RayNeo iO Smart Brille im Test-Check: Das sagen die Tests
Die nächste Nachricht lesen, den Gesprächsfaden verfolgen oder beim Vortrag den Text im Blick behalten, ohne ständig aufs Smartphone zu schauen: Dafür blendet die RayNeo iO grüne Schrift in beide Gläser ein. Auf Kamera und Lautsprecher verzichtet sie bewusst. Im europäischen RayNeo-Shop kostet die smarte Brille 549€, im Paket mit zusätzlichem Ladeetui 599€. Ein Ladeclip liegt in beiden Varianten bei.
Damit verfolgt sie ein ähnliches Konzept wie die Even Realities G2 (zum Test). Von der RayNeo Air 3s (zum Test) grenzt sie sich klar ab, denn Filme zeigt die iO nicht. Wir fassen zusammen, wie elf Tests das Design, die Anzeige, die Bedienung und die KI-Funktionen bewerten.
Design und Tragekomfort
Auf den ersten Blick wirkt die RayNeo iO fast wie eine normale Brille. Darin sind sich beinahe alle Tests einig. RayNeo gibt das Gewicht mit 33 Gramm an. Auffällig sind höchstens die verdickten Bügelenden hinter den Ohren, denn dort steckt der Akku. Silikon überzieht diese Bereiche.
Für die Front kommt laut zwei Tests eine Magnesium-Aluminium-Legierung zum Einsatz, die Bügel bestehen aus Titan. Verstellbare Nasenpads auf Metallarmen und die beiliegenden Aufsätze helfen euch dabei, den Sitz anzupassen. Ein Langzeittest lobt die ausgewogene Gewichtsverteilung. Gegen Spritzwasser, Schweiß und leichten Regen ist sie laut RayNeo nach IP54 geschützt.
Anzeige im Glas
Micro-LED-Projektoren und Lichtleiter bringen einfarbig grüne Schrift in beide Gläser. Fotos, Videos und Filme bleiben außen vor. RayNeo nennt eine Helligkeit von bis zu 1.300 Lux am Auge, während die Gläser 97 Prozent des Lichts durchlassen sollen. Ein Sensor regelt die Helligkeit automatisch.
In normal hellen Räumen sah ein Tester die Schrift klar und scharf. Draußen und in sehr heller Umgebung wurde das Ablesen schwieriger, ein weiterer Test bemerkte die Grenzen besonders bei kleiner Schrift in praller Sonne. Es gibt aber auch eine gegenteilige Erfahrung: Manche Tester konnten die Anzeige dank der automatischen Regelung sogar gegen die Sonne lesen. Bei direktem Sonnenlicht hängt die Ablesbarkeit offenbar von der Situation ab.
Von außen bleibt die Anzeige sehr diskret. In einem Test war von außen meistens nicht zu erkennen, ob die Anzeige gerade lief. Euer Gegenüber schaut damit weiterhin auf eine unauffällige Brille und nicht auf sichtbar leuchtende Gläser.
Bedienung
Die kleine Krone am rechten Scharnier gehört laut den Tests zu den größten Stärken. Durch Drehen blättert ihr durch die Inhalte, mit einem Druck öffnet ihr einen Eintrag und langes Drücken führt zurück. Zwei Schnellzugriffe könnt ihr mit einem Doppeldruck und Gedrückthalten belegen.
Ein Tester findet diese Steuerung präziser als Touchflächen am Bügel und löste damit keine Befehle versehentlich aus. Auch in einem weiteren Test ging die Bedienung schnell in Fleisch und Blut über. Selbst mit Handschuhen lässt sich die Krone laut einem Videotest nutzen.
Wer die Hände frei behalten möchte, kann Kopfgesten einschalten. Hebt ihr den Kopf, wacht die Anzeige auf. Mit einem Nicken bestätigt ihr eine Benachrichtigung, durch Kopfschütteln verwerft ihr sie. Alternativ hört die Brille auf „Hey, RayNeo“.
Auf der Startseite seht ihr Uhrzeit, Wetter, Akkustand und Termine. Über die App kommen auf Wunsch To-dos und Aktienkurse hinzu. Auch Benachrichtigungen und eingehende Anrufe vom verbundenen Smartphone landen direkt in eurem Sichtfeld.
