Kinder möchten eine Geschichte hören, während ihr selbst gerade etwas anderes erledigen müsst. Im Auto läuft zum dritten Mal das gleiche Hörspiel, beim Spielen soll Musik laufen und auf einer längeren Fahrt darf es vielleicht auch einmal ein Film auf dem Tablet sein. Als Großvater eines fünfjährigen Enkels kenne ich solche Situationen.
Kopfhörer sind dafür praktisch. Allerdings möchte ich meinem Enkel nicht einfach irgendeinen Bluetooth-Kopfhörer für Erwachsene aufsetzen. Gerade bei Kindern spielt die maximale Lautstärke eine wichtige Rolle. Dazu kommen ganz praktische Anforderungen. Der Kopfhörer muss auf einen kleinen Kopf passen, bequem sitzen, einfach zu bedienen sein und sollte eine etwas unsanftere Behandlung verkraften.
Auf den iClever Q950 bin ich Anfang September in Berlin aufmerksam geworden. Im Rahmen meines Besuchs der IFA 2026 war ich am 3. September, einen Tag vor Beginn der Messe, auf der Global Connect Show im Waldorf Astoria Berlin. Dort stellte mir iClever den Q950 am eigenen Stand vor.
Das Konzept fand ich interessant. iClever hat den Q950 speziell für Kinder entwickelt und begrenzt die Lautstärke laut Hersteller auf 80dBA. Trotzdem verzichtet iClever nicht auf Funktionen, die ich sonst eher von ausgewachsenen Bluetooth-Kopfhörern kenne. Hybrid-ANC, Transparenzmodus, Trageerkennung, Bluetooth 6.0 und bis zu 60 Stunden Akkulaufzeit stehen auf dem Datenblatt. Damit war schnell klar, dass ich mir den Q950 genauer ansehen möchte. Bei diesem Test bekomme ich allerdings Unterstützung. Mein fünfjähriger Enkel wird zum Co-Tester.
- KI überarbeitet aus Identitätsschutz
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Die Aufgaben sind klar verteilt. Ich kümmere mich um Verarbeitung, Technik, Klang, Bluetooth, Lautstärke, ANC und Akkulaufzeit. Mein Enkel übernimmt den Teil, den kein Messgerät beurteilen kann. Passt der Q950 auf einen Kinderkopf? Drückt er? Versteht ein Fünfjähriger die Bedienung? Und trägt er den Kopfhörer nach einer halben Stunde noch genauso gerne wie in den ersten fünf Minuten? Denn bei einem Kinderkopfhörer helfen die besten Messwerte wenig, wenn der eigentliche Nutzer ihn nach zehn Minuten wieder absetzt.
Technische Daten des iClever Q950
| Eigenschaft | iClever Q950 |
|---|---|
| Bauform | Over-Ear |
| Treiber | 40mm, Titanmembran |
| Frequenzbereich | 20Hz bis 20kHz |
| Verbindung | Bluetooth 6.0, 3,5mm-Klinke |
| Lautstärkebegrenzung | 80dBA |
| ANC | Hybrid ANC, laut Hersteller bis 35dB |
| Transparenzmodus | ja |
| Trageerkennung | ja |
| Audio-Sharing | ja |
| Akku | 500mAh |
| Laufzeit ohne ANC | bis 60 Stunden |
| Laufzeit mit ANC | bis 35 Stunden |
| Schnellladen | 5 Minuten für bis zu 3 Stunden |
| Ladeanschluss | USB-C |
| Material | ABS, Poketone-Kopfbügel, Metallscharniere |
| Gewicht laut Hersteller | 238g |
| faltbar | ja |
| Transportbox | im Lieferumfang |
Die Ausstattung ist für einen Kinderkopfhörer umfangreich. Besonders interessant finde ich die Kombination aus begrenzter Lautstärke und ANC. Eine niedrigere maximale Lautstärke hilft wenig, wenn das Kind im Zug oder Flugzeug kaum noch etwas versteht. Die aktive Geräuschunterdrückung soll genau dort ansetzen.
Lieferumfang und erster Eindruck
Der Q950 kommt nicht einfach lose im Karton. Zum Lieferumfang gehören der Kopfhörer, eine Transportbox, ein USB-C-Ladekabel, ein abnehmbares 3,5mm-Audiokabel und die Bedienungsanleitung.
Die Transportbox gefällt mir bei einem Kinderkopfhörer besonders gut. Die Ohrmuscheln lassen sich einklappen und der Q950 verschwindet anschließend komplett in der Box.
Damit ist er im Schulranzen, Rucksack oder Reisegepäck zumindest vor den gröbsten Belastungen geschützt.
