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Das 35 Millimeter-Battle: Systemkamera vs. Nubia Z80 Ultra

Viele Fotografen, die auf Wechselobjektivkameras setzen, haben ein „Immerdrauf“-Objektiv; also eine Linse, die sie quasi standardmäßig auf ihren Body schrauben. Mein Immerdrauf-Objektiv war für die letzten paar Jahre das Sigma 35 Millimeter f/1.4 Art für Sony E-Mount, allerdings in der älteren, sehr schweren Variante. Mit dieser Linse habe ich einen Rückblick zur Pitti Uomo 107 in Florenz gedreht.

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Die Brennweite von 35 Millimeter an Kleinbildsensoren ist auch als Reportage-Brennweite bekannt und wird ihrem Namen durchaus gerecht. Es handelt sich zwar technisch gesehen noch um eine Weitwinkelbrennweite, deren Darstellung allerdings nicht allzu weit entfernt von der Natürlichkeit einer Normalbrennweite liegt. Deshalb eignen sich 35 Millimeter für Architektur und Landschaften, aber auch für Straßen- und Portraitfotografie.

Ein Allheilsbringer ist ein 35 Millimeter-Objektiv aber natürlich auch nicht. Astrofotografie ist, zumindest ohne Star Tracker, nur mit (deutlich) kürzeren Brennweiten möglich. Wildlife und Sport erfordern hingegen oft längere Brennweiten. Aufgrund meiner Vorliebe für 35 Millimeter war ich sofort interessiert, als ich die Möglichkeit bekam, endlich ein Smartphone mit dieser Brennweite auszuprobieren!

Das Nubia Z80 Ultra im Schnelldurchlauf

Nubia ist eine Tochtermarke von ZTE und das Z80 Ultra ist das aktuelle Topmodell, das auch in Deutschland verkauft wird. Eine von überraschend vielen Besonderheiten ist das Kamera-Setup, denn die Hauptkamera setzt auf ein Objektiv mit dem Äquivalent von 35 Millimeter an Kleinbildsensoren. Andere Smartphones bewegen sich meist im Bereich um 24 Millimeter.

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Dazu gibt es eine Ultraweitwinkelkamera mit 18 Millimeter Brennweite und eine Telekamera mit 85 Millimeter. Das wäre dann übrigens die am zweithäufigsten verwendete Brennweite an meiner Sony Alpha 7r II.

Die weitere Ausstattung des Nubia Z80 Ultra ist typische High End-Kost des Jahres 2026: Snapdragon 8 Elite Gen 5, 12GB oder 16GB RAM, OLED-Display mit 144Hz und 7.200mAh Akku. Alle Details erfahrt ihr in unserem Testbericht, der voraussichtlich in einigen Wochen erscheinen wird.

Ist das denn ein fairer Vergleich?

Ich setze für Schnappschüsse schon seit Jahren beinahe ausschließlich auf Smartphones. Mein Handy habe ich sowieso dabei und die Bildqualität ist mehr als ausreichend. Zudem können Smartphones meist auf einen Algorithmus zur Bildverarbeitung zurückgreifen. Das führt dazu, dass fertige Bilddateien (JPEG) bei Smartphones grundsätzlich schon ganz gut aussehen. Bei Kameras ist das oft nicht der Fall, weil sie nicht auf diese Art der Fotografie ausgelegt sind.

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Wenn ich wirklich fotografieren möchte, greife ich aber natürlich auch weiterhin zu meiner Sony Alpha 7r II. Dann setze ich aber auf rohe Sensordaten (RAW) und lasse nicht die Kamera die JPEG-Dateien entwickeln. Stattdessen ziehe ich die Rohdaten meiner Kameras in Adobe Lightroom Classic und übernehme die Entwicklung selber. Das dauert dann natürlich deutlich länger, als einen (KI-)Algorithmus diese Aufgabe übernehmen zu lassen.

Für mich decken Smartphones und Wechselobjektivkameras also zwei völlig verschiedene Einsatzgebiete der Fotografie ab. Schnappschüsse, die sofort nach der Aufnahme solide aussehen und keine weitere Anpassung erfordern sollen, mache ich mit dem Smartphone. Fotos, mit denen ich Zeit verbringen und sie nach meinen Vorstellungen anpassen möchte, mache ich mit der Kamera.

