Huawei Mate 90 Pro Max: Taugt es für den Import?
Huawei hat in China die neue Mate-90-Serie vorgestellt: das Huawei Mate 90, das Huawei Mate 90 Pro und das Huawei Mate 90 Pro Max. Das Pro Max ist auf dem Papier eines der spannendsten Smartphones des Jahres: ein Display, das laut Huawei 12.000 Lux hell wird, eine Telekamera mit 200MP und ein magnetisch ansteckbares Zoom-Kameramodul mit eigenem Sensor. Die Preise beginnen bei ca. 784€.
Nach Deutschland kommt die Serie (sehr wahrscheinlich) nicht. Das letzte Mate dieser Reihe, das hierzulande offiziell verkauft wurde, war das Huawei Mate 50 Pro (zum Test). Seitdem bringt Huawei nach Deutschland nur noch faltbare Modelle wie das Huawei Mate X7 (zur Ankündigung) und die Pura-Ultra-Modelle. Hinzu kommt die Software: Das Mate 90 läuft mit HarmonyOS 7, einem eigenen System ganz ohne Android-Unterbau. Wir schauen uns trotzdem an, was China bekommt, denn die Hardware hat es in sich.
Neuerungen & Unterschiede
Beim Pro Max steigt die Akkukapazität gegenüber dem Mate 80 Pro Max von 6.000 auf 6.800mAh, die Spitzenhelligkeit legt von 8.000 auf 12.000 Lux zu, und Huawei verspricht 50% mehr Leistung durch den neuen Chip. Die kabellose Ladeleistung sinkt dafür von 80W auf 50W. Neu sind drei gleichzeitig aktive SIM-Karten und das ansteckbare Kameramodul.
- Huawei Mate 90 Pro Max: 6,9 Zoll zweilagiges OLED, Kirin 9050 oder Kirin 9050 Pro, 200MP-Telekamera, 6.800mAh, 100W per Kabel und 50W kabellos
- Huawei Mate 90 Pro: 6,75 Zoll zweilagiges OLED, Kirin 9035, 50MP-Telekamera, 6.600mAh, 100W per Kabel und 50W kabellos
- Huawei Mate 90: 6,75 Zoll einlagiges OLED, Kirin 9030, neue 50MP-Telekamera, 6.600mAh, 66W per Kabel und 50W kabellos
Design & Display des Huawei Mate 90 Pro Max
Das Huawei Mate 90 Pro Max misst 164,5 x 78,7 x 8,15 Millimeter und wiegt 234 Gramm. Die Collector’s Edition bekommt ein eigenes Displayglas, das laut Huawei 16-mal kratzfester ist. Das Gehäuse ist nach IP68 und IP69 geschützt, übersteht also auch heißes Strahlwasser mit hohem Druck. Zur Wahl stehen Weiß, Grün, Schwarz und Roségold.
Zweilagiges OLED mit angeblich 12.000 Lux
Das Display misst 6,9 Zoll und löst mit 2848 x 1320 Pixel auf. Es ist ein zweilagiges OLED: Zwei leuchtende Schichten liegen übereinander, das bringt mehr Helligkeit bei gleicher Belastung. LTPO regelt die Bildwiederholrate zwischen 1 und 120Hz, PWM dimmt mit 1.440Hz.
Die 12.000 Lux sind Huaweis Angabe für die Spitzenhelligkeit, gemessen auf 1% der Bildfläche. Gemeint sind kleine helle Bereiche in HDR-Inhalten. Zum Vergleich: Aktuelle Top-Smartphones schaffen in unseren Tests ganzflächig rund 2.000 bis 3.000 Lux. Direkt vergleichen lassen sich die Werte deshalb nicht, zumal die 12.000 Lux nur eine Angabe von Huawei selbst sind.
Leistung & System