Verarbeitung und Robustheit
Beim Gehäuse setzt iClever überwiegend auf ABS-Kunststoff. Das überrascht bei einem Kopfhörer dieser Preisklasse nicht. Wichtiger ist, wie stabil die Konstruktion ist.
iClever verwendet nach eigenen Angaben einen hochfesten Kopfbügel aus Poketone und verstärkte Metallscharniere. Der Hersteller spricht außerdem von einer SGS-zertifizierten Robustheit und gibt an, den Kopfbügel über 3.000 Verdrehungszyklen getestet zu haben.
Auch in der Praxis macht das verwendete Material einen guten Eindruck. Der Kopfbügel ist biegefest und gleichzeitig flexibel, sodass er sich deutlich verformen lässt, ohne spröde zu wirken. Die Oberflächen fühlen sich weich und angenehm an. Harte oder unangenehm scharfkantige Bereiche habe ich nicht gefunden. Gerade bei einem Kinderkopfhörer ist diese Materialwahl aus meiner Sicht sinnvoll.
Auf unserer Waage wiegt der Q950 250g. iClever gibt 238g an.
Für einen Erwachsenen ist das nicht viel. Auf dem Kopf eines Fünfjährigen sieht die Sache allerdings anders aus.
Tragekomfort: Jetzt übernimmt der Co-Tester
Spätestens hier muss mein fünfjähriger Co-Tester ran.
Die Ohrmuscheln sind als Over-Ear-Konstruktion ausgeführt und sollen das Ohr vollständig umschließen. Kopfbügel und Ohrmuscheln sind gepolstert. Der Bügel lässt sich an unterschiedliche Kopfgrößen anpassen.
Interessant ist zunächst, ob die kleinste Einstellung für einen Fünfjährigen ausreicht. Dann darf mein Enkel einfach hören. Dabei interessiert mich weniger, was der Hersteller über seine Polster schreibt. Entscheidend ist, ob der Q950 nach 10, 30 und 60 Minuten noch bequem sitzt.
Urteil des Co-Testers
Nach 10 Minuten: „Prima.“
Nach 30 Minuten: „Immer noch prima.“
Drückt etwas? „Nö.“
Rutscht der Kopfhörer beim Laufen oder Spielen? „Nö.“
Mein Co-Tester gehört offensichtlich nicht zu den Menschen, die ihre Eindrücke mit unnötig vielen Worten ausschmücken. Dafür fällt sein Urteil erfreulich eindeutig aus. Auch nach einer halben Stunde sitzt der Q950 bequem, drückt nicht und bleibt selbst beim Spielen an seinem Platz. Mehr Informationen waren aus dem Fünfjährigen an dieser Stelle nicht herauszubekommen.
Positiv fiel mir außerdem auf, dass sich unter den Ohrpolstern und am Kopfbügel keine feuchten oder verschwitzten Stellen zeigten. Mein Enkel schwitzte auch nach längerer Nutzung nicht an den Auflageflächen. Gerade bei einem geschlossenen Over-Ear-Kopfhörer ist das keine Selbstverständlichkeit. Das von mir gemessene Gewicht von 250g ist für einen Kinderkopfhörer nicht wenig. In der Praxis scheint es meinen Co-Tester allerdings nicht zu stören. Auf die entsprechende Nachfrage hätte die Antwort vermutlich ebenfalls nur aus zwei Buchstaben bestanden.
Bedienung
iClever verzichtet beim Q950 auf eine Touchsteuerung und verwendet klassische Tasten. Das halte ich bei einem Kinderkopfhörer grundsätzlich für sinnvoll.
Über die Bedienelemente lassen sich unter anderem Wiedergabe, Lautstärke und Betriebsmodus steuern. ANC und Transparenzmodus müsst ihr also nicht erst in einer App suchen. Ich selbst habe die Bedienung schnell verstanden. Das ist allerdings nicht der Maßstab für diesen Test.
Bedienung durch Kinder
Ob iClever tatsächlich Kopfhörer für Kinder entwickelt hat oder lediglich einen kleinen Bluetooth-Kopfhörer verkauft, zeigt sich bei der Bedienung schnell. Nach einer kurzen Erklärung kam mein fünfjähriger Enkel mit dem Q950 gut zurecht. Einschalten, Wiedergabe starten und pausieren, die Lautstärke verändern sowie zwischen ANC und Transparenzmodus wechseln klappten nach kurzer Eingewöhnung problemlos. Auch das Aufsetzen und Abnehmen erledigte er selbstständig. Die klassischen Tasten erweisen sich damit im Alltag als gute Entscheidung. Mein Enkel konnte sie gut ertasten und zuordnen, ohne ständig nachsehen oder nachfragen zu müssen. Die Bedienung ist aus meiner Sicht kindgerecht umgesetzt.
