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Der Nebula P1 kombiniert einen flexiblen Full-HD-Projektor mit integriertem Google TV und einem abnehmbaren Lautsprechersystem. Dank des Stand-Designs mit Dual-Arm-Gimbal zielt das Gerät auf eine unkomplizierte und mobile Nutzung in verschiedenen Räumen ab. In diesem Test erfahrt ihr, wie sich der smarte Beamer in der Praxis schlägt und ob die Kombination aus Bild- und Tonqualität im Alltag überzeugt.
Design und Verarbeitung
Der Nebula P1 setzt auf ein modernes Stand-Design mit integriertem Dual-Arm-Gimbal. Diese Bauform findet sich inzwischen bei mehreren Herstellern, zeichnet sich hier jedoch durch eine saubere Verarbeitung und klare Linien aus. Das Gehäuse ist in einem dunklen, matten Finish gehalten und vermittelt einen robusten Eindruck.
Mit rund 2,3 Kilogramm bleibt der Projektor transportabel, ohne wie ein typischer Mini-Beamer zu wirken. Der integrierte Tragegriff erleichtert den mobilen Einsatz im Haus oder auf der Terrasse. Die Front wird von der großen, schwarz eingefassten Linse dominiert. Sensoren für Autofokus und automatische Trapezkorrektur sind dezent untergebracht.
Auf der Rückseite befinden sich die Anschlüsse sowie der Lüfterauslass. Verbaut sind:
1× HDMI 2.1 mit eARC
1× USB-A
1× USB-C (Strom)
1× 3,5mm-Klinkenausgang
Power-Schalter

USB-C-Anschluss für die Stromversorgung sowie IR-Empfänger für die Fernbedienung sind am Fuß des Gerätes zu finden.
Der HDMI-Port akzeptiert Signale bis 4K bei 60Hz, die intern auf 1080p herunterskaliert werden. Funktionen wie 4K120, VRR oder ALLM werden nicht unterstützt, der HDMI-2.1-Port dient primär der eARC-Anbindung und Kompatibilität. Der USB-C-Anschluss unterstützt keine Bildübertragung.
Der Projektor steht auf gummierten Füßen und bleibt stabil positioniert. Eine motorisierte Dreheinheit wie bei High-End-Modellen gibt es nicht, die mechanische Gimbal-Lösung erfüllt ihren Zweck jedoch zuverlässig.
Das Gehäuse ist gegen fallendes Sprühwasser und Fremdkörper über 2,5mm geschützt. Dauerhafte Outdoor-Nutzung bei Regen ist dennoch nicht vorgesehen. Ein einklappbares Objektiv schützt die Linse beim Transport.
Lieferumfang
Im Karton befinden sich:
- der Projektor
- USB-C-Netzteil
- USB-C-Kabel
- Batterien
- Kurzanleitung
Ein integrierter Akku ist nicht vorhanden. Für netzunabhängigen Betrieb wird eine geeignete Powerstation benötigt. Zeitweise bietet Anker ein Bundle mit der Anker SOLIX C300X Power Station und einer 100 Zoll Leinwand an.
System und Software
Als Betriebssystem kommt Google TV zum Einsatz. Die Oberfläche ist vollständig nutzbar und unterstützt die offizielle Netflix-App. Damit unterscheidet sich der P1 von vielen Importmodellen mit eingeschränkten Systemsprachen oder inoffiziellen Streaming-Lösungen.
Dank integriertem Chromecast lassen sich Inhalte direkt vom Smartphone spiegeln. Google Assistant ist über die Fernbedienung nutzbar. Apple AirPlay wird nicht nativ unterstützt.
Im Inneren arbeitet ein Quad-Core ARM Cortex-A55 mit 2GB RAM und 32GB internem Speicher. Die Bedienung reagiert insgesamt flüssig. App-Wechsel führen gelegentlich zu Neuladevorgängen, was angesichts des Arbeitsspeichers erwartbar ist.
Die WLAN-Verbindung arbeitet stabil im 2,4- und 5GHz-Bereich. Bluetooth ermöglicht die Verbindung externer Lautsprecher oder Kopfhörer ohne auffällige Latenzen.
Bildqualität
Projektionstechnik
Der Projektor nutzt einen 0,23 Zoll DMD-Chip mit 960 x 540 Pixel Auflösung. Über ein schnelles Pixel-Shift-Verfahren wird eine effektive Full-HD-Darstellung mit 1920 x 1080 Pixel erzeugt. Die Lichtquelle basiert auf langlebiger LED-Technik mit einer angegebenen Lebensdauer von bis zu 30.000 Stunden. Ein Lampenwechsel entfällt somit.
Das Projektionsverhältnis liegt bei etwa 1,2:1. Damit eignet sich der P1 für klassische Wohnraumsituationen, ist jedoch kein Kurzdistanzprojektor.
