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Mein neues Heimnetzwerk: 5G, Nest WiFi Pro & Mesh mit Ethernet-Backhaul

Anfang August bin ich von Mittelfranken nach Magdeburg umgezogen und habe meinen DSL-Vertrag nicht mitnehmen können. An der neuen Adresse liegt nur Kabel von MDCC. Mit Kabel habe ich bereits wenig erfreuliche Erfahrungen gesammelt und daher kam das für mich nicht in Frage. Und so habe ich mich nach Alternativen umgeschaut.

Entschieden habe ich mich für meinen bestehenden Handytarif bei der Telekom. Den bezahle ich sowieso jeden Monat und zuvor hatte ich die kostenlose MultiSIM nur selten genutzt. Für ein gutes Heimnetzwerk ist die Anbindung ans Internet aber allerhöchstens die halbe Miete.

Mein neues Heimnetzwerk Banner I

Also habe ich meinen Xiaomi AX1800 (zum Test) mit WiFi 6 in Rente geschickt und mir zwei Google Nest WiFi Pro mit WiFi 6E besorgt. In meiner neuen Wohnung liegt LAN mit 10Gbit/s bereits in jedem Raum, wobei Router und Switch natürlich auf 1Gbit/s beschränkt sind. Daher konnte ich das Mesh-Netzwerk mit Ethernet-Backhaul anlegen und habe seitdem das stabilste Internet, das ich je hatte.

Dieser Artikel kombiniert zwei Kurztests: einmal zur ZTE MC801A, die ich als 5G-Modem im Einsatz habe, und zum Google Nest WiFi Pro, den ich in doppelter Ausführung als Router verwende. Darüber hinaus erläutere ich euch die Vorteile eines Ethernet-Backhaul und teile meine Erfahrungen mit Internet via 5G.

Mobilfunk statt Kabel: Internet via 5G mit der ZTE HyperBox MC801A

Die ZTE HyperBox MC801A 5G ist eigentlich ein 5G-Router. Mit an Bord sind das X55-Modem von Qualcomm und zwei LAN-Anschlüsse mit 1Gbit/s. Kurzzeitig habe ich die MC801A auch als Router verwendet, aber das würde ich nicht empfehlen.

Einerseits fehlt Support für WPA3. Andererseits können nur bis zu 30 Geräte verbunden sein, was mir nicht reicht. Und besonders gut ist das WLAN auch nicht. Zwei Räume weiter lieferte der Xiaomi AX1800 mit China-Spezifikation noch quasi die volle Leistung. Vom ZTE MC801A 5G kam nichts mehr an. Dafür kann ZTE vermutlich nichts. China-Router dürfen mit deutlich mehr Sendeleistung funken als bei uns erlaubt.

ZTE MC801A 5G Banner I

Allerdings war mir spätestens an diesem Punkt klar, dass ich mit nur einem in Deutschland erlaubten Router nicht allzu weit kommen werde. Was mir dieser erste Test aber gezeigt hat, ist, dass der ZTE-Router als Modem eine gute Figur machen wird. Er wurde nie unangenehm heiß, obwohl er direkt auf der Fensterbank in der Sonne steht. Außerdem hat er problemlos rund 700Mbit/s aus dem Telekom-Netz gezogen, was mich positiv überrascht hat.

Das Verwenden der MultiSIM im ZTE MC801A 5G ist überhaupt kein Problem. Bisher hat die Telekom sich auch noch nicht über die durchschnittlich 2TB pro Monat beschwert, die meine Freundin und ich seitdem verbrauchen. Wenn ihr günstig an Telekom Unlimited Verträge kommen wollt, dann schaut regelmäßig auf unserer Vertragsdealseite vorbei.

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Google Nest WiFi Pro: stabiles Mesh-System mit Ethernet-Backhaul

Für das Heimnetzwerk war schnell beschlossen, dass ein sogenannter Ethernet-Backhaul die beste Lösung ist. Normalerweise verbinden sich zwei oder mehrere Router im Mesh kabellos miteinander. Das bedeutet aber, dass die Qualität der Verbindung des nicht mit dem Modem verbundenen Routers massiv von der drahtlosen Verbindung mit dem Hauptrouter abhängig ist. Meine bisherige Erfahrung mit AVM hat mich gelehrt, dass Mesh ohne Ethernet-Backhaul teilweise kaum eine Verbesserung bringt.

Nest WiFi Pro Banner I

Natürlich hat nicht jeder das Glück, dass die gesamte Wohnung bereits verkabelt ist. Wenn ihr das nachrüsten möchtet, ist die FTTR-Lösung von Huawei eine interessante Möglichkeit. Ich habe einen Nest WiFi Pro also per LAN mit der ZTE MC801A 5G verbunden. Der zweite LAN-Anschluss des Google-Routers ist mit der Dose in der Wand verbunden, die im Verteilerkasten mit den anderen Räumen zusammenläuft.

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Danach musste ich einen unmanaged Switch in den Verteilerkasten einbauen und die Zimmer, in denen ich das kabelgebundene Internet nutzen möchte, miteinander verbinden. Ich habe mich für dieses Billigteil von AliExpress entschieden, das bisher tadellos mit den Nest WiFi Pro funktioniert. Im Anschluss habe ich den zweiten Nest WiFi Pro eingerichtet und ihn im Wohnzimmer mit der Dose in der Wand verbunden.

