HBADA geht mit dem Modell X7 einen radikalen Weg und elektrifiziert den klassischen Schreibtischstuhl. Statt puristischem Design gibt es hier die volle Technik-Breitseite: Motoren, Lüfter, Heizung und Sensoren zeichnen diesen Bürostuhl aus. Erst auf den zweiten Blick ziehen wir den Vergleich zu den Ikonen der Langlebigkeit und passiven Ergonomie, wie sie Herman Miller oder Steelcase anbieten.
Wir haben den Stuhl im Alltagstest auf die Probe gestellt. Mit einem Startpreis von rund 1.300€ (UVP teils höher) tritt er in einer Preisklasse an, die keine Fehler verzeiht. Ob er dem Anspruch gerecht wird, klärt unser Test.
Design und Montage: Der erste Dämpfer

Der Aufbau selbst dauert gut eine Stunde. Alle Teile werden sicher verschraubt (Werkzeug liegt bei; ein Akkuschrauber spart Zeit) und können auch mit ordentlich Drehmoment angezogen werden, da Metall auf Metall verschraubt wird.
Die bebilderte Anleitung ist verständlich und führt sicher durch den Prozess, doch die Tücke liegt im Detail. Besonders das gleichzeitige Halten und Anschrauben von Teilen sowie das Durchfädeln und Verbinden des Kabels für die elektronischen Komponenten erfordern Fingerspitzengefühl.
Optisch wirkt der X7 modern, fast futuristisch. Die Technik ist gut kaschiert. Dennoch: Im direkten Vergleich zur Stabilität eines simplen IKEA Markus (ca. 160€) wirkt der HBADA weniger wie ein unverwüstliches Bollwerk, sondern eher wie ein komplexes Technik-Konstrukt. HBADA gewährt zudem nur 3 Jahre Garantie – bei diesem Preis und der verbauten Elektronik ein gewagtes Spiel.
Sitzkomfort & Ergonomie: Nichts für „Lümmler“
Kommen wir zum wichtigsten Punkt: Wie sitzt man? Der Stuhl bietet zwar umfangreiche passive Einstellungsmöglichkeiten, die eine solide Basis bilden, doch das Sitzgefühl ist spezifisch.
Hier schon mal zusammengefasst die wichtigsten Punkte, die das Sitzgefühl definieren:
- umfangreich einstellbar an den Körper: jedes Teil kann passend positioniert werden
- angenehm geformte Polster
- unterstützende Lordosenstütze
- viele Sitzpositionen: aufrecht zum Arbeiten, fast liegend zum Entspannen
- Technik: Massage und Wärme helfen aktiv, Lüfter im Sommer angenehm
- Armlehnen wackelig und quietschen bereits
- Kopfstütze hält nicht in jeder Position beim Anlehnen
- der HBADA X7 ist wuchtig
- lässt sich bis zu 140° kippen – fast schon Liegeposition
Personen von 1,50 bis 2,00m werden ihre bevorzugte Position finden. Der HBADA X7 kann umfangreich eingestellt werden – von unten nach oben:
- Gasdruckfeder (rechts unten am Hebel): wie bei jedem Bürostuhl, höhenverstellbar
- Neigung: Der Stuhl ist als Ganzes bis zu 140 Grad neigbar. Die Sitzfläche neigt sich dabei nur etwas nach hinten und die Rückenfläche mehr.
- Sitzfläche: in der Tiefe verstellbar
- Lordosenstütze: per Kabel-Fernbedienung ein- und ausfahrbar
- Rückenfläche: nach unten und oben verschiebbar
- Armlehnen: nach Belieben dreh-, neig- und verschiebbar
- Kopfstütze: ebenfalls komplett frei einstellbar
Mit meinen 1,80m und 95kg markiere ich die Obergrenze dessen, was auf diesem Stuhl bequem ist. Mein Hüftumfang liegt bei 100cm – viel mehr sollte es auch nicht sein, sonst wird es eng an den Seitenpolstern. Maximal sollten es 110cm sein, sonst kneift es seitlich. Der X7 zwingt mich förmlich in eine ergonomisch korrekte Haltung. Das entspannte „Rumlümmeln“ oder ein schräger Sitz sind hier kaum möglich, da der seitliche Rahmen limitiert. Das Netzgewebe (Air Vision Mesh) ist straff, wirkt aber im Vergleich zu Premium-Konkurrenten nicht besonders dicht gewebt.
Lichtblick – Kopfstütze:
Ein großes Lob verdient die Kopfstütze. Sie ist extrem variabel einstellbar. Selbst in aufrechter Arbeitsposition kann ich meinen Kopf anlehnen und entlasten – ein Feature, an dem viele Konkurrenten scheitern. Aber die Arretierung ist nicht fest. Liegt ihr außerhalb der Norm, könnt ihr die Kopfstütze zwar entsprechend einstellen, euch aber nicht anlehnen, ohne sie zu verrücken.
Armlehnen – konstruktiv enttäuschend:
Wo die Kopfstütze überzeugt, lassen die Armlehnen Federn. Zwar ist die Basis am Stuhl bombenfest verschraubt, doch die Mechanik darüber enttäuscht. Die ausfahrbaren Schienen, die für die variable Verstellung sorgen, haben einfach zu viel Spiel. Sie klappern und wackeln, was das Gefühl der Wertigkeit massiv mindert. Zudem quietschen sie nach einem Monat bei Bewegung.
