Nextbase zählt zu den führenden Anbietern von Dashcams in Großbritannien. Mit der Nextbase IQ präsentiert der Hersteller eine smarte 4K-Dashcam mit zahlreichen Zusatzfeatures wie einem Zeugenmodus, smarter Parküberwachung, einer Notruffunktion, Innenraumüberwachung und 4G-Konnektivität mit Live-Ansicht. Für einen Rundumschutz könnt ihr sie sogar um eine 2K-Heckkamera ergänzen, die den rückwärtigen Raum im Blick behält.
Mit einem Preis von 599€ gehört die Nextbase IQ zum Premiumsegment der Dashcams. Entsprechend hoch fallen unsere Erwartungen an Bildqualität und Funktionsumfang aus. Wir haben die Nextbase IQ 4K mit der optionalen 2K-Heckkamera getestet und zeigen euch alle Stärken und Schwächen.
Lieferumfang der Nextbase IQ und der Heckscheibenkamera
Die Nextbase IQ kommt in einem hochwertigen Karton mit umfangreichem Zubehör:
- Nextbase IQ 4K-Dashcam
- 64GB-MicroSD-Karte (bereits eingesetzt)
- Anschlusskabel (USB-C, 4m)
- Adapter für den OBD-Port
- Nextbase Hardwire-Kit
- Ersatzklebepad für die Halterung
- Montagehilfe und zwei Kabelbinder
- 2x Dashcam-Aufkleber für die Scheiben
- Reinigungsset für die Klebemontage
Um die smarten Funktionen sinnvoll nutzen zu können, braucht die Nextbase IQ eine permanente Stromversorgung. Anders als übliche Dashcams, die ihr auch über die 12V-Kfz-Buchse versorgen könnt, setzt Nextbase deshalb auf den OBD-Adapter oder das Hardwire-Kit.
Entscheidet ihr euch für das Hardwire-Kit, müsst ihr einen Sicherungsadapter direkt am Sicherungskasten des Fahrzeugs anschließen. Alternativ könnt ihr den OBD-Adapter verwenden. Diesen steckt ihr einfach in die OBD-Buchse eures Fahrzeugs und schiebt das Anschlusskabel hinter die Verkleidung von A-Säule und Dachhimmel. So ist ein optisch ansprechender Einbau mit dauerhafter Stromversorgung möglich.
Nextbase 2K-Heckscheibenkamera
Für 179€ könnt ihr eure IQ optional um eine Heckscheibenkamera erweitern. Damit deckt ihr neben Front und Innenraum auch den rückwärtigen Bereich ab.
- Nextbase Heckscheibenkamera
- Anschlusskabel (USB-C, 8m)
- Ersatzklebepad für die Halterung
- Montagehilfe und zwei Kabelbinder
- Reinigungsset für die Klebemontage
Die Heckscheibenkamera verbindet ihr per USB-C-Kabel direkt mit der Nextbase IQ. Darüber laufen Stromversorgung und Datenübertragung zur Hauptkamera. Eine eigene Speicherkarte braucht die Heckscheibenkamera daher nicht.
Insgesamt enthält der Lieferumfang alles, was ihr für die Inbetriebnahme benötigt. Umso ärgerlicher ist es, dass keine gedruckte Anleitung beiliegt. Für die Montageanleitung oder um die Kamera kennenzulernen, müsst ihr vorab zwingend die Nextbase-IQ-App herunterladen, die Kamera provisorisch in Betrieb nehmen und in der App einbinden. Dort erklärt euch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung die Installation. Informationen zu technischen Daten, Betriebsmodi oder Anzeigen findet ihr nur nach umständlicher Suche in den FAQ.