Untertitel, Teleprompter und KI
Teleprompter und Live-Untertitel bieten laut den Tests den größten praktischen Nutzen. Der Teleprompter folgt eurem gesprochenen Text, ein Videotest hebt seine vielen Einstellungen hervor. Damit könnt ihr bei einem Vortrag auf eure Notizen schauen, ohne den Blick ständig zu senken. Auch Menschen mit Hörproblemen können Gespräche mitlesen und dabei ihr Gegenüber ansehen.
Vier Mikrofone erfassen die Sprache, laut Datenblatt hilft dabei zusätzlich ein Knochenschallsensor. Ein Tester hebt hervor, dass die Brille unterscheiden kann, ob gerade der Träger oder das Gegenüber spricht.
Für Untertitel und Übersetzungen nennt RayNeo 55 Sprachen und 109 Akzente, darunter Deutsch. Kurze Sätze gelangen in einem Test gut. Bei einem Gespräch in normalem Tempo blieb die Übersetzung einen Schritt zurück, war aber weiterhin nutzbar. Die App speichert solche Gespräche mit Aufnahme, Text, Übersetzung und Zuordnung der Sprecher. Ein Rekorder transkribiert Aufzeichnungen und fasst sie anschließend zusammen.
Bei „Live Cues“ solltet ihr noch keine Wunder erwarten. Die als Beta gekennzeichnete Funktion schlägt während eines Gesprächs passende Antworten vor, erkannte in einem Test aber nicht immer eine gestellte Frage. Ein weiterer Tester fand die Vorschläge für ein zügiges Gespräch zu langsam.
Auch LifeLog wirkt noch nicht ausgereift. Die Funktion hört auf Wunsch über den Tag hinweg mit und erstellt aus dem Gesprochenen Einträge, To-dos und eine Tageszusammenfassung. Laut RayNeo speichert sie nur den Text und nicht die Aufnahme. In einem Test entstand zwar eine brauchbare Zusammenfassung, daneben aber auch erfundene Aufgaben und Bewertungen, nach denen niemand gefragt hatte. Einen ruhigen Arbeitstag am Rechner deutete das rein akustische System als Tag ohne Aktivität.
RayNeos eigener Assistent und Gemini 3.1 Flash Lite sind laut einem Test kostenlos. Für weitere Modelle wie ChatGPT braucht ihr ein VIP-Abo, für das RayNeo 9,99 US-Dollar im Monat angibt. In der europäischen App sah ein Videotest 10,99€ pro Monat oder 114€ pro Jahr, ausprobieren konnte er das Abo 14 Tage lang.
Für die meisten KI-Funktionen muss die Brille mit einem Smartphone verbunden sein. Außerdem braucht ihr die App und eine Internetverbindung. Sprachnotizen und Teleprompter funktionieren auch offline. Die Software zeigt ihr junges Alter noch durch Beta-Funktionen, gemischte Sprachen und uneinheitliche Bezeichnungen in der App.
Kamera, Lautsprecher und Datenschutz
Ohne Kamera fühlt sich niemand im Umfeld gefilmt. Mehrere Tests werten diesen Verzicht als Vorteil. Jon Rettinger beobachtet, dass Menschen auf Träger einer Kamerabrille anders reagieren. Durch ihre normale Form und die von außen kaum sichtbare Anzeige bleibt die RayNeo iO deutlich zurückhaltender.
Die fehlende Kamera löst allerdings nicht alle Datenschutzfragen, denn die Brille kann Gespräche aufzeichnen. Die Leuchte für aktive Mikrofone sitzt am Bügelende hinter dem Ohr. Euer Gegenüber kann sie dort nur schwer sehen. Positiv fällt in einem Test auf, dass die App ausführlich über den Datenschutz informiert und dazu auffordert, vor einer Aufnahme die Zustimmung aller Beteiligten einzuholen. Einige Funktionen brauchen Zugriff auf Standort, Kontakte und Benachrichtigungen.
Lautsprecher fehlen vollständig. Ihr könnt über die Brille weder Musik hören noch telefonieren. Auch der Assistent antwortet ausschließlich mit Text im Sichtfeld. Ein Tester hätte sich unterwegs zusätzlich gesprochene Antworten gewünscht.