Dazu gibt es 12GB oder 16GB RAM und 512GB oder 1TB Speicher.
HarmonyOS 7 ohne Android
Alle Mate-90-Modelle laufen mit HarmonyOS 7. Seit HarmonyOS 5, Ende 2024 noch als HarmonyOS NEXT gestartet, enthält Huaweis China-System keinen Android-Code mehr. Statt des Linux-Kernels läuft Huaweis eigener Kernel. Laut Huawei gibt es über 100.000 native Apps, darunter WeChat, Alipay und Douyin. Westliche Apps wie WhatsApp, Instagram, Spotify, Google-Dienste oder deutsche Banking- und ÖPNV-Apps fehlen praktisch komplett.
Android-Apps laufen höchstens in Container-Apps wie Zhuoyitong, einem Behelf, dessen Alltagstauglichkeit unter HarmonyOS 7 wir nicht kennen. Den von Huawei-Geräten in Deutschland gewohnten Weg (EMUI mit Android-Unterbau, Google-Dienste über GBox oder MicroG) gibt es hier nicht. Mehr Hintergrund liefert unser Artikel zur zweigleisigen Software-Strategie von Huawei.
Insgesamt ist ein China-Mate-90 für deutsche Nutzer im Alltag kaum brauchbar: Ohne westliche Messenger, Banking-Apps und Google fehlt die Grundlage.
Kamera des Huawei Mate 90 Pro Max
- Hauptkamera: 50MP, f/1,4 bis f/4,0 (variable Blende), OIS, RYYB-Sensor mit 1/1,28 Zoll
- Ultraweitwinkel-Kamera: 40MP, f/2,2
- Telekamera: 200MP, f/2,6, OIS, 4-fach optisch, Sensor mit 1/1,28 Zoll
- Frontkamera: 13MP Ultraweitwinkel, f/2,0, Autofokus, dazu ein 3D-Tiefensensor für die Gesichtserkennung
Außerdem verbaut Huawei einen Farbsensor und einen Laser-Autofokus. Die 200MP der Telekamera nutzt Huawei für einen 8-fach-Zoom in optischer Qualität.
Das Kameramodul Huawei Ruiying Z10 setzt ihr magnetisch an, es bringt einen eigenen 1-Zoll-Sensor (50MP) mit stufenlosem 10-fach-Zoom von 24 bis 240 Millimeter mit, die Blende reicht von f/2,0 bis f/4,5. Das Modul funktioniert nur mit der Collector’s Edition des Pro Max und dem Mate 90 RS. Einzeln kostet es ca. 784€, als Kit mit der Collector’s Edition sind es ca. 2.549€. Ihr kauft quasi eine separate Fotokamera zum Smartphone dazu.
Ausstattung, Konnektivität, Akku

Der Akku fasst 6.800mAh und lädt per Kabel mit 100W, kabellos mit 50W.
Huawei Mate 90 Pro & Mate 90
Huawei Mate 90 Pro

Huawei Mate 90
Beim Huawei Mate 90 ist das 6,75-Zoll-OLED ein normales einlagiges Panel ohne die 12.000 Lux. Der Kirin 9030 ersetzt den Kirin 9020 aus dem Mate 80, den RAM gibt es ausschließlich mit 12GB, den Speicher bis 1TB. Neu ist die Telekamera mit 50MP und 4-fach-Zoom, das Mate 80 hatte hier nur 12MP. Der Akku fasst 6.600mAh und lädt mit 66W per Kabel.
Unsere Einschätzung, Preis & Launch in Deutschland
- Huawei Mate 90 Pro Max: ab ca. 1.242€, die Collector’s Edition ab ca. 1.438€
- Huawei Mate 90 Pro: ab ca. 915€
- Huawei Mate 90: ab ca. 784€
Darüber steht das Mate 90 RS, ein Luxusmodell mit der Technik des Pro Max und bis 2TB Speicher, ab ca. 1.699€.
Einen Launch in Deutschland wird es vermutlich nicht geben. Selbst das Mate 80 Pro, das Huawei am 26. Februar in Madrid für 1.299€ international vorgestellt hat, kam nicht nach Deutschland. Sollte doch noch ein Mate 90 nach Europa kommen, dann wie das Mate X7 mit EMUI und ohne 5G.
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