Technische Daten
| Merkmal | Spezifikation |
|---|---|
| Modellvarianten | Nextbase IQ 1K (1080p), IQ 2K (1440p), IQ 4K (2160p) |
| Auflösung Frontkamera | 1K: 1920 x 1080 Pixel (Full-HD), 2K: 2560 x 1440 Pixel (Quad-HD), 4K: 3840 x 2160 Pixel (Ultra-HD) |
| Auflösung Innenkamera (Cabin) | 1080p (1920 x 1080 Pixel) bei 1K-Modell; 1440p (2560 x 1440 Pixel) bei 2K-/4K-Modellen |
| Auflösung optionale Rückkamera | 1440p (2560 x 1440 Pixel) |
| Bildwiederholrate | 30fps (alle Auflösungen) |
| Bildsensor Frontkamera | OmniVision 8MP CMOS (4K-Modell); OmniVision 5MP CMOS (2K/1K) |
| Bildsensor Innenkamera | OmniVision 5MP CMOS |
| Blickwinkel Frontkamera | 140° |
| Blickwinkel Innenkamera | 180° |
| Blickwinkel optionale Rückkamera | 140° |
| Prozessor | Ambarella CV22-A1-RH |
| Videoformat / Codec | MP4, H.265 (HEVC) |
| Speichermedium | MicroSD-Karte (bis 256GB) |
| Interne Speicherung | cloudbasierte Aufzeichnung möglich |
| Konnektivität | 4G/LTE (integriert), WiFi, GPS, OBD-Schnittstelle |
| Cloud-Anbindung | Ja (Live-Streaming, Remote-Zugriff, Guardian Mode; Abo erforderlich) |
| Parkmodus | Ja (Smart Sense Parking, radarbasiert, gepuffert; Hardwire-Kit/Always-On-Pack nötig) |
| G-Sensor | Ja (automatische Ereignisspeicherung bei Aufprall) |
| Notruf-Funktion | Emergency SOS (automatische Benachrichtigung von Kontakten/Notdiensten) |
| Sprachsteuerung | Ja (z. B. „Save Witness Mode“) |
| Nachtsicht / IR | Ja (Innenkamera mit IR-Unterstützung) |
| Display | Kein vollwertiges Display (Steuerung per App) |
| Abmessungen | 175 x 80 x 45 Millimeter |
| Gewicht | 320 Gramm |
| Betriebstemperatur | -20°C bis +80°C |
| Stromversorgung | OBD oder Hardwire-Kit |
| Garantie | 12 Monate (herstellerseitig) |
Nextbase bietet die IQ in drei Versionen an, die sich lediglich in ihrer Auflösung unterscheiden. Die von uns getestete 4K-Variante ist das Topmodell und löst mit 3840 x 2160 Pixel auf. Neben der Frontkamera besitzt die Nextbase IQ ein zweites Objektiv, das den Innenraum (180° Weitwinkel) überwacht. Mit der optionalen Heckscheibenkamera erhaltet ihr zudem eine Ansicht des rückwärtigen Raums mit einer Auflösung von 2560 x 1440 Pixel.
Das Besondere an der Nextbase IQ ist ihre permanente Erreichbarkeit über das integrierte 4G-Modul. Diese Konnektivität hat allerdings einen entscheidenden Haken in Form eines Abo-Modells, auf das wir weiter unten genauer eingehen.
Sicherheit und Zusatzfunktionen
Der Funktionsumfang geht weit über eine normale Aufzeichnung hinaus und bietet zahlreiche Sicherheits- und Überwachungsfeatures:
Guardian Mode
Guardian Mode Lite ist ein Schutzmodus von Nextbase, der euch benachrichtigt, wenn euer Fahrzeug die von euch festgelegte Geschwindigkeit überschreitet oder festgelegte Zonen verlässt. Neben Geschwindigkeit und Standort überwacht die Dashcam auch, wer das Fahrzeug fährt. Werden die festgelegten Werte überschritten, könnt ihr eine Live-Ansicht des Innenraums abrufen oder sogar direkt eine Sprachnachricht über den integrierten Lautsprecher ausgeben.
Witness Mode
Der Witness Mode ist die Zeugenfunktion für den Notfall. Per Sprachbefehl („Dashcam Zeugenmodus starten“) startet die Dashcam sofort eine Aufnahme und sichert das Video automatisch. Zusätzlich informiert sie einen hinterlegten Kontakt per SMS/E-Mail, damit im Ernstfall schnell Hilfe und ein Beweis verfügbar sind.
Emergency SOS
Emergency SOS ist der Notfallmodus, der bei einem Unfall automatisch auslöst. Registriert der Beschleunigungssensor (G-Sensor) in der Kamera einen schweren Unfall, alarmiert das System die Rettungskräfte. Diese erhalten zusätzlich eure Standortdaten und wichtige, in der App hinterlegte Notfalldaten (Blutgruppe, Vorerkrankungen, Medikamente).
