Myposter gehört zu den bekannten deutschen Fotodiensten und druckt Poster, Leinwände, Fotobücher und Bilderrahmen selbst in Deutschland. Den Konfigurator für Wandbilder hat Myposter komplett neu gebaut und um einen Größen-Assistenten erweitert. Ein gerahmtes Poster im schwarzen Holzrahmen mit Passepartout kostet aktuell 35,99€ in 18 x 24 cm und 69,99€ in 70 x 50 cm, Poster ohne Rahmen gibt es ab 3,99€.
Wir haben uns durch den neuen Konfigurator geklickt und anschließend acht gerahmte Poster bestellt, um Größenwahl, Gestaltung, Lieferung, Rahmen und Druckqualität zu bewerten. Vor einiger Zeit haben wir bereits das KI-Fotobuch von Myposter (zum Test) ausprobiert.
Konfigurator und Bilder-Upload
Die Bilder könnt ihr direkt von eurem PC, aus Google Fotos oder von einem anderen Handy hochladen. Über „Bilder sammeln“ könnt ihr außerdem Fotos von Freunden oder Familie direkt einsammeln, laut Myposter in Originalqualität. Unterstützt werden JPEG, PNG, HEIC, WEBP, TIFF, SVG und PDF mit einer Dateigröße von bis zu 500MB. Mehrere Bilder lassen sich gemeinsam auswählen und erscheinen anschließend in einem Bilderpool, aus dem ihr ein Motiv antippt und über „Poster gestalten“ direkt zur Gestaltung gelangt.
Das Hauptmenü ist auf wenige Zeilen reduziert und zeigt nur die Optionen, die zum gewählten Material passen. Beim Poster sind das Größe, Papierart, Rahmen und Passepartout, bei einer Leinwand erscheinen laut Myposter stattdessen eigene Punkte wie die Leinwanddicke. Oben zeigt Myposter die Bildqualität anhand von vier Punkten an, bei unserem Ausgangsmaterial stand dort „Perfekte Qualität“. Über „Material wechseln“ könnt ihr das Motiv neben einem Poster auch als Leinwand, Acrylglas, Alu-Dibond, Forex, Gallery-Bond, Hahnemühle-Papier, Echtglas, Fototapete und einiges mehr bestellen.
Die Werkzeuge für den Bildausschnitt, die Farbe und die Vorschau liegen direkt am Motiv, auch ein Rückgängig-Button ist vorhanden. Auf dem Handy lief die Oberfläche in unserem Test flüssig und blieb selbst mit vielen hochgeladenen Fotos übersichtlich. Eure Uploads werden auch mehrere Tage im Warenkorb gespeichert, sofern ihr einen Account angelegt habt.
Den neuen Konfigurator und den Größen-Assistenten bekommen laut Myposter inzwischen alle Kunden angezeigt. Bei der Entwicklung hat sich Myposter direkt auf Kundenfeedback gestützt und gezielt die Stellen verbessert, mit denen Kunden in der alten Version Probleme hatten. Erste Prototypen wurden außerdem direkt mit unvoreingenommenen Testpersonen ausprobiert.
Größen-Assistent
Für die Größenwahl gibt es die drei Reiter „Standard“, „Wunschmaß“ und „Assistent“. Unter „Standard“ listet Myposter alle verfügbaren Größen mit Preis und Qualitätspunkten auf, gruppiert nach dem jeweiligen Seitenverhältnis. Das zum Foto passende Verhältnis erhält die Markierung „Perfekt für dein Bild“, bei unserem Testbild war das 4:3. Darunter folgen 3:2, DIN, Quadratisch, 16:9 und Panoramaformate bis 6:1, während sich Hochformat und Querformat am oberen Rand umschalten lassen.