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Obwohl der Vergleich dadurch ein wenig unfair für die Kamera ist, habe ich alle Aufnahmen für diesen Artikel als JPEG angefertigt. Die Bilder wurden allesamt nicht bearbeitet, sondern genau so vom Nubia Z80 Ultra oder der Sony Alpha 7r II abgespeichert. Gegen Ende findet ihr einen Download-Link zu Rohdaten der Kamera und des Smartphones, falls ihr in einem Programm wie Adobe Lightroom ausprobieren wollt, wie viel die Sensordaten des jeweiligen Modells wirklich hergeben.

Das 35 Millimeter-Battle: Portraits und Aufnahmen von Menschen

Kommt das oben eingebundene Bild von der Sony a7r II oder vom Nubia Z80 Ultra? Mir fällt jedenfalls sofort die recht hohe Bildschärfe auf. Selbst auf einem großen Monitor wirkt das Bild detailreich. Sehr beeindruckend finde ich auch die Farbwiedergabe. Die Spiegelung in den Fenstern verleiht der Aufnahme einen natürlichen Teal- und Orange-Look.

Im Vergleich ist dann aber doch sofort erkennbar, dass diese Aufnahme von der Sony a7r II stammt und das Bild ganz oben vom Nubia Z80 Ultra. Einerseits liegt das natürlich an der weitaus niedrigeren Schärfentiefe. Zwar sind beide Aufnahmen mit der gleichen Brennweite und einer ähnlichen Blende angefertigt, aber durch den um ein Vielfaches größeren Sensor der Sony-Kamera ist der scharf abgebildete Bereich deutlich weniger tief.

Auch die Bildschärfe ist nochmal auf einem komplett anderen Level und das fällt nicht nur in kleinen Zoom-Fenstern auf, die wir uns auch noch kurz angucken. Aber: Die Farbwiedergabe des Nubia gefällt mir im direkten JPEG-Vergleich deutlich besser.

Schade finden wir, dass wir den künstlichen Portraiteffekt des Nubia Z80 Ultra kaum nutzen konnten. Erst einmal beschränkt mich dieser Modus auf 4:3-Aufnahmen und dann sind auch noch die schrecklichen Beauty-„Verbesserungen“ nicht abschaltbar.

Auch auf den anderen Vergleichsbildern fällt auf, dass die lokalen Kontraste und die Dynamik beim Nubia Z80 Ultra besser getroffen sind. All das kommt ausschließlich durch die sofort nach der Aufnahme stattfindende Bearbeitung durch einen Algorithmus. Dafür wirken feine Linien überschärft und komplett rauschfrei ist die Aufnahme auch nicht – ganz abgesehen vom weitaus niedrigeren Detailreichtum.

  • Das bessere Bild macht also selbst im JPEG-Modus die Systemkamera.

Das 35 Millimeter-Battle: Architektur und Natur

Wieder starten wir mit einer Aufnahme des Nubia Z80 Ultra. Auch hier sind die Kontraste und die Dynamik wieder gut getroffen. Die Farbwiedergabe passt und der wolkenverhangene Himmel hat sogar ein bisschen Struktur. Der Detailreichtum kann aber auch hier nicht mit der unten eingebundenen Aufnahme der Sony-Kamera mithalten.

Dafür hat die Aufnahme der Sony Alpha 7r II klar sichtbare chromatische Abberationen, die nicht automatisch herauskorrigiert werden. In Adobe Lightroom wäre das mit einem Klick möglich, aber die JPEGs von der Kamera kommen mit durchaus auffälligen Bildfehlern, vor allem am Stuck des Gebäudes. Hier würde ich, trotz der niedrigeren Schärfe, erstmals dem Nubia Z80 Ultra einen Punkt geben. Die Aufnahme wirkt insgesamt einfach homogener.

Durch den deutlich größeren Vollformatsensor kann die Sony Alpha 7r II bei diesen beiden Fotos einen großen Vorteil ausspielen. Die geringere Schärfentiefe steht beiden Aufnahmen sehr gut. Überraschenderweise hat das Sigma 35 Millimeter f/1.4 sogar eine etwas nähere Naheinstellgrenze, womit ich wirklich nicht gerechnet hätte.

Vergleich der RAW-Dateien von Nubia Z80 Ultra und Sony a7r II

Bei den JPEGs ist das Urteil eigentlich klar: Durch die automatische Verarbeitung beim Nubia wirken Farben, Kontraste und Dynamik einfach ansprechender und wie ein fertig entwickeltes Foto. Im direkten Vergleich fällt aber auf, dass die Bilder des Nubia eigentlich alle überschärft sind, während die a7r II Details weitaus treffender und schöner abbilden kann.