Smart-Parking
In diesem Modus bleibt die Dashcam aktiv, auch wenn das Auto abgestellt ist. Bei Bewegung oder einem Stoß zeichnet sie das Ereignis automatisch auf und liefert wichtige Beweise für mögliche Beschädigungen am Fahrzeug. Besonders praktisch ist hier die Heckscheibenkamera, denn mit ihr überwacht die Dashcam beim Parken einen deutlich größeren Bereich.
Rechtliche Grundlagen für die Nutzung einer Dashcam im Auto
Erlaubt ist eine Dashcam in Deutschland, wenn sie nicht dauerhaft anlasslos alles aufzeichnet, sondern nur kurz und ereignisbezogen speichert, etwa bei einem Unfall oder einer starken Bremsung. Der Bundesgerichtshof hat 2018 klargestellt, dass die permanente, anlasslose Aufzeichnung datenschutzrechtlich unzulässig ist, eine solche Aufnahme aber im Unfallprozess trotzdem als Beweismittel verwertbar sein kann.
Problematisch wird es, wenn die Kamera den öffentlichen Straßenraum ständig filmt und damit Personen oder Kennzeichen ohne konkreten Anlass erfasst. Eine Dashcam ist am ehesten zulässig, wenn sie technisch auf kurze Speicherzeiten, Überschreiben und Sicherung nur im Ereignisfall ausgelegt ist.
Die Nextbase IQ erfüllt diese Anforderungen. Ihr könnt in der App auswählen, ob ihr permanent oder nur anlassbezogen aufzeichnen wollt. Unabhängig vom gewählten Modus überschreibt die Kamera die Videos bei voller Speicherkarte fortlaufend. Eine Ausnahme bilden geschützte Videos (Unfall, Beschädigung, Vollbremsung), die ihr nur manuell löschen könnt.
Design und Verarbeitung
Mit Abmessungen von 175 x 80 x 45 Millimeter und einem Gewicht von 320 Gramm ist die Nextbase IQ alles andere als klein und unauffällig. Vor allem der kreisrunde Sockel mit integriertem Lautsprecher und den zwei Antennen (Position einstellbar) sticht optisch hervor. Die Dashcam lässt sich auf der Sockelhalterung nur in der Vertikalen (hoch-runter) verstellen. Eine Neigung in der Horizontalen (links-rechts) ist nicht möglich. Richtet die Kamera bei der Montage deshalb möglichst gerade aus.
Die eigentliche Dashcam beherbergt zwei Objektive, von denen eines die Straße (4K) und das andere euren Innenraum (2K) überwacht. Die Halterung für die Frontscheibe bietet zwei USB-C-Ports: Einer versorgt die Kamera mit Strom, der andere verbindet sie direkt mit der Heckscheibenkamera. Für die Scheibenmontage dient eine einfache Klebehalterung. Selbstverständlich könnt ihr das Kameramodul von der Halterung trennen (nach oben herausschieben), um die Kamera im Bedarfsfall einfach mitzunehmen.
Auf der linken Seite befindet sich unter einer Silikonabdeckung der Steckplatz für die MicroSD-Karte. Nextbase unterstützt Speicherkarten mit maximal 256GB und setzt dabei den Standard UHS-I U3 voraus. Mit dem Knopf auf der Unterseite schützt ihr das aktuelle Video sofort. Drückt ihr ihn, speichert die Kamera die laufende Aufnahme und überschreibt sie nicht mehr automatisch.
Die optionale Heckscheibenkamera ist mit Abmessungen von 102 x 40 x 33 Millimeter deutlich kompakter als die Hauptkamera und erinnert optisch stark an die Nextbase Piqo (zum Test). Dank der Klebehalterung und des integrierten Drehgelenks sind Montage und Ausrichtung ein Kinderspiel. Sowohl die Nextbase IQ als auch die Heckscheibenkamera sind auf höchstem Niveau verarbeitet. Obwohl Nextbase vorwiegend Kunststoff verwendet, habt ihr stets das Gefühl, ein hochwertiges Produkt gekauft zu haben.