Die Herstellerangabe zur Helligkeit liegt bei 650 ANSI-Lumen. Das ist deutlich unterhalb stationärer Heimkino-Projektoren, aber oberhalb vieler kompakter Akku-Beamer.
Helligkeit in der Praxis
In einem abgedunkelten Raum reicht die Helligkeit für Bildgrößen zwischen 90 und 120 Zoll (rund 2-3 Meter). Bei 100 Zoll (ca. 2,5m) wirkt das Bild ausgewogen und ausreichend leuchtstark. Bei maximalen 180 Zoll (ca. 4,50m) sinkt die wahrgenommene Leuchtkraft deutlich, sodass dunkle Inhalte an Brillanz verlieren.
- Bei hellem Tageslicht wirkt das Bild verblasst
Bei Tageslicht sind Projektionen bis etwa 60 bis 70 Zoll (ca. 1,5m bis 1,80m) noch brauchbar. Direkte Sonneneinstrahlung überfordert das System.
Schärfe und Detaildarstellung
Im normalen Sitzabstand wirkt das Bild scharf und homogen. Die Pixel-Shift-Technik arbeitet sauber. Bei sehr feinen Strukturen oder bei Textdarstellungen aus kurzer Distanz erkennt ihr die Limitierungen der nativen Auflösung. Für Streaming, Serien, Sportübertragungen und Präsentationen ist die Darstellung jedoch ausreichend.
- Bei leicht abgedunkeltem Raum wirkt das Bild kontrastreicher
Farben und Kontrast
Die Rec.709-Abdeckung (=internationale Standardfarbraum für HDTV) liegt laut Hersteller bei über 100 Prozent. Farben erscheinen kräftig und leicht gesättigt. Eine Reduzierung der Farbsättigung im Menü führt zu einer natürlicheren Abstimmung.
Zur Auswahl stehen mehrere Bildmodi wie Standard, Kino, Lebendig und Benutzerdefiniert. Weißabgleich und Farbtemperatur lassen sich anpassen. Eine umfassende professionelle Kalibrierung ist mangels erweiterten Farbmanagements jedoch nur eingeschränkt möglich.
Der Hersteller nennt ein Kontrastverhältnis von 400:1. In dunkler Umgebung wirkt das Bild kontrastreich genug für Filmabende. Tiefe Schwarztöne auf Referenzniveau sind konstruktionsbedingt nicht erreichbar.
HDR und Bewegungsdarstellung
Der Projektor unterstützt HDR10-Signale. Aufgrund der begrenzten Maximalhelligkeit fällt der HDR-Effekt jedoch moderat aus. Inhalte werden korrekt verarbeitet, profitieren aber eher von einer gut abgestimmten SDR-Wiedergabe als von echtem HDR-Mehrwert.
MEMC („Motion Estimation and Motion Compensation“ bzw. Bewegungsschätzung und Bewegungskompensation) ist vorhanden und sorgt bei schnellen Szenen für flüssigere Bewegungen. Die maximale Bildfrequenz beträgt 60Hz.
Die automatische Bildanpassung reagiert schnell. Dreht oder neigt ihr das Gerät, greifen Autofokus und Trapezkorrektur nahezu verzögerungsfrei. Auch die automatische Hinderniserkennung arbeitet zuverlässig.
Im Low-Latency-Modus liegt die Eingabeverzögerung laut Hersteller im Bereich von etwa 10 bis 20 Millisekunden. Für Singleplayer-Titel, Konsolenspiele und Casual-Gaming ist das ausreichend.
Die maximale Bildfrequenz beträgt 60Hz. Für kompetitives High-End-Gaming ist der Projektor daher nicht ausgelegt.
Soundqualität
Der Nebula P1 setzt auf zwei abnehmbare 10-Watt-Lautsprecher. Zusammen liefern sie 20 Watt im 2.0-Stereobetrieb. Die Lautsprecher lassen sich frei im Raum positionieren und verfügen über integrierte Akkus mit bis zu 20 Stunden Laufzeit.
- Der Entriegelungsknopf für die Lautsprecher
- Ladekontakte am Beamer
- Seperater Ladeanschluss und Power-Knopf am Lautsprecher
Die Anker-Schwesterfirmen Nebula und Soundcore arbeiten bei der Entwicklung des Audiosystems zusammen. Während Nebula für die Projektionstechnik steht, bringt Soundcore seine Audio-Expertise ein, wodurch das Klangbild ausgereifter wirkt als bei vielen integrierten Projektorlautsprechern.
Im Standard-Profil präsentiert sich der Sound ausgewogen mit klar verständlichen Stimmen und einer sauberen Mittenabbildung. Der Bass ist bauartbedingt nicht mit einer dedizierten Soundbar vergleichbar, bleibt aber präsent und kontrolliert. Die Klangqualität ist für einen mobilen Projektor dieser Klasse sehr gut.
