach dem Auspacken war bei mir noch Volla OS auf Basis von Android 15 vorinstalliert, das ziemlich schlecht optimiert war. Die Tastatur hat an einigen Stellen im System geruckelt. Bei der Anpassung des Always On-Displays wurden zwei Uhren gespawnt. Das Update auf Volla OS mit Android 16 als Basis stand aber bereit. Ein handfestes Update-Versprechen hat Volla unserer Kenntnis nach nicht kommuniziert.
Die Installation des Updates hat mehrere Stunden gedauert, danach aber, wie beim Pixel, nur einen normalen Neustart erfordert. Das neue System ist sehr gut optimiert, erinnert optisch stark an reines Android und auch die Performance ist insgesamt solide.
Anders als bei anderen Smartphones sind die vorinstallieren Apps, denn hier kriegt ihr einen Firefox-Fork statt Chrome, OsmAnd statt Maps und Aurora Store anstelle des Google Play Store. In Volla OS gibt es standardmäßig keine Google-Dienste. Über microG könnt ihr einige Google-Apps installieren und verwenden, aber das ist komplett optional.
Ein paar Zusatzfunktionen gibt es, aber die haben mich nicht gerade angesprochen, teilweise sogar genervt. Damit meine ich unter anderem den Volla Game Space, der in der Kamera-App gerne mal den Knopf für den Linsenwechsel verdeckt. Volla hat einen eigenen Launcher, den ich aber bald deaktiviert und stattdessen auf den ebenfalls vorinstallierten AOSP-Launcher gesetzt habe.
Im Detail sind mir dann aber doch ein paar Feinheiten aufgefallen, die Volla OS von normalen Android-System unterscheiden. Zum Beispiel können keine WiFi-QR-Codes gescannt werden. Die Option steht im System zwar bereit, funktioniert aber nicht. Und der Aurora App Store ist auch nicht ganz so komfortabel wie der Play Store. Unter anderem erscheint bei jeder neuen App der Installationsdialog auf dem Bildschirm, was beim gleichzeitigen Update vieler Apps ein bisschen nerven kann.
Allerdings kann ich auch einfach Ubuntu Touch installieren und dann in das alternative OS starten. Das geht super einfach und ist ein tolles Alleinstellungsmerkmal. Ich habe für den Test allerdings ausschließlich Volla OS verwendet.
Kameras des Volla Phone Plinius
Volla verbaut eine Triple-Kamera auf der Rückseite und eine 32MP-Frontkamera. Leider hat mir die Kamera-App nicht besonders gut gefallen. Sie ist sehr simpel gehalten, bietet kaum Einstellungsmöglichkeiten und ein paar seltsame Eigenheiten gibt es ebenfalls. Besonders nervig fand ich das Umschalten zwischen den Sensoren. Dafür gibt es nämlich einen Knopf: Das erste Drücken wechselt auf Ultraweitwinkel, das zweite Drücken auf Makro, das dritte Drücken auf Selfies und beim vierten Mal kommen wir wieder bei der Hauptkamera an. Das ist wirklich nicht ideal gelöst, vor allem, weil die Makrokamera gerne mal nicht funktioniert, dann die ganze Kamera-App abstürzt und ich mich wieder ganz von vorne durch alle Linsen klicken darf.
Die voreingestellten Auflösungen habe ich auch als seltsam empfunden. Standardmäßig ist die Kamera-App auf 16:9 eingestellt und die Hauptkamera auf 48MP ohne Pixel Binning. Die Daten der Sensoren und Objektive:
- Hauptkamera: 64MP, f/1.8-Blende, 79° Blickwinkel
- Ultraweitwinkel: 8MP, f/2.2-Blende, 120° Blickwinkel
- Makrokamera: 2MP, f/2.4-Blende, 89° Blickwinkel
Einen Portraitmodus gibt es nicht. Die Hauptkamera kann 4K-Videos aufzeichnen, aber nur mit 30 Bildern pro Sekunde. Vorsicht: Die Ultraweitwinkelkamera ist standardmäßig auf HD-Auflösung eingestellt, unterstützt aber Full HD-Videos! An die Kamera-App muss Volla noch einmal ran.
Hauptkamera
Die Hauptkamera war standardmäßig auf hohe Auflösung ohne Pixel Binning eingestellt, also habe ich das einfach beibehalten und nur das Seitenverhältnis auf 4:3 geändert. Das führt zu einer recht langen Wartezeit, bis man wieder ein Bild aufnehmen kann.
Dafür ist die Bildschärfe bei hell ausgeleuchteten Motiven auch wirklich gut. Mir gefällt sogar die Farbwiedergabe insgesamt. Der HDR-Effekt arbeitet recht konservativ und bereits bei nur etwas schwächerem Licht nimmt dann auch die Bildschärfe ab.