Installation der Nextbase IQ
Für die Installation könnt ihr wahlweise das beiliegende Hardwire-Kit oder den OBD-Adapter verwenden. Wie ihr das Hardwire-Kit installiert, haben wir bereits ausführlich im Test der Nextbase Piqo beschrieben. Wir haben uns diesmal für den OBD-Adapter entschieden. Ihr steckt ihn einfach in die freie OBD-Buchse eures Fahrzeugs, und er versorgt die Kamera zuverlässig mit Strom. Im Anschluss mussten wir lediglich das USB-C-Kabel der Nextbase IQ und das Kabel der Heckkamera hinter den Verkleidungen der A-/C-Säule und des Fahrzeugdachs verlegen.
Mit dem beiliegenden Montagewerkzeug hebt ihr die Verkleidung an den betreffenden Stellen etwas an und legt das Kabel darunter. Der Einbau der Frontkamera dauerte rund 15 Minuten. Der Einbau der Heckscheibenkamera ist hingegen komplizierter. Um das USB-C-Kabel durch die Heckklappe zu verlegen, müsst ihr je nach Fahrzeug Verkleidungsteile demontieren und das Kabel durch die fahrzeugspezifischen Gummitüllen führen. Nach rund einer Stunde waren sowohl die Nextbase IQ als auch die Heckscheibenkamera montiert und einsatzbereit.
Steuerung mit der Nextbase-IQ-App
Für die Kameras der IQ-Serie bietet Nextbase eine eigene App an. Die Nextbase-IQ-App unterscheidet sich in einigen Punkten von der normalen Nextbase-App. Nach der Installation müsst ihr ein Nutzerkonto (E-Mail und Passwort) anlegen und die Kamera hinzufügen. Dazu schaltet ihr die Kamera ein und scannt den QR-Code auf ihrem kleinen Display. Anschließend ist die Kamera dank des internen 4G-Moduls jederzeit erreichbar. Bei Bedarf könnt ihr auch euer heimisches WLAN hinzufügen.
Schnell wird klar, dass die Nextbase IQ zwingend auf das Abo-Modell von Nextbase angewiesen ist. Ohne Abo könnt ihr nur Echtzeit-Textbenachrichtigungen nutzen und die grundlegenden Kameraeinstellungen konfigurieren. Eine Live-Bildausgabe oder der direkte Zugriff auf die gespeicherten Videos sind nicht möglich. Zwar nimmt die Kamera auch ohne Bezahlabo Videos auf, aber ihr könnt weder die verschiedenen Betriebsmodi nutzen noch Videos direkt ansehen. Um die Videos zu sichten, müsstet ihr also jedes Mal die Speicherkarte entnehmen und extern auslesen.
Kosten für das Abo
Mit monatlichen Kosten von 7€ für die Protect-Variante und 10€ für das Protect-Plus-Abo bewegen sich die Preise im moderaten Bereich (4G im Vodafone-Netz). Wer das jährliche Abo bucht, spart mit 70€ bzw. 100€ noch einmal fast 17%. Dennoch weist Nextbase auf seiner Website nicht ausreichend darauf hin, dass die Funktionalität ohne Abo stark eingeschränkt ist. Wer die monatlichen Kosten nicht eingeplant hat, dürfte hier verärgert reagieren.
Wir haben uns für das Protect-Plus-Abo entschieden und können fortan auf alle Funktionen zugreifen. Auf der Startseite steht damit die letzte Live-Ansicht aller drei Kameras zur Verfügung. In der Bibliothek können wir einzelne Videos sichten, Ereignisse nachvollziehen und die Videos bei Bedarf direkt herunterladen.