Bluetooth 6.0 und Kabelbetrieb
Der Q950 unterstützt Bluetooth 6.0. Die Kopplung erfolgt wie bei einem normalen Bluetooth-Kopfhörer.
Zusätzlich besitzt der Q950 einen 3,5mm-Klinkenanschluss. Das halte ich für praktisch. Ist der Akku leer oder wollt ihr ein älteres Gerät ohne Bluetooth nutzen, läuft die Wiedergabe weiterhin über Kabel. Eine weitere Besonderheit ist der kabelgebundene ANC-Betrieb. Ist der Kopfhörer eingeschaltet, lässt sich die aktive Geräuschunterdrückung laut iClever auch bei einer Verbindung über das Audiokabel verwenden.
80dBA: Warum die Lautstärkebegrenzung wichtig ist
Der zentrale Unterschied zu einem normalen Bluetooth-Kopfhörer ist die Begrenzung der Lautstärke. iClever nennt das System SafeSound Tech 3.0 und begrenzt den Q950 auf maximal 80dBA. Der Hersteller bewirbt den Kopfhörer außerdem mit einer TÜV Rheinland Hearing Care Certification. Das ist für mich einer der wichtigsten Punkte des gesamten Tests. Ein Kind kann schließlich problemlos die Lautstärketaste so lange drücken, bis das Maximum erreicht ist.
Die Begrenzung erfolgt direkt im Kopfhörer. Damit kann das verbundene Smartphone oder Tablet zwar auf voller Lautstärke stehen, der Q950 soll trotzdem seine festgelegte Obergrenze einhalten. Eine normgerechte Messung mit Kunstkopf und Schallpegelmessgerät habe ich nicht durchgeführt. Stattdessen habe ich die verschiedenen Einstellungen und Betriebsarten nach Gehör miteinander verglichen. Um den persönlichen Eindruck etwas besser einordnen zu können, habe ich zusätzlich mehrere Familienmitglieder probehören lassen.
ANC: Ruhe für Kinderohren?
Der Q950 besitzt Hybrid-ANC. iClever gibt eine Reduzierung um bis zu 35dB an. Diese Herstellerangabe solltet ihr richtig einordnen. ANC entfernt nicht plötzlich sämtliche Geräusche aus der Umgebung. Besonders gut funktioniert die Technik normalerweise bei gleichmäßigen, tieffrequenten Geräuschen. Genau deshalb ist ANC beispielsweise im Flugzeug, Zug oder Auto interessant. Bei einem Kinderkopfhörer ergibt sich noch ein weiterer Vorteil. Je weniger Umgebungslärm am Ohr ankommt, desto weniger besteht der Wunsch, Musik, Hörspiel oder Film lauter zu stellen.
- Foto: iClever
- Foto: iClever
Bei aktiviertem ANC konnte ich keine signifikante Veränderung des Klangbildes feststellen. Stimmen und Musik klingen für mich weiterhin natürlich. Auch andere Familienmitglieder kamen beim Probehören zu einem ähnlichen Eindruck. Ohnehin dürfte der Q950 bei jüngeren Kindern überwiegend Hörspiele, Hörbücher und Kinderlieder wiedergeben. Für diesen Einsatzzweck ergaben sich durch das eingeschaltete ANC keine störenden klanglichen Nachteile.
Transparenzmodus
ANC hat bei einem Kinderkopfhörer auch eine Kehrseite. Ein Kind soll seine Umgebung nicht immer vollständig ausblenden. Dafür besitzt der Q950 einen Transparenzmodus. Die Mikrofone erfassen die Umgebung und geben einen Teil davon über die Kopfhörer wieder. Damit sollte beispielsweise eine Ansprache möglich sein, ohne dass das Kind den Q950 absetzen muss. Für den Straßenverkehr würde ich mich auf eine solche Funktion bei einem Kind trotzdem nicht verlassen. Dort gehört die Aufmerksamkeit der Umgebung.
Trageerkennung
Noch eine Funktion hat mich überrascht. Der Q950 besitzt eine automatische Trageerkennung. Nimmt das Kind den Kopfhörer ab, soll die Wiedergabe automatisch pausieren. Beim erneuten Aufsetzen startet sie wieder.
Gerade bei Hörspielen ist das praktisch. Niemand muss später die Stelle suchen, an der das Kind den Kopfhörer abgesetzt hat.
Audio-Sharing
Wer zwei Kinder hat, kennt ein weiteres Problem. Beide wollen dasselbe Hörspiel oder denselben Film hören. Dafür bietet der Q950 Audio-Sharing. Ein zweiter Kopfhörer lässt sich über den 3,5mm-Anschluss verbinden und gibt dasselbe Audiosignal wieder.