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Die Einstellungen und Features des Nest WiFi Pro befinden sich in der Google Home-App. Das war einer der Gründe, warum ich mich ausgerechnet für diese Router entschieden habe. In den Einstellungen wird mir sofort angezeigt, dass beide Router jetzt per Kabel verbunden sind. Tatsächlich: Im Wohnzimmer am sekundären Router sind die Geschwindigkeiten im Upload und Download sowie die Latenz nicht vom Arbeitszimmer zu unterscheiden, wo der Router steht, der direkt mit dem Modem verbunden ist.

Ausstattung und Funktionen: Google Nest WiFi Pro im Praxiseinsatz

Der Nest WiFi Pro ist für 220€ auf den Markt gekommen. Ich habe für ein neues Duo 150€ bezahlt. Das ist dann auch ein fairer Preis für Router mit WiFi 6E. Dem Hersteller zufolge deckt ein Nest WiFi Pro bis zu 120 Quadratmeter ab, was in einer Behausung ohne Wände vielleicht hinkommen könnte. Meine Wohnung hat 80 Quadratmeter und ein Router hätte definitiv nicht gereicht. Spätestens beim vom Wohnzimmer abgehenden Balkon mit dicken Außenwänden wäre Schluss gewesen.

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Der Nest WiFi Pro unterstützt Matter, ist ein Thread Border Router und damit sehr gut als Smart Home-Schaltzentrale geeignet. WiFi 6E ist, anders als zum Beispiel beim WiFi Mesh X3 Pro von Huawei (zum Test), mit allen drei Bändern vorhanden.

Google verbaut eine Dual Core-CPU, 1GB RAM und 4GB Speicher. Irgendwann könnte der Arbeitsspeicher bei mir kritisch werden. Mein Xiaomi AX1800 ist mit den ganzen Geräten nicht besonders gut klargekommen. Das ist beim Nest WiFi Pro bisher noch anders. Laut Google werden bis zu 100 Geräte pro Zugangspunkt unterstützt. Auch das wird wohl ein theoretischer Wert sein.

Nest WiFi Pro Banner III

Der Nest WiFi Pro wäre kein Produkt von Google, wenn es nicht irgendeine völlig sinnfrei erscheinende Einschränkung geben würde, wie das Fehlen von Miracast bei den Handys. Beim Nest WiFi Pro könnt ihr die Frequenzbänder nicht trennen. Mir ist das egal, denn ich würde das sowieso nicht wollen. Aber unnötig ist diese Einschränkung zweifellos.

Irgendwann wäre vielleicht ein Nachfolger mit mehr Arbeitsspeicher, WiFi 7 und LAN mit mehr als 1Gbit/s eine feine Sache. Bis dahin habe ich mich vor allem wegen der Software dazu entschieden, den Nest WiFi Pro zu kaufen.

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Es gibt quasi keine Einstellungsmöglichkeiten, das klingt übertrieben, ist aber wirklich so. Ein Gastnetzwerk gibt es und man kann die Ports verwalten und die DNS-Einstellungen ändern. Dem Gastnetzwerk kann man bestimmte Geräte zuweisen, die geteilt werden sollen. UPnP kann aktiviert und deaktiviert werden. Was ich toll finde: Der Nest WiFi Pro listet alle Geräte auf und zeigt mir bei Bedarf an, wie viel alle und jedes einzelne in den vergangenen sieben Tagen, 30 Tagen oder 24 Stunden verbraucht hat. Ein fettes Web-Interface (oder überhaupt eines), wie bei anderen Herstellern, gibt es nicht.

Unser Fazit: Heiminternet über 5G und Mesh mit Ethernet-Backhaul

Vor allem in Städten ist mobiles Internet über 5G mittlerweile eine sehr brauchbare Option. Während der Stoßzeiten erreichen mich etwa 300Mbit/s im Download respektive 70Mbit/s im Upload. Mehr als zuvor via DSL. Außerhalb der Stoßzeiten steigt es auf bis zu 800Mbit/s im Download und 110Mbit/s im Upload. Der Ping liegt zwischen 20 und 25 Millisekunden.

Ich bin höchst zufrieden. Die Geschwindigkeiten sind super, vor allem auch im Upload. Ich habe bisher noch keinen Ausfall mitbekommen. Würde ich auf Glasfaser wechseln, wenn es an meiner Adresse möglich wäre? Ja, sofort. Aber statt nochmal einen zusätzlichen Vertrag für Internet via Kabel abzuschließen, nutze ich meinen Handytarif jetzt einfach doppelt. Das spart Geld und ist in meinem Alltag besser, als es DSL und Kabel an meiner alten Anschrift waren. Bevor ihr sowas macht, solltet ihr euch einmal die Testkarten der Anbieter holen, um zu überprüfen, was an eurer Adresse möglich ist.

Der viel spannendere Aspekt war für mich die Erkenntnis, dass Mesh mit Ethernet-Backhaul eine völlig neue Erfahrung ist. Beide Router sind quasi exakt gleich schnell angebunden und so fällt die Geschwindigkeit im lokalen Netz nirgendwo in meiner Wohnung unter 500Mbit/s. Außer auf dem Balkon. Für die Übertragung von Daten auf ein NAS oder für lokales Game-Streaming ist ein robustes Heimnetzwerk einfach eine tolle Sache. Falls ihr neu baut: Legt Internetkabel!

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