Einstellungen
In den Einstellungen könnt ihr die Grundkonfiguration der Kamera anpassen und die Betriebsmodi konfigurieren. Die wichtigsten Funktionen im Überblick:
- Abonnement (stornieren oder wechseln)
- Emergency SOS (Kontaktdaten und wichtige Fahrerinformationen)
- Witness Mode (Zeugenmodus, Notfallkontakte hinterlegen)
- Guardian Mode (Überwachungsparameter festlegen)
- Road Safety Club
- Benachrichtigungszentrum (wann und wie ihr benachrichtigt werdet)
- App-Einstellungen (Dark Mode und Geschwindigkeitseinheiten)
- Geteilter Zugang (App-Zugang teilen)
- Firmware-Aktualisierungen
- Home-Wi-Fi-Connect
- Smart-Sense-Parken (aktivieren und Erfassungsradius)
- Fahrereigniserkennung (Empfindlichkeit G-Sensor)
- Sprachbefehle
- Lokale Verbindung (Bluetooth)
- SD-Kartenverwaltung (Speicherplatz, Formatieren)
- Modus bei schwacher Fahrzeugbatterie
- Belichtung
- Aufnahmehistorie (eingeschränkter Verlauf)
- Video-Stempel (Datum und Uhrzeit im Video aktivieren/deaktivieren)
Die verschiedenen Betriebsmodi (Emergency SOS, Witness Mode, Guardian Mode, Smart-Parking) haben wir bereits weiter oben ausführlich erläutert. Interessant sind hier noch der Road Safety Club und der Modus bei schwacher Fahrzeugbatterie. Im Road Safety Club teilt ihr eure Fahrzeugaufnahmen anonym mit Nextbase. Der Hersteller nutzt sie, um die allgemeine Verkehrssicherheit zu erhöhen, und will so unter anderem Schlaglöcher erkennen oder gefährliche Bereiche identifizieren. Im Gegenzug erhaltet ihr Rabatte im Nextbase-Shop oder reduzierte Abo-Gebühren.
Der Modus bei schwacher Fahrzeugbatterie schützt eure Starterbatterie vor zu tiefer Entladung. Ihr könnt in der App eine Abschaltspannung (11,8 bis 13V) festlegen, ab der die Kamera selbstständig in den Ruhemodus wechselt. So verhindert sie bei längerer Standzeit eine Tiefentladung der Fahrzeugbatterie.
Zusammenfassend ist die Nextbase-IQ-App übersichtlich gestaltet und bietet einen soliden Funktionsumfang, der im Test kaum Wünsche offenlässt. Lediglich eine Einstellung für Videoqualität oder Bildrate vermissen wir. Die Kameras laufen daher immer mit maximaler Auflösung und 30fps.
Bildqualität und Alltagstest
- Front
- Heck
- Innenraum
Die Bildqualität der Nextbase-IQ-Frontkamera lässt sich am besten mit einem Wort beschreiben: hervorragend! Selbst Details in weiter Entfernung sind noch klar zu erkennen. Nummernschilder und Personen könnt ihr im Umkreis von 10 bis 15 Metern sicher identifizieren. Die Bildqualität ist fast schon übertrieben gut für eine Dashcam, die im Normalfall nur den Nahbereich abdecken und Unfallaufnahmen sichern soll.
Die Innenraumkamera liefert ebenfalls ein sehr solides Ergebnis. Mit ihrer 2K-Auflösung erfasst sie den Nahbereich sehr gut. Selbst in der Nacht sind die Personen, die im Auto sitzen, dank integrierter Infrarotkamera klar zu erkennen. Zusätzlich erfasst die Innenraumkamera den Bereich neben dem Fahrzeug. So erkennt sie beispielsweise Personen, die euer Fahrzeug seitlich beschädigen, oder ein Auto, das euren Seitenspiegel touchiert.
Die Heckscheibenkamera liefert mit einer Auflösung von 2560 x 1440 Pixel (2K) bei Tageslicht brauchbare Aufnahmen. In weiterer Entfernung leidet das Bild unter Rauschen und Artefakten. Da die Kamera primär den Nahbereich überwachen soll, sind die Defizite allerdings verschmerzbar.
Zusatzfeatures
Auch die Betriebsmodi der Nextbase IQ arbeiten so, wie es der Hersteller verspricht. Der Guardian Mode informiert euch zuverlässig, wenn das Fahrzeug die festgelegte Geschwindigkeit überschreitet oder festgelegte Bereiche verlässt. Der Witness Mode startet per Sprachbefehl und informiert die Notfallkontakte. Die smarte Parküberwachung reagiert sehr sensibel. Auf belebten Parkplätzen in der Stadt oder am Supermarkt erhaltet ihr dementsprechend oft Benachrichtigungen, wenn sich jemand eurem Fahrzeug nähert. Hier könnt ihr bei Bedarf den Überwachungsradius in der App etwas einschränken. Besonders gefallen hat uns, dass wir dem Fahrer jederzeit eine Sprachnachricht über den integrierten Lautsprecher schicken können. In Kombination mit der Innenraumüberwachung ist die Dashcam mehr als nur eine Absicherung für das Fahrzeug. Sie kann euch helfen, vor allem junge Fahrer (die eigenen Kinder) aktiv beim Fahren zu begleiten, und nimmt euch die Angst, dass etwas passiert sein könnte.