Das ist insbesondere auf Reisen interessant. Ein Tablet reicht dann als gemeinsame Quelle für zwei Kopfhörer.
Klangqualität der iClever Q950
Jetzt komme ich zu einem Punkt, bei dem Großvater und Enkel vermutlich unterschiedliche Maßstäbe anlegen. Verbaut sind 40mm-Treiber mit Titanmembran. iClever nennt einen Frequenzbereich von 20Hz bis 20kHz. Natürlich erwarte ich von einem Kinderkopfhörer keine audiophile Abstimmung. Sprache sollte aber klar verständlich sein, Musik darf nicht dünn klingen und die feste Lautstärkebegrenzung sollte nicht dazu führen, dass der Klang bei maximaler Lautstärke zusammenbricht. Der Befund: Sprache klingt klar. Musik hat genug Bass. Auch bei Maximallautstärke verzerrt nichts. Für Hörspiele und Kinderlieder zählt hier ohnehin der grobe Gesamteindruck mehr als eine seitenlange Analyse des Frequenzgangs.
Filme und Spiele
Natürlich dient ein solcher Kopfhörer nicht ausschließlich der Musikwiedergabe. Deshalb habe ich ihn auch mit Smartphone und Tablet getestet. Dabei achte ich insbesondere darauf, ob Bild und Ton synchron laufen. Eine mögliche Verzögerung lässt sich allerdings nicht allein dem Kopfhörer zuschreiben. Je nach Anwendung spielen auch die Bluetooth-Verbindung, das verwendete Abspielgerät, die App und bei Streaming-Inhalten die Internetverbindung eine Rolle. Entscheidend ist deshalb für mich, ob im praktischen Einsatz störende Verzögerungen zwischen Bild und Ton auffallen. Das war nicht der Fall.
Mikrofon und Telefonie
Ein Mikrofon ist ebenfalls integriert. Damit lässt sich der Q950 für Telefonate oder Videochats verwenden. Getestet habe ich das nicht, denn bei einem Kinderkopfhörer wird das wohl selten gebraucht.
Akkulaufzeit der iClever Q950
Der Q950 hat einen Akku mit 500mAh Kapazität. iClever verspricht bis zu 60 Stunden Wiedergabe ohne ANC. Mit eingeschalteter Geräuschunterdrückung sollen noch 35 Stunden möglich sein. Bei diesen Werten lässt ein Kind den Kopfhörer wahrscheinlich eher irgendwo liegen, bevor der Akku leer ist. iClever bewirbt außerdem eine Schnellladefunktion. Fünf Minuten am Ladegerät sollen für bis zu drei Stunden Wiedergabe reichen.
Austauschbarer Akku
Erfreulich ist, dass ihr den Akku des Q950 austauschen könnt. Dazu lässt sich das linke Ohrpolster abnehmen. Darunter befindet sich das Akkufach, in dem der Akku über einen Steckverbinder angeschlossen ist. Damit landet der Kopfhörer nicht zwangsläufig im Müll, wenn der Akku nach einigen Jahren deutlich an Kapazität verliert. Voraussetzung ist natürlich, dass ein passender Ersatzakku erhältlich ist.
Preis und Verfügbarkeit
Der iClever Q950 ist inzwischen auch in Deutschland erhältlich. Bei Amazon kostet der Kinderkopfhörer derzeit rund 73 Euro. Preisvergleichsportale wie Idealo listen den Q950 ebenfalls, führen derzeit allerdings zu Angeboten über Amazon Marketplace. Im offiziellen internationalen Onlineshop von iClever liegt der Listenpreis bei 69,99 US-Dollar.
Damit gehört der Q950 nicht zu den günstigsten Kinderkopfhörern. Dafür bietet er mit der Lautstärkebegrenzung auf 80dBA, Hybrid-ANC, Transparenzmodus, Trageerkennung, Audio-Sharing und der langen angegebenen Akkulaufzeit eine Ausstattung, die deutlich über die vieler einfacher Kinderkopfhörer hinausgeht.
Testergebnis
Der iClever Q950 verfolgt ein Konzept, das mir bereits bei der ersten Vorstellung in Berlin gefallen hat. Statt einfach einen normalen Bluetooth-Kopfhörer kleiner und bunter zu machen, kombiniert iClever eine feste Lautstärkebegrenzung mit Funktionen wie ANC, Transparenzmodus und Trageerkennung.
Besonders wichtig ist für mich die Begrenzung auf 80dBA. Ein Kind muss nicht selbst entscheiden, welche Lautstärke noch vernünftig ist. Gleichzeitig kann ANC in einer lauten Umgebung helfen, Sprache und Musik auch bei begrenzter Lautstärke verständlich zu halten.
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