Download der RAW-Dateien als .zip-Archiv

Beim RAW-Vergleich wird deutlich, dass die Sony-Kamera viel mehr Details einfängt. Damit meine ich nicht nur die Bildschärfe, bedingt durch die höhere Auflösung von 42MP, sondern auch die Dynamik.

Wenn das Nubia Z80 Ultra beginnt auszubrennen, sind bei der Sony a7r II noch zwei bis drei Blendenstufen übrig. Schreibt uns aber gerne in den Kommentaren, wie eure Einschätzung zu den rohen Sensordaten lautet!

Unsere Einschätzung

Dass der kleine Bildsensor eines Smartphones in allen Belangen nicht mit einer Kamera mit Vollformatsensor mithalten kann, war uns natürlich auch vorher schon klar. Allerdings hat mich dieser Vergleich in zwei Punkten bestätigt: Die JPEGs der Sony a7r II sehen nicht gut aus und die algorithmische Verarbeitung der Bilder beim Smartphone sorgt dafür, dass wir ohne weitere Schritte eine insgesamt ansehnliche Aufnahme bekommen.

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Beim Vergleich der RAW-Dateien bricht das Nubia Z80 Ultra dann vollends auseinander. Die Sony a7r II ist zwar schon über zehn Jahre alt, aber der Dynamikumfang der Rohdaten und der Spielraum in der Farbbearbeitung sind weiterhin auf einem fantastischen Niveau.

Für mich bleibt damit eigentlich alles, wie gehabt. Smartphone für den Schnappschuss, die Systemkamera für Fotos. Allerdings hat mich das Nubia Z80 Ultra davon überzeugt, dass 35 Millimeter die bessere Standard-Brennweite sind, als 24 Millimeter. Das dürfen gerne viele Modelle anderer Marken kopieren.

Hier findet ihr eine Auswahl aktueller Geräte mit 35 Millimeter-Objektiv. Das beste Foto-Smartphone ist davon das Vivo X200 Ultra, weil es einen 1 Zoll-Sensor aufweisen kann.

Vivo X200 Ultra
Vorteile / Nachteile
  • hervorragende Kameraqualität mit allen Brennweiten
  • lange Akkulaufzeit
  • spitzenmäßige Verarbeitung
  • brachiale Leistung
  • starker Emfpang und alle Frequnezen
  • deutsches System
  • chinesisches System mit Eigenheiten
  • kein Google Standortverlauf und weitere Nachteile
  • keine eSIM
  • riesiger Kamerahügel
  • erhitzt stark unter Volllast
Zusammenfassung
Es ist einfach schade, dass wir in Deutschland kaum noch in den Genuss von Vivo-Smartphones kommen. Mit dem X200 Ultra zeigt Vivo abermals eindrucksvoll, warum das Unternehmen auf dem chinesischen Smartphonemarkt so erfolgreich ist. Die in Zusammenarbeit mit Zeiss entwickelte Kameraqualität ist beeindruckend und zählt zu den besten der Welt. Auch ansonsten gibt es wenig zu kritisieren, wobei ich mir beim Design etwas anderes gewünscht hätte....
Nubia Z70S Ultra
Vorteile / Nachteile
  • starke Hauptkamera mit 35mm-Brennweite
  • exzellente Porträtfotos
  • leistungsstarker Snapdragon 8 Elite
  • Display ohne Notch
  • hohe Bildwiederholrate (144Hz)
  • einzigartiges, auffälliges Design
  • schnelles Laden mit 80W
  • saubere Software ohne Bloatware
  • kaum Verbesserungen zum Vorgänger (Minimal-Update)
  • keine variable Blende mehr
  • Ultraweitwinkelkamera auf Mittelklasse-Niveau
  • seltsame Textur auf der Rückseite
  • kein kabelloses Laden
  • keine eSIM
  • massive Leistungseinbrüche unter Dauerlast (>80%)
  • Kamera-Farbabstimmung zwischen Linsen
Zusammenfassung
Die Nubia Z Serie bleibt weiterhin etwas Besonderes. Eine bestimmte Zielgruppe kann mit dem Nubia Z70S Ultra jede Menge Spaß haben. Für ganz viele Leute ist dieses Smartphone aber auch überhaupt nichts. Als generell positiv wollen wir die Verarbeitung, die hochwertigen Materialien und die IP-Zertifizierung hervorheben. Dazu kommt die brachiale Leistung des Snapdragon 8 Elite. Das stärkste Argument des Nubia Z70S Ultra ist aber wohl sein...

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