Viele Nachtaufnahmen können wir uns sparen, denn hier gilt: Ist viel Kunstlicht vorhanden, sehen die Ergebnisse passabel aus. Ist wenig Restlicht vorhanden, geht hingegen gar nichts mehr, weil es keinen Nachtmodus zu geben scheint, bei dem länger belichtet wird.
Ultraweitwinkel
Für eine 8MP-Ultraweitwinkelkamera ist der Detailgrad der Aufnahmen bei Tag nicht übel und die Farbwiedergabe ist recht ähnlich zur Hauptkamera, wenngleich oft mit einer niedrigeren Farbsättigung. Leider wird die Verzeichnung des Objektivs nicht korrekt aus den Aufnahmen herauskorrigiert. Der HDR-Effekt gibt, genau wie bei der Hauptkamera, ziemlich schnell auf.
Bei Nacht gilt hier dasselbe, wie bei der Hauptkamera. Andere Modelle dieses Preisbereichs machen deutlich bessere Aufnahmen, denn sie haben einen Nachtmodus.
Makrokamera
Ich empfinde Makrokameras fast bei jedem Gerät als unnötiges Gimmick und mehr als das ist die Makrokamera des Volla Phone Plinius auch nicht. Die Bilder sehen, wie zu erwarten, ziemlich schlecht aus. Bei Dunkelheit ist sie sowieso komplett unbrauchbar.
Selfies
Die Selfies haben eine gute Bildschärfe. Leider kann der Dynamikumfang nicht überzeugen und besonders viel Tiefe haben die Aufnahmen auch nicht. Das Treffen des Hauttons ist in meinem Fall auch nicht gerade gelungen.
Konnektivität & Kommunikation
Das Volla Phone Plinius schluckt eine physische SIM-Karte und setzt zusätzlich auf eSIM. Es unterstützt alle hierzulande wichtigen LTE- und 5G-Frequenzbänder. Ich hatte keine Probleme mit dem Empfang im Telekom-Netz.
Darüber hinaus stehen WiFi 6E, Bluetooth 5.4, GPS und NFC bereit. Widevine L1 ist allerdings standardmäßig nicht vorhanden. Volla OS unterstützt demnach keine HD-Streams mit DRM-Schutz. In Ubuntu Touch könnt ihr Widevine L1 anscheinend nachträglich aktivieren.
Akkulaufzeit & Ladegeschwindigkeit
Der Akku des Volla Phone Plinius hat eine Kapazität von 5.300mAh. Das ist zwar sicherlich kein aktueller Spitzenwert, aber für einen entnehmbaren Akku auch gar nicht mal schlecht. Die Laufzeit habe ich im Test als gut empfunden und über einen Tag bin ich jederzeit ohne Probleme gekommen. Vergleichbar mit den gigantischen Akkus chinesischer Modelle, die problemlos zwei Tage schaffen, ist das aber natürlich nicht.
Die Ladeleistung ist mit 30W angegeben, allerdings hat es in meinem Test schon ziemlich lang gedauert, bis der Akku voll war. Ich habe mehrere Netzteile und Kabel ausprobiert und keine Verbesserung erzielen können. Toll ist indes, dass Wireless Charging mit 15W mit an Bord ist, allerdings ohne Qi2-Magnete.
Testergebnis
Das Volla Phone Plinius hat klare Stärken. Der Akku ist wechselbar und das Gehäuse hat dennoch eine IP68-Zertifizierung. Das Handy wird in Deutschland hergestellt und Volla OS kommt standardmäßig ohne Google-Dienste, Bloatware und Werbung. Alternativ kann sogar Ubuntu Touch installiert werden. Die Akkulaufzeit ist solide und die Systemleistung für den Dimensity 7300 sogar ziemlich gut.
Leider kann die Software nicht auf ganzer Linie überzeugen und eine Update-Garantie ist uns auch nicht bekannt. Die Ladegeschwindigkeit ist äußerst langsam. Widevine L1 fehlt in Volla OS. Die Kameras sind allerhöchstens befriedigend und das Display ist sehr dunkel.
Die Alternativen im Preisbereich um 600€ bieten deutlich mehr. Sie haben schnellere Chips, bessere Akkus und Displays, oftmals eine Telekamera. Beim Volla Phone Plinius zahlt ihr für das auf Sicherheit und Privatsphäre getrimmte System, den wechselbaren Akku und natürlich die Produktion in Deutschland. Ob euch die drei Punkte etwa 300€ Aufpreis im Vergleich mit halbwegs ähnlich ausgestatteten Modellen wert sind, müsst ihr entscheiden.
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