Probleme im Betrieb
Die Nextbase IQ arbeitete im gesamten Testzeitraum absolut zuverlässig. Nur einen kleinen Softwarefehler haben wir festgestellt: Die Aufnahmen der Heckscheibenkamera sind zeitversetzt zur Hauptkamera. Interessanterweise läuft die Heckkamera der Hauptkamera rund 5 bis 10 Sekunden voraus. Seht ihr euch alle drei Videos an, fahrt ihr also bereits rückwärts, bevor laut Innenraumkamera überhaupt jemand ins Fahrzeug einsteigt. Laut Nextbase behebt ein kommendes Software-Update den Fehler. Auf die eigentliche Funktion der Dashcam hat dieser Zeitversatz keinen Einfluss.
Nachtaufnahmen
- Front
- Heck
- Innenraum
Kommen wir zur schwierigsten Disziplin einer Dashcam. Nachtaufnahmen trennen meist die Spreu vom Weizen. Aber auch hier überzeugt die Nextbase IQ weitgehend. Selbstverständlich sind die Aufnahmen lange nicht so detailliert wie bei Tageslicht, aber weitaus besser als bei der kleinen Schwester Nextbase Piqo. Im Nahbereich sind Nummernschilder und Personen klar zu erkennen. Gegenlicht filtert die Kamera im Fahrbereich aktiv heraus, und auch stark reflektierende Oberflächen bleiben erkennbar. Hier liefert die Nextbase IQ ordentlich ab und bietet selbst in der Nacht eine gute Abdeckung.
Lediglich bei der Heckscheibenkamera und der Innenraumkamera müsst ihr mit ein paar Abstrichen leben. Die Innenraumkamera erkennt zwar Personen und Details im Fahrzeug perfekt, kann aber außerhalb der Seitenscheiben nichts mehr wahrnehmen. Damit ist die smarte Parküberwachung in der Nacht eingeschränkt.
Die Heckscheibenkamera bewegt sich bei Nachtaufnahmen qualitativ auf einem niedrigen Niveau. Sie hat große Probleme mit reflektierenden Oberflächen und Gegenlicht. Deutlich erfasst sie daher nur den unmittelbaren Nahbereich (1 bis 2 Meter). Zur Dokumentation eines Unfalls reicht das noch aus, für die smarte Parküberwachung in der Nacht ist es aber eher suboptimal.
Testergebnis
Die Nextbase IQ ist eine der außergewöhnlichsten Dashcams, die wir bisher testen durften. Mit der Innenraum- und der Heckscheibenkamera wird eine vollumfassende Fahrzeugüberwachung ermöglicht. Das integrierte 4G-Modul bietet jederzeit und von überall einen vollständigen Zugriff und erweitert das Funktionsspektrum enorm. Mit dem Guardian-Mode habt ihr jederzeit die Information, ob euer Fahrzeug wie vereinbart und mit angemessener Geschwindigkeit verwendet wird. Der Witness-Mode und die Emergency-SOS-Funktion erhöhen zusätzlich die Sicherheit und bieten im Falle eines Unfalls eine automatische Notruffunktion.
Kritisieren müssen wir an dieser Stelle lediglich das Abo-Modell des Herstellers. Die monatlichen Kosten sind für den gebotenen Funktionsumfang angemessen. Allerdings ist die Nextbase IQ ohne abgeschlossenes Abo genau genommen nicht sinnvoll nutzbar. Dies sollte auf der Homepage klar kommuniziert werden. Mit einem Preis von 599€ ist die Nextbase IQ sicherlich kein Schnäppchen, bietet im Gegenzug aber eine Menge Features, die man sonst bei keinem anderen Hersteller findet.
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