Unter „Wunschmaß“ gebt ihr Breite und Höhe selbst ein. Die Startseite des Assistenten verspricht dagegen „In 1 Minute zur perfekten Größe“ und führt in drei Schritten zum Ergebnis: Zuerst legt ihr den Druckbereich fest, dann berechnet der Assistent das geeignete Seitenverhältnis und schließlich wählt ihr die gewünschte Größe.
Im ersten Schritt fragt Myposter, was vom Foto gedruckt werden soll. „Ganzes Bild“ übernimmt die komplette Aufnahme ohne Zuschnitt, beim „Freien Zuschnitt“ bestimmt ihr den Bildbereich selbst. Mit „Wunschmaß“ gebt ihr Breite und Höhe ein und wählt anschließend den passenden Ausschnitt.
Danach hängt das gerahmte Bild virtuell an einer Beispielwand, darunter stehen ein Sideboard mit Plattenspieler, ein Bücherstapel und eine Lampe. Diese Gegenstände liefern einen verständlichen Größenbezug. Mit Plus und Minus oder einem Schieberegler verändert ihr das Format, wobei das Bild sichtbar an der Wand wächst und Preis sowie Qualitätsanzeige sofort aktualisiert werden.
Die Formate tragen zusätzlich Namen: 60 x 45 cm heißt „Der Klassiker“ und kostet im schwarzen Holzrahmen mit Passepartout 66,99€, während 100 x 75 cm für 179,99€ den Namen „Der Hingucker“ trägt. Für 120 x 90 cm verlangt Myposter 289,99€ und nennt die Größe „Der große Auftritt im Raum“.
Bei unserem Testfoto reichte die Skala von 20 x 15 cm bis 133 x 100 cm, wobei das größte Format 413,99€ kostete. Über die gesamte Spanne zeigte der Konfigurator „Perfekte Qualität“ an, weil die automatische Hochrechnung mit dem Namen „Optimierte Auflösung“ aktiv war.
Wir fanden den Assistenten super. Er nimmt die Unsicherheit aus der Frage, wie groß ein Bild später an der Wand wirkt. Eine Maßtabelle verlangt immer etwas Vorstellungskraft, das eingerichtete Beispielzimmer zeigt dagegen sofort den Unterschied zwischen einem kleinen Familienfoto und einem großen Wandbild. Gleichzeitig gibt euch die Qualitätsanzeige bei jeder Größe eine schnelle Orientierung, ohne dass ihr euch mit DPI beschäftigen müsst. Weil sie die automatische Hochrechnung bereits einrechnet, ist „Perfekte Qualität“ bei sehr großen Formaten aber keine Garantie für einen gestochen scharfen Druck. Wie scharf ein Druck in 133 x 100 cm tatsächlich wird, haben wir nicht getestet.
Rahmen, Papier und Passepartout
Für Poster bietet Myposter mehrere Papierarten an. Die Basis bildet ein 250g Premium-HP-Papier ohne Laminierung, das laut Myposter UV-fest ist. Alternativ gibt es eine matte oder glänzende Laminierung, Öko-Papier und Premium Hahnemühle-Künstlerpapier.
Die Rahmen sind in Holzrahmen, Alurahmen, Kunststoff und Fotorahmen unterteilt, wobei allein bei den Holzrahmen über 20 Varianten zur Auswahl stehen. Dazu zählen schwarze und weiße Rahmen, Eiche, gemaserte Oberflächen, breite Leisten, Vintage-Ausführungen sowie Gold- und Silbertöne. Laut Myposter werden die Rahmen millimetergenau gefertigt.
Beim Passepartout stehen Weiß, Creme und Schwarz zur Wahl, alternativ könnt ihr es komplett weglassen. Die Breite lässt sich mit einem Schieberegler auf bis zu 15 cm einstellen, sodass ihr das Verhältnis zwischen Bild, Passepartout und Rahmen direkt in der Vorschau abstimmen könnt.