Ein weiterer Vorteil: Der Nebula P1 kann auch als reines Tonwiedergabegerät genutzt werden. Die Lautsprecher lassen sich unabhängig vom Projektionsbetrieb verwenden, etwa für Musikstreaming via Bluetooth. Damit ersetzt das System bei Bedarf eine kompakte Stereoanlage.
Für größere Gruppen oder mehr Tiefgang empfiehlt sich dennoch eine externe Lösung über HDMI eARC oder Bluetooth.
Leistungsaufnahme und Geräuschentwicklung
Die Leistungsaufnahme liegt im Betrieb deutlich unter der von klassischen Lampenprojektoren. Je nach Helligkeitsstufe bewegt sich der Verbrauch im moderaten Bereich.
Der Hersteller gibt eine Geräuschentwicklung von unter 28dB im Eco-Modus an. Der Lüfter bleibt auch bei höherer Helligkeit unauffällig und übertönt leise Filmszenen nicht.
Ein Punkt, der im Alltag auffällt, ist der vergleichsweise hohe Stromverbrauch im Standby-Betrieb (Network Standby / Quick Start). In meinen Messungen lag die Leistungsaufnahme bei rund 15,5 Watt beziehungsweise etwa 0,7 Ampere. Damit verbraucht der Projektor im Bereitschaftszustand deutlich mehr Energie als viele andere Beamer dieser Klasse, die häufig unter 1 Watt bleiben. Dank des USB-C Anschlusses kann der Beamer auch mit einer ausreichend starken Powerbank betrieben werden.
Der Grund liegt vermutlich in der aktiven Systemplattform mit Google TV und den permanent bereiten Netzwerkfunktionen. Das Gerät bleibt dadurch schnell startbereit, was jedoch zu einem erhöhten Ruhestrom führt. Für gelegentliche Nutzung fällt das kaum ins Gewicht. Wird der Projektor jedoch längere Zeit nicht verwendet, empfiehlt es sich, ihn vollständig vom Netz zu trennen oder über eine schaltbare Steckdosenleiste abzuschalten. Dadurch lässt sich unnötiger Stromverbrauch vermeiden.
Wärmeentwicklung
Die Wärmeentwicklung des Projektors bleibt im Betrieb insgesamt moderat. Das Gehäuse selbst wird dank der aktiven Belüftung nur handwarm. Auch nach längerer Laufzeit entsteht keine kritische Hitzeentwicklung am Gerät. Die Lüftung sorgt dafür, dass sich die Wärme gleichmäßig verteilt und zuverlässig abgeführt wird.
- Der Beamer wird nur handwarm
- Das Netzteil erreicht Temperaturen bis 45°C
Anders verhält es sich beim externen Netzteil. In meinen Messungen erreichte das Netzteil eine Temperatur von 44,7°C. Dieser Wert liegt zwar noch im üblichen Rahmen für Schaltnetzteile unter Last, fällt aber deutlich höher aus als die Gehäusetemperatur des Projektors selbst. Im praktischen Betrieb empfiehlt es sich daher, das Netzteil frei zu platzieren und nicht unter Textilien oder in geschlossenen Fächern zu betreiben, damit die Wärme problemlos abgeführt werden kann.
Testergebnis
Zum Testzeitpunkt (März 2026) liegt der Straßenpreis bei ca. 680€, abhängig vom Händler und möglichen Bundle-Angeboten. Im Vergleich zu Modellen wie dem XGIMI Halo+ oder dem BenQ GV31 bietet der Nebula P1 das ausgereiftere Lautsprecherkonzept und ein vollständig zertifiziertes Google-TV-System mit offizieller Netflix-Unterstützung. Einige Konkurrenzmodelle erreichen jedoch eine höhere Maximalhelligkeit oder bieten integrierte Akkus.
Der Nebula P1 ist kein High-Brightness-Heimkinoersatz und kein nativer 4K-Projektor. Er ist ein auf Komfort, Flexibilität und modulare Nutzung ausgelegtes Full-HD-System mit integriertem Google TV und eigenständigem Lautsprecherkonzept.
Wer einen flexiblen Projektor für Filmabende im abgedunkelten Raum sucht und Wert auf integriertes Streaming sowie eine eigenständige Lautsprecherlösung legt, erhält mit dem Nebula P1 ein stimmiges Gesamtpaket. Besonders das modulare Audiosystem mit hörbarer soundcore-DNA hebt das Gerät von vielen Wettbewerbern ab.
Wer hingegen maximale Helligkeit, native 1080p-Schärfe oder Gaming-Funktionen auf High-End-Niveau erwartet, muss in deutlich höhere Preisbereiche wechseln oder zu spezialisierten Heimkino-Modellen greifen.
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