Lordosenstütze – Technik-Herzstück & Wellness
Das Alleinstellungsmerkmal des HBADA X7 ist die aktive Technik, die den passiven Komfort ergänzen soll.
1. Ausfahrbare Lordosenstütze – Fluch und Segen

2. Heizung & Kühlung
Hier spielt der X7 seine wahren Trümpfe der Elektrifizierung aus:
- Heizung: Ihr seht die Heizung bei Aktivierung rötlich durch den Stoff schimmern. Schon auf Stufe 1 spürt ihr die Wärme deutlich durch den Pullover. Stufe 3 ist dann richtige, aktive Wärmetherapie – bei Muskelkater im Rücken ein absoluter Segen. Der Hersteller wirbt hier mit „Graphen“-Heizung. Stellt es euch einfach wie eine klassische Rotlicht-Wärmelampe vor. Die Graphen-Heizung liefert 48–58°C an den Seiten und in der Mitte bringt es die Rotlichttherapie auf 35–40°C.
- Lüftung: Die zwei Lüfter unter dem Gesäß haben Power. Stufe 1 reicht im Alltag völlig aus, um einen Hitzestau zu vermeiden. Stufe 3 ist bereits „richtig windig“ und kühlt sehr aggressiv.
- “Wärme” ist gut sichtbar
- Massage: rotierende Bälle
3. Massage & Gesundheits-Wächter
Die Massagefunktion beschränkt sich auf den Bereich der Lordosenstütze. Die Stütze fährt dabei aktiv ein Stück heraus und führt kreisende sowie pulsierende Bewegungen aus. Das ersetzt keinen Masseur, ist aber zur Lockerung angenehm.
Nach einem ausgiebigen Lauf oder einer Einheit Kreuzheben freut ihr euch so schon richtig auf die Arbeit. Die Wärme und Massage sind regelrecht aktive Regeneration!
Nervig ist jedoch der integrierte „Gesundheits-Wächter“. Nach 45 Minuten Sitzen werdet ihr nicht ermahnt, sondern die aktive Massage schaltet sich automatisch ein. Diese Bevormundung lässt sich nicht dauerhaft deaktivieren. Über die Kabel-Fernbedienung könnt ihr es schnell ausschalten. Oder ihr steht auf, dann wird die Massage nach 5 Sekunden beendet, wenn sie keinen Gegendruck registriert.
Steuerung & Akku
Die Bedienung erfolgt über eine kabelgebundene Fernbedienung mit OLED-Display, die magnetisch unter der Armlehne haftet. Die Menüführung ist intuitiv und für jede Funktion gibt es einen einzelnen Button. Wir haben die Version mit Akku getestet (5.200mAh). Der Akku sitzt in einer kleinen Schublade und kann entnommen werden. Diese muss aber bündig sitzen, sonst ist der Akku nicht richtig eingesteckt. Ich musste mit einem beherzten Schlag nachhelfen, um ihn in Position zu rücken.
Im typischen Büroalltag hält er etwa zwei Arbeitstage durch. Dabei dürft ihr ruhig die aktiven Funktionen (Wärme und Massage) stündlich nutzen. Das magnetische Ladekabel verlegt ihr am besten fest unter der Schreibtischplatte. Der runde Stecker hält sicher am HBADA.
Ein nettes Detail für Gamer und Vieltelefonierer: Der Stuhl verfügt über einen USB-C Port. Dieser eignet sich hervorragend, um beispielsweise das Wireless-Headset während der Nutzung zu laden.
Testergebnis
Der HBADA X7 hinterlässt mich zwiegespalten. Er ist weniger ein klassischer Bürostuhl als vielmehr eine „Wellness-Station“ für den Arbeitsplatz. Wer unter chronischen Rückenschmerzen leidet und Features wie aktive Wärme, Massage und eine millimetergenau justierbare Lordosenstütze sucht, findet hier Funktionen, die kein Herman Miller bietet.
Mein unterer Rücken wird mehrmals die Woche „beansprucht“: Da freue ich mich morgens schon richtig auf die aktive Regeneration im HBADA X7! Schön wärmen lassen, dann am Stehschreibtisch im Stehen arbeiten, etwas dehnen zwischendurch, und schon fühle ich mich besser. Und vor allem: Den „Shrimp“ am Arbeitsplatz vermeiden 😉.
Doch der Preis von 1.300€ steht in keinem gesunden Verhältnis zur mechanischen Basisqualität. Das Spiel in den Armlehnen-Schienen, die Kopfstütze, die nicht in jeder Position aktiv gegenhält, und die kurze Garantie von nur 3 Jahren sind in dieser Preisklasse schwer zu rechtfertigen.
Wer das Budget hat und Technik liebt, bekommt ein faszinierendes Spielzeug mit hohem Entspannungsfaktor. Wer einen Stuhl für die nächsten 10 Jahre sucht, sollte das Geld lieber in bewährte, rein mechanische Qualität investieren. Urteil: Bedingt empfehlenswert für Tech-Enthusiasten mit Rückenproblemen.
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