Auf dem Weg zum Warenkorb öffnet Myposter mehrere zusätzliche Angebote. Bei unserem 18 x 24 cm großen Bild wurde zunächst ein Wechsel auf 30 x 40 cm angeboten, das laut Einblendung „178% größer“ sei und 40,99€ statt 35,99€ kostete. Danach folgten ein Upgrade auf matt laminiertes Papier für rund 4€ mehr oder Hahnemühle-Papier sowie Zubehör wie ein Dübel-Set für 3,49€ und Klebenägel. Alle Angebote lassen sich wegklicken, beim achten Bild nerven die wiederholten Fenster trotzdem ein wenig.
Bestellung mehrerer Bilder
Wir haben acht Bilder im schwarzen Holzrahmen bestellt, von denen sieben ein weißes Passepartout mit 3 cm Breite erhielten. Die Formate reichten von 13 x 18 cm bis 30 x 45 cm. Im Warenkorb lagen Bilder in 13 x 18 cm, zweimal 18 x 13 cm, 18 x 24 cm, 32 x 24 cm, 28 x 35 cm, 35 x 28 cm und 30 x 45 cm. Als Motive dienten Familienfotos, ein Schwarz-Weiß-Porträt und ein Sepia-Bild, der Warenwert lag bei rund 305€.
Bei jedem Bild im Warenkorb gibt es den Knopf „Nochmal erstellen“. Damit übernehmt ihr dieselbe Konfiguration für das nächste Foto und müsst Rahmen, Papier und Passepartout nicht erneut auswählen, was bei einer größeren Bestellung einige Klicks spart.
Uns fehlt allerdings ein Werkzeug für komplette Bilderwände, denn der Assistent zeigt immer nur ein einzelnes Bild im Beispielzimmer. Mehrere Motive lassen sich nicht gemeinsam anordnen und in ihren Größen aufeinander abstimmen. Wer verschiedene Formate als Komposition aufhängen möchte, muss sich das Zusammenspiel weiterhin selbst vorstellen. Laut Myposter soll noch in diesem Jahr eine eigene Funktion für Bilderwände folgen.
Die Auswahl zog sich bei uns am 22. September von etwa 17 Uhr bis halb 11 abends. Das lag allerdings weniger am Konfigurator als am Perfektionismus meiner Frau.
Lieferung und Verpackung
Bestellt haben wir am Dienstag, 29. September, um 10:32 Uhr. Der Konfigurator nennt vier Werktage Produktionszeit und bietet gegen Aufpreis eine Express-Produktion mit Versand innerhalb von 24 Stunden an. Bei unserem Warenkorb hätte diese Option rund 30€ zusätzlich gekostet, während Myposter für den Standardversand 5,99€ berechnete.
Am Montag, 5. Oktober, war das Paket versandbereit und am Mittwoch, 7. Oktober, mittags wurde es zugestellt. Von der Bestellung bis zur Haustür vergingen damit acht Tage. Zwischen Versandbereitschaft und Zustellung lagen dabei zwei Tage. Für acht individuell gefertigte Rahmen ist das in Ordnung. Wenn ihr die Bilder zu einem festen Termin verschenken möchtet, solltet ihr diese Zeit einplanen.
Jeder Rahmen war einzeln in Folie eingeschweißt und an allen vier Ecken mit dicken Kantenschützern aus Schaumstoff versehen. Die Bilder waren sehr gut gepolstert, alle acht Rahmen kamen unbeschädigt bei uns an.
Rahmen und Scheibe
Die schwarzen Holzrahmen wirken hochwertig, ihre Gehrungen sind sauber zusammengesetzt und die schwarze Oberfläche ist gleichmäßig. Auf der Rückseite sitzt eine feste Hartfaserplatte, die von Metallklammern gehalten wird. Zwei gezackte Aufhänger erlauben die Montage im Hochformat und Querformat, ein Etikett nennt das jeweilige Format und Schnittmaß.