Akku und Laden
Mit 240mAh klingt der Akku zunächst klein, doch die Tests zählen seine Laufzeit zu den Stärken der Brille. RayNeo verspricht 48 Stunden bei normaler Nutzung, 18 Stunden Daueraufnahme und gut 6 Stunden Dauerübersetzung. Ein Tester kam problemlos durch den Tag und lobt das schnelle Nachladen. Abhängig von den verwendeten Funktionen erreichte die iO in einem Langzeittest sogar mehrere Tage.
Zum Laden könnt ihr kein gewöhnliches USB-C-Kabel direkt in die Brille stecken. Stattdessen dockt ein Ladeclip an Kontakten am Nasensteg an. Das optionale Ladeetui bringt einen eigenen Akku mit und ermöglicht mehrere vollständige Ladungen.
Zum Lieferumfang gehören laut RayNeo der Ladeclip mit USB-C, ein Nasenpad-Set und Silikon-Bügelenden. Ein Test fand in der Verpackung zusätzlich ein stabiles Transportetui und ein Putztuch.
Unsere Einschätzung zur RayNeo iO
- sehr leichtes und unauffälliges Design
- präzise Bedienung per Krone
- starker Teleprompter
- hilfreiche Live-Untertitel
- Anzeige in beiden Gläsern
- lange Akkulaufzeit
- Privatsphäre ohne Kamera
- automatische Helligkeitsregelung
- Teleprompter auch offline nutzbar
- keine Lautsprecher
- unausgereifte KI-Funktionen
- Abokosten für weitere KI-Modelle
- möglicher Druck hinter den Ohren
Die RayNeo iO bringt Informationen unauffällig ins Blickfeld. Sie passt vor allem zu euch, wenn ihr regelmäßig Benachrichtigungen, Untertitel, Übersetzungen oder Teleprompter-Texte sehen möchtet, ohne eine Kamera im Gesicht zu tragen. Die präzise Krone, die lange Laufzeit und das diskrete Display tragen dieses klare Konzept.
Weniger überzeugen die junge Software, die unzuverlässigen Live Cues und LifeLog mit seinen teilweise fehlerhaften Ergebnissen. Zusätzliche Abokosten für weitere KI-Modelle müsst ihr ebenfalls einplanen. Wer Musik, Telefonate, gesprochene Antworten oder eine Kamera erwartet, braucht eine andere Art von smarter Brille.
Am nächsten kommt ihr die Even Realities G2 (zum Test). In unserem Test überzeugten dort ebenfalls der Teleprompter und die Einblendung praktischer Informationen. Dazu kommt eine Navigation, die wir für Fußgänger angenehmer fanden als auf der Smartwatch, während die Gesprächsübersetzung eher hakelig blieb.
Die RayNeo Air 3s (zum Test) spricht dagegen Film- und Spielefans an. Sie kostete zum Testzeitpunkt rund 209€ und zeigte eine große virtuelle Leinwand mit beeindruckender Bildqualität. Wenn ihr hilfreiche Texte möglichst unauffällig im Alltag sehen möchtet und keine Videobrille sucht, ist die iO die passendere Wahl.
Der Preis für die Smart Brille liegt bei 549€. Neben Grau steht die Brille auch in Gold zur Wahl. Korrekturgläser lassen sich laut einem Test gegen Aufpreis konfigurieren.
- 1 PC Games Hardware: KI-Brille RayNeo iO im Alltagstest (deutsch)
- 2 OKDIARIO: RayNeo iO (spanisch)
- 3 AV Watch: RayNeo iO (japanisch)
- 4 Stu's Reviews auf YouTube (englisch)
- 5 Steven Sullivan auf YouTube (englisch)
- 6 Jon Rettinger auf YouTube (englisch)
- 7 Jeff Springer auf YouTube (englisch)
- 8 andreagaleazzi auf YouTube (italienisch)
- 9 ICHIKEN auf YouTube (mit Zerlegung) (japanisch)
- 10 Gizmodo Japan auf YouTube (japanisch)
- 11 Misaki Misa auf YouTube (japanisch)
Newsletter bestellen
Hol Dir die neuesten Infos zu Chinahandys und Gadgets direkt ins Postfach!
Alle News Updates über Telegram.