Myposter verwendet bei diesen Rahmen eine Kunststoffscheibe. Bei günstigen Rahmen stören solche Scheiben oft durch starke Spiegelungen und eine matte Darstellung, bei den gelieferten Rahmen sieht es anders aus. Die Scheibe ist sehr hochwertig, spiegelt kaum und gefällt uns in diesem Fall sogar besser als Glas. Bei direktem Licht von einem Fenster bleiben Reflexe sichtbar, sie fallen aber deutlich schwächer aus als bei normalem Glas. Dazu ist die Kunststoffscheibe leichter und bruchsicher.
Das kleine Bild in 13 x 18 cm haben wir ohne Passepartout bestellt. Auch bei dieser Ausführung sitzt das Foto sauber im Rahmen und sieht gut aus.
Druckqualität und Farben
Bei der Schärfe gibt es nichts zu beanstanden. Feine Haare bleiben klar erkennbar, auch Schrift auf Plakaten und Graffiti im Hintergrund werden sauber wiedergegeben. Das Schwarz-Weiß-Porträt und das Sepia-Bild sehen ebenfalls gut aus.
Allerdings haben die Drucke einen sichtbaren Farbstich. Rot- und Orangetöne werden zu stark betont, was besonders deutlich bei Haut auffällt. Gesichter wirken rötlicher bis orange und sehen leicht gebräunt aus. Ein kühles Beeren-Pink beim Lippenstift verschiebt sich im Druck in Richtung Ziegelrot, braunes Haar bekommt einen stärkeren Kupferton. Graue Wände und das Blau eines Ladenschilds bleiben dagegen weitgehend neutral, bei Landschaften und Motiven ohne viel Haut fällt die Abweichung kaum auf.
Am stärksten sehen wir den Unterschied bei einem Porträt meiner Frau mit Sonnenbrille und bei einem Foto von mir mit den Kindern auf der Couch.
Beim Farbvergleich seht ihr links das hochgeladene Foto und rechts den fertigen Druck. Den Weißabgleich der Aufnahme haben wir am weißen Passepartout ausgerichtet, um den Einfluss des Raumlichts zu verringern.
Im Konfigurator ist bei jedem Bild automatisch die Option „Optimierte Farbe“ aktiv, auch in unserer Bestellung war sie bei allen acht Motiven eingeschaltet. In der Vorschau macht diese Automatik das Bild heller, flacher und wärmer, wobei Rot stärker angehoben wird als Blau. Ob der Rotstich allein von dieser Bearbeitung stammt, können wir nicht sicher sagen. Wenn ihr eure Fotos bereits am Handy oder Rechner bearbeitet habt, solltet ihr unter „Farbe ist optimiert“ auf „Original Farbe“ wechseln.
Testergebnis
Der neue Größen-Assistent von Myposter ist richtig gut gelungen. Die Wandvorschau zeigt verständlich, wie groß ein Bild im Verhältnis zu Möbeln und anderen Gegenständen wirkt. Dazu kommen eine Qualitätsanzeige für jedes Format und drei klare Wege zur passenden Größe. Gerade bei Familienfotos nimmt das viel Unsicherheit aus der Bestellung.
Auch die gelieferten Rahmen überzeugen. Die Holzrahmen sind hochwertig verarbeitet, die Kunststoffscheibe spiegelt nur wenig und alle acht Bilder waren vorbildlich gepolstert. Von der Bestellung bis zur Lieferung vergingen acht Tage. Abzüge gibt es für den sichtbaren Rotstich bei Hauttönen. Wer seine Bilder bereits bearbeitet hat, sollte die automatisch aktive Farboptimierung ausschalten. Außerdem fehlt eine Wandvorschau, in der sich mehrere Bilder gemeinsam anordnen lassen.
Insgesamt empfehlen wir den Konfigurator allen, die Familienfotos oder eine Bilderwand rahmen lassen möchten und bei der passenden Größe unsicher sind.
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